Chullin 261

Kapitel 261

א דאתו לידיה בטבלייהו וקסבר האי תנא מתנות שלא הורמו כמי שהורמו דמיין
1 in dem Falle, wenn sie unverzehntet in seinen Besitz gekommen sind, und dieser Autor ist der Ansicht, die noch nicht abgehobenen Gaben gelten als bereits abgehoben. –
ב תא שמע הרי שאנסו בית המלך גרנו אם בחובו חייב לעשר אם באנפרות פטור מלעשר
2 Komm und höre: Wenn einem die Regierung seine Tenne abgenommen hat, so ist er, falls es wegen einer Schuld erfolgt ist, zur Verzehntung verpflichtet, und falls als Konfiskation, von der Verzehntung frei!? –
ג שאני התם דקא משתרשי ליה
3 Anders ist es hierbei, da er dadurch einen Nutzen hat. –
ד תא שמע אמר לו מכור לי בני מעיה של פרה והיה בהן מתנות כהונה נותנן לכהן ואינו מנכה לו מן הדמים לקח הימנו במשקל נותנן לכהן ומנכה לו מן הדמים
4 Komm und höre: Wenn jemand zu [einem Schlächter] sagte, daß er ihm die Eingeweide einer Kuh verkaufe, und darunter die Priestergaben sich befinden, so gehe er sie dem Priester und ziehe ihm nichts vom Preise ab; kaufte er sie nach Gewicht, so gebe er sie dem Priester und ziehe sie ihm vom Preise ah.
ה אמאי ליהוי כמזיק מתנות כהונה או שאכלן שאני התם דאיתנהו בעיניהו
5 Weshalb denn, dies ist ja ebenso, als wenn jemand Priestergaben beschädigt oder aufgegessen hat!? – Anders ist es da, wo sie vollständig vorhanden sind. –
ו ת"ש תשעה נכסי כהן תרומה ותרומת מעשר וחלה ראשית הגז ומתנות והדמאי והבכורים והקרן והחומש
6 Komm und höre: Neun Dinge sind Eigentum des Priesters: die Hebe, die Zehnthebe, die Teighebe, die Erstschur, Priestergaben, das Demaj, die Erstlinge, das Grundkapital und das Fünftel.
ז למאי לאו להוציאן בדיינין לא לכדתנן למה אמרו נכסי כהן שקונה בהן עבדים וקרקעות ובהמה טמאה ובעל חוב נוטלן בחובו ואשה בכתובתה וספר תורה
7 Doch wohl in der Hinsicht, daß sie durch Richter einklagbar sind!? – Nein, hinsichtlich der folgenden Lehre: In welcher Beziehung sagten sie, sie seien Eigentum des Priesters? Daß er dafür Sklaven, Grundstücke und unreines Vieh kaufen darf, ein Gläubiger sie für seine Schuld und seine Ehefrau für ihre Morgengabe wegnehmen kann, und er dafür eine Gesetzrolle [anschaffen] darf.
ח ההוא ליואה דהוה חטף מתנתא אתו אמרו ליה לרב אמר להו לא מסתייה דלא שקלינן מיניה אלא מיחטף נמי חטיף
8 Einst war ein Levite, der Priestergaben wegnahm, und als man es Rabh erzählte, sprach er: Nicht genug, daß man sie von ihm nicht nimmt, auch wegnehmen tut er! –
ט ורב אי איקרו עם משקל נמי לשקול מינייהו אי לא איקרו עם רחמנא פטרינהו
9 [Welcher Ansicht] ist Rabh: gehören [Leviten] zum Volke, so sollte man sie von ihnen auch nehmen,
י מספקא ליה אי איקרו עם אי לא איקרו עם
10 und gehören sie nicht zum Volke, so hat der Allbarmherzige ihn ja befreit!? Ihm war es zweifelhaft, ob sie zum Volke gehören oder nicht.
יא יתיב רב פפא וקאמר לה להא שמעתא איתיביה רב אידי בר אבין לרב פפא ארבע מתנות עניים שבכרם הפרט והעוללות והשכחה והפאה ושלש שבתבואה הלקט והשכחה והפאה שנים שבאילן השכחה והפאה
11 R. Papa saß und trug diese Lehre vor, da wandte R. Idi b. Abin gegen R. Papa ein: Für die vier Armengaben vom Weinberge, Abfall, Nachlese, Vergessenes und Eckenlaß, die drei vom Getreide, Nachlese, Vergessenes und Eckenlaß, und die zwei von den Baumfrüchten], Vergessenes und Eckenlaß,
יב כולן אין בהם טובת הנאה לבעלים ואפילו עני שבישראל מוציאין מידו
12 hat der Eigentümer keinen Dank zu beanspruchen; sie werden selbst dem Ärmsten in Jisraél abgenommen.
יג מעשר עני המתחלק בתוך ביתו יש בו טובת הנאה לבעלים ואפי' עני שבישראל מוציאין אותו מידו ושאר מתנות כהונה כגון הזרוע והלחיים והקבה אין מוציאין אותן (מידו) לא מכהן לכהן ולא מלוי ללוי
13 Für den Armenzehnten, der zuhause verteilt wird, gehört der Dankdem Eigentümer, aber auch dieser wird selbst dem Ärmsten in Jisraél abgenommen. Die übrigen Priestergaben, wie Bug, Kinnbacken und Magen, werden von einem Priester für einen anderen Priester oder von einem Leviten für einen anderen Leviten nicht genommen.
יד ארבע מתנות שבכרם הפרט והעוללות והשכחה והפאה דכתיב (ויקרא יט, י) וכרמך לא תעולל ופרט כרמך לא תלקט
14 Die vier Gaben vom Weinberge, Abfall, Nachlese, Vergessenes und Eckenlaß, denn es heißt: <i>in deinem Weinberge sollst du nicht nachlesen und den Abfall deines Weinberges sollst du nicht auflesen</i>.
טו וכתיב (דברים כד, כא) כי תבצור כרמך לא תעולל אחריך אמר ר' לוי אחריך זו שכחה
15 Ferner heißt es: <i>wenn du deinen Weinberg aberntest, sollst du hinterher nicht nachlesen, und R. Levi sagte, dies</i> sei auf das Vergessene [zu beziehen].
טז פאה גמר אחריך אחריך מזית דכתיב (דברים כד, כ) כי תחבוט זיתך לא תפאר אחריך ותנא דבי ר' ישמעאל שלא תטול תפארתו ממנו
16 Hinsichtlich des Eckenlasses ist dies durch [das Wort] <i>hinterher</i> von der Oliven[lese] zu entnehmen, denn es heißt: <i>wenn du deine Ölbäume abklopfst, sollst du nicht hinterher die Zweige absuchen</i>, und in der Schule R. Jišma͑éls erklärten sie, man beraube sie nicht des Schmuckes.
יז שלשה שבתבואה הלקט
17 Die drei vom Getreide, Nachlese,