Bekhorot 66

Kapitel 66

א ולוקמה כולה כר' אלעזר ברבי שמעון דילמא עד כאן לא קאמר ר' אלעזר בר' שמעון התם אלא פסולי המוקדשין דאלימי למיתפס פדיונו אבל בכור דלא אלים למיתפס פדיונו לא
1 Sollte er sie doch ganz R. Elea͑zar b. R. Šimo͑naddizieren!? – R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n sagt dies vielleicht nur von untauglich gewordenen Opfertieren, [deren Heiligkeit] stark ist, die Lösung zu erfassen, nicht aber vom Erstgeborenen, [dessen Heiligkeit] nicht so stark ist, die Lösung zu erfassen. –
ב ור' אלעזר ברבי שמעון לית ליה כל פסולי המוקדשין נמכרין באיטליז ונשקלין בליטרא אלמא דכיון דאיכא רווחא להקדש שרי לה
2 Hält denn R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n nichts von der Lehre, daß alle untauglich gewordenen Opfertiere im Scharren verkauft und nach Litra ausgewogen werden dürfen, wonach man dies darf, wo ein Gewinn für das Heiligtum vorhanden ist!?
ג אמר רב מרי בריה דרב כהנא מה שמשביח בעור פגם בבשר במערבא משמיה דרבינא אמרי מפני שנראה כעובד עבודה בקדשים
3 R. Mari, Sohn des R. Kahana, erwiderte: Was an der Haut gewonnen wird, geht am Fleische verloren. Im Westen erklärten sie im Namen Rabinas: Weil es den Anschein hat, als verrichte man [Profan]arbeit mit Opfertieren.
ד רבי יוסי בר אבין אומר גזירה שמא יגדל מהן עדרים עדרים:
4 R. Jose b. Abin erklärte: Aus Rücksicht darauf, man könnte aus solchen ganze Herden züchten.
ה <big><strong>מתני׳</strong></big> בכור שאחזו דם אפי' מת אין מקיזין לו דם דברי רבי יהודה וחכ"א יקיז ובלבד שלא יעשה בו מום ואם עשה בו מום הרי זה לא ישחט עליו ר"ש אומר יקיז אע"פ שהוא עושה בו מום:
5 <b>H</b><small>AT EIN</small> E<small>RSTGEBORENES</small> B<small>LUTANDRANG BEKOMMEN</small>, <small>SO DARF MAN IHM NICHT ZUR</small> A<small>DER LASSEN</small>, <small>SELBST WENN ES DARAN VERENDEN MUSS</small> – <small>SO</small> R. J<small>EHUDA</small>. D<small>IE</small> W<small>EISEN SAGEN</small>, <small>MAN LASSE IHM ZUR</small> A<small>DER</small>, <small>NUR DARF MAN IHM KEINEN</small> L<small>EIBESFEHLER BEIBRINGEN</small>. H<small>AT MAN IHM EINEN</small> L<small>EIBESFEHLER BEIGEBRACHT</small>, <small>SO DARF MAN ES NICHT DARAUFHIN SCHLACHTEN</small>. R. Š<small>IMO͑N SAGT</small>, <small>MAN DÜRFE IHM ZUR</small> A<small>DER LASSEN</small>, <small>SELBST WENN MAN IHM DABEI EINEN</small> L<small>EIBESFEHLER BEIBRINGT</small>.
ו <big><strong>גמ׳</strong></big> ת"ר בכור שאחזו דם מקיזין לו את הדם במקום שאין עושים בו מום ואין מקיזין לו את הדם במקום שעושין בו מום דברי רבי מאיר
6 GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Wenn ein Erstgeborenes Blutandrang bekommt, so lasse man ihm zur Ader an einer Stelle, wo man ihm keinen Leibesfehler beibringt: man darf ihm aber nicht zur Ader lassen an einer Stelle, wo man ihm einen Leibesfehler beibringt – so R. Meír.
ז וחכ"א אף במקום שעושה בו מום ובלבד שלא ישחט על אותו המום ר"ש אומר אף נשחט על אותו המום ר' יהודה אומר אפי' מת אין מקיזין לו את הדם
7 Die Weisen sagen, auch an einer Stelle, wo man ihm einen Leibesfehler beibringt, nur dürfe man es auf diesen Leibesfehler hin nicht schlachten. R. Šimo͑n sagt, man dürfe es auch auf diesen Leibesfehler hin schlachten. R. Jehuda sagt, selbst wenn es daran verenden muß, dürfe man ihm nicht zur Ader lassen.
ח מתני ליה ר' אלעזר לבריה ואמרי לה ר' חייא לבריה כמחלוקת כאן כך מחלוקת בחבית של תרומה דתנן חבית של תרומה שנולד בה ספק טומאה ר"א אומר אם היתה במקום התורפה יניחנה במקום המוצנע אם היתה מגולה יכסנה
8 R. Elea͑zar lehrte seinen Sohn, und wie manche sagen, R. Ḥija seinen Sohn: Wie sie hierüber streiten, so streiten sie auch über das Faß mit Hebe. Wir haben nämlich gelernt: Wenn über ein Faß mit Hebe ein Zweifel der Unreinheit entsteht, so stelle man es, wie R. Elie͑zer sagt, falls es sich auf einem freien Platze befindet, auf einen geborgenen Platz, und wenn es offen ist, so decke man es zu.
ט רבי יהושע אומר אם היתה מונחת במקום המוצנע יניחנה במקום התורפה אם היתה מכוסה יגלנה רבן גמליאל אומר לא יחדש בה דבר
9 R. Jehošua͑ sagt, befindet es sich auf einem geborgenen Platze, so stelle man es auf einen freienPlatz, und ist es zugedeckt, so decke man es auf. R. Gamliél sagt, man ändere nichts daran.
י ר"מ כרבי אליעזר ורבנן כרבי יהושע ור' יהודה כרבן גמליאל
10 R. Meír ist der Ansicht R. Elie͑zers. die Rabbanan sind der Ansicht R. Jehošua͑s und R. Jehuda ist der Ansicht R. Gamliéls. –
יא ממאי דלמא עד כאן לא קאמר ר"מ התם דקא עביד בידים אבל הכא דגרמא כרבי יהושע סבירא ליה
11 Wieso denn, vielleicht ist R. Meír dieser Ansicht nur hierbei, wo man esmit Händen tut, da aber, wo man es nur verursacht, ist er der Ansicht R. Jehošua͑s.
יב ועד כאן לא קאמר רבי אליעזר התם אלא שמא יבא אליהו ויטהרנה אבל הכא דאי שביק ליה מיית כרבנן סבירא ליה
12 Und vielleicht ist R. Elie͑zer dieser Ansicht nur da, weil Elijahukommen und es als rein erklären kann, hierbei aber, wo es, wenn man dies unterläßt, verenden muß, ist er der Ansicht der Rabbanan.
יג ועד כאן לא קאמרי רבנן הכא דאי שביק ליה מיית אבל התם שמא יבא אליהו ויטהרנה כר' אליעזר סבירא להו ועד כאן לא קאמר ר' יהודה הכא דקא עביד בידים אבל התם דגרמא כרבי יהושע ס"ל
13 Und vielleicht sind die Rabbanan dieser Ansicht nur hierbei, weil es, wenn man dies unterläßt, verenden muß, da aber, wo Elijahu kommen und es als rein erklären kann, sind sie der Ansicht R. Elie͑zers. Und vielleicht ist R. Jehuda dieser Ansicht nur hierbei, wo man esmit Händen tut, da aber, wo man es nur verursacht, ist er der Ansicht R. Jehošua͑s.
יד וע"כ לא קאמר רבן גמליאל התם דשמא יבא אליהו ויטהרנה אבל הכא דאי שביק ליה מיית כרבנן ס"ל
14 Und vielleicht ist R. Gamliél dieser Ansicht nur da, weil Elijahu kommen und es als rein erklären kann, hierbei aber, wo es, wenn man dies unterläßt, verenden muß, ist er der Ansicht der Rabbanan.
טו ועוד הכא בקראי פליגי והכא בקראי פליגי דאמר ר' חייא בר אבא א"ר יוחנן הכל מודים במחמץ אחר מחמץ שהוא חייב דכתיב (ויקרא ו, י) לא תאפה חמץ ולא תעשה
15 Und ferner streiten sie ja hier über Schriftverse und da über Schriftverse!? R. Ḥija b. Abin sagte nämlich im Namen R. Joḥanans: Alle stimmen überein, daß man, wenn man die gesäuerte [Opfergabe] säuert, schuldig sei, denn es heißt:<i>sie darf nicht aus Gesäuertem gebacken werden</i>, und abermals:<i>sie darf nicht bereitet werden</i>.
טז במסרס אחר מסרס שהוא חייב דכתיב (ויקרא כב, כד) ומעוך וכתות ונתוק וכרות אם על כורת חייב על נותק לא כל שכן אלא להביא נותק אחר כורת שהוא חייב
16 Daß man ferner schuldig sei, wenn man ein Kastriertes abermals kastriert, denn es heißt: <i>dem die Hoden zerquetscht, zerschlagen, abgerissen oder durchgeschnitten sind</i>, und da man, wenn man wegen des Durchschneidens schuldig ist, wegen des Abreißens erst recht schuldigist, so schließt dies das Abreißen nach dem Durchschneiden ein, daß man dieserhalb schuldig ist.
יז לא נחלקו אלא במטיל מום בבעל מום דר"מ סבר כל מום לא יהיה בו ורבנן סברי (ויקרא כב, כא) תמים יהיה לרצון
17 Sie streiten nur über den Fall, wenn man einem fehlerbehafteten [Erstgeborenen] einen Leibesfehler beibringt. R. Meír sagt:<i>keinerlei</i><i>Gebrechen darf an ihm sein</i>, und die Rabbanan sagen: <i>fehlerfrei soll es sein, zum Wohlgefallen</i>. –
יח ורבי מאיר האי תמים יהיה לרצון מאי עביד ליה מיבעי ליה למעוטי בעל מום מעיקרו
18 Wofür verwendet R. Meír [die Worte]: <i>fehlerfrei soll es sein, zum Wohlgefallen</i>!? – Diese verwendet er zur Ausschließung eines von früher herFehlerbehafteten. –
יט בעל מום מעיקרו פשיטא דיקלא בעלמא הוא
19 Von einem von früher her Fehlerbehafteten ist dies ja selbstverständlich, es ist ja nichts weiter als eine Palme!? –
כ אלא למעוטי פסולי המוקדשין לאחר פדיונן סד"א הואיל ואסירי בגיזה ועבודה במומין נמי ליתסרו קמ"ל
20 Vielmehr, dies schließt untauglich gewordene Opfertiere nach ihrer Auslösung aus. Man könnte glauben, da sie zur Schur und zur Arbeit verboten sind, seien sie auch fehlerbehaftet verboten, so lehrt er uns. –
כא רבנן נמי הכתיב כל מום לא יהיה בו לגרמא הוא דאתי דתניא מום לא יהיה בו אין לי
21 Und die Rabbanan, es heißt ja: <i>keinerlei Gebrechen darf an ihm sein</i>!? – Dies ist wegen der Verursachung nötig. Es wird nämlich gelehrt: <i>Keinerlei Gebrechen darf an ihm sein</i>;