Yoma 147

Kapitel 147

א ואליבא דרבי עקיבא דאמר אדם אוסר עצמו בכל שהוא
1 aber nach R. A͑qiba, welcher sagt, das Verbot erstrecke sich auch auf ein Minimum.
ב וכי תימא כיון דאית ליה היתר מן התורה קא חייל קרבן שבועה והתנן שבועת העדות אינה נוהגת אלא בראויין להעיד והוינן בה למעוטי מאי רב פפא אמר למעוטי מלך
2 Wolltest du erwidern, da es nach der Tora erlaubt ist, sei man dieserhalb ein Opfer wegen des Schwörens schuldig, so haben wir ja gelernt, die Vorschrift vom Zeugeneid gelte nur für solche, die als Zeugen zulässig sind, und auf unsere Frage, wen dies denn ausschließe erwiderte R. Papa, dies schließe einen König aus,
ג רב אחא בר יעקב אמר למעוטי משחק בקוביא והא משחק בקוביא מדאורייתא מיחזי חזי ורבנן הוא דפסלוהו ולא קא חיילא עליה שבועה
3 und R. Aḥa b.Ja͑qob erwiderte, dies schließe den Würfelspieler aus. Der Würfelspieler ist ja nach der Tora zulässig und nur nach den Rabbanan unzulässig, dennoch gilt bei ihm nicht die Vorschrift vom Eide!? –
ד שאני התם דאמר קרא (ויקרא ה, א) אם לא יגיד והאי לאו בר הגדה הוא כלל
4 Anders ist es hierbei; die Schrift sagt: <i>wenn er nicht sagt</i>, und dieser ist zum Sagen überhaupt ungeeignet. –
ה וכל היכא דתני ענוש כרת לא תני אסור והתניא אע"פ שאמרו אסור בכולן לא אמרו ענוש כרת אלא על האוכל ושותה ועושה מלאכה בלבד הכי קאמר כשאמרו אסור לא אמרו אלא בכחצי שיעור אבל כשיעור ענוש כרת ואף על פי שענוש כרת אין ענוש כרת אלא אוכל ושותה ועושה מלאכה בלבד
5 Wird denn bei Fällen, die mit der Ausrottung belegt sind, nicht [der Ausdruck] ‘verboten’ gebraucht, es wird ja gelehrt: Obgleich sie gesagt haben, dies alles sei verboten, so ist dennoch nur das Essen, das Trinken und die Arbeitsleistung mit der Ausrottung belegt!? – Er meint es wie folgt: wenn sie ‘verboten’ sagen, so bezieht sich dies auf ein halbes Quantum, das ganze Quantum aber ist mit der Ausrottung belegt; jedoch ist die Ausrottung nur auf das Essen, das Trinken und die Arbeitsleistung gesetzt.
ו ואב"א כי קתני אסור אשארא דתנו רבה ורב יוסף בשאר סיפרי דבי רב מניין ליוה"כ שאסור ברחיצה בסיכה ובנעילת הסנדל ובתשמיש המטה ת"ל (ויקרא טז, לא) שבתון שבות
6 Wenn du aber willst, sage ich: Das ‘verboten’ bezieht sich auf die übrigen [Tätigkeiten]. Rabba und R. Joseph lehrten nämlich in den übrigen Büchern der Schule Rabhs: Woher, daß am Versöhnungstage das Salben, das Anziehen der Sandalen und der Beischlaf verboten sind? Es heißt: <i>ein Ruhetag</i>, eine vollständige Ruhe.
ז גופא חצי שיעור רבי יוחנן אמר אסור מן התורה ריש לקיש אמר מותר מן התורה רבי יוחנן אמר אסור מן התורה כיון דחזי לאיצטרופי איסורא קא אכיל ריש לקיש אמר מותר מן התורה אכילה אמר רחמנא וליכא
7 Der Text. Das halbe Quantum ist, wie R. Joḥanan sagt, nach der Tora verboten, und wie Reš Laqiš sagt, nach der Tora erlaubt. R. Joḥanan sagt, es sei nach der Tora verboten, denn da es vereinigt werden kann, so ißt man Verbotenes: Reš Laqiš sagt, es sei nach der Tora erlaubt, denn der Allbarmherzige spricht vom Essen, was hierbei nicht der Fall ist.
ח איתיביה ר' יוחנן לריש לקיש אין לי אלא כל שישנו בעונש ישנו באזהרה כוי וחצי שיעור הואיל ואינו בעונש יכול אינו באזהרה ת"ל (ויקרא ז, כג) כל חלב מדרבנן וקרא אסמכתא בעלמא
8 R. Joḥanan wandte gegen Reš Laqiš ein: Man könnte glauben, nur [der Talg], der der Strafe unterliegt, unterliege auch der Verwarnung, der des Koj und das halbe Quantum aber, das nicht der Strafe unterliegt, unterliege auch nicht der Verwarnung, so heißt es: <i>keinerlei Talg</i>!? – Nur rabbanitisch, und der Schriftvers ist nur eine Stütze.
ט הכי נמי מסתברא דאי סלקא דעתך דאורייתא כוי ספיקא הוא איצטריך קרא לאתויי ספיקא אי משום הא לא איריא קסברי
9 Dies ist auch einleuchtend; wenn man sagen wollte, nach der Tora, so besteht ja über den Koj ein Zweifel, und es ist ja kein Schriftvers nötig, das Zweifelhafte einzuschließen. – Wenn nur dies, so beweist dies nichts; sie sind der Ansicht,