Zevachim 67

Kapitel 67

א נטילת נשמה אף קודש דבר שיש בו נטילת נשמה ואי בנוגע נטילת נשמה מי איכא אלא באכילה
1 ebenso handelt es sich auch beim Heiligen um ein Vergehen, durch das man das Leben verwirkt, und das Leben verwirkt man nicht durch das Berühren, sondern nur durch das Essen. –
ב ואכתי מיבעי ליה לטמא שאכל בשר קודש לפני זריקה דאתמר טמא שאכל בשר קודש לפני זריקה ריש לקיש אמר לוקה ורבי יוחנן אמר אינו לוקה
2 Aber immerhin ist es ja wegen des Falles nötig, wenn ein Unreiner heiliges Fleisch vor dem Sprengengegessen hat, denn es wurde gelehrt: Hat ein Unreiner heiliges Fleisch vor dem Sprengen gegessen, so ist er, wie Reš Laqiš sagt, zu geißeln, und wie R. Joḥanan sagt, nicht zu geißeln.
ג ריש לקיש אמר לוקה בכל קודש לא תגע לא שנא לפני זריקה ולא שנא לאחר זריקה רבי יוחנן אמר אינו לוקה כדתני ברדלא אתיא טומאתו טומאתו וכי כתב ההוא לאחר זריקה
3 Reš Laqiš sagt, er sei zu geißeln, [denn es heißt:] <i>nichts Heiliges darf sie berühren,</i> einerlei ob vor dem Sprengen oder nach dem Sprengen; R. Joḥanan sagt, er sei nicht zu geißeln, nach der Lehre des Bardela, daß diesaus [dem Worte] <i>Unreinheit</i> zu entnehmen sei, und dies gilt nur nach dem Sprengen. –
ד אם כן לימא קרא בקודש מאי בכל קודש ש"מ תרתי
4 Die Schrift sollte ja <i>Heiliges</i> sagen, wenn es aber <i>nichts Heiliges</i> heißt, so ist beides zu verstehen.
ה גופא טמא שאכל בשר קודש לפני זריקה ר"ל אמר לוקה רבי יוחנן אמר אינו לוקה אמר אביי מחלוקת בטומאת הגוף אבל בטומאת בשר דברי הכל לוקה
5 Der Text. Hat ein Unreiner heiliges Fleisch vor dem Sprengen gegessen, so ist er, wie Reš Laqiš sagt, zu geißeln, und wie R. Joḥanan sagt, nicht zu geißeln. Abajje sagte: Der Streit besteht nur über die Unreinheit des Körpers, bei Unreinheit des Fleisches aber stimmen alle überein, daß er zu geißeln sei,
ו דאמר קרא (ויקרא ז, יט) והבשר לרבות עצים ולבונה דלאו בני אכילה נינהו ואפילו הכי רבינהו קרא
6 denn die Schrift sagt:<i>und das Fleisch,</i> und dies schließt das Holz und den Weihrauch ein; die Schrift schließt sie ein, obgleich sie überhaupt nicht eßbar sind.
ז ורבא אמר מחלוקת בטומאת הגוף אבל בטומאת בשר דברי הכל אינו לוקה מאי טעמא כיון דלא קרינא ביה (ויקרא ז, כ) וטומאתו עליו ונכרתה לא קרינא ביה (ויקרא ז, יט) והבשר אשר יגע בכל טמא לא יאכל
7 Raba aber sagte: Der Streit besteht nur über die Unreinheit des Körpers, bei Unreinheit des Fleisches aber stimmen alle überein, daß er nicht zu geißeln sei, denn da es hiervon nicht heißt: <i>und die Unreinheit ihm anhaftet, so soll ausgerottet werden,</i> so heißt es hiervon auch nicht: <i>und das Fleisch, das mit etwas Unreinem in Berührung kommt, soll nicht gegessen werden.</i> –
ח והאמר מר והבשר לרבות עצים ולבונה
8 Der Meister sagte ja aber: <i>und das Fleisch,</i> dies schließe das Holz und den Weihrauch ein!? –
ט הכא במאי עסקינן כגון שקדשו בכלי דנעשה כמי שקרבו כל מתיריו
9 Dies gilt von dem Falle, wenn sie durch ein Gefäß geheiligt worden sind, und es ist ebenso, als wäre das Erlaubtmachendedargebracht worden.
י דתנן כל שיש לו מתירים משקרבו מתיריו כל שאין לו מתירין משקדש בכלי
10 Es wird nämlich gelehrt: Alles, was Erlaubtmachendes hat, sobald das Erlaubtmachende dargebracht wordenist, und was nicht Erlaubtmachendes hat, sobald es durch das Gefäß geheiligt worden ist.
יא איתמר המעלה אברי בהמה טמאה ע"ג המזבח ריש לקיש אמר לוקה רבי יוחנן אמר אינו לוקה ריש לקיש אמר לוקה טהורה אין טמאה לא ולאו הבא מכלל עשה לוקין עליו ורבי יוחנן אמר אין לוקין עליו לאו הבא מכלל עשה אין לוקין עליו
11 Es wurde gelehrt: Wenn jemand Glieder von einem unreinen Viehauf den Altar bringt, so ist er, wie Reš Laqiš sagt, zu geißeln, und wie R. Joḥanan sagt, nicht zu geißeln. Reš Laqiš sagt, er sei zu geißeln, denn nur ein reines [ist darzubringen], nicht aber ein unreines, und wegen eines Verbotes, das aus einem Gebotekommt, ist zu geißeln; R. Joḥanan sagt, er sei nicht zu geißeln, denn wegen eines Verbotes, das aus einem Gebote kommt, ist nicht zu geißeln.
יב מותיב רבי ירמיה (ויקרא יא, ג) אותה תאכלו ולא בהמה טמאה ולאו הבא מכלל עשה עשה
12 R. Jirmeja wandte ein:<i>Dieses sollt ihr essen,</i> nicht aber ein unreines Tier, und ein Verbot, das aus einem Gebote kommt, gilt als Gebot!?
יג א"ל רבי יעקב לרבי ירמיה בר תחליפא אסברא לך באברי בהמה טמאה דכולי עלמא לא פליגי כי פליגי בחיה והכי איתמר רבי יוחנן אמר עובר בעשה ריש לקיש אמר אינו עובר בולא כלום
13 R. Ja͑qob sprach zu R. Jirmeja b. Taḥlipha: Ich will es dir erklären: über Glieder von einem unreinen Vieh streitet niemand, sie streiten nur über solche von einem Wild, und die Lehre lautet wie folgt: R. Joḥanan sagt, er übertrete ein Gebot; Reš Laqiš sagt, er übertrete keines,
יד רבי יוחנן אמר עובר בעשה בהמה אין חיה לא ריש לקיש אמר אינו עובר עליו בולא כלום ההוא למצוה
14 R. Joḥanan sagt, er übertrete ein Gebot, denn nur ein Vieh [ist darzubringen], nicht aber ein Wild; Reš Laqiš sagt, er übertrete keines, denn diesist nur Gebot.
טו מותיב רבא אילו נאמר (ויקרא א, ב) קרבן לה' בהמה הייתי אומר חיה בכלל בהמה כענין שנאמר (דברים יד, ד) זאת הבהמה אשר תאכלו שור שה כשבים ושה עזים איל וצבי וגו' תלמוד לומר (ויקרא א, ב) בקר וצאן בקר וצאן אמרתי לך ולא חיה
15 Raba wandte ein: Würde es nur geheißen haben:<i>ein Opfer für den Herrn, Vieh,</i> so könnte man glauben, unter Vieh sei auch ein Wild einbegriffen, wie es auch heißt:<i>Dies ist das Vieh, das ihr essen dürft: Rind, Schaf, Ziege, Hirsch, Reh &amp;c.,</i> daher heißt es <i>Rinder und Schafe</i>: ich habe es dir nur von Rind und Schaf gesagt, nicht aber vom Wild.
טז יכול לא יביא ואם הביא כשר הא למה זה דומה לתלמיד שאמר לו רבו הבא לי חטים והביא לו חטים ושעורים שאינו כמעביר על דבריו אלא מוסיף על דבריו וכשר
16 Man könnte glauben, man bringe solches von vornherein nicht dar, hat man es aber dargebracht, sei es tauglich, denn dies sei ebenso, als wenn ein Lehrer zu seinem Schüler sagen würde, daß er ihm Weizen hole, und er ihm Weizen und Gerste holt, was nicht eine Übertretung seiner Worte ist, sondern eine Hinzufügung zu seinen Worten,
יז תלמוד לומר בקר וצאן בקר וצאן אמרתי לך ולא חיה הא למה זה דומה לתלמיד שאמר לו רבו אל תביא לי אלא חיטין והביא לו חיטין ושעורים שאינו כמוסיף על דבריו אלא כמעביר על דבריו
17 so heißt es <i>Rinder und Schafe</i>: ich habe es dir nur von Rind und Schaf gesagt, nicht aber vom Wild. Dies ist ebenso, als wenn ein Lehrer zu seinem Schüler sagen würde, daß er ihm nur Weizen hole, und dieser ihm Weizen und Gerste holt, was nicht eine Hinzufügung zu seinen Worten ist, sondern eine Übertretung seiner Worte; es ist auch untauglich.