Yevamot 227

Kapitel 227

א דבר טלי וטליא וליטיילו התם דאי משכחי להו מייתי להו אלמא קסבר קטן אוכל נבלות אין ב"ד מצווין להפרישו לימא מסייע ליה לא יאמר אדם לתינוק הבא לי מפתח הבא לי חותם אלא מניחו תולש מניחו זורק
1 führe da Knaben und Mädchen umher, und wenn sie sie finden, bringen sie sie. Er ist demnach der Ansicht, wenn ein Minderjähriger Aas ißt, brauche das Gericht es nicht daran zu hindern. Ihm wäre eine Stütze zu erbringen: Man darf zu einem Kinde nicht sagen: hole mir den Schlüssel, hole mir den Siegelring, jedoch darf man es pflücken oder werfen lassen.
ב אמר אביי תולש בעציץ שאינו נקוב זורק בכרמלית דרבנן:
2 Abajje entgegnete: Pflücken, aus einem undurchlochten Pflanzentopfe; werfen, auf Neutralgebiet, wo dies nur rabbanitisch [verboten] ist. –
ג ת"ש עובד כוכבים שבא לכבות אין אומרים לו כבה ואל תכבה מפני שאין שביתתו עליהם קטן הבא לכבות אומרים לו אל תכבה ששביתתו עליהם
3 Komm und höre: Wenn ein Nichtjude löschen will, so heiße man ihn weder löschen noch nicht löschen, weil sein Feiern anderen nicht obliegt; wenn ein Minderjähriger löschen will, so sage man ihm: lösche nicht, weil sein Feiern anderen obliegt!?
ד א"ר יוחנן בעושה על דעת אביו דכוותיה גבי עובד כוכבים דעושה על דעת ישראל מי שרי עובד כוכבים אדעתא דנפשיה עביד
4 R. Joḥanan erwiderte: Wenn er es im Sinne seines Vaters tut. – Dementsprechend bei einem Nichtjuden, wenn er es im Sinne des Jisraéliten tut: ist dies denn erlaubt!? – Ein Nichtjude handelt aus eigenem Ermessen. –
ה ת"ש בן חבר שרגיל לילך אצל אבי אמו עם הארץ אין חוששין שמא יאכילנו דברים שאינם מתוקנים מצא בידו פירות אין זקוק לו אמר רבי יוחנן בדמאי הקילו
5 Komm und höre: Wenn das Kind eines Genossen zu verkehren pflegt beim Vater seiner Mutter, einem Menschen aus dem gemeinen Volke, so befürchte er nicht, dieser könnte ihm unfertige Dinge zu essen geben; findet er bei ihm Früchte, so braucht er nicht einzuschreiten. R. Joḥanan erwiderte: Beim Demaj haben sie es erleichtert. –
ו אלא טעמא דדמאי הא ודאי בעא לעשורי והאמר ר' יוחנן בעושה על דעת אביו אלא רבי יוחנן ספוקי מספקא ליה קאי הכא מדחי קאי הכא מדחי
6 Demnach gilt dies nur vom Demaj, von sicher [Unverzehntetem] aber ist der Zehnt zu entrichten, und [dem widersprechend] erklärte R. Joḥanan, wenn er es im Sinne seines Vaters tut!? – R. Joḥanan war es zweifelhaft; entschied man so, wies er es zurück, entschied man entgegengesetzt, wies er es zurück. –
ז ת"ש בן חבר כהן שרגיל לילך אצל אבי אמו כהן עם הארץ אין חוששין שמא יאכילנו תרומה טמאה מצא בידו פירות אין זקוק לו בתרומה דרבנן
7 Komm und höre: Wenn das Kind eines Priesters, der Genosse ist, zu verkehren pflegt beim Vater seiner Mutter, einem Priester aus dem gemeinen Volke, so befürchte er nicht, dieser könnte ihm unreine Hebe zu essen geben; findet er bei ihm Früchte, so braucht er nicht einzuschreiten. – Dies gilt von rabbanitischer Hebe. –
ח תא שמע יונק תינוק והולך מעובדת כוכבים ומבהמה טמאה ואין חוששין ביונק שקץ ולא יאכילנו נבלות וטרפות שקצים ורמשים ומכולן יונק מהם ואפילו בשבת ובגדול אסור אבא שאול אומר נוהגין היינו שיונקים מבהמה טהורה ביום טוב
8 Komm und höre: Man darf ein Kind von einer Nichtjüdin und einem unreinen Vieh saugen lassen, ohne dabei das Saugen von Ekeltieren zu berücksichtigen, jedoch darf man ihm nicht Aas, Totverletztes, ekelhafte und Kriechtiere zu essen geben. Von diesen allen darf es saugen, selbst am Šabbath; einem Erwachsenen ist es verboten. Abba Šaúl sagte: Bei uns war es Brauch, an Festtagen von einem reinen Vieh zu saugen.
ט קתני מיהא אין חוששין ביונק שקץ התם משום סכנה אי הכי גדול נמי
9 Hier lehrt er, daß man das Saugen von Ekeltieren nicht berücksichtige. – Dies wegen der Lebensgefahr. – Demnach sollte es auch ein Erwachsener [dürfen]!? –
י גדול בעי אומדנא קטן נמי ליבעי אומדנא אמר רב הונא בריה דרב יהושע סתם תינוק מסוכן אצל חלב:
10 Bei einem Erwachsenen ist eine Schätzung erforderlich. – Sollte auch bei einem Minderjährigen eine Schätzung erforderlich sein!? R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, erwiderte: Für ein Kind ist die [Entziehung der] Milch gemeiniglich gefährlich.
יא אבא שאול אומר נוהגין היינו שיונקים מבהמה טהורה ביום טוב: היכי דמי אי דאיכא סכנה אפילו בשבת נמי ואי דליכא סכנה אפילו ביום טוב אסור לא צריכא דאיכא צערא
11 «Abba Šaúl sagte: Bei uns war es Brauch, an Festtagen von einem reinen Vieh zu saugen.» In welchem Falle: liegt Lebensgefahr vor, so ist es ja auch am Šabbath erlaubt, und liegt keine Lebensgefahr vor, so ist es ja auch an Festtagen verboten!? – In dem Falle, wenn nur eine Quälerei vorliegt,
יב וקסבר מפרק כלאחר יד הוא שבת דאיסור סקילה גזרו רבנן יו"ט דאיסור לאו לא גזרו ביה רבנן
12 und er ist der Ansicht, dies sei ein indirektes Ablösen; am Šabbath, [dessen Entweihung] mit der Steinigung belegt ist, haben die Rabbanan es verboten, an Festtagen, [deren Entweihung] nur mit einem Verbote belegt ist, haben die Rabbanan es nicht verboten. –
יג ת"ש (ויקרא יא, מב) לא תאכלום כי שקץ הם לא תאכילום להזהיר הגדולים על הקטנים מאי לאו דאמר להו לא תאכלו לא דלא ליספו ליה בידים
13 Komm und höre: <i>Ihr sollt sie nicht essen, denn ekelhaft sind sie</i>, ihr sollt sie nicht essen lassen; eine Warnung an Erwachsene hinsichtlich der Minderjährigen. Doch wohl, daß man ihnen das Essen verbiete. – Nein, daß man ihnen nicht mit den Händen gebe. –
יד תא שמע (ויקרא יז, יב) כל נפש מכם לא תאכל דם להזהיר הגדולים על הקטנים מאי לאו דאמרי להו לא תאכלו לא דלא ליספו להו בידים
14 Komm und höre: <i>Keine Seele von euch darf Blut essen;</i> eine Warnung an Erwachsene hinsichtlich der Minderjährigen. Doch wohl, daß man ihnen das Essen verbiete. – Nein, daß man ihnen nicht mit den Händen gebe. –
טו ת"ש (ויקרא כא, א) אמור ואמרת להזהיר גדולים על הקטנים מאי לאו דאמר להו לא תיטמו לא דלא ליטמו להו בידים
15 Komm und höre: <i>Sprich, und du sollst sprechen</i>; eine Warnung an Erwachsene hinsichtlich der Minderjährigen. Doch wohl, daß man ihnen die Verunreinigung verbiete. – Nein, daß man sie nicht mit den Händen unrein mache.
טז וצריכי דאי אשמעינן שקצים
16 Und diese alle sind nötig. Würde er es nur von den Ekeltieren gelehrt haben, so könnte man glauben,