Yoma 162

Kapitel 162

א הוא גופיה שבת איקרי דכתיב תשבתו שבתכם בשלמא רב פפא לא אמר כרב אחא בר יעקב דקרא דכתיב בגופיה עדיף אלא רב אחא בר יעקב מאי טעמא לא אמר כרב פפא
1 Der [Versöhnungstag] selbst heißt Šabbath, denn es heißt: <i>sollt einen Ruhetag [Šabbath] feiern</i>. – Allerdings erklärt R. Papa nicht wie R. Aḥa b. Ja͑qob, weil das bei diesem selbst gebrauchte Schriftwort bevorzugter ist, weshalb aber erklärt R. Aḥa b.Ja͑qob nicht wie R. Papa!?
ב מיבעי ליה לכדתניא (ויקרא כג, לב) ועניתם את נפשותיכם בתשעה לחודש יכול יתחיל ויתענה בתשעה ת"ל בערב אי בערב יכול משתחשך ת"ל בתשעה הא כיצד מתחיל ומתענה מבעוד יום מכאן שמוסיפין מחול על הקודש
2 Dieses ist für die folgende Lehre nötig: <i>Ihr sollt eure Leiber am neunten des Monats kasteien</i>; man könnte glauben, man beginne sich schon am neunten zu kasteien, so heißt es: <i>am Abend</i>. Aus [dem Worte] <i>am Abend</i> könnte man entnehmen, erst wenn es dunkel ist, so heißt es: <i>am neunten</i>. Wie ist dies zu erklären? Man beginne schon am Tage sich zu kasteien. Hieraus, daß man vom Profanen zum Heiligen hinzufüge.
ג ואין לי אלא בכניסתו ביציאתו מנין ת"ל (ויקרא כג, לב) מערב עד ערב ואין לי אלא יוה"כ (ימים טובים) מניין ת"ל (ויקרא כג, לב) תשבתו אין לי אלא (ימים טובים שבתות) מנין ת"ל (ויקרא כג, לב) שבתכם הא כיצד כל מקום שנאמר שבות (מכאן שמוסיפין) מחול על הקודש
3 Ich weiß dies vom Beginne, woher dies vom Ausgang? Es heißt <i>vom Abend bis zum Abend</i>. Ich weiß dies vom Versöhnungstage, woher dies von den Festen? Es heißt: <i>sollt ihr feiern</i>. Ich weiß dies von den Festen, woher dies von den Šabbathen? Es heißt: <i>euren Ruhetag</i>. Hieraus, daß man bei jedem Ruhetage vom Profanen zum Heiligen hinzufüge. –
ד ותנא דעצם עצם האי בתשעה לחודש מאי עביד ליה מיבעי ליה לכדתני חייא בר רב מדיפתי דתני חייא בר רב מדיפתי ועניתם את נפשותיכם בתשעה וכי בתשעה מתענין והלא בעשור מתענין אלא לומר לך כל האוכל ושותה בתשיעי מעלה עליו הכתוב כאילו התענה תשיעי ועשירי
4 Wofür verwendet der Autor, der es durch [das Wort] <i>selbst</i> folgert, [die Worte] <i>am neunten des Monats</i>!? <i>–</i> Er verwendet sie für eine Lehre des Ḥija b.Rabh aus Diphte, denn Ḥija b.Rabh aus Diphte lehrte: <i>Ihr sollt eure Leiber am neunten kasteien</i>; fastet man etwa am neunten, man fastet ja am zehnten!? Dies besagt dir vielmehr, daß die Schrift jedem, der am neunten ißt und trinkt, es anrechnet, als faste er am neunten und am zehnten.
ה אכל אוכלין שאין ראוין לאכילה אמר רבא כס פלפלי ביומא דכפורי פטור כס זנגבילא ביומא דכפורי פטור
5 W<small>ER UNGENIESSBARE</small> S<small>PEISEN GEGESSEN</small>. Raba sagte: Wer am Versöhnungstage Pfeffer kaut, ist frei; wer am Versöhnungstage Ingwer kaut, ist frei.
ו מיתיבי היה רבי מאיר אומר ממשמע שנאמר (ויקרא יט, כג) וערלתם ערלתו את פריו איני יודע שעץ מאכל הוא אלא מה תלמוד לומר עץ מאכל עץ שטעם עצו ופריו שוה הוי אומר זה פלפלין ללמדך שהפלפלין חייבין בערלה ואין ארץ ישראל חסרה כלום שנא' (דברים ח, ט) לא תחסר כל בה
6 Man wandte ein: R. Meír sagte: Wenn es heißt: <i>ihr sollt ihn Ungeweihtes sein lassen, seine Frucht</i>, so weiß ich ja, daß ein Baum eßbarer Frucht gemeint sei, wozu heißt es <i>Bäume eßbarer Frucht</i>? Auch ein Baum, dessen Holz und Frucht den gleichen [Geschmack] haben, nämlich die Pfefferstaude. Dies lehrt dich, daß die Pfefferstaude dem Gesetze vom Ungeweihten unterliege, und daß es im Jisraéllande an nichts fehle, wie es heißt: <i>darin an nichts mangelt</i>!? –
ז ל"ק הא ברטיבתא והא ביבישתא
7 Das ist kein Einwand; das eine gilt von eingemachtem und das andere von trockenem.
ח א"ל רבינא למרימר והאמר רב נחמן האי הימלתא דאתי מבי הנדואי שריא ומברכינן עליה בורא פרי האדמה לא קשיא הא ברטיבתא והא ביבישתא
8 Rabina sprach zu Meremar: R. Naḥman sagte ja aber, das aus Indien kommende Ingwermus sei [zum Essen] erlaubt, und man spreche darüber den Segen ‘Der die Bodenfrucht erschafft’!? – Das ist kein Einwand; das eine gilt von eingemachtem und das andere von trockenem.
ט ת"ר אכל עלי קנים פטור לולבי גפנים חייב אלו הן לולבי גפנים אמר רבי יצחק מגדלאה כל שלבלבו מר"ה ועד יוה"כ ורב כהנא אמר כל שלשים יום תניא כוותיה דר' יצחק מגדלאה אכל עלי קנים פטור ולולבי גפנים חייב אלו הן לולבי גפנים כל שלבלבו מר"ה ועד יוה"כ
9 Die Rabbanan lehrten: Wer Röhrichtsblätter ißt, ist frei, wenn Weinranken, so ist er schuldig. – Von welchen Weinranken gilt dies? R. Jiçḥaq aus Magdala erwiderte: Die vom Neujahr bis zum Versöhnungstage sproßten. R. Kahana erwiderte: In den ersten dreißig Tagen. Übereinstimmend mit R. Jiçḥaq aus Magdala wird gelehrt: Wer Röhrichtsblätter ißt, ist frei, wenn Weinranken, so ist er schuldig; dies gilt nur von Weinranken, die vom Neujahr bis zum Versöhnungstage sproßten.
י שתה ציר או מורייס פטור הא חומץ חייב מתני' מני רבי היא דתניא ר' אומר חומץ משיב את הנפש
10 W<small>ER</small> T<small>UNKE ODER</small> S<small>ALZBRÜHE GETRUNKEN HAT, IST FREI</small>. Wenn aber Essig, so ist man schuldig, somit lehrt unsere Mišna nach Rabbi. Es wird nämlich gelehrt: Rabbi sagte, Essig erquicke die Seele.
יא דרש רב גידל בר מנשה מבירי דנרש אין הלכה כרבי לשנה נפקי כולי עלמא מזגו ושתו חלא שמע רב גידל ואיקפד אמר אימר דאמרי אנא דיעבד לכתחלה מי אמרי אימר דאמרי אנא פורתא טובא מי אמרי אימר דאמרי אנא חי מזוג מי אמרי
11 R. Gidel b.Menaše aus Biri bei Nereš trug vor, die Halakha sei nicht wie Rabbi, und im folgenden Jahre gingen alle und tranken verdünnten Essig. Als R. Gidel davon hörte, nahm er daran Antsoß und sprach: Ich sagte es nur von dem Falle, wenn bereits geschehen, sagte ich etwa, daß es von vornherein [erlaubt sei]? Ich sagte es nur von einem kleinen Quantum, sagte ich es etwa von einem großen? Ich sagte es nur von rohem, sagte ich es etwa von verdünntem!?