Yevamot 244

Kapitel 244

א <big><strong>גמ׳</strong></big> מאי גריעותא דפונדקית אמר רב כהנא פונדקית עובדת כוכבים היתה ומסיחה לפי תומה היתה זה מקלו וזה תרמילו וזה קבר שקברתיו בו וכן תני אבא בריה דרב מניומי בר חייא פונדקית עובדת כוכבים היתה ומסיחה לפי תומה היתה זה מקלו וזה תרמילו וזה קבר שקברתיו בו
1 GEMARA. Worin besteht der Minderwert der Gastwirtin? R. Kahana erwiderte: Es war eine nichtjüdische Gastwirtin, und sie berichtete harmlos: da ist sein Stab, da ist sein Reisesack und da ist das Grab, in dem ich ihn begraben habe. Ebenso lehrte Abba, Sohn des R. Minjomi b. Ḥija, es war eine nichtjüdische Gastwirtin, und sie berichtete harmlos: da ist sein Stab, da ist sein Reisesack und da ist das Grab, in dem ich ihn begraben habe. –
ב והא איה חברנו קאמרי לה כיון דחזיתינהו בכיא אמרו לה איה חברנו אמרה להם מת וקברתיו
2 Jene fragten sie ja, wo ihr Gefährte sei!? – Als sie sie sah, begann sie zu weinen, und darum fragten sie sie, wo ihr Gefährte sei, und sie erwiderte ihnen, er sei gestorben und sie habe ihn begraben.
ג תנו רבנן מעשה באדם אחד שבא להעיד על האשה לפני רבי טרפון אמר לו בני היאך אתה יודע בעדות אשה זו אמר אני והוא היינו הולכים בדרך ורדף אחרינו גייס ונתלה בייחור של זית ופשחו והחזיר את הגייס לאחוריו
3 Die Rabbanan lehrten: Einst kam jemand vor R. Tryphon, um Zeugnis für eine Frau abzulegen. Dieser sprach zu ihm: Mein Sohn, was weißt du in der Sache dieser Frau zu bekunden? Jener erwiderte: Ich ging mit ihm auf dem Wege, und als eine Horde uns verfolgte, hing er sich an einen Olivenast, riß ihn ab und trieb die Horde zurück.
ד אמרתי לו אריה יישר כחך אמר לי מנין אתה יודע שאריה שמי כך קורין אותי בעירי יוחנן ברבי יהונתן אריה דמכפר שיחיא לימים חלה ומת והשיא רבי טרפון את אשתו
4 Ich sprach zu ihm: Löwe, heil deiner Kraft! Er erwiderte mir: Woher weißt du, daß ich Löwe heiße? So nennt man mich in meiner Stadt: Joḥanan, Sohn des R. Jehonathan, der Löwe aus Kephar Šiḥja. Nach einigen Tagen erkrankte er und starb. Hierauf erlaubte R. Tryphon seiner Frau zu heiraten. –
ה ורבי טרפון לא בעי דרישה וחקירה והתניא מעשה באדם אחד שבא לפני רבי טרפון להעיד עדות אשה אמר לו בני היאך אתה יודע עדות זו אמר לו אני והוא היינו הולכין בדרך ורדף אחרינו גייס ונתלה בייחור תאנה ופשחו והחזיר את הגייס לאחוריו אמרתי לו יישר כחך אריה אמר לי יפה כוונת לשמי שכך קורין אותי בעירי יוחנן בן יונתן אריה דמכפר שיחיא לימים חלה ומת
5 Ist denn nach R. Tryphon ein Ausfragen und Ausforschen nicht nötig, es wird ja gelehrt: Einst kam jemand vor R. Tryphon, um Zeugnis für eine Frau abzulegen. Dieser sprach zu ihm: Mein Sohn, was weißt du in dieser Sache zu bekunden? Jener erwiderte: Ich ging mit ihm auf dem Wege, und als eine Horde uns verfolgte, hing er sich an einen Feigenast, riß ihn ab und trieb die Horde zurück. Ich sprach zu ihm: Heil deiner Kraft, Löwe! Er erwiderte mir: Du hast meinen Namen richtig erraten; so nennt man mich in meiner Stadt: Joḥanan, Sohn des Jonathan, der Löwe aus Kephar Šiḥja. Nach einigen Tagen erkrankte er und starb.
ו אמר לו לא כך אמרת לי יוחנן בן יונתן דמכפר שיחיא אריה אמר ליה לא אלא כך אמרתי לך יוחנן בן יונתן אריה דמכפר שיחיא ודקדק עליו שנים ושלשה פעמים וכיון את דבריו והשיא רבי טרפון את אשתו
6 Dieser entgegnete: Hast du nicht wie folgt gesagt: Joḥanan, Sohn des Jonathan aus Kephar Šiḥja, der Löwe? Jener erwiderte: Nein, ich sagte wie folgt: Joḥanan, Sohn des Jonathan, der Löwe aus Kephar Šiḥja. Er subtilisierte mit ihm zwei- dreimal, und seine Worte stimmten immer überein. Hierauf erlaubte R. Tryphon seiner Frau zu heiraten. –
ז תנאי היא דתניא אין בודקין עדי נשים בדרישה וחקירה דברי ר"ע רבי טרפון אומר בודקין
7 Hierüber streiten Tannaím, denn es wird gelehrt: Man braucht die Zeugen über eine Frauenangelegenheit nicht durch Ausfragen und Ausforschen zu untersuchen – so R. A͑qiba. R. Tryphon sagt, man untersuche wohl.
ח וקמיפלגי בדר' חנינא דאמר רבי חנינא דבר תורה אחד דיני ממונות ואחד דיני נפשות בדרישה וחקירה שנאמר (ויקרא כד, כב) משפט אחד יהיה לכם
8 Sie streiten über eine Lehre R. Ḥaninas, denn R. Ḥanina sagte: Nach der Tora ist sowohl bei Geldsachen als auch bei Strafsachen ein Ausfragen und Ausforschen erforderlich, denn es heißt: <i>einerlei Recht soll unter euch gelten</i>,
ט ומה טעם אמרו דיני ממונות אין צריכין דרישה וחקירה שלא תנעול דלת בפני לוין
9 nur deshalb sagten sie, bei Geldsachen sei ein Ausfragen und Ausforschen nicht erforderlich, um den Darlehnsuchenden die Tür nicht zu verschließen. –
י ובמאי קמיפלגי מר סבר כיון דאיכא כתובה למשקל כדיני ממונות דמי ומר סבר כיון דקא שרינן אשת איש לעלמא כדיני נפשות דמי
10 Worin besteht ihr Streit? – Einer ist der Ansicht, diese gelte, da [die Frau] die Morgengabe erhält, als Geldsache, und einer ist der Ansicht, sie gelte, da dadurch eine Ehefrau Fremden erlaubt wird, als Strafsache.
יא אמר רבי אלעזר אמר רבי חנינא תלמידי חכמים מרבים שלום בעולם שנאמר (ישעיהו נד, יג) וכל בניך למודי ה' ורב שלום בניך:
11 R. Elea͑zar sagte im Namen R. Ḥaninas: Die Schriftgelehrten mehren den Frieden in der Welt, denn es heißt: <i>all deine Söhne sind Gottesgelehrte, und groß ist der Friede deiner Kinder</i>.
יב <br><br><big><strong>הדרן עלך האשה בתרא וסליקא לה מסכת יבמות</strong></big><br><br>
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