Zevachim 47

Kapitel 47

א וכל שני כתובים הבאין כאחד אין מלמדין
1 und wenn zwei Schriftverse dasselbe lehren, so ist von diesen nichts zu folgern.
ב ולמאן דאמר מלמדין שתויי יין הוה ליה שלישי ושלשה לד"ה אין מלמדין:
2 Und nach demjenigen, welcher sagt, es sei wohl zu folgern, lehrt dies der Schriftvers vom Trunkenen drittmals, und wenn es drei sind, so ist von diesen entschieden nichts zu folgern.
ג עומד על גבי כלים על גבי בהמה על גבי רגלי חבירו פסול: מנלן דתנא דבי רבי ישמעאל הואיל ורצפה מקדשת וכלי שרת מקדשים מה כלי שרת לא יהא דבר חוצץ בינו לבין כלי שרת אף רצפה לא יהא דבר חוצץ בינו לבין הרצפה
3 E<small>IN AUF EINEM</small> G<small>ERÄTE, EINEM</small> T<small>IERE ODER DEN</small> F<small>ÜSSEN SEINES</small> N<small>ÄCHSTEN</small> S<small>TEHENDER IST UNTAUGLICH.</small> Woher dies? – In der Schule R. Jišma͑léls wurde gelehrt: Der Estricherwirkt Heiligung und die Dienstgeräte erwirken Heiligung, wie ihn nichts vom Dienstgefäße trennendarf, ebenso darf ihn nichts vom Estrich trennen.
ד וצריכא דאי אשמעינן כלי משום דלאו מינא דבשר נינהו אבל בהמה דמינא דבשר הוא אימא לא ואי אשמעינן בהמה דלא מינא דאדם הוא אבל חבירו דאדם הוא אימא לא צריכא
4 Und siesind nötig. Würde er es nur vom auf einem Geräte [Stehenden] gelehrt haben, so könnte man glauben, weil es nicht aus Fleisch besteht, nicht aber gilt dies von einem Tiere, das aus Fleisch besteht. Und würde er es nur vom auf einem Tiere [Stehenden] gelehrt haben, so könnte man glauben, weil es nicht zur Art des Menschen gehört, nicht aber gilt dies von seinem Nächsten, der zur Art des Menschen gehört. Daher sind alle nötig.
ה תניא רבי אליעזר אומר רגלו אחת על הכלי ורגלו אחת על הרצפה רגלו אחת על האבן ורגלו אחת על הרצפה רואין כל שאילו ינטל הכלי ותנטל האבן יכול לעמוד על רגלו אחת ויעבוד עבודתו כשירה ואם לאו עבודתו פסולה
5 Es wird gelehrt: R. Elie͑zer sagte: Wenn er mit einem Fuße auf einem Geräte und mit einem Fuße auf dem Estrich, mit einem Fuße auf einem Steine und mit einem Fuße auf dem Estrich steht, so erwäge man: kann er, falls das Gerät oder der Stein fortgenommen wird, auf einem Fuße stehen bleiben und Dienst tun, so ist sein Dienst gültig, wenn aber nicht, so ist er ungültig.
ו בעי רבי אמי נדלדלה האבן ועמד עליה מהו היכא דאין דעתו לחברה לא תיבעי לך דודאי חייצא כי תיבעי לך דדעתו לחברה מאי כיון דדעתו לחברה כמה דמחבר' דמיא או דילמא השתא מיהא הא תלישא
6 R. Ami fragte: Wie ist es, wenn ein Steinsich losgelöst hat und er auf diesem steht? Wenn er ihn zu befestigen nicht beabsichtigt, ist es nicht fraglich, in diesem Fallegilt er entschieden als Trennung, fraglich ist es nur, wenn er ihn zu befestigen beabsichtigt: gilt er, da er ihn zu befestigen beabsichtigt, als befestigt, oder aber, vorläufig ist er ja losgelöst?
ז רבה זוטי בעי לה הכי בעי רבי אמי נעקרה האבן ועמד במקומה מהו
7 Rabba der Kleine trug dies in folgender Fassung vor: R. Ami fragte: Wie ist es, wenn ein Stein sich losgelösthat und er an dieser Stelle steht? –
ח מאי קא מיבעיא ליה כי קדיש דוד רצפה עליונה קדיש או דילמא עד לארעית דתהומא קדיש ותיבעי ליה כל העזרה כולה
8 Was ist ihm fraglich? – Hat Davidnur den oberen Estrich geheiligt, oder aber hat er ihn bis zum Abgrunde hinunter geheiligt. – Sollte er es doch hinsichtlich des ganzen Tempelhofesgefragt haben!? –
ט לעולם פשיטא ליה דעד ארעית דתהומא קדיש והכי קמיבעיא ליה דרך שירות בכך או אין דרך שירות בכך תיקו:
9 Tatsächlich ist es ihm entschieden, daß er bis zum Abgrunde geweiht worden ist, nur fragte er folgendes: gilt es auf diese Weise als Dienst oder nicht? – Dies bleibt unentschieden.
י קיבל בשמאל פסול ור"ש מכשיר: ת"ר באצבע ולקח מלמד שלא תהא קבלה אלא בימין (ויקרא ד, כה) באצבע ונתן מלמד שלא תהא נתינה אלא בימין
10 H<small>AT ER ES MIT DER LINKEN</small> [H<small>AND</small>] <small>AUFGENOMMEN, SO IST ES UNTAUGLICH, NACH</small> R. Š<small>IMO͑N ABER TAUGLICH.</small> Die Rabbanan lehrten:<i>Mit dem Finger, und er soll nehmen,</i> dies lehrt, daß die [Blut]aufnahme mit der rechten [Hand]erfolgen muß;<i>mit dem Finger, und er soll auftragen,</i> dies lehrt, daß das Auftragenmit der rechten [Hand] erfolgen muß.
יא אמר ר"ש וכי נאמרה יד בקבלה אלא באצבעו ונתן שלא תהא נתינה אלא בימין הואיל ולא נאמרה יד בקבלה קיבל בשמאל כשר
11 R. Šimo͑n sprach: Bei der [Blut]aufnahme heißt es ja nicht ‘Hand’, es heißt nur: <i>mit dem Finger, und er soll auftragen;</i> nur das Auftragen hat mit der rechten [Hand] zu erfolgen. Da es nun bei der [Blut]aufnahme nicht ‘Hand’ heißt, so ist es gültig, auch wenn man [das Blut] mit der linken aufgenommen hat. –
יב ור"ש ממה נפשך אי אית ליה גזירה שוה כי לא נאמרה יד בקבלה מאי הוי ואי לית ליה גזירה שוה כי נאמרה יד בקבלה מאי הוי
12 Welcher Ansicht ist R. Šimo͑n: hält er von der Wortanalogie, so ist ja nichts dabei, daß es bei der [Blut]aufnahme nicht ‘Hand’ heißt, und hält er nichts von der Wortanalogie, so wäre es ja belanglos, auch wenn es bei der [Blut]aufnahme ‘Hand’ hieße!?
יג אמר רב יהודה לעולם לית ליה גזירה שוה והכי קאמר וכי נאמר יד ימין בקבלה הואיל ולא נאמר יד ימין בקבלה קבל בשמאל כשר
13 R. Jehuda erwiderte: Tatsächlich hält er nichts von der Wortanalogie, nur meint er es wie folgt: bei der [Blut]aufnahme wird ja nicht die rechte Hand genannt, und da dabei nicht die rechte Hand genannt wird, so ist es gültig, auch wenn man [das Blut] mit der linken aufgenommen hat.
יד א"ל רבה א"ה אפילו נתינה נמי ועוד וכי לית ליה לר"ש ג"ש והתניא ר"ש אומר כל מקום שנאמר יד אינה אלא ימין אצבע אינה אלא ימין
14 Raba sprach zu ihm: Demnach sollte dies auch vom Auftragengelten!? Ferner: hält denn R. Šimo͑n nichts von der Wortanalogie, es wird ja gelehrt: R. Šimo͑n sagt, wo Hand genannt wird, sei es die rechte, und wo Finger, sei es der der Rechten!?
טו אלא אמר רבא לעולם אית ליה ג"ש והכי קאמר וכי נאמרה יד בקבלה הואיל ולא נאמר' יד בקבלה אלא אצבע ואי אפשר לקבלה באצבע קיבל בשמאל כשר
15 Vielmehr, erklärte Raba, hält er wohl von der Wortanalogie, nur meint er es wie folgt: bei der [Blut]aufnahme heißt es ja nicht ‘Hand’, und da es dabei nicht ‘Hand’, sondern ‘Finger’ heißt, und die Aufnahme mit dem Finger nicht möglich ist, so ist es, wenn er [das Blut] mit der linken [Hand] aufgenommen hat, tauglich.
טז אמר ליה רב סמא בריה דרב אשי לרבינא איפשר דעביד ליה אזן לשפת מזרק ומקבל בה
16 R. Sama, Sohn des R. Aši, sprach zu Rabina: Man kann ja an den Rand des Sprengbeckens einen Henkel anbringenund aufnehmen!?
יז אלא אמר אביי
17 Vielmehr, erklärte Abajje,