Zevachim 199

Kapitel 199

א לא קשיא כאן שמת לו מת בי"ד וקברו בי"ד כאן שמת לו מת בי"ג וקברו בי"ד
1 Dies ist kein Widerspruch; eines in dem Falle, wenn ihm jemand am vierzehnten gestorben ist und er ihn am vierzehnten bestattet hat, und eines in dem Falle, wenn ihm jemand am dreizehnten gestorben ist und er ihn am vierzehnten bestattet hat.
ב מת לו מת בי"ד וקברו בי"ד יום מיתה תופס לילו מדאורייתא מת לו מת בי"ג וקברו בי"ד יום קבורה מדרבנן אינו תופס לילו אלא מדרבנן
2 Wenn ihm jemand am vierzehnten gestorben ist und er ihn am vierzehnten bestattet hat, so erfaßt der Tag des Todes die Nacht nach der Tora, wenn ihm aber jemand am dreizehnten gestorben ist und er ihn am vierzehnten bestattet hat, so erfaßt der Tag des Begräbnisses die Nacht nur rabbanitisch.
ג א"ל רב אשי לרב מרי ואלא הא דקתני אמר לו ר"ש תדע שהרי אמרו אונן טובל ואוכל את פסחו אבל לא בקדשים נימא ליה קאמינא לך אנא יום מיתה דאורייתא ואמרת לי את יום קבורה דרבנן קשיא
3 R. Aši sprach zu R. Mari: Es wird ja gelehrt: R. Šimo͑n sprach zu ihm: Dies ist zu beweisen, denn sie sagten, der Trauernde dürfe untertauchen und [abends] sein Pesaḥopfer essen, nicht aber andere Opfer; sollte jener ihm doch erwidert haben: ich spreche vom Tage des Todes, bei dem diesnach der Tora erfolgt, und du erwiderst mir hinsichtlich des Tages des Begräbnisses, an dem dies nur rabbanitisch erfolgt!? – Ein Einwand.
ד אביי אמר לא קשיא כאן שמת קודם חצות כאן שמת לאחר חצות קודם חצות דלא איחזי לפסח חיילא עליה אנינות אחר חצות דאיחזי לפסח לא חיילא עליה אנינות
4 Abajje erklärte: Dies ist kein Widerspruch; eines in dem Falle, wenn der Tod vormittags erfolgt ist, und eines in dem Falle, wenn der Tod nachmittags erfolgt ist; wenn er für das Pesaḥfest noch nicht geeignetist, ist für ihn die Trauer von Wirkung. –
ה ומנא תימרא דשני ליה בין קודם חצות בין לאחר חצות דתניא (ויקרא כא, ג) לה יטמא מצוה לא רצה מטמאין אותו על כרחו ומעשה ביוסף הכהן שמתה אשתו בערב הפסח ולא רצה ליטמא ונמנו אחיו הכהנים וטימאוהו בעל כרחו
5 Woher entnimmst du, daß zwischen Vormittag und Nachmittag zu unterscheiden sei? – Es wird gelehrt:<i>An ihr soll er</i><i>sich verunreinigen</i>, dies ist Gebot; weigert er sich, so verunreinige man ihn gegen seinen Willen. Die Frau des Priesters Joseph starb am Vorabend des Pesaḥfestes, und er wollte sich an ihr nicht verunreinigen, da taten sich seine Priesterbrüder zusammen und verunreinigten ihn gegen seinen Willen,
ו ורמינהי (במדבר ו, ז) ולאחותו מה ת"ל הרי שהלך לשחוט את פסחו ולמול את בנו ושמע שמת לו מת יכול יטמא אמרת (במדבר ו, ז) לא יטמא
6 Und dem widersprechend wird gelehrt:<i>An seiner Schwester</i>, was lehrt dies? Man könnte glauben, daß, wenn jemand sein Pesaḥopfer schlachten oder seinen Sohn beschneiden geht, und hört, jemand sei ihm gestorben, er sich an ihm verunreinige, so heißt es:<i>soll er sich nicht verunreinigen</i>.
ז יכול כשם שלא יטמא לאחותו כך אין מטמא למת מצוה ת"ל ולאחותו לאחותו הוא דאינו מטמא אבל מטמא הוא למת מצוה
7 Man könnte nun glauben, wie er sich an seiner Schwester nicht verunreinigen darf, ebensowenig dürfe er es an einem Pflichttoten, so heißt es: <i>an seiner Schwester;</i> an seiner Schwester darf er sich nicht verunreinigen, wohl aber verunreinige er sich an einem Pflichttoten.
ח לאו ש"מ כאן קודם חצות כאן לאחר חצות
8 Wahrscheinlich spricht eines von dem Falle, wenn es vormittags erfolgt ist, und eines von dem Falle, wenn nachmittags. –
ט ממאי דילמא לעולם אימא לך אידי ואידי אחר חצות והא רבי ישמעאל והא ר"ע דתניא לה יטמא רשות דברי רבי ישמעאל ר"ע אומר חובה
9 Woher dies, vielleicht sprechen beide von dem Falle, wenn es nachmittags erfolgt ist, nur vertritt eine Lehre die Ansicht R. Jišma͑éls und eine die des R. A͑qiba. Es wird nämlich gelehrt: <i>An ihr soll er sich verunreinigen</i>, freigestellt – so R. Jišma͑él; R. A͑qiba sagt, eine Pflicht. –
י לא ס"ד דרישא דההיא ר"ע קתני לה דתניא ר"ע אומר (במדבר ו, ו) נפש אלו הקרובים מת אלו הרחוקים
10 Dies ist nicht einleuchtend, denn den Anfangsatz jenerlehrte ja R. A͑qiba. Es wird nämlich gelehrt: R. A͑qiba sagte:<i>Person</i>, das sind die nahen; <i>Toten</i>, das sind die fernen;
יא לאביו אינו מטמא אבל מטמא הוא למת מצוה לאמו היה כהן והוא נזיר לאמו הוא דאינו מטמא אבל מטמא הוא למת מצוה לאחיו שאם היה כ"ג והוא נזיר לאחיו הוא דאינו מטמא אבל מטמא הוא למת מצוה
11 <i>an seinem Vater</i>, an diesem darf er sich nicht verunreinigen, wohl aber verunreinige er sich an einem Pflichttoten; <i>an seiner Mutter</i>, ist er Priester und Nazir, so darf er sich an seiner Mutter nicht verunreinigen, wohl aber verunreinige er sich an einem Pflichttoten; <i>an seinem Bruder</i>, ist er Hochpriester und Nazir, so darf er sich an seinem Bruder nicht verunreinigen, wohl aber verunreinige er sich an einem Pflichttoten.
יב ולאחותו מה ת"ל הרי שהלך לשחוט את פסחו ולמול את בנו ושמע שמת לו מת יכול יטמא אמרת לא יטמא יכול כשם שאין מטמא לאחותו כך אינו מטמא למת מצוה תלמוד לומר ולאחותו לאחותו לא יטמא אבל יטמא הוא למת מצוה
12 <i>Und an seiner Schwester</i>, was lehrt dies? Man könnte glauben, daß, wenn jemand sein Pesaḥopfer schlachten oder seinen Sohn beschneiden geht, und hört, jemand sei ihm gestorben, er sich an ihm verunreinigen dürfe, so heißt es: <i>soll er sich nicht verunreinigen</i>. Man könnte nun glauben, wie er sich an seiner Schwester nicht verunreinigen darf, ebensowenig dürfe er sich an einem Pflichttoten verunreinigen, so heißt es: <i>an seiner Schwester</i>, an seiner Schwester darf er sich nicht verunreinigen, wohl aber verunreinige er sich an einem Pflichttoten.