Berakhot 80

Kapitel 80

א אבל היכא דכי שקלת ליה לפירי ליתיה לגווזא דהדר מפיק לא מברכינן עליה בורא פרי העץ אלא בפה"א:
1 wenn aber, nachdem man die Frucht gepflückt, das Gezweige nicht zurückbleibt und wieder [Früchte] trägt, so spricht man nicht den Segen ‘Der die Baumfrucht erschafft’, sondern ‘Der die Bodenfrucht erschafft’.
ב ועל כולן אם אמר שהכל וכו': אתמר רב הונא אמר חוץ מן הפת ומן היין ורבי יוחנן אמר אפי' פת ויין
2 B<small>EI ALLEN ABER</small> &amp;<small>C</small>. <small>WENN MAN</small> ‘A<small>LLES</small> &amp;<small>C</small>’. Es wurde gelehrt: R. Hona sagt, außer Brot und Wein; R. Joḥanan sagt, auch Brot und Wein.
ג נימא כתנאי ראה פת ואמר כמה נאה פת זו ברוך המקום שבראה יצא ראה תאנה ואמר כמה נאה תאנה זו ברוך המקום שבראה יצא דברי ר' מאיר ר' יוסי אומר כל המשנה ממטבע שטבעו חכמים בברכות לא יצא ידי חובתו נימא רב הונא דאמר כר' יוסי ור' יוחנן דאמר כר' מאיר
3 Es wäre anzunehmen, daß sie [denselben Streit führen] wie die folgenden Tannaím. Wenn jemand Brot gesehen und gesprochen hat: wie schön ist dieses Brot, gepriesen sei Gott, der es erschaffen hat, so hat er seiner Pflicht genügt. Wenn er eine Feige gesehen und gesprochen hat: wie schön ist diese Feige, gepriesen sei Gott, der sie erschaffen hat, so hat er seiner Pflicht genügt – so R. Meír. R. Jose sagt, wer das von den Weisen bei den Segenssprüchen festgesetzte Gepräge ändert, genüge seiner Pflicht nicht. Es wäre anzunehmen, daß R. Hona der Ansicht R. Joses, und R. Joḥanan der Ansicht R. Meírs ist. –
ד אמר לך רב הונא אנא דאמרי אפי' לר' מאיר עד כאן לא קאמר ר' מאיר התם אלא היכא דקא מדכר שמיה דפת אבל היכא דלא קא מדכר שמיה דפת אפילו ר' מאיר מודה
4 R. Hona kann dir erwidern: meine Ansicht gilt auch nach R. Meír, denn R. Meír vertritt seine Ansicht nur da, wo er den Namen des Brotes genannt hat, wenn man aber den Namen des Brotes nicht nennt, pflichtet auch R. Meír bei;
ה ור' יוחנן אמר לך אנא דאמרי אפילו לרבי יוסי עד כאן לא קאמר ר' יוסי התם אלא משום דקאמר ברכה דלא תקינו רבנן אבל אמר שהכל נהיה בדברו דתקינו רבנן אפילו ר' יוסי מודה
5 und auch R. Joḥanan kann dir erwidern: meine Ansicht gilt auch nach R. Jose, denn R. Jose vertritt seine Ansicht nur da, wo er einen Segen gesprochen hat, den die Rabbanan nicht angeordnet haben, wenn man aber ‘Alles entsteht durch sein Wort’ spricht, das die Rabbanan angeordnet haben, pflichtet auch R. Jose bei.
ו בנימין רעיא כרך ריפתא ואמר בריך מריה דהאי פיתא אמר רב יצא והאמר רב כל ברכה שאין בה הזכרת השם אינה ברכה דאמר בריך רחמנא מריה דהאי פיתא
6 Binjamin der Hirt aß sein Brot und sprach: Gepriesen sei der Herr dieses Brotes. Da sagte Rabh: Er hat seiner Pflicht genügt. – Rabh sagte ja aber, ein Segensspruch, in dem der Gottesname nicht erwähnt wird, sei kein Segensspruch!? – Er hatte gesprochen: Gepriesen sei der Allbarmherzige, der Herr dieses Brotes. –
ז והא בעינן שלש ברכות מאי יצא דקאמר רב נמי יצא ידי ברכה ראשונה
7 Es sind ja aber drei Segenssprüche erforderlich!? – Mit ‘genügt’ meinte Rabh auch nur, er habe der Pflicht des ersten Segensspruches genügt. –
ח מאי קמשמע לן אע"ג דאמרה בלשון חול
8 Er lehrt uns damit, [es genüge,] wenn man es in profaner Sprache gesprochen hat, und dies wurde ja bereits gelehrt!?
ט תנינא ואלו נאמרים בכל לשון פרשת סוטה וידוי מעשר וקריאת שמע ותפלה וברכת המזון אצטריך סד"א הני מילי דאמרה בלשון חול כי היכי דתקינו רבנן בלשון קדש אבל לא אמרה בלשון חול כי היכי דתקינו רבנן בלשון קדש אימא לא קמ"ל:
9 Folgendes kann in jeder Sprache gelesen werden: der Abschnitt der Ehebruchverdächtigten, das Bekenntnis beim Zehnten, das Šema͑, das Gebet und der Tischsegen. – Dies ist nötig; man könnte glauben, nur in dem Falle, wenn man ihn in profaner Sprache genau so spricht, wie ihn die Rabbanan in der Heiligensprache angeordnet haben, nicht aber, wenn man ihn in der profanen Sprache nicht so spricht, wie ihn die Rabbanan in der Heiligensprache angeordnet haben, so lehrt er uns.
י גופא אמר רב כל ברכה שאין בה הזכרת השם אינה ברכה ורבי יוחנן אמר כל ברכה שאין בה מלכות אינה ברכה אמר אביי כוותיה דרב מסתברא דתניא (דברים כו, יג) לא עברתי ממצותיך ולא שכחתי לא עברתי מלברכך ולא שכחתי מלהזכיר שמך עליו ואילו מלכות לא קתני
10 Der Text. Rabh sagte: Ein Segensspruch, in dem der Gottesname nicht erwähnt wird, ist kein Segensspruch. R. Joḥanan sagte: Ein Segensspruch, in dem das Königtum [Gottes] nicht erwähnt wird, ist kein Segensspruch. Abajje sagte: Die Ansicht Rabhs ist einleuchtender, denn es wird gelehrt: <i>Deine Gebote habe ich nicht übertreten, noch vergessen:</i> nicht übertreten, dich zu preisen, noch vergessen, darüber deinen Namen zu erwähnen. Er lehrt aber nicht: darüber dein Königtum [zu nennen]. –
יא ור' יוחנן תני ולא שכחתי מלהזכיר שמך ומלכותך עליו:
11 Und R. Joḥanan!?– Lies: nicht vergessen, darüber deinen Namen und dein Königtum zu erwähnen.
יב <big><strong>מתני׳</strong></big> ועל דבר שאין גדולו מן הארץ אומר שהכל נהיה בדברו על החומץ ועל הנובלות ועל הגובאי אומר שהכל נהיה בדברו ר' יהודה אומר כל שהוא מין קללה אין מברכין עליו
12 <b>Ü</b><small>BER DAS, WAS NICHT AUS DER</small> E<small>RDE WÄCHST, SPRECHE MAN</small> ‘A<small>LLES ENTSTEHT DURCH SEIN</small> W<small>ORT</small>’. Ü<small>BER DEN</small> E<small>SSIG, ÜBER</small> A<small>BGEFALLENES UND ÜBER</small> H<small>EUSCHRECKEN SPRECHE MAN</small> ‘A<small>LLES ENTSTEHT DURCH SEIN</small> W<small>ORT</small>’. R. J<small>EHUDA SAGT, ÜBER ALLES, WAS EINE</small> A<small>RT</small> F<small>LUCH</small> <small>IST, SPRECHE MAN KEINEN</small> S<small>EGEN</small>.
יג היו לפניו מינין הרבה ר' יהודה אומר אם יש ביניהן מין שבעה עליו הוא מברך וחכ"א מברך על איזה מהן שירצה:
13 W<small>ER MEHRERE</small> A<small>RTEN VOR SICH HAT, SPRECHE, WIE</small> R. J<small>EHUDA SAGT, WENN DARUNTER EINE VON DEN SIEBEN</small> A<small>RTEN IST, DEN</small> S<small>EGEN ÜBER DIESE</small>; <small>DIE</small> W<small>EISEN SAGEN, ER SPRECHE DEN</small> S<small>EGEN, ÜBER WELCHE ER WILL</small>.
יד <big><strong>גמ׳</strong></big> תנו רבנן על דבר שאין גדולו מן הארץ כגון בשר בהמות חיות ועופות ודגים אומר שהכל נהיה בדברו על החלב ועל הביצים ועל הגבינה אומר שהכל על הפת שעפשה ועל היין שהקרים ועל התבשיל שעבר צורתו אומר שהכל על המלח ועל הזמית ועל כמהין ופטריות אומר שהכל למימרא דכמהין ופטריות לאו גדולי קרקע נינהו והתניא הנודר מפירות הארץ אסור בפירות הארץ ומותר בכמהין ופטריות ואם אמר כל גדולי קרקע עלי אסור אף בכמהין ופטריות
14 GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Über das, was nicht aus der Erde wächst, beispielsweise Fleisch vom Vieh, Wild, Geflügel oder Fische, spreche man ‘Alles entsteht durch sein Wort’; über Milch, Eier und Käse spreche man ‘Alles’; über verschimmeltes Brot, kahmigen Wein und verdorbene Kochspeise spreche man ‘Alles’; über Salz, Salztunke, Schwämme und Pilze spreche man ‘Alles’. Demnach sind Schwämme und Pilze keine Erdgewächse, dagegen aber wird gelehrt, daß, wenn jemand sich Früchte der Erde abgelobt, ihm Früchte der Erde verboten, Schwämme und Pilze aber erlaubt seien; und wenn er gesagt hat: alle Erdgewächse sollen mir verboten sein, ihm auch Schwämme und Pilze verboten seien!?
טו אמר אביי מירבא רבו מארעא מינקי לא ינקי מארעא
15 Abajje erwiderte: Sie wachsen zwar aus der Erde, ihre Nahrung aber ziehen sie nicht aus der Erde. –
טז והא על דבר שאין גדולו מן הארץ קתני תני על דבר שאין יונק מן הארץ:
16 Er lehrt ja aber: über das, was nicht aus der Erde wächst!? – Lies: über das, was nicht aus der Erde seine Nahrung zieht.
יז ועל הנובלות: מאי נובלות ר' זירא ור' אילעא חד אמר בושלי כמרא וחד אמר תמרי דזיקא
17 Ü<small>BER</small> A<small>BGEFALLENES</small>. Was heißt Abgefallenes? – R. Zera und R. Ilea͑ [erklärten es]; einer erklärt, durch die Hitze überreift, und einer erklärt, Datteln, die der Wind [abgeschüttelt]. –
יח תנן ר' יהודה אומר כל שהוא מין קללה אין מברכין עליו בשלמא למ"ד בושלי כמרא היינו דקרי ליה מין קללה אלא למאן דאמר תמרי דזיקא מאי מין קללה
18 Wir haben gelernt: R. Jehuda sagt, über alles, was eine Art Fluch ist, spreche man keinen Segen. Erklärlich ist es nach demjenigen, der ‘durch die Hitze überreift’ erklärt, daß er es einen Fluch nennt; was für ein Fluch ist es aber nach demjenigen, der ‘Datteln, die der Wind abgeschüttelt’ erklärt!? –
יט אשארא
19 Dies bezieht sich auf die übrigen.
כ איכא דאמרי בשלמא למאן דאמר בושלי כמרא היינו דמברכינן עלייהו שהכל אלא למ"ד תמרי דזיקא שהכל בורא פרי העץ מבעי ליה לברוכי
20 Manche lesen: Erklärlich ist es nach demjenigen, der ‘durch die Hitze überreift’ erklärt, daß man darüber ‘Alles’ spricht; wieso aber spricht man darüber ‘Alles’ nach demjenigen, der ‘Datteln, die der Wind abgeschüttelt’ erklärt, man sollte ja den Segen ‘Der die Baumfrucht erschafft’ sprechen!? –
כא אלא בנובלות סתמא כ"ע לא פליגי דבושלי כמרא נינהו כי פליגי בנובלות תמרה דתנן הקלין שבדמאי השיתין והרימין והעוזרדין בנות שוח ובנות שקמה וגופנין ונצפה ונובלות תמרה
21 Vielmehr über ‘Abgefallenes’ schlechthin stimmen alle überein, daß es durch die Hitze überreifte [Früchte] sind, sie streiten nur über ‘Abgefallenes der Dattelpalme’. Wir haben nämlich gelernt: Die bezüglich des Demaj leichter zu nehmenden sind: Šitin, Rimin, O͑zardin, Benoth šuaḥ, Benoth šiqma, Guphnin, Niçpa, Nobloth temara [Abgefallenes der Dattelpalme].
כב שיתין אמר רבה בר בר חנה א"ר יוחנן מין תאנים רימין כנדי העוזרדין טולשי בנות שוח אמר רבה בר בר חנה א"ר יוחנן תאיני חיורתא בנות שקמה אמר רבה בר בר חנה א"ר יוחנן דובלי גופנין שילהי גופני נצפה פרחה נובלות תמרה ר' אילעא ור' זירא חד אמר בושלי כמרא וחד אמר תמרי דזיקא
22 Šitin, wie Rabba b. Bar Ḥana im Namen R. Joḥanans erklärte: eine Art Feigen; Rimin: Pistazien; O͑zardin: Speierlinge; Benoth šuaḥ, wie Rabba b. Bar Ḥana im Namen R. Joḥanans erklärte: weiße Feigen; Benoth šiqma, wie Rabba b. Bar Ḥana im Namen R. Joḥanans erklärte: gepfropfte Feigen; Guphnin: späte Weintrauben; Niçpa: Kapern. Über Nobloth temara [Abgefallenes der Dattelpalme streiten] R. Ilea͑ und R. Zera; einer erklärt: durch die Hitze überreift, und einer erklärt: Datteln, die der Wind abgeschüttelt. –
כג בשלמא למ"ד בושלי כמרא היינו דקתני הקלין שבדמאי ספיקן הוא דפטור הא ודאן חייב אלא למאן דאמר תמרי דזיקא ודאן חייב הפקרא נינהו
23 Erklärlich ist es nach demjenigen, der ‘durch Hitze überreift’ erklärt, daß er von ‘hinsichtlich des Demaj leichter zu nehmenden’ spricht, denn nur im Zweifel sind sie [zehnt]frei, die sicher [unverzehnteten] hingegen sind pflichtig; wieso aber sollten nach demjenigen, der ‘Datteln, die der Wind abgeschüttelt’ erklärt, die sicher [unverzehnteten] pflichtig sein, sie sind ja Freigut!? –
כד הכא במאי עסקינן שעשאן גורן דא"ר יצחק א"ר יוחנן משום ר' אליעזר בן יעקב הלקט והשכחה והפאה שעשאן גורן הוקבעו למעשר
24 Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn man sie in die Tenne gesammelt hat. R. Jiçḥaq sagte nämlich im Namen R. Joḥanans im Namen des R. Elie͑zer b. Ja͑qob: Nachlese, Vergessenes und Eckenlaß in die Tenne gesammelt, sind zehntpflichtig geworden.
כה איכא דאמרי
25 Manche sagen: