Yoma 163

Kapitel 163

א <big><strong>מתני׳</strong></big> התינוקות אין מענין אותן ביוה"כ אבל מחנכין אותן לפני שנה ולפני שנתיים בשביל שיהיו רגילין במצות
1 <b>M</b><small>AN BRAUCHT</small> K<small>INDER AM</small> V<small>ERSÖHNUNGSTAGE NICHT FASTEN ZU LASSEN</small>, <small>JEDOCH MUSS MAN SIE EIN</small> J<small>AHR ODER ZWEI</small> J<small>AHRE VORHER</small> <small>DARAN GEWÖHNEN, DAMIT SIE IN DEN</small> G<small>EBOTEN EINGEÜBT SEIEN</small>.
ב <big><strong>גמ׳</strong></big> השתא בפני שתים מחנכין להו בפני שנה מבעיא אמר רב חסדא לא קשיא הא בחולה הא בבריא
2 GEMARA. Wenn man sie schon zwei Jahre vorher daran gewöhnen muß, so braucht dies ja nicht von einem Jahre [gelehrt zu werden]!? R. Ḥisda erwiderte: Das ist kein Einwand; das eine gilt von einem schwachen, das andere von einem kräftigen.
ג א"ר הונא בן ח' ובן ט' מחנכין אותו לשעות בן י' ובן י"א משלימין מדרבנן בן י"ב משלימין מדאורייתא בתינוקת ורב נחמן אמר בן ט' בן י' מחנכין אותן לשעות בן י"א בן י"ב משלימין מדרבנן בן י"ג משלימין מדאורייתא בתינוק ור' יוחנן אמר השלמה דרבנן ליכא בן י' בן י"א מחנכין אותו לשעות בן י"ב משלימין מדאורייתא
3 R. Hona sagte: Acht- und Neunjährige gewöhne man stundenweise, Zehn- und-Elfjährige müssen rabbanitisch [das Fasten] beenden, Zwölfjährige müssen es nach der Tora beenden. Dies gilt von Mädchen. R. Naḥman sagte: Neun- und Zehnjährige gewöhne man stundenweise, Elf- und Zwölfjährige müssen rabbanitisch [das Fasten] beenden, Dreizehnjährige müssen es nach der Tora beenden. Dies gilt von Knaben. R. Joḥanan sagte: Rabbanitisch gibt es kein Beenden [des Fastens], vielmehr muß man Zehn- und Elfjährige stundenweise gewöhnen, während Zwölfjährige [das Fasten] nach der Tora beenden müssen. –
ד תנן התינוקות אין מענין אותן ביוה"כ אבל מחנכין אותן לפני שנה ולפני שתים בשלמא לרב הונא ורב נחמן לפני שנה ולפני שתים לפני שנה לדבריהן ולפני שתים לדבריהן
4 Wir haben gelernt: Man braucht Kinder am Versöhnungstage nicht fasten zu lassen, jedoch muß man sie ein Jahr oder zwei Jahre vorher daran gewöhnen. Einleuchtend ist dies nach R. Hona und R. Naḥman: (ein Jahr oder zwei Jahre vorher:) nämlich ein Jahr vorher oder zwei Jahre vorher,
ה אלא לרבי יוחנן קשיא אמר לך רבי יוחנן מאי שנה או שתים סמוך לפירקן
5 wie ist dies aber nach R. Joḥanan zu erklären!? – R. Joḥanan kann dir erwidern: ein Jahr oder zwei Jahre, nämlich vor ihrer Reife. –
ו ת"ש דתני רבה בר שמואל תינוקות אין מענין אותן ביוה"כ אבל מחנכין אותן שנה או שתים סמוך לפירקן בשלמא לר' יוחנן ניחא אלא לרב הונא ולרב נחמן קשיא אמרי לך רבנן מאי חינוך נמי דקתני השלמה
6 Komm und höre: Rabba b.Šemuél lehrte: Man braucht Kinder am Versöhnungstage nicht fasten zu lassen, jedoch muß man sie ein Jahr oder zwei Jahre vor ihrer Reife daran gewöhnen. Einleuchtend ist dies nach R. Joḥanan, wie ist es aber nach R. Hona und R. Naḥman zu erklären!? – Diese Rabbanan können dir erwidern: unter ‘gewöhnen’ ist eben das Beenden [des Fastens] zu verstehen. –
ז ומי קרי לחינוך השלמה והא תניא אי זה חינוך היה רגיל לאכול בשתי שעות מאכילין אותו לשלש בשלש מאכילין אותו בארבע אמר רבא בר עולא תרי חנוכי הוו
7 Heißt denn das Beenden [des Fastens] ‘gewöhnen’, es wird ja gelehrt: Was heißt ‘gewöhnen’? Pflegt es in der zweiten Stunde zu essen, so gebe man ihm in der dritten, wenn in der dritten, so gebe man ihm in der vierten!? Raba b. U͑la erwiderte: Es gibt zweierlei Arten des Gewöhnens.
ח <big><strong>מתני׳</strong></big> עוברה שהריחה מאכילין אותה עד שתשיב נפשה חולה מאכילין אותו ע"פ בקיאין ואם אין שם בקיאין מאכילין אותו על פי עצמו עד שיאמר די
8 <b>W</b><small>ENN EINE</small> S<small>CHWANGERE</small> [<small>DEN</small> D<small>UFT EINER</small> S<small>PEISE</small>] <small>RIECHT, SO GEBE MAN IHR ZU ESSEN, BIS SIE SICH ERHOLT</small>. E<small>INEM</small> K<small>RANKEN GEBE MAN ZU ESSEN AUF</small> V<small>ERORDNUNG VON</small> S<small>ACHKUNDIGEN; SIND KEINE</small> S<small>ACHKUNDIGEN ANWESEND, SO GEBE MAN IHM ZU ESSEN AUF SEIN EIGENES</small> V<small>ERLANGEN, BIS ER SAGT, ER HABE GENUG</small>.
ט <big><strong>גמ׳</strong></big> ת"ר עוברה שהריחה בשר קודש או בשר חזיר תוחבין לה כוש ברוטב ומניחין לה על פיה אם נתיישבה דעתה מוטב ואם לאו מאכילין אותה רוטב עצמה ואם נתיישבה דעתה מוטב ואם לאו מאכילין אותה שומן עצמו שאין לך דבר שעומד בפני פקוח נפש חוץ מע"ז וגילוי עריות ושפיכות דמים
9 GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Wenn eine Schwangere den Duft von heiligem Fleische oder von Schweinefleisch riecht, so stecke man für sie ein Stäbchen in die Brühe und lege ihr an den Mund. Hat sie sich erholt, so ist es gut, wenn aber nicht, so gebe man ihr von der Brühe selbst. Hat sie sich erholt, so ist es gut, wenn aber nicht, so gebe man ihr das fette [Fleisch] selbst, denn außer Götzendienst, Unzucht und Mord hast du nichts, dem nicht die Lebensrettung vorginge. –
י ע"ז מנלן דתניא ר"א אומר אם נאמר (דברים ו, ה) בכל נפשך למה נאמר (דברים ו, ה) בכל מאדך ואם נאמר בכל מאדך למה נאמר בכל נפשך
10 Woher dies vom Götzendienste? – Es wird gelehrt: R. Elie͑zer sagte: Wenn es heißt: <i>mit deiner ganzen Seele</i>, wozu heißt es: <i>mit deinem ganzen Vermögen</i>, und wenn es heißt: <i>mit deinem ganzen Vermögen</i>, wozu heißt es: <i>mit deiner ganzen Seele</i>?
יא אם יש לך אדם שגופו חביב עליו מממונו לכך נאמר בכל נפשך ואם יש לך אדם שממונו חביב עליו מגופו לכך נאמר ובכל מאדך
11 Ist es ein Mensch, dem seine Person lieber ist als sein Geld, so heißt es: <i>mit deiner ganzen Seele</i>, und ist es ein Mensch, dem sein Geld lieber ist als seine Person, so heißt es: <i>mit deinem ganzen Vermögen</i>. –
יב גילוי עריות ושפיכת דמים מנא לן דתניא רבי אומר (דברים כב, כו) כי כאשר יקום איש על רעהו ורצחו נפש כן הדבר הזה וכי מה ענין למדנו מרוצח לנערה המאורסה
12 Woher dies von der Unzucht und dem Morde? – Es wird gelehrt: Rabbi sagte: <i>Dies ist ebenso, wie wenn einer seinen Nächsten überfällt und ermordet</i>; was soll bei [Notzucht einer] Verlobten der Vergleich mit dem Morde?
יג אלא ה"ז בא ללמד ונמצא למד מה נערה המאורסה ניתן להצילה בנפשו אף רוצח (כו') מה רוצח יהרג ואל יעבור אף נערה המאורסה יהרג ואל יעבור
13 Vielmehr, was lehren sollte, lernt auch: wie man die Verlobte mit dem Leben [des Notzüchters] rette, ebenso [den Überfallenen mit dem Leben des] Mörders, und, wie man sich eher töten lasse, als einen Mord begehen, ebenso lasse man sich bei [der Notzucht] einer Verlobten eher töten, als dies begehen. –