Zevachim 103

Kapitel 103

א דבראי לגואי ודגואי לבראי הא אין לו יסוד לפנימי עצמו
1 äußeres auf den inneren und inneres auf den äußeren, so hat ja der innere kein Fundament. –
ב או אינו אלא מזבח של עולה יהא ליסוד מי כתיב אל יסוד העולה אל יסוד מזבח העולה כתיב
2 «Vielleicht ist dem nicht so, sondern, daß beim Altar des Brandopfers das Fundament erforderlich ist?» Heißt es denn: gegen das Fundament des Brandopfers, es heißt ja: <i>gegen das Fundament des Brandopferaltars</i>!? –
ג אי הוה כתיב אל יסוד העולה הוה אמינא בזקיפה אל יסוד השתא דכתיב אל יסוד מזבח העולה אגגו דיסוד
3 Hieße es: gegen das Fundament des Brandopfers, so könnte man glauben, auf das untereFundament, daher heißt es: <i>gegen das Fundament des Brandopferaltars, </i>damit das Dach des Fundaments zu verstehen sei.
ד א"ר ישמעאל גג יסוד למה לי קרא ק"ו הוא ומה שירי חטאת שאינה מכפרת טעונה גג יסוד תחלת עולה שמכפרת אינו דין שטעונה גג יסוד
4 Hierzu sagte R. Jišma͑él: Wozu ist ein Schriftvers wegen des Dachs des Fundamentes nötig, dies ist ja [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn beim zurückbleibenden Blute des Sündopfers, das keine Sühne schafft, das Dach des Fundamentes erforderlich ist, um wieviel mehr ist das Dach des Fundamentes erforderlich beim Beginnedes Brandopfers, der Sühne schafft.
ה אמר רבי עקיבא ומה שירי חטאת שאין מכפרין ואין באין לכפר טעונה גג יסוד תחלת עולה שמכפרת ובאה לכפר אינו דין שטעונה גג יסוד אם כן מה ת"ל אל יסוד מזבח העולה תן יסוד למזבח של עולה
5 R. A͑qiba erwiderte: Wenn beim zurückbleibenden Blute des Sündopfers, das keine Sühne schafft und nicht zur Sühne bestimmt ist, das Dach des Fundamentes erforderlich ist, um wieviel mehr ist das Dach des Fundamentes erforderlich beim Beginne des Brandopfers, der Sühne schafft und zur Sühne bestimmt ist. Es heißt daher: <i>gegen das Fundament des Brandopferaltars</i>, man beziehe das [Gesetz vom] Fundamente auf den Brandopferaltar.
ו מאי בינייהו אמר רב אדא בר אהבה שירים מעכבים איכא בינייהו מר סבר מעכבי ומר סבר לא מעכבי
6 Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? R. Ada b. Aḥaba erwiderte: Ein Unterschied besteht zwischen ihnen hinsichtlich der Unerläßlichkeit des Fortgießens; einer ist der Ansicht, dies sei unerläßlich, und der andere ist der Ansicht, dies sei nichtunerläßlich.
ז רב פפא אמר דכולי עלמא שירים אין מעכבים והכא במיצוי חטאת העוף מעכב קא מיפלגי מר סבר מעכב ומר סבר לא מעכב
7 R. Papa erwiderte: Alle sind der Ansicht, das Fortgießen sei nicht unerläßlich, und hier streiten sie über die Unerläßlichkeit des Auspressensbeim Geflügel-Sündopfer; einer ist der Ansicht, dies sei unerläßlich, und einer ist der Ansicht, dies sei nicht unerläßlich.
ח תניא כוותיה דרב פפא (ויקרא ד, ז) ואת כל (הדם) [הפר] ישפך מה ת"ל הפר לימד על פר יום הכיפורים שטעון מתן דמים ליסוד דברי רבי
8 Übereinstimmend mit R. Papawird gelehrt:<i>Und das ganze Blut gieße er aus;</i> wozu heißt es <i>des Farren?</i> Dies lehrt, daß auch beim Farren des Versöhnungstages das Ausgießen des Blutes gegen das Fundament erforderlich ist – so Rabbi.
ט אמר רבי ישמעאל קל וחומר ומה אם מי שאין נכנס דמו לפנים חובה טעון יסוד מי שנכנס דמו לפנים חובה אינו דין שטעון יסוד
9 R. Jišma͑él sprach: Dies ist [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn bei dem, wobei das Hineinbringen des Blutes in das Innere keine Pflichtist, das Fundament erforderlich ist, um wieviel mehr ist bei dem, wobei das Hineinbringen des Blutes in das Innere eine Pflichtist, das Fundament erforderlich.
י אמר רבי עקיבא ומה מי שאין דמו נכנס לפני ולפנים בין לחובה בין למצוה טעון יסוד מי שנכנס דמו חובה לפני ולפנים אינו דין שטעון יסוד
10 R. A͑qiba sprach: Wenn bei dem, dessen Blut nicht in das Allerinnerste hineingebracht wird, weder als Pflicht noch als Gebot, das Fundament erforderlich ist, um wieviel mehr ist bei dem, dessen Blut in das Allerinnerste hineingebrachtwird, das Fundament erforderlich.
יא יכול יעכבנו ת"ל (ויקרא טז, כ) וכלה מכפר את הקדש שלמו כל הכפרות כולן דברי רבי ישמעאל
11 Man könnte glauben, dies sei unerläßlich, so heißt es:<i>und er vollende die Sühnung des Heiligtums,</i> die Sühnungen sind sämtlich beendet – so R. Jišma͑él.
יב קל וחומר לפר כהן משיח (משעיר נשיא) מעתה ומה מי שאין נכנס דמו לפנים לא חובה ולא מצוה טעון יסוד מי שנכנס דמו לפנים בין לחובה בין למצוה אינו דין שטעון יסוד
12 Ferner ist hinsichtlich des Farren des gesalbten Priesters [ein Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn bei dem, dessen Blut weder als Pflicht noch als Gebot in das Innere gebrachtwird, das Fundament erforderlich ist, um wieviel mehr ist bei dem, dessen Blut in das Innere gebracht wird, sowohl als Pflicht, als auch als Gebot, das Fundament erforderlich.
יג יכול יעכבנו תלמוד לומר ואת כל (הדם) [הפר] ישפך
13 Man könnte glauben, dies sei unerläßlich, so heißt es: <i>und das ganze Blut gieße er aus,</i>
יד נתקו הכתוב לעשה ועשאו שירי מצוה לומר לך שירים אין מעכבין
14 die Schrift hat dies ausgeschiedenund es zum Anhängsel des Gebotes gemacht, um zu sagen, daß das Fortgießen nicht unerläßlich ist. –
טו וסבר רבי ישמעאל מיצוי חטאת העוף מעכב והתנא דבי רבי ישמעאל (ויקרא ה, ט) והנשאר בדם ימצה והנשאר ימצה
15 Ist R. Jišma͑él denn der Ansicht, das Auspressen sei beim Geflügel-Sündopfer unerläßlich, in der Schule R. Jišma͑éls wurde ja gelehrt:<i>Und was vom Blute zurückbleibt, werde ausgepreßt;</i> bleibt etwas zurück, so ist es auszupressen,