Eruvin 159

Kapitel 159

א ואין טועמין מפירותיה
1 und von seinen Früchten nicht genießen;
ב ושמואל אמר כגון דאמרי הני תמרי לשיכרא דבי נצרפי דשתו ליה ביום חגם (אמר אמימר) ואמרו לי סבי דפומבדיתא הלכתא כוותיה דשמואל
2 Šemuél sagt, von dem man sagt, dessen Datteln sind zum Met für die Niçrepheleute bestimmt, den sie an ihrem Festtage trinken. (Amemar sagte:) Hierzu sagten mir die Greise von Pumbeditha, die Halakha sei wie Šamuél.
ג מיתיבי כיצד משתתפין במבוי מביאים חבית של יין ושל שמן ושל תמרים ושל גרוגרות ושל שאר מיני פירות
3 Man wandte ein: Wie geschieht die Verbindung für die Durchgangsgasse? Einer hole das Faß Wein, Öl, Datteln, Dörrfeigen oder andere Früchte,
ד אם משלו צריך לזכות ואם משלהן צריך להודיע ומגביה מן הקרקע משהו מאי משהו נמי דקאמר טפח
4 wenn von seinem, so eigne er es ihnen zu, und wenn von ihrem, so teile er es ihnen mit, sodann hebe er es ein wenig vom Boden hoch!? – Unter ‘ein wenig’ ist eben eine Handbreite zu verstehen.
ה איתמר שיתופי מבואות רב אמר אין צריך לזכות ושמואל אמר צריך לזכות עירובי תחומין רב אמר צריך לזכות ושמואל אמר אין צריך לזכות
5 Es wurde gelehrt: [Die Speisen] zur Verbindung für die Durchgangsgasse braucht man, wie Rabh sagt, nicht zuzueignen, und wie Šemuél sagt, muß man sie wohl zueignen; [die Speisen] zur Vereinigung der Gebiete muß man, wie Rabh sagt, zueignen, und wie Šemuél sagt, braucht man sie nicht zuzueignen. –
ו בשלמא לשמואל הכא תנן והכא לא תנן אלא לרב מאי טעמא
6 Einleuchtend ist die Ansicht Šemuéls, denn von dem einen haben wir es gelernt und von anderen haben wir es nicht gelernt; was ist aber der Grund Rabhs? –
ז תנאי היא דאמר רב יהודה אמר רב מעשה בכלתו של רבי אושעיא שהלכה לבית המרחץ וחשכה לה ועירבה לה חמותה
7 Hierüber streiten Tannaím. R.Jehuda erzählte nämlich im Namen Rabhs: Einst ging die Schwiegertochter R.Oša͑jas ins Bad und wurde von der Dunkelheit überrascht; da machte ihre Schwiegermutter für sie einen E͑rub.
ח ובא מעשה לפני רבי חייא ואסר אמר לו רבי ישמעאל ברבי יוסי בבלאי כל כך אתה מחמיר בעירובין כך אמר אבא כל שיש לך להקל בעירובין הקל
8 Als die Sache vor R.Ḥija kam, verbot er dies. Darauf sprach R.Jišma͑él b. R.Jose zu ihm: Babylonier, so streng nimmst du es beim E͑rub! Mein Vater sagte wie folgt: soweit du beim E͑rub erleichtern kannst, erleichtere es.
ט ואבעיא להו משל חמותה עירבה לה ומשום דלא זיכתה לה או דילמא משלה עירבה לה ומשום דשלא מדעתה
9 Hierzu fragten sie: Machte die Schwiegermutter den E͑rub von ihrem Eigentum, und weil sie ihn jener nicht zugeeignet hatte, oder machte sie ihn vom Eigentum jener, und weil sie es ohne ihr Wissen getan hatte?
י אמר להן ההוא מרבנן ורבי יעקב שמיה לדידי מיפרשא לה מיניה דרבי יוחנן משל חמותה עירבה ומשום דלא זיכתה לה
10 Einer von den Jüngern, Namens R.Ja͑qob, erwiderte ihnen: Mir wurde es von R.Joḥanan erklärt: Die Schwiegermutter hatte den E͑rub von ihrem Eigentum gemacht, und weil sie ihn jener nicht zugeeignet hatte.
יא אמר ליה רבי זירא לרבי יעקב (בריה) דבת יעקב כי מטית התם אקיף וזיל לסולמא דצור ובעי' מיניה מרב יעקב בר אידי
11 R.Zera sprach zu R.Ja͑qob, dem Sohne der Tochter Ja͑qobs: Wenn du nach dort gehst, mache einen Umweg und gehe nach der Anhöhe von Cor und frage es R.Ja͑qob b.Idi.
יב בעא מיניה משל חמותה עירבה ומשום דלא זיכתה לה או דלמא משלה עירבה ומשום דשלא מדעתה
12 Hierauf fragte er ihn: Hatte die Schwiegermutter den E͑rub von ihrem Eigentum gemacht, und weil sie ihn jener nicht zugeeignet hatte, oder hatte sie ihn vom Eigentum jener gemacht, und weil sie es ohne ihr Wissen getan hatte?
יג אמר ליה משל חמותה עירבה לה ומשום דלא זיכתה לה
13 Dieser erwiderte: Die Schwiegermutter hatte ihn von ihrem Eigentum gemacht, und weil sie ihn jener nicht zugeeignet hatte.
יד אמר רב נחמן נקטינן אחד עירובי תחומין ואחד עירובי חצירות אחד שיתופי מבואות צריך לזכות בעי רב נחמן עירובי תבשילין צריך לזכות או אין צריך לזכות
14 R.Naḥman sagte: Es ist uns überliefert, daß man sowohl bei der Vereinigung von Gebieten und Höfen als auch bei der Verbindung für die Durchgangsgasse den E͑rub zueignen müsse. Folgendes aber fragte R. Naḥman: Muß man auch den Speisen-E͑rub zueignen oder nicht?
טו אמר רב יוסף ומאי תיבעי ליה לא שמיע ליה הא דאמר ר"נ בר רב אדא אמר שמואל עירובי תבשילין צריך לזכות אמר ליה אביי פשיטא דלא שמיע ליה דאי שמיע ליה מאי תיבעי ליה
15 R. Joseph sprach: Was ist ihm da fraglich, hat er denn nicht das gehört, was R.Naḥman, Sohn des R.Ada, im Namen Šemuéls gesagt hat, daß man nämlich auch den Speisen-E͑rub zueignen müsse!? Abajje erwiderte: Selbstverständlich hat er dies nicht gehört; hätte er es gehört, so würde er ja nicht gefragt haben.
טז אמר ליה אטו עירובי תחומין מי לא אמר שמואל אין צריך לזכות ואמר איהו צריך לזכות
16 Jener entgegnete: Auch vom Gebiet-E͑rub sagte ja Šemuél, man brauche ihn nicht zuzueignen, dennoch sagte er, man müsse ihn zueignen. –
יז הכי השתא בשלמא התם פליגי רב ושמואל וקא משמע לן כחומרין דמר וכי חומרין דמר אבל הכא אי איתא דשמיע ליה מי איכא דמאן דפליג
17 Ist es denn gleich: über jenen streiten Rabh und Šemuél, und er lehrt uns nach der Erschwerung des einen und nach der Erschwerung des anderen, aber gibt es denn jemand, wenn er es gehört hätte, der über diesen streitet?
יח ההוא טורזינא דהוה בשיבבותיה דרבי זירא א"ל אוגיר לן רשותך לא אוגיר להו אתו לקמיה דר' זירא אמרו ליה מהו למיגר מדביתהו
18 Einst sprachen sie zum Waffenhüter, der in der Nachbarschaft R. Zeras wohnte: Vermiete uns dein Gebiet. Dieser vermietete es ihnen nicht. Da kamen sie zu R.Zera und fragten ihn, ob man es von seiner Frau mieten dürfe.
יט אמר להו הכי אמר ר"ל משמיה דגברא רבה ומנו רבי חנינא אשתו של אדם מערבת שלא מדעתו
19 Dieser erwiderte: Folgendes sagte Reš Laqiš im Namen eines bedeutenden Mannes, das ist R.Ḥanina: die Ehefrau darf für einen ohne sein Wissen einen E͑rub machen.
כ ההוא טורזינא דהוה בשיבבותיה דרב יהודה בר אושעיא אמרי ליה אוגר לן רשותך לא אוגר להו אתו לקמיה דרב יהודה בר אושעיא אמרי ליה מהו למיגר מדביתהו לא הוה בידיה אתו לקמיה דרב מתנה לא הוה בידיה אתו לקמיה דרב יהודה אמר להו הכי אמר שמואל אשתו של אדם מערבת שלא מדעתו
20 Einst sprachen sie zum Waffenhüter, der in der Nachbarschaft des R.Jehuda b.Oša͑ja wohnte: Vermiete uns dein Gebiet. Dieser vermietete es ihnen nicht. Da kamen sie zu R.Jehuda b.Oša͑ja und fragten ihn, ob man es von seiner Frau mieten dürfe. Er wußte es nicht. Hierauf kamen sie zu R.Mathna, und er wußte es ebenfalls nicht. Alsdann kamen sie zu R.Jehuda, und er sprach zu ihnen: Folgendes sagte Šemuél: die Ehefrau darf für einen ohne sein Wissen den E͑rub machen.
כא מיתיבי נשים שעירבו ונשתתפו שלא מדעת בעליהן אין עירובן עירוב ואין שיתופן שיתוף
21 Man wandte ein: Wenn Frauen ohne Wissen ihrer Männer sich durch einen E͑rub vereinigt oder verbunden haben, so ist ihre Vereinigung und ihre Verbindung ungültig!? –
כב לא קשיא הא דאסר הא דלא אסר
22 Das ist kein Einwand; das eine, wenn [der Ehemann] verboten macht, das andere, wenn er nicht verboten macht.
כג הכי נמי מסתברא דא"כ קשיא דשמואל אדשמואל דאמר שמואל אחד מבני מבוי שרגיל להשתתף עם בני מבוי ולא נשתתף בני המבוי נכנסין לתוך ביתו ונוטלין שיתופן ממנו בעל כרחו
23 Dies ist auch einleuchtend, denn sonst würde sich ja Šemuél mit sich selbst in Widerspruch befinden. Šemuél sagte nämlich, daß, wenn ein Anwohner der Durchgangsgasse, der sonst bei der Verbindung für die Durchgangsgasse sich mit den übrigen Anwohnern zu beteiligen pflegte, sich bei der Verbindung nicht beteiligen will, die übrigen Anwohner der Durchgangsgasse in sein Haus gehen und seine Beteiligung erzwingen dürfen.
כד רגיל אין שאין רגיל לא שמע מינה
24 Nur, wenn er dies sonst zu tun pflegte, nicht aber, wenn er es sonst nicht zu tun pflegte. Schließe hieraus.
כה לימא מסייע ליה כופין אותו לעשות לחי וקורה למבוי
25 Ihm wäre eine Stütze zu erbringen: Man zwinge ihn, an den Durchgang einen Pfosten oder einen Balken zu setzen. –