Yevamot 213

Kapitel 213

א מתני׳ <big><strong>בית שמאי</strong></big> אומרים אין ממאנין אלא ארוסות ובית הלל אומרים ארוסות ונשואות
1 <b>D</b>IE S<small>CHULE</small> Š<small>AMMAJS SAGT, NUR</small> V<small>ERLOBTE KÖNNEN</small> <small>DIE</small> W<small>EIGERUNG</small> <small>ERKLÄREN; DIE</small> S<small>CHULE</small> H<small>ILLELS SAGT</small>, V<small>ERLOBTE UND</small> V<small>ERHEIRATETE</small>.
ב ב"ש אומרים בבעל ולא ביבם וב"ה אומרים בבעל וביבם
2 D<small>IE</small> S<small>CHULE</small> Š<small>AMMAJS SAGT, NUR DEM</small> E<small>HEMANNE UND NICHT DEM</small> S<small>CHWAGER</small>; <small>DIE</small> S<small>CHULE</small> H<small>ILLELS SAGT, DEM</small> E<small>HEMANNE UND DEM</small> S<small>CHWAGER</small>.
ג ב"ש אומרים בפניו ובית הלל אומרים בפניו ושלא בפניו ב"ש אומרים בב"ד וב"ה אומרים בב"ד ושלא בב"ד
3 D<small>IE</small> S<small>CHULE</small> Š<small>AMMAJS SAGT, NUR IN SEINER</small> G<small>EGENWART; DIE</small> S<small>CHULE</small> H<small>ILLELS SAGT, IN SEINER</small> G<small>EGENWART UND IN SEINER</small> A<small>BWESENHEIT</small>. D<small>IE</small> S<small>CHULE</small> Š<small>AMMAJS SAGT, NUR VOR</small> G<small>ERICHT; DIE</small> S<small>CHULE</small> H<small>ILLELS SAGT, VOR</small> G<small>ERICHT UND AUSSER</small> G<small>ERICHT</small>.
ד אמרו להם ב"ה לבית שמאי ממאנת והיא קטנה אפילו ד' וה' פעמים אמרו להם ב"ש אין בנות ישראל הפקר אלא ממאנת וממתנת עד שתגדיל ותמאן ותנשא:
4 D<small>IE</small> S<small>CHULE</small> H<small>ILLELS SPRACH ZUR</small> S<small>CHULE</small> Š<small>AMMAJS</small>: S<small>IE DARF, SOLANGE SIE MINDERJÄHRIG IST, AUCH VIERUND FÜNFMAL DIE</small> W<small>EIGERUNG ERKLÄREN</small>. D<small>IE</small> S<small>CHULE</small> Š<small>AMMAJS ERWIDERTE</small>: D<small>IE</small> T<small>ÖCHTER</small> J<small>ISRAÉLS SIND KEINE</small> P<small>ROSTITUIERTEN; VIELMEHR ERKLÄRE SIE DIE</small> W<small>EIGERUNG UND WARTE BIS SIE GROSSJÄHRIG IST, ERKLÄRE DIE</small> W<small>EIGERUNG UND VERHEIRATE SICH</small>.
ה <big><strong>גמ׳</strong></big> אמר רב יהודה אמר שמואל מאי טעמא דבית שמאי לפי שאין תנאי בנשואין ואי נשואה תמאן אתי למימר יש תנאי בנשואין
5 GEMARA. R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Folgendes ist der Grund der Schule Šammajs: Bei der Heirat gibt es keine Bedingung, und wenn eine Verheiratete die Weigerung erklären dürfte, könnte man glauben, bei der Heirat gebe es eine Bedingung. –
ו נכנסה לחופה ולא נבעלה מאי איכא למימר לפי שאין תנאי בחופה
6 Was ist bei der zu berücksichtigen, die unter den Baldachin gekommen, aber nicht beschlafen worden ist!? – Weil es auch bei der Baldachin[übergabe] keine Bedingung gibt. –
ז מסר האב לשלוחי הבעל מאי איכא למימר לא פלוג רבנן
7 Was ist zu berücksichtigen bei der, die der Vater den Vertretern des Ehemannes übergeben hat!? – Die Rabbanan haben nicht unterschieden. –
ח ובית הלל מידע ידעי דנישואי קטנה דרבנן נינהו רבה ורב יוסף דאמרי תרוייהו טעמא דבית שמאי לפי שאין אדם עושה בעילתו בעילת זנות
8 Und die Schule Hillels!? – Man weiß, daß die Heirat einer Minderjährigen nur rabbanitisch gültig ist. Rabba und R. Joseph erklärten beide: Folgendes ist der Grund der Schule Šammajs: niemand macht seine Beiwohnung zur Unzucht. –
ט נכנסה לחופה ולא נבעלה מאי איכא למימר לא ניחא ליה דתיהוי חופה דאיסורא מסר האב לשלוחי הבעל מאי איכא למימר לא פלוג רבנן ובית הלל כיון דאיכא קדושין וכתובה לא אתו למימר דבעילתו בעילת זנות
9 Was ist bei der zu berücksichtigen, die unter den Baldachin gekommen, aber nicht beschlafen worden ist!? – Niemand wünscht, daß der Baldachin zu einem Verbote führe. – Was ist bei der zu berücksichtigen, die der Vater den Vertretern des Ehemannes übergeben hat!? – Die Rabbanan haben nicht unterschieden. – Und die Schule Hillels!? – Da Antrauung und Eheurkunde erforderlich sind, so sagt mau nicht, es sei eine Beiwohnung der Unzucht.
י רב פפא אמר טעמא דב"ש משום פירי טעמא דב"ה משום פירי טעמא דב"ש משום פירי דאי אמרת נשואה תמאן שמיט ואכיל להו מינה דסוף סוף למיפק קיימא ובית הלל אדרבה כיון דאמרת תמאן אשבוחי משבח להו סבר דאי לא עייצי לה קרוביה ומפקי לה מיניה
10 R. Papa erklärte: Der Grund der Schule Šammajs ist, wegen des Fruchtgenusses, und der Grund der Schule Hillels ist, wegen des Fruchtgenusses. Der Grund der Schule Šammajs ist, wegen des Fruchtgenusses: wenn du sagen wolltest, die Verheiratete könne die Weigerung erklären, so könnte er, da sie ihn später verläßt, ihre [Früchte] verzehren. Die Schule Hillels sagt: im Gegenteil, wenn du sagst, sie könne die Weigerung erklären, so melioriert er sie, denn er denkt, ihre Verwandten würden sonst auf sie einreden und sie aus seinem Besitze bringen.
יא רבא אמר היינו טעמא דב"ש שאין אדם טורח בסעודה ומפסידה וב"ה תרוייהו ניחא להו כדי דליפוק עלייהו קלא דאישות:
11 Raba erklärte: Der Grund der Schule Šammajs ist, weil niemand sich mit einem Gastmahle abmüht und es verdirbt. – Und die Schule Hillels!? – Beiden ist es lieb, verheiratet zu heißen.
יב ב"ש אומרים בבעל וכו': אמר רבי אושעיא ממאנת למאמרו ואינה ממאנת לזיקתו אמר רב חסדא מאי טעמא דרבי אושעיא מאמר דמדעתה מציא עקרא זיקה דבעל כרחה לא מציא עקרא
12 D<small>IE</small> S<small>CHULE</small> Š<small>AMMAJS SAGT, NUR DEM</small> E<small>HEMANNE &amp;C</small>. R. Oša͑ja sagte: Sie kann die Weigerung erklären gegen die Eheformel, nicht aber gegen die Gebundenheit. R. Ḥisda sagte: Folgendes ist der Grund R. Oša͑jas: die Eheformel, die mit ihrem Willen erfolgt ist, kann sie aufheben, die Gebundenheit, die ohne ihren Willen erfolgt ist, kann sie nicht aufheben. –
יג והרי ביאה דבעל כרחה
13 Die [Aneignung durch] Beiwohnung kann ja auch gegen ihren Willen erfolgen,