Yevamot 235

Kapitel 235

א אשה אומרת מת ואשה אומרת לא מת הרי זו לא תנשא:
1 ODER EINE F<small>RAU SAGT, ER SEI GESTORBEN, UND EINE</small> F<small>RAU</small>< small>SAGT, ER SEI NICHT GESTORBEN, SO DARF SIE SICH NICHT VERHEIRATEN</small>.
ב <big><strong>גמ׳</strong></big> טעמא דאמרה לא מת הא אישתיקא תנשא הא אין צרה מעידה לחברתה
2 GEMARA. Nur wenn siesagt, er sei nicht gestorben, wenn sie aber schweigt, darf sie sich verheiraten; aber eine Nebenbuhlerin darf ja für ihre Genossin kein Zeugnis ablegen!? –
ג לא מת איצטריכא ליה סד"א הא מיית והא דקאמרה לא מת לקלקולה לצרה היא דקמיכוונא (שופטים טז, ל) ותמות נפשה עם פלשתים קאמרה קמשמע לן:
3 [Der Fall, wenn sie sagt,] er sei nicht gestorben, ist nötig; man könnte glauben, er sei gestorben, und sie sage es nur zur Schädigung ihrer Nebenbuhlerin, [wie es heißt:] <i>ich will samt den Pelištim sterben</i>, so lehrt er uns.
ד אחת אומרת מת כו: וליפלוג רבי מאיר ברישא אמר רבי אלעזר במחלוקת שנויה ורבי יהודה ורבי שמעון היא ורבי יוחנן אמר אפילו תימא רבי מאיר בהא אפילו רבי מאיר מודה דכל לא מת בעדות אשה לאו הכחשה היא
4 W<small>ENN EINE SAGT, ER SEI GESTORBEN</small> &amp;<small>C</small>. Sollte doch R. Meír auch über den ersten Fall streiten!? R. Elea͑zar erwiderte: Sie streiten auch über jenen, nur wird er nach R. Jehuda und R. Šimo͑n gelehrt. R. Joḥanan erwiderte: Du kannst auch sagen, nach R. Meír, denn auch R. Meír pflichtet bei, daß bei der Bekundung der Frau [die Aussage], er sei nicht gestorben, nicht als Widerspruch gilt. –
ה תנן עד אומר מת ועד אומר לא מת אשה אומרת מת ואשה אומרת לא מת הרי זו לא תנשא בשלמא לרבי אלעזר סתמא כר' מאיר אלא לרבי יוחנן קשיא קשיא:
5 Wir haben gelernt: Wenn ein Zeuge sagt, er sei gestorben, und ein Zeuge sagt, er sei nicht gestorben, wenn eine Frau sagt, er sei gestorben, und eine Frau sagt, er sei nicht gestorben, so darf sie sich nicht verheiraten. Allerdings lehrt nach R. Elea͑zar diese anonyme Lehre die Ansicht R. Meírs, gegen R. Joḥanan aber ist dies ja ein Einwand!? – Ein Ein wand.
ו <big><strong>מתני׳</strong></big> האשה שהלכה היא ובעלה למדינת הים ובאה ואמרה מת בעלי תנשא ותטול כתובתה וצרתה אסורה היתה בת ישראל לכהן תאכל בתרומה דברי רבי טרפון
6 <b>W</b><small>ENN EINE</small> F<small>RAU, DIE MIT IHREM</small> E<small>HEMANNE NACH DEM</small> Ü<small>BERSEELANDE VERREIST WAR, ZURÜCKKOMMT UND SAGT, IHR</small> M<small>ANN SEI GESTORBEN, SO DARF SIE SICH VERHEIRATEN UND ERHÄLT IHRE</small> M<small>ORGENGABE, WÄHREND IHRE</small> N<small>EBENBUHLERIN VERBOTENIST</small>. I<small>ST DIESE EINE MIT EINEM</small> P<small>RIESTER VERHEIRATETE</small> T<small>OCHTER EINES</small> J<small>ISRAÉLITEN, SO DARF SIE</small>H<small>EBE ESSEN – SO</small> R. T<small>RYPHON</small>.
ז רבי עקיבא אומר אין זו דרך מוציאתו מידי עבירה עד שתהא אסורה לינשא ואסורה מלאכול בתרומה
7 R. A͑<small>QIBA SAGT, NICHT DIESER</small> W<small>EG BEWAHRE SIE VOR</small> S<small>ÜNDE, VIELMEHR SEI IHR DIE</small> V<small>ERHEIRATUNG, ABER AUCH DAS</small> E<small>SSEN VON</small> H<small>EBE VERBOTEN</small>.
ח אמרה מת לי בעלי ואחר כך מת חמי תנשא ותטול כתובתה וחמותה אסורה היתה בת ישראל לכהן תאכל בתרומה דברי רבי טרפון רבי עקיבא אומר אין זו דרך מוציאה מידי עבירה עד שתהא אסורה לינשא ואסורה מלאכול בתרומה:
8 S<small>AGT SIE, IHR</small> M<small>ANN SEI GESTORBEN UND NACHHER SEI IHR</small> S<small>CHWIEGERVATER GESTORBEN, SO DARF SIE SICH VERHEIRATEN UND ERHÄLT IHRE</small> M<small>ORGENGABE, WÄHREND IHRE</small> S<small>CHWIEGERMUTTER VERBOTEN IST</small>. I<small>ST DIESE EINE MIT EINEM</small> P<small>RIESTER VERHEIRATETE</small> T<small>OCHTER EINES</small> J<small>ISRAÉLITEN, SO DARF SIE</small> H<small>EBE ESSEN – SO</small> R. T<small>RYPHON</small>. R. A͑<small>QIBA SAGT, NICHT DIESER</small> W<small>EG BEWAHRE SIE VOR</small> S<small>ÜNDE, VIELMEHR IST IHR DIE</small> V<small>ERHEIRATUNG, ABER AUCH DAS</small> E<small>SSEN VON</small> H<small>EBE VERBOTEN</small>.
ט <big><strong>גמ׳</strong></big> וצריכא דאי איתמר הך קמייתא בהא קא"ר טרפון משום דצערא דגופה אבל חמותה דצערא מילי דעלמא אימא מודי ליה לרבי עקיבא
9 GEMARA. Und [beide Fälle] sind nötig. Würde nur der erste gelehrt worden sein, so könnte man glauben, R. Tryphon vertrete seine Ansicht nur hierbei, wo eine körperliche Quälerei vorliegt, bei der Schwiegermutter aber, bei der nur eine äußerliche Quälerei vorliegen kann, pflichte er R. A͑qiba bei.
י ואי איתמר בהא בהא קאמר רבי עקיבא אבל בהך אימא מודה ליה לרבי טרפון צריכא
10 Und würde nur der andere gelehrt worden sein, so könnte man glauben, R. A͑qiba vertrete seine Ansicht nur bei diesem, bei jenem aber pflichte er R. Tryphon bei. Daher sind beide nötig.
יא א"ר יהודה אמר שמואל הלכה כרבי טרפון אמר אביי אף אנן נמי תנינא ניתן לי בן במדינת הים מת בני ואח"כ בעלי נאמנת בעלי ואחר כך בני אינה נאמנת
11 R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Die Halakha ist wie R. Tryphon. Abajje sagte: Auch wir haben demgemäß gelernt: [Sagt sie,] sie hätte im Überseelande einen Sohn bekommen, und ihr Sohn sei gestorben und nachher ihr Mann, so ist sie glaubhaft; wenn aber: ihr Mann und nachher ihr Sohn, so ist sie nicht glaubhaft,
יב וחוששין לדבריה וחולצת ולא מתייבמת לדבריה הוא דחוששין הא לדברי צרה אין חוששין ש"מ:
12 jedoch berücksichtige man ihre Worte, und vollziehe an ihr die Ḥaliça und nicht die Schwager ehe. Nur ihre Worte berücksichtige man, die Worte ihrer Nebenbuhlerin aber berücksichtige man nicht. Schließe hieraus.