Chullin 239

Kapitel 239

א אמתניתין העור והרוטב והקיפה וכו' מצטרפין לטמא טומאת אוכלין
1 auf unsere Mišna: Die Haut, die Gallerte, der Bodensatz &c. werden vereinigt hinsichtlich der Unreinheit von Speisen.
ב אמר ריש לקיש לא שנו אלא עצם דהוי שומר אבל נימא לא הויא שומר ור' יוחנן אמר אפילו נימא נמי הויא שומר
2 Reš Laqiš sagte: Nur ein Knochen gilt als Schutzbalg, ein Haar aber gilt nicht als Schutzbalg. R. Joḥanan aber sagte: Auch ein Haar gilt als Schutzbalg.
ג א"ל ר"ל לר' יוחנן ומי איכא שומר על גבי שומר חלחולי מחלחל
3 Reš Laqiš sprach zu R. Joḥanan: Gibt es denn einen Schutzbalg für einen Schutzbalg!? – Es dringt durch.
ד מתקיף לה רב אחא אלא מעתה תפילין היכי כתבינן הא בעינן כתיבה תמה וליכא
4 R. Aḥa wandte ein: Wieso darf man demnach Tephillin schreiben, es ist ja eine vollkommene Schrift erforderlich, was hierbei nicht der Fall ist!? –
ה אישתמיטתיה הא דאמרי במערבא כל נקב שהדיו עובר עליו אינו נקב
5 Ihm war das entgangen, was sie im Westen sagten, daß nämlich ein Loch, über das die Tinte hinweggeht, nicht als Loch gelte.
ו איתיביה ר' יוחנן לריש לקיש עור שיש עליו כזית בשר הנוגע בציב היוצא ממנו ובשערה שכנגדו טמא מאי לאו משום שומר לא משום יד
6 R. Joḥanan wandte gegen Reš Laqiš ein: Ist an einer Haut eine Olive Fleisch, so ist der, der eine hervorstehende Faser oder ein gegenüberliegendes Haar berührt, unrein. Wahrscheinlich gilt es als Schutzbalg!? – Nein, als Stiel. –
ז נימא אחת למאי חזיא כדאמר רבי אילעא במלאי שבין המלאין ה"נ בנימא שבין הנימין
7 Wofür ist ein Haar verwendbar!? – Wie R. Ilea͑ erklärt hat, es gelte von einer Ährenfaser unter den Ährenfasern, ebenso gilt es auch hierbei von einem Haare unter den Haaren. –
ח והיכא איתמר דרבי אילעא אהא דתנן המלאי שבשבלין מטמאין ומיטמאין ואין מצטרפין מלאי למאי חזיא אמר רבי אילעא במלאי שבין המלאין:
8 Worauf bezieht sich die Erklärung R. Ilea͑s? – Auf folgende Lehre: Ährenfasern machen unrein, werden unrein und werden nicht vereinigt. Wofür ist eine Ährenfaser verwendbar? R. Ilea͑ erwiderte: Dies gilt von einer Faser unter den Fasern.
ט והרוטב: מאי רוטב אמר רבא שומנא
9 D<small>IE</small> G<small>ALLERTE</small>. Was ist Roṭeb? Raba erwiderte: Das Fett.
י א"ל אביי הוא עצמו יטמא טומאת אוכלין אלא חלב דקריש
10 Abajje sprach zu ihm: Dieses sollte ja auch gesondert als Speise verunreinigungsfähig sein!? Vielmehr, der geronnene Saft. –
יא מאי איריא קריש כי לא קריש נמי דאמר ריש לקיש ציר שעל גבי ירק מצטרף לככותבת ביום הכפורים
11 Weshalb gerade geronnen, dies sollte ja auch vom ungeronnenen gelten, denn Reš Laqiš sagte, die Tunke auf den Kräutern werde hinsichtlich des Versöhnungstages zur Dattelgröße vereinigt!? –
יב התם משום יתובי דעתא הוא בכל דהו מיתבא דעתיה
12 Da kommt es auf die Befriedigung an, und befriedigt wird man mit allem,
יג הכא משום איצטרופי הוא אי קריש מצטרף אי לא קריש לא מצטרף:
13 hierbei aber auf die Vereinigung, und vereinigt wird er nur dann, wenn er geronnen ist, sonst aber nicht.
יד והקיפה: מאי קיפה אמר רבה פירמא
14 D<small>ER</small> B<small>ODENSATZ</small>. Was ist Bodensatz? Rabba erwiderte: Das Abgebrökkelte.
טו א"ל אביי הוא עצמו יטמא טומאת אוכלין אלא אמר רב פפא תבלין
15 Abajje sprach zu ihm: Dieses sollte ja auch gesondert als Speise verunreinigungsfähig sein!? Vielmehr, erklärte R. Papa, die Würze.
טז תנן התם הקפה את הדם ואכלו או שהמחה את החלב וגמעו חייב
16 Dort haben wir gelernt: Hat man Blut gerinnen lassen und es gegessen, oder Talg geschmolzen und ihn geschlürft, so ist man schuldig.
יז בשלמא הקפה את הדם ואכלו כיון דאקפיה אחשובי אחשביה אלא המחה את החלב וגמעו אכילה כתיבא ביה והא לאו אכילה היא
17 Erklärlich ist dies von dem Falle, wenn man Blut gerinnen ließ und es gegessen hat, denn, da man es gerinnen ließ, so hat man es [als Speise] geachtet, weshalb aber in dem Falle, wenn man Talg geschmolzen und ihn geschlürft hat, hierbei wird ja [der Ausdruck] ‘essen’ gebraucht, und dies ist kein Essen!?
יח אמר ר"ל אמר קרא (ויקרא ז, כ) נפש לרבות את השותה
18 Reš Laqiš erwiderte: Die Schrift sagt <i>Seele</i>, und dies schließt den Trinkenden ein.
יט תניא נמי גבי חמץ כה"ג המחהו וגמעו אם חמץ הוא ענוש כרת אם מצה היא אין אדם יוצא בה ידי חובתו בפסח
19 Desgleichen wird auch vom Gesäuerten gelehrt: Hat man es aufgelöst und geschlürft, so verfällt man, wenn es Gesäuertes ist, der Ausrottung, und ist es Ungesäuertes, so genügt man damit nicht seiner Pflicht am Pesaḥfeste.
כ בשלמא אם מצה היא אין אדם יוצא בה ידי חובתו בפסח (דברים טז, ג) לחם עוני אמר רחמנא והאי לאו לחם עוני הוא אלא אם חמץ הוא ענוש כרת אכילה כתיבא ביה
20 Erklärlich ist es, daß, wenn es Ungesäuertes ist, man damit nicht seiner Pflicht am Pesaḥfeste genüge, denn der Allbarmherzige spricht von <i>Brot des Elends</i>, und solches ist kein Brot, wieso aber verfällt man, wenn es Gesäuertes ist, der Ausrottung, hierbei wird ja [der Ausdruck] ‘essen’ gebraucht!?
כא אמר ריש לקיש אמר קרא (שמות יב, טז) נפש לרבות את השותה
21 Reš Laqiš erwiderte: Die Schrift sagt: <i>Seele</i>, und dies schließt den Trinkenden ein.
כב ותניא נמי גבי נבלת עוף טהור כה"ג המחהו באור טמא בחמה טהור והוינן בה אכילה כתיב ביה
22 Desgleichen wird auch vom Aase eines reinen Vogels gelehrt: Hat man es am Feuer geschmolzen, so ist man unrein, und wenn an der Sonne, so ist man rein. Und auf unseren Einwand, hierbei werde ja [der Ausdruck] ‘essen’ gebraucht, erwiderte
כג אמר ריש לקיש אמר קרא (ויקרא ז, כה) נפש לרבות את השותה אי הכי בחמה נמי בחמה איסרוחי מסרח
23 Reš Laqiš: Die Schrift sagt: <i>Seele</i>, und dies schließt den Trinkenden ein. – Demnach sollte es auch von dem Falle gelten, wenn es an der Sonne erfolgt!? – An der Sonne verwest es.
כד וצריכי דאי כתב רחמנא חלב חמץ לא אתי מיניה שכן לא היתה לו שעת הכושר נבלה לא אתי מיניה שכן ענוש כרת
24 Und dies ist bei allen nötig. Würde der Allbarmherzige es nur beim Talge geschrieben haben, so könnte man es hiervon hinsichtlich des Gesäuerten nicht folgern, da jenes keine Zeit der Tauglichkeit hatte, und auch nicht hinsichtlich des Aases, da jenes mit der Ausrottung belegt ist.
כה ואי כתב רחמנא חמץ חלב לא אתי מיניה שכן לא הותר מכללו ונבלה לא אתיא מיניה שכן ענוש כרת
25 Und würde der Allbarmherzige es nur beim Gesäuerten geschrieben haben, so könnte man es hiervon hinsichtlich des Talges nicht folgern, da jenes nicht aus der Allgemeinheit heraus erlaubt worden ist, und auch nicht hinsichtlich des Aases, da jenes mit der Ausrottung belegt ist.
כו ואי כתב רחמנא בנבלה הנך לא אתיא מינה שכן מטמאה
26 Und würde der Allbarmherzige es nur beim Aase geschrieben haben, so könnte man es hiervon hinsichtlich jener nicht folgern, da dieses verunreinigend ist. –
כז חדא מחדא לא אתיא תיתי חדא מתרתי הי תיתי לא לכתוב רחמנא בנבלה ותיתי מהנך מה להנך שכן ענוש כרת
27 Wenn es auch hinsichtlich des einen von einem nicht zu folgern ist, so könnte man es ja hinsichtlich des einen von zweien folgern!? – Hinsichtlich wessen sollte es gefolgert werden: wenn der Allbarmherzige es beim Aas nicht geschrieben hätte und man es hinsichtlich dessen von jenen folgern wollte, [so könnte man erwidern:] wohl gilt dies von jenen, die mit der Ausrottung belegt sind.
כח לא לכתוב רחמנא בחמץ ותיתי מהנך מה להנך שכן לא היתה להן שעת הכושר
28 Wenn der Allbarmherzige es beim Gesäuerten nicht geschrieben hätte und man es hinsichtlich dessen von jenen folgern wollte, [so könnte man erwidern:] wohl gilt dies von jenen, die keine Zeit der Tauglichkeit hatten.
כט לא לכתוב רחמנא בחלב ותיתי מהנך מה להנך שכן לא הותר מכללן תאמר בחלב שהותר מכללו
29 Und wenn der Allbarmherzige es beim Talge nicht geschrieben hätte und man es hinsichtlich dessen von jenen folgern wollte, [so könnte man erwidern:] wohl gilt dies von jenen, die nicht aus der Allgemeinheit heraus erlaubt worden sind, während der Talg aus der Allgemeinheit heraus erlaubt worden ist. –
ל ומאי ניהו אילימא חלב בהמה לגבוה נבלה נמי אשתראי מליקת עוף לגבוה
30 Welcher ist es: wollte man sagen der Talg eines Viehs für Gott, so ist ja für Gott auch das Aas erlaubt, beim Kopfabkneifen des Geflügels;
לא ואלא חלב חיה להדיוט נבלה נמי אשתראי מליקה דחטאת העוף לכהנים
31 wollte man sagen, der Talg eines Wildes für Gemeine, so ist ja auch das Aas erlaubt worden, beim Kopfabkneifen des Geflügel-Sündopfers, das den Priestern gehört!? –
לב לעולם חלב חיה להדיוט ודקא קשיא לך כהנים כהנים משלחן גבוה קא זכו
32 Tatsächlich der Talg eines Wildes für Gemeine, wenn du aber von den Priestern einwendest, so erhalten die Priester es vom Tische Gottes. –
לג והא דתניא הטמאים לאסור צירן ורוטבן וקיפה שלהן למה לי ליגמר מהני
33 Wozu heißt es demnach: <i>die unrein sind</i>, um Tunke, Gallerte und Bodensatz zu verbieten, dies ist ja von jenen zu folgern!? – Dies ist nötig.
לד צריכי דאי לא כתב רחמנא הוה אמינא דיו לבא מן הדין להיות כנדון מה התם עד דאיכא כזית אף הכא נמי עד דאיכא כזית
34 Würde der Allbarmherzige es nicht geschrieben haben, so könnte man glauben, es genüge, wenn das, was gefolgert wird, dem gleicht, wovon gefolgert wird, wie bei jenen [Strafbarkeit] nur bei Olivengröße erfolgt, ebenso auch hierbei nur bei Oliven große. –