Yevamot 94

Kapitel 94

א לא רוב טובה ולא רוב פורענות ואין מרבין עליו ואין מדקדקין עליו
1 übermäßig Güte noch übermäßig Leiden ertragen. Jedoch [rede man] auf ihn nicht zuviel ein und nehme es mit ihm nicht allzu genau.
ב קיבל מלין אותו מיד נשתיירו בו ציצין המעכבין את המילה חוזרים ומלין אותו שניה נתרפא מטבילין אותו מיד ושני ת"ח עומדים על גביו ומודיעין אותו מקצת מצות קלות ומקצת מצות חמורות טבל ועלה הרי הוא כישראל לכל דבריו
2 Ist er einverstanden, so beschneide man ihn sofort, bleiben die Beschneidung ungültig machende Fäserchen zurück, so beschneide man ihn nochmals, und sofort nach seiner Genesung lasse man ihn untertauchen. Zwei Schriftgelehrte stehen neben ihm und machen ihn mit manchen der leichteren und manchen der strengeren Gebote bekannt. Nachdem er untergetaucht und heraufgestiegen ist, gilt er in jeder Beziehung als Jisraélit.
ג אשה נשים מושיבות אותה במים עד צוארה ושני ת"ח עומדים לה מבחוץ ומודיעין אותה מקצת מצות קלות ומקצת מצות חמורות
3 Eine Frau setze Frauen bis an den Hals ins Wasser, und zwei draußen stehende Schriftgelehrte machen sie mit manchen der leichteren und manchen der strengeren Gebote bekannt.
ד אחד גר ואחד עבד משוחרר ובמקום שנדה טובלת שם גר ועבד משוחרר טובלין וכל דבר שחוצץ בטבילה חוצץ בגר ובעבד משוחרר ובנדה
4 Einerlei, ob ein Proselyt oder ein freigelassener Sklave. Wo eine Menstruierende untertaucht, tauchen auch der Proselyt und der freigelassene Sklave unter, und alles, was beim Untertauchen als Trennung gilt, gilt auch beim Proselyten, dem freigelassenen Sklaven und der Menstruierenden als Trennung.
ה אמר מר גר שבא להתגייר אומרים לו מה ראית שבאת להתגייר ומודיעים אותו מקצת מצות קלות ומקצת מצות חמורות מ"ט דאי פריש נפרוש דא"ר חלבו קשים גרים לישראל כספחת דכתיב (ישעיהו יד, א) ונלוה הגר עליהם ונספחו על בית יעקב:
5 Der Meister sagte: Wenn jemand Proselyt werden will, so spreche man zu ihm: Was veranlaßt dich Proselyt zu werden. Und man mache ihn mit manchen der leichteren und manchen der strengeren Gebote bekannt. Aus welchem Grunde? – Wenn er zurücktreten will, mag er nur zurücktreten. R. Ḥelbo sagte nämlich: Proselyten sind für Jisraél unangenehm wie ein Ausschlag, denn es heißt: <i>es schließt sich ihnen der Fremdling an, und sie schlagen sich zum Hause Ja͑qobs</i>.
ו ומודיעים אותו עון לקט שכחה ופאה ומעשר עני: מ"ט א"ר חייא בר אבא א"ר יוחנן בן נח נהרג על פחות משוה פרוטה ולא ניתן להשבון
6 «Erkläre man ihm die Sünde inbetreff der Nachlese, des Vergessenen, des Eckenlasses und des Armen zehnten.» Aus welchem Grunde? – R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans, ein Nichtjude werde wegen eines Betrages unter einer Peruṭa hingerichtet, und er könne nicht zurückerstattet werden.
ז (ומודיעים אותו עון שכחה ופאה): ואין מרבים עליו ואין מדקדקים עליו: אמר רבי אלעזר מאי קראה דכתיב (רות א, יח) ותרא כי מתאמצת היא ללכת אתה ותחדל לדבר אליה
7 «Jedoch [rede man] auf ihn nicht zuviel ein und nehme es mit ihm nicht allzu genau.» R. Elea͑zar sagte: Welcher Schriftvers deutet daraufhin? Es heißt: <i>und als sie sah, daß sie fest entschlossen war, mit ihr zu gehen, ließ sie ab, zu ihr zu reden.</i>
ח אמרה לה אסיר לן תחום שבת (רות א, טז) באשר תלכי אלך אסיר לן יחוד (רות א, טז) באשר תליני אלין
8 Sie hatte zu ihr gesagt: Uns ist eine Šabbathgrenze gesetzt. – <i>Wo du gehst, gehe ich.</i> – Uns ist das Beisammensein verboten. – <i>Wo du übernachtest, übernachte ich.</i> –
ט מפקדינן שש מאות וי"ג מצות (רות א, טז) עמך עמי אסיר לן עבודת כוכבים (רות א, טז) ואלהיך אלהי ארבע מיתות נמסרו לב"ד (רות א, יז) באשר תמותי אמות ב' קברים נמסרו לב"ד (רות א, יז) ושם אקבר
9 Uns sind sechshundertdreizehn Gebote auferlegt. – <i>Dein Volk ist mein Volk. –</i> Uns ist der Götzendienst verboten. – <i>Dein Gott ist mein Gott.</i> – Vier Todesarten sind dem Gerichte überwiesen worden. – <i>Wo du stirbst, sterbe ich.</i> – Zwei Grabstätten sind dem Gerichte überwiesen worden. – <i>Da will ich begraben sein. –</i>
י מיד ותרא כי מתאמצת היא וגו':
10 Sodann: <i>als sie sah, daß sie fest entschlossen war &amp;c.</i>
יא קיבל מלין אותו מיד: מ"ט שהויי מצוה לא משהינן:
11 «Ist er einverstanden, so beschneide man ihn sofort.» Aus welchem Grunde? – Man schiebe ein Gebot nicht hinaus.
יב נשתיירו בו ציצין המעכבין המילה וכו': כדתנן אלו הן ציצין המעכבין המילה בשר החופה את רוב העטרה ואינו אוכל בתרומה וא"ר ירמיה בר אבא אמר רב בשר החופה רוב גובהה של עטרה:
12 «Bleiben die Beschneidung ungültig machende Fäserchen zurück &amp;c.» Wie wir gelernt haben: Folgende Hautfasern machen die Beschneidung ungültig: das den größeren Teil der Eichel bedeckende Fleisch, und R. Jirmeja b. Abba erklärte: wenn das Fleisch den größeren Teil der Eichelhöhe bedeckt.
יג נתרפא מטבילין אותו מיד: נתרפא אין לא נתרפא לא מאי טעמא משום דמיא מרזו מכה:
13 «Sofort nach seiner Genesung lasse man ihn untertauchen.» Nur nachdem er genesen ist, vorher aber nicht; aus welchem Grunde? – Das Wasser macht die Wunde schmerzhaft.
יד ושני ת"ח עומדים על גביו: והא א"ר חייא א"ר יוחנן גר צריך שלשה הא א"ר יוחנן לתנא תני שלשה:
14 «Zwei Schriftgelehrte stehen neben ihm.» R. Ḥija sagte ja aber im Namen R. Joḥanans, bei einem Proselyten seien drei erforderlich!? – R. Joḥanan sagte ja zum Jünger, daß er ‘drei’ lese.
טו טבל ועלה הרי הוא כישראל לכל דבריו: למאי הלכתא דאי הדר ביה ומקדש בת ישראל ישראל מומר קרינא ביה וקידושיו קידושין:
15 «Nachdem er untergetaucht und heraufgestiegen ist, gilt er in jeder Beziehung als Jisraélit.» In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? – Wenn er zurücktritt und sich eine Jisraélitin antraut, gilt er als abtrünniger Jisraélit und seine Antrauung ist gültig.
טז אחד גר ואחד עבד משוחרר: קסלקא דעתך לקבל עליו עול מצות ורמינהו במה דברים אמורים בגר אבל בעבד משוחרר אין צריך לקבל
16 «Einerlei, ob ein Proselyt oder ein freigelassener Sklave.» Er glaubte, hinsichtlich der Aufsichnahme der Last der Gebote, und dem widersprechend wird gelehrt, dies gelte nur von einem Proselyten, bei einem freigelassenen Sklaven aber sei die Aufsichnahme nicht erforderlich!?
יז אמר רב ששת לא קשיא הא ר"ש בן אלעזר הא רבנן
17 R. Šešeth erwiderte: Das ist kein Widerspruch; das eine nach R. Šimo͑n b. Elea͑zar und das andere nach den Rabbanan.
יח דתניא (דברים כא, יג) ובכתה את אביה ואת אמה וגו' בד"א שלא קבלה עליה אבל קבלה עליה מטבילה ומותר בה מיד
18 Es wird nämlich gelehrt: <i>Sie soll ihren Vater und ihre Mutter beweinen &amp;c.</i> Dies nur, wenn sie es auf sich nicht genommen hat, wenn sie es aber auf sich genommen hat, so lasse er sie untertauchen, und sie ist ihm sofort erlaubt.
יט ר"ש בן אלעזר אומר אע"פ שלא קבלה עליה כופה ומטבילה לשם שפחות וחוזר ומטבילה לשם שחרור ומשחררה
19 R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagt, auch wenn sie es auf sich nicht genommen hat, könne er sie zwingen und als Sklavin untertauchen lassen, und sobald sie frei wird,