Bekhorot 29

Kapitel 29

א זו דברי רבי שמעון ומחלוקתו מיבעיא ליה
1 dies ist die Ansicht R. Šimo͑ns und seiner Gegner!? –
ב אמרי רב כרבי שמעון בן לקיש דאמר לרבנן קדשי בדק הבית היו בכלל העמדה והערכה קדשי מזבח לא היו בכלל העמדה והערכה ולא מיתוקמא מתני' כרבנן דקתני סיפא ואם מתו יקברו
2 Ich will dir sagen, Rabh ist der Ansicht des R. Šimo͑n b. Laqiš, welcher sagt, nach den Rabbanan war Heiliges des Tempelreparaturfonds’ hinsichtlich des Hinstellens und Schätzens einbegriffen, und Heiliges des Altars hinsichtlich des Hinstellens und Schätzens nicht einbegriffen. Unsere Mišna ist aber nicht den Rabbanan zu addizieren, denn diese lehrt im Schlußsatze, wenn sie verenden, seien sie zu begraben. –
ג אמר ממאי דהא מתו יקברו משום דבעי העמדה והערכה הוא דלמא משום דאין פודין את הקדשים להאכילן לכלבים הוא אמרי אם כן ניתני אם נעשו טריפה יקברו
3 Woher, daß sie, wenn sie verenden, deshalb zu begraben sind, weil sie des Hinstellens und Schätzens benötigen, vielleicht deshalb, weil man nicht Heiliges auslösen darf, um es Hunden zum Fressen zu geben!? – Ich will dir sagen, wenn dem so wäre, so sollte er doch lehren: werden sie totverletzt, so sind sie zu begraben.
ד ואיבעית אימא לעולם רב כרבי יוחנן סבירא ליה ותני זו דברי רבי שמעון ומחלוקתו:
4 Wenn du aber willst, sage ich: tatsächlich ist Rabh der Ansicht R. Joḥanans, und man lehre auch: dies ist die Ansicht R. Šimo͑ns und seiner Gegner.
ה אבל קדם הקדשן וכו': מנא הני מילי דתנו רבנן (דברים יב טו) צבי מה צבי פטור מן הבכורה אף פסולי המוקדשין פטורין מן הבכורה
5 W<small>ENN DIE</small> H<small>EILIGUNG VOR</small> &amp;<small>C.</small> Woher dies? – Die Rabbanan lehrten: <i>Hirsch,</i> wie ein Hirsch erstgeburtsfrei ist, ebenso sind untauglich gewordene Opfertiere erstgeburtsfrei.
ו אוציא אני את הבכורה ולא אוציא את המתנות תלמוד לומר איל מה איל פטור מן הבכורה ומן המתנות אף פסולי המוקדשין פטורין מן הבכורה ומן המתנות
6 Ich könnte das Erstgeborene ausschließen und nicht die Priestergaben, so heißt es <i>Reh</i>; wie das Reh frei ist von der Erstgeburt und den Priestergaben, ebenso ist das untauglich gewordene Opfertier frei von der Erstgeburt und den Priestergaben.
ז אי מה צבי ואיל חלבן מותר אף פסולי המוקדשין חלבן מותר ת"ל אך חלק
7 Demnach sollte, wie der Talg von Hirsch und Reh erlaubt ist, auch der Talg von untauglich gewordenen Opfertieren erlaubt sein!? – Es heißt <i>nur,</i> teilend.
ח אמר מר אוציא את הבכור ולא אוציא את המתנות מאי שנא אוציא את הבכור שאין שוה בכל ולא אוציא את המתנות ששוות בכל ת"ל איל
8 Der Meister sagte: Ich könnte das Erstgeborene ausschließen und nicht die Priestergaben. Weshalb? – Ich schließe das Erstgeborene aus, weil es nicht bei allen gleich ist, und ich schließe die Priestergaben nicht aus, weil sie bei allen gleich sind. Daher heißt es <i>Reh.</i>
ט אמר ליה רב פפא לאביי אי מה צבי ואיל אין אותו ואת בנו נוהג בהן אף פסולי המוקדשין אין אותו ואת בנו נוהג בו
9 R. Papa sprach zu Abajje: Demnach sollte doch, wie bei Hirsch und Reh [das Gesetz vom] Vieh mit seinem Jungenkeine Geltung hat, auch bei untauglich gewordenen Opfertieren das Gesetz vom Vieh mit seinem Jungen keine Geltung haben!?
י א"ל למאי מדמית להו אי לחולין אותו ואת בנו נוהג בו ואי לקדשים אותו ואת בנו נוהג בו
10 Dieser erwiderte: Womit willst du es vergleichen: wenn mit Profanem, so gilt ja dabei [das Gesetz] vom Vieh mit seinem Jungen, und wenn mit den Opfertieren, so gilt auch dabei [das Gesetz] vom Vieh mit seinem Jungen.
יא אמר ליה אי הכי גבי חלבו נמי נימא הכי למאי מדמית להו אי לחולין חלבן אסור ואי לקדשים חלבן אסור
11 Dieser erwiderte: Demnach sollte man dies auch hinsichtlich des Talges sagen: womit willst du ihn vergleichen: wenn mit Profanem, so ist ja sein Talg verboten, und wenn mit den Opfertieren, so ist ihr Talg verboten!?
יב אלא לאו מי אמרת אך ולא חלבן אימא נמי אך ולא אותו ואת בנו
12 Wahrscheinlich erklärst du: <i>nur,</i> nicht aber ihr Talg, ebenso erkläre: <i>nur</i>, nicht aber das Vieh mit seinem Jungen.
יג רבא אמר אך לאותו ואת בנו הוא דאתא וחלבו מדמו נפקא דכתיב (דברים טו, כג) רק את דמו לא תאכל
13 Raba erwiderte: Das <i>nur</i> ist wegen [des Gesetzes] vom Vieh mit seinem Jungen nötig, und hinsichtlich des Talges ist es [aus dem Worte] <i>Blut</i> zu entnehmen. Es heißt nämlich:<i>nur ihr Blut darfst du nicht essen;</i>
יד מאי דמו אילימא דמו ממש לא יהא אלא דמן דצבי ואיל אטו דמן דצבי ואיל מי שרי אלא דמו חלבו
14 was heißt Blut: wollte man sagen, wirkliches Blut, so ist es ja nicht weniger als das Blut von Hirsch und Reh, und ist etwa das Blut von Hirsch und Reh erlaubt? Vielmehr ist unter Blut der Talg zu verstehen. –
טו וליכתוב רחמנא חלבו אי כתב רחמנא חלב הוה אמינא אהני היקישא ואהני קרא
15 Sollte doch der Allbarmherzige ‘Talg’ schreiben!? – Würde der Allbarmherzige ‘Talg’ geschrieben haben, so könnte man glauben, man wende die Vergleichungan und man wende den Schriftvers an;
טז אהני היקישא למעוטי מכרת דכי כתב כרת אאוכל חלב בהמה הוא דכתיב שנא' (ויקרא ז, כה) כי כל אוכל חלב מן הבהמה
16 man wende die Vergleichung an, es von der Ausrottung auszuschließen, denn der Schriftvers von der Ausrottung bezieht sich auf das Essen vom Talg eines Viehs, wie es heißt:<i>denn wer Talg von einem Vieh ißt;</i>
יז ואהני קרא למיקם עליה בלאו בעלמא להכי אפקיה רחמנא בלשון דמו לומר לך מה דמו בכרת אף חלבו בכרת
17 und man wende den Schriftvers an, dies nur mit einem Verbote zu belegen. Daher nennt es der Allbarmherzige Blut, um zu sagen: wie das Blut mit der Ausrottung belegt ist, ebenso auch der Talg mit der Ausrottung. –
יח והא תנא אך ולא חלבו קאמר
18 Der Autor sagt ja aber: <i>nur,</i> nicht aber sein Talg!? –
יט ה"ק אילו לא נאמר דמו הייתי אומר אך ולא חלבו עכשיו שנאמר דמו לאותו ואת בנו הוא דאתא:
19 Er meint es wie folgt: hieße es nicht <i>Blut,</i> so würde ich gesagt haben: <i>nur,</i> nicht sein Blut, da es aber <i>Blut</i> heißt, so deutet es auf [das Gesetz] vom Vieh mit seinem Jungen.
כ ואינן יוצאין לחולין: מנא הני מילי דת"ר (דברים יב טו) תזבח ולא גיזה בשר ולא חלב ואכלת ולא לכלביך מכאן שאין פודין את הקדשים להאכילן לכלבים
20 S<small>IE WERDEN NICHT PROFAN.</small> Woher dies? – Die Rabbanan lehrten: <i>Sollst du schlachten,</i> aber nicht scheren; <i>Fleisch,</i> aber keinen Talg; <i>du sollst essen,</i> aber nicht für deine Hunde. Hieraus, daß man nicht Opfertiere auslösen darf, um sie Hunden zum Fressen zu geben. M