Chullin 200

Kapitel 200

א אפילו תימא לא קדם וסלקו הוי מין ומינו ודבר אחר
1 Du kannst auch sagen, wenn man es nicht vorher entfernt hat, denn hierbei sind es zwei gleiche Arten und eine andere Art,
ב וכל מין ומינו ודבר אחר סלק את מינו כמי שאינו ושאין מינו רבה עליו ומבטלו:
2 und wenn zwei gleiche Arten und eine andere Art vorhanden sind, gilt eine der gleichen Arten als nicht vorhanden, und die andere Art hebt jene durch die Mehrheit auf.
ג <big><strong>מתני׳</strong></big> נוהג בטהורה ואינו נוהג בטמאה רבי יהודה אומר אף בטמאה אמר ר' יהודה והלא מבני יעקב נאסר גיד הנשה ועדיין בהמה טמאה מותרת להן אמרו לו בסיני נאמר אלא שנכתב במקומו:
3 <b>E</b><small>S</small> <small>HAT</small> G<small>ELTUNG NUR BEIM REINEN</small> [V<small>IEH</small>], <small>NICHT ABER</small> <small>BEIM UNREINEN</small>; R. J<small>EHUDA SAGT, AUCH BEIM UNREINEN</small>. R. J<small>EHUDA SPRACH</small>: D<small>IE</small> S<small>PANNADER IST JA SCHON DEN</small> K<small>INDERN</small> J<small>A͑QOBS</small> <small>VERBOTEN WORDEN, WO DAS UNREINE</small> V<small>IEH NOCH ERLAUBT WAR</small>! S<small>IE ERWIDERTEN IHM</small>: D<small>IES IST ERST AM</small> S<small>INAJ VERBOTEN WORDEN, JEDOCH AN DER PASSENDEN</small> S<small>TELLE</small> <small>NIEDERGESCHRIEBEN</small>.
ד <big><strong>גמ׳</strong></big> וסבר ר' יהודה איסור חל על איסור והתניא ר' יהודה אומר יכול תהא נבלת עוף טמא מטמא בגדים בבית הבליעה
4 GEMARA. Ist R. Jehuda denn der Ansicht, ein Verbot erstrecke sich auf Verbotenes, es wird ja gelehrt: R. Jehuda sagte: Man könnte glauben, das Aas eines unreinen Vogels verunreinige im Schlunde
ה תלמוד לומר (ויקרא כב, ח) נבלה וטרפה לא יאכל לטמאה בה מי שאיסורו משום בל תאכל נבלה יצא זה שאין איסורו משום בל תאכל נבלה אלא משום בל תאכל טמאה
5 die Kleider, so heißt es: <i>Aas und Totverlelztes darf er nicht essen, daß er dadurch unrein würde</i>; nur was als Aas verboten ist, ausgenommen das, was nicht als Aas, sondern als Unreines verboten ist.
ו וכי תימא קסבר אין בגידין בנותן טעם ובטמאה נמי איסור גיד איכא איסור טומאה ליכא
6 Wolltest du erwidern, er sei der Ansicht, bei den Adern gebe es keine Geschmacksverleihung, somit ist beim Unreinen nur das Verbot der Spannader und nicht das Verbot des Unreinen zu berücksichtigen,
ז וסבר ר' יהודה אין בגידין בנותן טעם והתניא האוכל גיד הנשה של בהמה טמאה ר' יהודה מחייב שתים ור"ש פוטר
7 so ist ja R. Jehuda nicht der Ansicht, daß es bei den Adern keine Geschmacksverleihung gebe, denn es wird gelehrt. wer die Spannader eines unreinen Viehs gegessen hat, sei nach R. Jehuda zweimal schuldig und nach R. Šimo͑n frei!? –
ח לעולם קסבר יש בגידין בנותן טעם וקסבר נוהג בשליל דאיסור גיד ואיסור טומאה בהדי הדדי קאתי
8 Tatsächlich ist er der Ansicht, daß es bei den Adern eine Geschmacksverleihung gebe, nur ist er der Ansicht, dies habe auch beim Embryo Geltung, somit treten das Verbot der Spannader und das Verbot des Unreinen gleichzeitig ein. –
ט ומי מצית אמרת נוהג בשליל והתנן נוהג בשליל ר' יהודה אומר אינו נוהג בשליל וחלבו מותר
9 Wieso kannst du sagen, es habe beim Embryo Geltung, wir haben ja gelernt, es habe beim Embryo Geltung, und R. Jehuda sagt, es habe beim Embryo keine Geltung und sein Talg sei erlaubt!? –
י הני מילי גבי טהורה דרחמנא אמר (דברים יד, ו) כל בבהמה תאכלו אבל בטמאה נוהג
10 Dies gilt nur vom reinen [Vieh], denn der Allbarmherzige sagt: <i>alles im Vieh</i> <i>dürft ihr essen</i>, beim Unreinen aber hat es Geltung. –
יא ומי מצית אמרת דתרוייהו בהדי הדדי קאתו והתנן על אלו טומאות הנזיר מגלח על המת ועל כזית מן המת
11 Wieso kannst du sagen, beide treten gleichzeitig ein, wir haben ja gelernt, der Nazir schneide sich das Haar wegen der Verunreinigung an einer Leiche oder einer Olive von einer Leiche,
יב וקשיא לן על כזית מן המת מגלח על המת כולו לא כ"ש וא"ר יוחנן לא נצרכא אלא לנפל שלא נתקשרו אבריו בגידין אלמא איסור טומאה קדים
12 und auf unsre Frage, wenn er sich wegen einer Olive von einer Leiche das Haar schneide, um wieviel mehr wegen einer ganzen Leiche, erwiderte R. Joḥanan, dies sei wegen einer Fehlgeburt nötig, deren Glieder noch nicht durch Adern verbunden sind. Demnach tritt ja das Verbot des Unreinen früher ein!? –
יג אע"ג דאיסור טומאה קדים אתי איסור גיד חייל עליה שכן איסורו נוהג בבני נח
13 Obgleich das Verbot des Unreinen früher eintritt, erstreckt sich das Verbot der Spannader dennoch auf dieses, da es auch für Noaḥiden Geltung hat.
יד דיקא נמי דקתני א"ר יהודה והלא מבני יעקב נאסר גיד הנשה ועדיין בהמה טמאה מותרת להם
14 Dies ist auch zu beweisen, denn er lehrt: R. Jehuda sprach: Die Spannader ist ja schon den Kindern Ja͑qobs verboten worden, wo ihnen das unreine Vieh noch erlaubt war.
טו גופא האוכל גיד הנשה של בהמה טמאה רבי יהודה מחייב שתים
15 Der Text. Hat jemand die Spannader von einem unreinen Vieh gegessen, so ist er nach R. Jehuda zweimal schuldig,