Yoma 167

Kapitel 167

א למקטליה בדבר הנזרק
1 ob man ihn [nur] mit einem Projektil töte.
ב תניא כוותיה דשמואל כשהורגין אותו אין הורגין אותו אלא בדבר הנזרק דחייף ביה מסתכן דנכית ליה מיית דחייף ביה מסתכן מאי תקנתיה נישלח מאניה ונירהיט רב הונא בריה דרב יהושע חף ביה חד מינייהו בשוקא שלחינהו למאניה ורהיט אמר קיימתי בעצמי (קהלת ז, יב) החכמה תחיה בעליה
2 Übereinstimmend mit Šemuél wird gelehrt: Wenn man ihn tötet, tote man ihn nur mit einem Projektil. Wer mit ihm in Berührung kommt, gerät in Gefahr; wer von ihm gebissen wird, stirbt. «Wer mit ihm in Berührung kommt, gerät in Gefahr.» Welches Mittel gibt es dagegen? – Man ziehe seine Kleider aus und laufe. R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, kam einst mit einem solchen in Berührung; da zog er die Kleider ab und lief. Hierauf sprach er: Ich ließ an mir in Erfüllung gehen [den Schriftvers:] <i>die Weisheit erhält ihrem Besitzer das Leben</i>.
ג דנכית ליה מיית מאי תקנתיה אמר אביי ניתי משכא דאפא דדיכרא וניכתוב עליה אנא פלניא בר פלניתא אמשכא דאפא דיכרא כתיבנא עלך כנתי כנתי קלירוס ואמרי לה קנדי קנדי קלורוס יה יה ה' צבאות אמן אמן סלה ונשלחינהו למאניה ולקברינהו בי קברי עד תריסר ירחי שתא ונפקינהו ונקלינהו בתנורא ונבדרינהו לקטמיה אפרשת דרכים והנך תריסר ירחי שתא כי שתי מיא לא לישתי אלא בגובתא דנחשא דילמא חזי בבואה דשידא וליסתכן כי הא דאבא בר מרתא הוא אבא בר מניומי עבדא ליה אימיה גובתא דדהבא
3 «Wer von ihm gebissen wird, stirbt.» Welches Mittel gibt es dagegen? Abajje erwiderte: Man hole die Haut einer männlichen Hyäne und schreibe darauf: Ich, N., Sohn der N., schreibe über dich auf die Haut einer männlichen Hyäne: Kanti kanti kleros; manche sagen: Qandi qandi qloros; Gott, Gott, Herr der Heerscharen, Amen, Amen, Sela. Darauf ziehe man seine Kleider aus und vergrabe sie in ein Grab, woselbst man sie die zwölf Monate des Jahres liegen lasse; alsdann hole man sie hervor, verbrenne sie in einem Ofen und zerstreue die Asche an einem Scheidewege. Während dieser zwölf Monate des Jahres trinke man, wenn man Wasser trinkt, nur aus einem Kupferrohr, denn sonst könnte man [im Wasser] das Bild des bösen Geistes sehen und in Gefahr geraten. So fertigte seine Mutter für Abba b.Martha, das ist Abba b.Minjomi, ein Trinkrohr aus Gold.
ד ועוד אמר ר' מתיא ר' יוחנן חש בצפידנא אזל גבה דההיא מטרוניתא עבדא ליה מלתא חמשא ומעלי שבתא אמר לה בשבת מאי אמרה ליה לא צריכת אי מצטריכנא מאי אמרה ליה אישתבע לי דלא מגלית אישתבע לאלהא דישראל לא מגלינא נפק דרשה בפירקא
4 F<small>ERNER SAGTE</small> R. M<small>ATHJA</small>. R. Joḥanan litt an Skorbut; da ging er zu einer Matrone, und sie bereitete ihm [ein Heilmittel] am Donnerstag und am Freitag. Alsdann fragte er sie, wie er es am Šabbath mache? Sie erwiderte: Dann hast du es nicht mehr nötig. – Was mache ich aber, wenn ich es nötig haben sollte? Da sprach sie zu ihm: Schwöre mir, daß du es niemandem verraten wirst.
ה והא אישתבע לה לאלהא דישראל לא מגלינא הא לעמו ישראל מגלינא והא איכא חלול השם דמגלי לה מעיקרא
5 Darauf schwor er ihr: Dem Gotte Jisraéls, ich verrate es nicht. Hierauf lehrte er dies in seinem Vortrag. – Er hatte ihr ja aber geschworen!? – Daß er es dem Gotte Jisraéls nicht verraten werde, wohl aber seinem Volke. – Dies ist ja aber eine Entweihung des göttlichen Namens!? – Er sagte es ihr vorher. –
ו מאי עבדא ליה אמר רב אחא בריה דרב אמי מי שאור שמן זית ומלח רב יימר אמר שאור גופיה שמן זית ומלח רב אשי אמר משחא דגדפא דאווזא אמר אביי אנא עבדי לכולהו ולא איתסאי עד דאמר לי ההוא טייעא אייתי קשייתא דזיתא דלא מלו תילתא וקלינהו בנורא אמרא חדתא ואדביק בככי דריה עבדי הכי ואיתסאי
6 Was bereitete sie ihm? R. Aḥa, der Sohn Rabas, sagte: Sauerteigsaft, Olivenöl und Salz. R. Jemar sagte: Sauerteig (selbst), Olivenöl und Salz. R. Aši sagte: Gänsefett mit einem Gänseflügel [bestrichen]. Abajje sagte: Ich habe alles ausprobiert und wurde nicht gesund, bis mir ein Araber folgendes empfahl. Man nehme Steine von Oliven, die ein Drittel der Reife nicht erlangt haben, verbrenne sie auf einem neuen Spaten im Feuer und bestreiche damit die Zahnreihen. Nachdem ich dies tat, wurde ich gesund. –
ז ממאי הוה מחמימי חמימי דחיטי ומשיורי כסא דהרסנא ומאי סימניה כד רמי מידי בככיה ואתא דמא מבי דרי רבי יוחנן כי חש בצפידנא עבד הכי בשבתא ואיתסי ורבי יוחנן היכי עביד הכי אמר ר"נ בר יצחק שאני צפידנא הואיל ומתחיל בפה וגומר בבני מעיים
7 Woher kommt es? – Von sehr heißem [Gerstenbrot, sehr kaltem] Weizen[brot] und Resten der Bratfische. – Was ist das Symptom desselben? – Wenn etwas zwischen die Zähne gerät, kommt aus den [Zahn]reihen Blut hervor. Wenn R. Joḥanan an Skorbut litt, machte er dies am Šabbath und genas. – Wieso tat dies R. Joḥanan!? R. Naḥman b.Jiçḥaq erwiderte: Anders ist der Skorbut; er beginnt im Munde und endigt im Unterleibe.
ח אמר ליה רב חייא בר אבא לר' יוחנן כמאן כר' מתיא בן חרש דאמר החושש בפיו מטילין לו סם בשבת א"ל שאני אומר בזו ולא באחרת
8 R. Ḥija b. Abba sprach zu R. Joḥanan: Also nach R. Mathja b. Hereš, welcher sagt, wenn jemand Schmerzen im Munde hat, dürfe man ihm am Šabbath Medizin einflößen? Dieser erwiderte: Ich sage, bei dieser [Krankheit], wenn auch nicht bei einer anderen.
ט לימא מסייע ליה מי שאחזו ירקון מאכילין אותו בשר חמור מי שנשכו כלב שוטה מאכילין אותו מחצר כבד שלו והחושש בפיו מטילין לו סם בשבת דברי ר' מתיא בן חרש וחכ"א באילו אין בהם משום רפואה באלו למעוטי מאי מאי לאו למעוטי סם
9 Ihm wäre eine Stütze zu erbringen: Wenn jemand von der Gelbsucht befallen wird, so darf man ihm Eselsfleisch zu essen geben; wenn jemand von einem tollen Hunde gebissen wird, so darf man ihm von dessen Leberlappen zu essen geben; wenn jemand Schmerzen im Munde hat, so darf man ihm am Šabbath eine Medizin einflößen – so R. Mathja b. Ḥereš; die Weisen sagen, diese gelten nicht als Heilmittel. [Die Beschränkung] ‘diese’ schließt wohl die Medizin aus. –
י לא למעוטי מקיזין דם לסרונכי ה"נ מסתברא דתניא שלשה דברים א"ר ישמעאל בר' יוסי ששמע משום רבי מתיא בן חרש מקיזין דם לסרונכי בשבת ומי שנשכו כלב שוטה מאכילין אותו מחצר כבד שלו והחושש בפיו מטילין לו סם בשבת
10 Nein, die schließt Aderlaß bei einer Halsanschwellung aus. Dies ist auch einleuchtend, denn es wird gelehrt: Drei Dinge sagte R. Jišma͑él b. Jose im Namen des R. Mathja b. Ḥereš: Man darf am Šabbath bei einer Halsanschwellung zur Ader lassen, wenn einen ein toller Hund gebissen hat, so darf man ihm von seinem Leberlappen zu essen geben, und wenn jemand Schmerzen im Munde hat, so darf man ihm am Šabbath eine Medizin einflößen;
יא וחכ"א באילו אין בהן משום רפואה באילו למעוטי מאי מאי לאו אתרתי בתרייתא ולמעוטי דרישא לא אתרתי דרישא קמייתא ולמעוטי דסיפא
11 die Weisen sagen, diese gelten nicht als Heilmittel. [Die Beschränkung] ‘diese’ schließt wohl die zwei letzten aus, während das erste nicht einbegriffen ist. – Nein, die ersten zwei, während das letzte nicht einbegriffen ist. –