Yevamot 95

Kapitel 95

א ומותר בה מיד
1 ist sie ihm sofort erlaubt.
ב אמר רבא מאי טעמא דרבי שמעון בן אלעזר דכתיב (שמות יב, מד) כל עבד איש מקנת כסף עבד איש ולא עבד אשה אלא עבד איש אתה מל בעל כרחו ואי אתה מל בן איש בעל כרחו
2 Raba sagte: Was ist der Grund des R. Šimo͑n b. Elea͑zar? Es heißt: <i>und jeder Sklave eines Mannes, um Geld gekauft;</i> etwa nur der Sklave eines Mannes und nicht der Sklave einer Frau? Vielmehr, den Sklaven eines Mannes kannst du gegen seinen Willen beschneiden, nicht aber kannst du den Sohn eines Mannes gegen seinen Willen beschneiden. –
ג ורבנן אמר עולא כשם שאי אתה מל בן איש בעל כרחו כך אי אתה מל עבד איש בעל כרחו ואלא הכתיב כל עבד איש ההוא מיבעי ליה לכדשמואל
3 Und die Rabbanan!? U͑la erwiderte: Wie du den Sohn eines Mannes nicht gegen seinen Willen beschneiden kannst, ebenso kannst du den Sklaven eines Mannes nicht gegen seinen Willen beschneiden. – Es heißt ja aber: <i>jeder Sklave eines Mannes</i>!? – Dies ist wegen einer Lehre Šemuéls nötig,
ד דאמר שמואל המפקיר עבדו יצא לחירות ואין צריך גט שחרור שנאמר כל עבד איש מקנת כסף עבד איש ולא עבד אשה אלא עבד שיש לו רשות לרבו עליו קרוי עבד ושאין רשות לרבו עליו אין קרוי עבד
4 denn Šemuél sagte: Wenn jemand seinen Sklaven als Freigut erklärt, so ist er frei und benötigt keines Freibriefes. Es heißt: <i>und jeder Sklave eines Mannes, um Geld gekauft;</i> etwa nur der Sklave eines Mannes und nicht der Sklave einer Frau? Vielmehr, ein Sklave, über den sein Herr Gewalt hat, heißt Sklave, und über den sein Herr keine Gewalt hat, heißt nicht Sklave.
ה מתקיף לה רב פפא אימור דשמעת להו לרבנן ביפת תואר דלא שייכא במצות אבל עבד דשייך במצות הכי נמי דאפי' רבנן מודו
5 R. Papa wandte ein: Allerdings sind die Rabbanan dieser Ansicht hinsichtlich der Schönen, die den Geboten nicht unterworfen ist, hinsichtlich eines Sklaven aber, der den Geboten unterworfen ist, pflichten ja auch die Rabbanan bei!?
ו דתניא אחד גר ואחד לוקח עבד מן העובד כוכבים צריך לקבל הא לוקח מישראל אין צריך לקבל
6 Es wird nämlich gelehrt: Sowohl der Proselyt als auch der von einem Nichtjuden gekaufte Sklave muß es auf sich nehmen. Demnach braucht es der von einem Jisraéliten gekaufte nicht auf sich zu nehmen.
ז מני אי רבי שמעון בן אלעזר האמר לוקח מן העובד כוכבים נמי אין צריך לקבל אלא לאו רבנן וש"מ דלוקח מן העובד כוכבים צריך לקבל אבל לוקח מישראל אין צריך לקבל
7 Nach wessen Ansicht: wenn nach R. Šimo͑n b. Elea͑zar, so sagt er ja, auch der von einem Nichtjuden gekaufte brauche es auf sich nicht zu nehmen!? Doch wohl nach den Rabbanan, und nur der von einem Nichtjuden gekaufte muß es auf sich nehmen, nicht aber der von einem Jisraéliten gekaufte. –
ח ואלא קשיא אחד גר ואחד עבד משוחרר כי תניא ההיא לענין טבילה תניא
8 Dies widerspricht ja [der Lehre]: einerlei, ob Proselyt oder freigelassener Sklave!? – Dies ist hinsichtlich des Untertauchens gelehrt worden.
ט תנו רבנן (דברים כא, יב) וגלחה את ראשה ועשתה את צפרניה רבי אליעזר אומר תקוץ רבי עקיבא אומר תגדיל
9 Die Rabbanan lehrten: <i>So soll sie ihr Haupt scheren und ihre Nägel pflegen.</i> R. Elie͑zer erklärt, abschneiden, R. A͑qiba erklärt, wachsen lassen.
י אמר רבי אליעזר נאמרה עשיה בראש ונאמרה עשיה בצפרנים מה להלן העברה אף כאן העברה רבי עקיבא אומר נאמר עשיה בראש ונאמר עשיה בצפרנים מה להלן ניוול אף כאן ניוול
10 R. Elie͑zer sprach: Da wird von einer Verrichtung am Haupte und von einer Verrichtung an den Nägeln gesprochen, wie bei jenem eine Entfernung, ebenso bei diesen eine Entfernung. R. A͑qiba sprach: Da wird von einer Verrichtung am Haupte und von einer Verrichtung an den Nägeln gesprochen, wie bei jenem zur Verunstaltung, ebenso bei diesen zur Verunstaltung.
יא וראיה לדברי רבי אליעזר (שמואל ב יט, כה) ומפיבושת בן שאול ירד לקראת המלך לא עשה רגליו ולא עשה שפמו מאי עשיה העברה
11 Es gibt eine Stütze für die Ansicht R. Elie͑zers: <i>Und Mephibošeth, der Sohn Šaúls, war herabgekommen, dem Könige entgegen, er hatte seine Füße und seinen Bart nicht gepflegt.</i> Hier ist unter ‘pflegen’ die Entfernung zu verstehen.
יב ת"ר (דברים כא, יג) ובכתה את אביה ואת אמה
12 Die Rabbanan lehrten: <i>Sie beweine ihren Vater und ihre Mutter.</i>