Yevamot 241

Kapitel 241

א קירב מיתתו מאי בינייהו
1 Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? –
ב דשחטיה בביתא דשישא ופרכיס אי נמי דשחטיה בברא ולא פרכיס:
2 Wenn er ihn in einem Marmorhause geschlachtet und er gezappelt, oder er ihn draußen geschlachtet und er nicht gezappelt hat.
ג רבי יהודה אומר לא כל וכו': איבעיא להו רבי יהודה בן בבא לקולא פליג או לחומרא פליג
3 R. J<small>EHUDA SAGT, NICHT ALLE</small> &amp;<small>C</small>. Sie fragten: Streitet R. Jehuda b. Baba erleichternd oder streitet er erschwerend? –
ד תא שמע דההוא גברא דטבע בכרמי ואסקוהו אבי הדיא לבתר תלתא יומין ואנסבה רב דימי מנהרדעא לדביתהו ותו ההוא גברא דאטבע בדגלת ואסקוהו אגישרא דשביסתנא ואנסבה רבא לדביתהו אפומא דשושביני לבתר חמשה יומי
4 Komm und höre: Einst ertrank jemand in Karmi, und nach drei Tagen wurde er bei Be Hedja [aus dem Wasser] gezogen, und R. Dimi aus Nehardea͑ ließ seine Frau heiraten. Ferner ertrank einst jemand im Tigris, und nach fünf Tagen wurde er an der Brücke von Šebistana [aus dem Wasser] gezogen, und auf die Aussage eines Hochzeitskameraden hin ließ Raba seine Frau heiraten.
ה אי אמרת בשלמא לקולא פליג אינהו דעביד כרבי יהודה בן בבא אלא אי אמרת לחומרא פליג אינהו דעביד כמאן שאני מיא דצמתי
5 Allerdings entschieden sie, wenn du sagst, er streite erleichternd, nach R. Jehuda b. Baba, nach wem aber entschieden sie, wenn du sagst, er streite erschwerend!? – Anders ist es, wenn im Wasser, da es konservierend wirkt. –
ו והאמרת מיא מרזו מכה ה"מ היכא דאיכא מכה אבל היכא דליכא מכה מיצמת צמית והני מילי דכי אסקיה חזייה בשעתיה אבל אישתהי מיתפח תפח:
6 Du sagtest ja aber, Wasser ätze die Wunde!? – Nur dann, wenn eine Wunde vorhanden, ist, wenn aber nicht, wirkt es konservierend. Dies nur, wenn man ihn sofort beim Herausziehen sieht, wenn aber später, so schwillt er an.
ז <big><strong>מתני׳</strong></big> נפל למים בין שיש להן סוף בין שאין להן סוף אשתו אסורה אמר רבי מאיר מעשה באחד שנפל לבור הגדול ועלה לאחר שלשה ימים
7 <b>W</b><small>ENN JEMAND IN EIN</small> G<small>EWÄSSER GEFALLEN IST, EINERLEI OB ES UMGRENZT ODER NICHT UMGRENZT IST, SO IST SEINE</small> F<small>RAU VERBOTEN</small>. R. M<small>EÍR SAGTE</small>: E<small>INST FIEL JEMAND IN EINEN GROSSEN</small> B<small>RUNNEN, UND NACH DREI</small> T<small>AGEN KAM ER HERAUF</small>.
ח אמר רבי יוסי מעשה בסומא שירד לטבול במערה וירד מושכו אחריו ושהו כדי שתצא נפשם והשיאו את נשותיהם ושוב מעשה בעסיא באחד ששלשלוהו לים ולא עלתה בידם אלא רגלו אמרו חכמים מן הארכובה ולמעלה תנשא מן הארכובה ולמטה לא תנשא:
8 R. J<small>OSE SAGTE:</small> E<small>INST STIEG EIN</small> B<small>LINDER IN EINE</small> H<small>ÖHLE HINAB, UM ZU BADEN, UND NACH IHM STIEG SEIN</small> F<small>ÜHRER HINAB, UND NACHDEM MAN SO LANGE GEWARTET HATTE, BIS IHNEN DAS</small> L<small>EBEN AUSGING</small>, <small>ERLAUBTE MAN IHREN</small> F<small>RAUEN ZU HEIRATEN</small>. F<small>ERNER EREIGNETE ES SICH IN A͑SJA, DASS MAN JEMAND INS</small> M<small>EER HINABLIESS UND DARAUF NUR SEIN</small> B<small>EIN HERAUFZOG, UND DIE</small> W<small>EISEN ENTSCHIEDEN: WENN VOM</small> K<small>NIE AUFWÄRTS, SO DARF SIE SICH VERHEIRATEN, WENN VOM</small> K<small>NIE ABWÄRTS, SO DARF SIE SICH NICHT VERHEIRATEN</small>.
ט <big><strong>גמ׳</strong></big> תנו רבנן נפל למים בין שיש להם סוף בין שאין להם סוף אשתו אסורה דברי רבי מאיר וחכ"א מים שיש להם סוף אשתו מותרת ושאין להם סוף אשתו אסורה
9 GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand in ein Gewässer gefallen ist, einerlei ob es umgrenzt oder nicht umgrenzt ist, so ist seine Frau verboten – so R. Meír. Die Weisen sagen, ist das Gewässer umgrenzt, so ist seine Frau erlaubt, ist es nicht umgrenzt, so ist seine Frau verboten. –
י היכי דמי מים שיש להם סוף אמר אביי כל שעומד ורואה מארבע רוחותיו
10 Welches Gewässer heißt umgrenzt? Abajje erwiderte: Wenn man daneben steht und alle vier Seiten sieht.
יא ההוא גברא דטבע באגמא דסמקי אנסבה רב שילא לדביתהו אמר ליה רב לשמואל תא נשמתיה אמר ליה נשלח ליה ברישא
11 Einst ertrank jemand im Teiche von Samqe, und R. Šila erlaubte seiner Frau zu heiraten. Da sprach Rabh zu Šemuél: Komm, wir wollen ihn in den Bann tun. Dieser erwiderte: Wollen wir zuerst an ihn eine Frage richten.
יב שלחו ליה מים שאין להם סוף אשתו אסורה או מותרת שלח להו אשתו אסורה ואגמא דסמקי מים שיש להם סוף או מים שאין להם סוף שלח להו מים שאין להם סוף הוא ומר מאי טעמא עבד הכי
12 Sie ließen ihn dann fragen: Ist, wenn das Gewässer nicht umgrenzt ist, seine Frau verboten oder erlaubt? Er ließ ihnen erwidern: Seine Frau ist verboten. – Ist der Teich von Samqe ein umgrenztes Gewässer oder ein nicht umgrenztes Gewässer? Er ließ ihnen erwidern: Es ist ein nicht umgrenztes Gewässer. – Weshalb entschied der Meister so. –
יג מיטעא טעינא אנא סברי כיון דקוו וקיימי כמים שיש להם סוף דמי ולא היא כיון דאיכא גלי אימור גלי אשפלו
13 Ich habe mich geirrt, indem ich glaubte, er gleiche, da sein Wasser angesammelt ist und stillsteht, einem nicht umgrenzten Gewässer; dem ist aber nicht so, da er Wellen schlägt, können die Wellen ihn fortgeschwemmt haben.
יד קרי שמואל עליה דרב (משלי יב, כא) לא יאונה לצדיק כל און קרי רב עליה דשמואל (משלי יא, יד) ותשועה ברוב יועץ
14 Da las: Šemuél über Rabh: <i>Dem Gerechten begegnet keine Untat</i>. Rabh dagegen las über Šemuél: <i>Hilfe durch die Größe des Ratgebers</i>.
טו תניא אמר רבי מעשה בשני בני אדם מכמרין מכמורין בירדן ונכנס אחד מהם למחילה של דגים ושקעה חמה ולא ראה פתחה של מחילה ושהה חברו כדי שתצא נפשו ובא והודיע בתוך ביתו למחר זרחה חמה והכיר פתחה של מחילה ובא ומצא הספד גדול בתוך ביתו אמר רבי כמה גדולים דברי חכמים שאמרו מים שיש להם סוף אשתו מותרת שאין להם סוף אשתו אסורה
15 Es wird gelehrt: Rabbi erzählte: Einst warfen zwei Leute Fischergarne im Jarden aus; einer von ihnen stieg in eine Fischhöhle hinab, und als die Sonne unterging, sah er den Eingang der Höhle nicht mehr. Da wartete sein Gefährte so lange, bis ihm das Leben ausging, alsdann ging er und berichtete es seiner Familie. Am folgenden Tage, als die Sonne aufging, fand er den Eingang der Höhle und ging nach Hause, wo er eine große Trauer vorfand. Da sprach Rabbi: Wie bedeutend sind doch die Worte der Weisen, die gesagt haben, ist das Gewässer umgrenzt, sei seine Frau erlaubt, ist es nicht umgrenzt, sei seine Frau verboten. –
טז אי הכי מים שיש להם סוף נמי ליחוש למחילה של דגים במים שיש להם סוף מחילה של דגים לא שכיחא
16 Demnach sollte man auch bei einem umgrenzten Gewässer eine Fischhöhle berücksichtigen!? – In einem umgrenzten Gewässer ist eine Fischhöhle ungewöhnlich.
יז אמר רב אשי הא דאמרו רבנן מים שאין להם סוף אשתו אסורה הני מילי באיניש דעלמא אבל צורבא מרבנן לא אי דסליק קלא אית ליה ולא היא לא שנא איניש דעלמא ולא שנא צורבא מרבנן דיעבד אין לכתחלה לא
17 R. Aši sagte: Das, was die Rabbanan gesagt haben, bei einem nicht umgrenzten Gewässer sei seine Frau verboten, gilt nur von einem gewöhnlichen Menschen, nicht aber von einem Gelehrten, denn wenn ein solcher gerettet wird, ist dies bekannt. – Dem ist aber nicht so; ob ein gewöhnlicher Mensch oder ein Gelehrter, nur wenn es bereits erfolgt ist, nicht aber von vornherein.
יח תניא אר"ג פעם אחת הייתי מהלך בספינה וראיתי ספינה אחת שנשברה והייתי מצטער על תלמיד חכם שבה ומנו רבי עקיבא וכשעליתי ביבשה בא וישב ודן לפני בהלכה אמרתי לו בני מי העלך אמר לי דף של ספינה נזדמן לי וכל גל וגל שבא עלי נענעתי לו ראשי
18 Es wird gelehrt: R. Gamliél erzählte: Einst sah ich, als ich zu Schiff reiste, ein Schiff Bruch erleiden, und grämte mich über einen Gelehrten, der sich auf diesem befand, das war R. A͑qiba. Als ich das Festland betrat, kam er und setzte sich nieder, und erörterte vor mir eine Halakha. Ich sprach zu ihm: Mein Sohn, wer hat dich heraufgebracht!? Er erwiderte mir: Ich stieß auf ein Brett vom Schiffe, und gegen jede Welle, die über mich kam, nickte ich den Kopf.
יט מכאן אמרו חכמים אם יבואו רשעים על אדם ינענע לו ראשו אמרתי באותה שעה כמה גדולים דברי חכמים שאמרו מים שיש להם סוף מותרת מים שאין להם סוף אסורה
19 Hieran anlehnend sagten die Weisen: Wenn Bösewichter über einen Menschen herfallen, so nicke er ihnen den Kopf. An jener Stunde sprach ich; Wie bedeutend sind doch die Worte der Weisen, die gesagt haben, ist das Gewässer umgrenzt, sei [seine Frau] erlaubt, ist das Gewässer nicht umgrenzt, sei sie verboten.
כ תניא א"ר עקיבא פעם אחת הייתי מהלך בספינה וראיתי ספינה אחת שמטרפת בים והייתי מצטער על תלמיד חכם שבה ומנו רבי מאיר כשעליתי למדינת קפוטקיא בא וישב ודן לפני בהלכה אמרתי לו בני מי העלך אמר לי גל טרדני לחברו וחברו לחברו עד שהקיאני ליבשה אמרתי באותה שעה כמה גדולים דברי חכמים שאמרו מים שיש להם סוף אשתו מותרת מים שאין להם סוף אשתו אסורה
20 Es wird gelehrt: R. A͑qiba erzählte: Einst sah ich, als ich zu Schiff reiste, ein Schiff im Meere untergehen, und grämte mich über einen Gelehrten, der sich auf diesem befand, das war R. Meír. Als ich in Kappadokien landete, kam er und setzte sich nieder, und erörterte vor mir eine Halakha. Ich sprach zu ihm: Mein Sohn, wer hat dich heraufgebracht? Er erwiderte mir: Eine Welle warf mich auf die nächste und die nächste auf die nächste, bis [das Meer] mich auf das Festland spie. An jener Stunde sprach ich: Wie bedeutend sind doch die Worte der Weisen, die gesagt haben, ist das Gewässer umgrenzt, sei seine Frau erlaubt, ist das Gewässer nicht umgrenzt, sei seine Frau verboten.
כא תנו רבנן נפל לגוב אריות אין מעידין עליו לחפורה מלאה נחשים ועקרבים מעידין עליו רבי יהודה בן בתירא אומר אף לחפורה מלאה נחשים ועקרבים אין מעידין עליו חיישינן
21 Die Rabbanan lehrten: Ist jemand in eine Löwengrube gefallen, so bekunde man über ihn nicht, wenn in einen Graben voll Schlangen und Skorpionen, so bekunde man über ihn. R. Jehuda b. Bethera sagt, auch wenn in einen Graben voll Schlangen und Skorpione, bekunde man über ihn nicht, denn es ist zu berücksichtigen,