Eruvin 199

Kapitel 199

א משום דהוי דירה שתשמישה לאויר וכל דירה שתשמישה לאויר אין מטלטלין בה יתר מבית סאתים:
1 Weil er eine Wohnung ist, die nur wegen des Luftraumes benutzt wird, und wenn die Wohnung nur wegen des Luftraumes benutzt wird, darf man da nicht mehr als zwei Seáflächen tragen.
ב שרשיו גבוהין מן הארץ וכו': איתמר שרשי אילן הבאין מלמעלה משלשה לתוך שלשה רבה אמר מותר להשתמש בהן רב ששת אמר אסור להשתמש בהן
2 S<small>IND DIE</small> W<small>URZELN</small> &amp;<small>C</small>. <small>ÜBER DER</small> E<small>RDE</small> &amp;<small>C</small>. Es wurde gelehrt: Wenn die Wurzeln eines Baumes oberhalb drei [Handbreiten] und wieder unterhalb drei ragen, so darf man, wie Rabba sagt, sich ihrer bedienen, und wie R.Šešeth sagt, sich ihrer nicht bedienen.
ג רבה אמר מותר להשתמש בהן דכל פחות מג' דארעא ארעא היא רב ששת אמר אסור להשתמש בהן דכיון דמכח איסור קאתי אסורין
3 Rabba sagt, man dürfe sich ihrer bedienen, denn was weniger als drei [Handbreiten] vom Boden absteht, gleicht dem Boden; R.Šešeth sagt, man dürfe sich ihrer nicht bedienen, denn da sie von Verbotenem kommen, sind sie ebenfalls verboten.
ד דדמו כמשוניתא דסלקין לעילא אסורין דנחתין לתתאי שרו לצדדין פלוגתא דרבה ורב ששת
4 Wenn sie einer Klippe gleichen, so sind die oben hervorkommenden [zur Benutzung] verboten und die unten hervorkommenden erlaubt; über die seitwärts hervorkommenden streiten Rabba und R.Šešeth.
ה וכן אניגרא וכן בקרן זוית
5 Ebenso über [einen Baum] in einem Wassergraben und über einen in einem Winkel.
ו ההוא דיקלא דהוה לאביי והוה סליק באיפומא אתא לקמיה דרב יוסף ושרא ליה
6 Abajje hatte eine Dattelpalme, die durch eine Luke hinausragte, und als er vor R.Joseph kam, erlaubte ihm dieser [die Benutzung].
ז אמר רב אחא בר תחליפא דשרא לך כרבה שרא לך
7 Da sprach R.Aḥa b.Taḥlipha: Er hat es dir nach Rabba erlaubt. –
ח פשיטא מהו דתימא אפילו לרב ששת ביתא כמאן דמלי דמי ולישתמש בפחות מג' סמוך לגג קמ"ל
8 Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, man dürfe ihn, wenn er nicht mehr als drei [Handbreiten] über das Dach ragt, auch nach R.Šešeth benutzen, da das Haus als gefüllt gilt, so lehrt er uns. –
ט תנן שרשיו גבוהין מן הארץ ג' טפחים לא ישב עליהם היכי דמי אי דלא הדרי כיפי פשיטא אלא לאו אע"ג דהדרי כיפי
9 Wir haben gelernt: Sind die Wurzeln drei Handbreiten hoch über der Erde, so darf man darauf nicht sitzen. In welchem Falle: sind sie nicht [nach unten] gebogen, so ist es ja selbstverständlich; doch wohl, wenn sie [nach unten] gebogen sind!? –
י לא לעולם דלא הדרי כיפי והא קמ"ל אע"ג דצידו אחד שוה לארץ:
10 Nein, tatsächlich, wenn sie nicht [nach unten] gebogen sind, und er lehrt uns folgendes: obgleich sie auf einer Seite gleich hoch mit dem Erdboden sind.
יא ת"ר שרשי אילן שגבוהין מן הארץ ג' טפחים או שיש חלל תחתיהן ג' טפחים אע"פ שצידו אחד שוה לארץ ה"ז לא ישב עליהן לפי שאין עולין באילן ואין נתלין באילן ואין נשענין באילן
11 Die Rabbanan lehrten: Wenn die Wurzeln eines Baumes drei Handbreiten über der Erde hoch sind, oder wenn unter ihnen ein Hohlraum von drei Handbreiten ist, obgleich eine Seite gleich hoch ist mit dem Erdboden, so darf man darauf nicht sitzen, weil man nicht auf einen Baum steigen darf, sich nicht auf einen Baum stützen darf und sich nicht auf einen Baum lehnen darf.
יב ולא יעלה באילן מבעוד יום וישב שם כל היום כולו אחד אילן ואחד כל הבהמה אבל בור שיח ומערה וגדר מטפס ועולה מטפס ויורד ואפילו הן מאה אמה
12 Ferner darf man nicht am Vorabend auf einen Baum steigen und da den ganzen Tag sitzen, ob auf einen Baum oder auf ein Tier. Wohl aber darf man in einer Grube, einem Graben, einer Höhle und an einem Zaune klettern und hinaufsteigen, klettern und herabsteigen, selbst wenn sie hundert Ellen haben.
יג תני חדא אם עלה מותר לירד ותני חדא אסור לירד לא קשיא כאן מבעוד יום כאן משחשיכה
13 Eines lehrt, wenn man hinaufgestiegen ist, dürfe man herabsteigen, und ein Anderes lehrt, man dürfe nicht herabsteigen!? – Das ist kein Widerspruch; das eine, wenn noch am Tage, das andere, wenn nachdem es dunkel geworden war.
יד ואיבעית אימא הא והא משחשיכה ול"ק כאן בשוגג כאן במזיד
14 Wenn du willst, sage ich: beide, wenn nachdem es dunkel geworden war, dennoch besteht hier kein Widerspruch; das eine, wenn versehentlich, das andere, wenn vorsätzlich.
טו ואיבעית אימא הא והא בשוגג והכא בקנסו שוגג אטו מזיד קמיפלגי מר סבר קנסינן ומר סבר לא קנסינן
15 Wenn du aber willst, sage ich: beide, wenn versehentlich, und hierbei streiten sie, ob man bei Versehen wegen Vorsätzlichkeit maßregle; einer ist der Ansicht, man maßregle wohl, und einer ist der Ansicht, man maßregle nicht.
טז אמר רב הונא בריה דרב יהושע כתנאי הניתנין במתנה אחת שנתערבו בניתנין מתנה אחת ינתנו במתנה אחת מתן ד' במתן ד' ינתנו במתן ד'
16 R.Hona, Sohn des R.Jehošua͑, sagte: [Hierüber streiten] Tannaím: Wenn einmal zu sprengendes [Blut] mit einmal zu sprengendem vermischt worden ist, so ist es einmal zu sprengen; wenn viermal zu sprengendes mit viermal zu sprengendem, so ist es viermal zu sprengen;
יז מתן ארבע במתן אחת ר"א אומר ינתנו במתן ד' ור' יהושע אומר ינתנו במתנה אחת
17 wenn viermal zu sprengendes mit einmal zu sprengendem, so ist es, wie R.Elie͑zer sagt, viermal, und wie R.Jehošua͑ sagt, einmal zu sprengen.
יח אמר לו ר"א הרי הוא עובר על בל תגרע אמר לו ר' יהושע הרי הוא עובר בבל תוסיף
18 R.Elie͑zer sprach zu ihm: Man übertritt ja das Verbot des Verminderns!? R.Jehošua͑ entgegnete ihm: Man übertritt ja das Verbot des Hinzufügens!?
יט א"ר אליעזר לא אמרו אלא כשהוא בעצמו אמר לו ר' יהושע לא נאמר בל תגרע אלא כשהוא בעצמו
19 R. Elie͑zer erwiderte: Sie sagten es nur von dem Falle, wenn es gesondert ist. R.Jehošua͑ entgegnete: Auch das Verbot des Verminderns bezieht sich nur auf den Fall, wenn es gesondert ist.
כ ועוד א"ר יהושע כשנתת עברת על בל תוסיף ועשית מעשה בידך כשלא נתת עברת על בל תגרע ולא עשית מעשה בידך
20 Ferner sprach R.Jehošua͑: Wenn du [mehr] sprengst, übertrittst du das Verbot des Hinzufügens und übst eine Handlung mit den Händen aus, wenn du aber nicht [genügend] sprengst, übertrittst du zwar das Verbot des Verminderns, übst aber keine Handlung mit den Händen aus.
כא לר"א דאמר התם קום עשה עדיף ה"נ ירד לר' יהושע דאמר התם שב ואל תעשה עדיף ה"נ לא ירד
21 Nach R.Elie͑zer, der da sagt, die Ausübung sei zu bevorzugen, steige man hierbei herunter, nach R.Jehošua͑, der da sagt, die Unterlassung sei zu bevorzugen, steige man hierbei nicht herunter. –
כב דילמא לא היא ע"כ לא קאמר ר"א התם קום עשה עדיף אלא דקא עביד מצוה אבל הכא דלא עביד מצוה ה"נ לא ירד
22 Vielleicht ist dem nicht so; R.Elie͑zer ist nur da der Ansicht, die Ausübung sei zu bevorzugen, wo man ein wirkliches Gebot ausübt, hierbei aber, wo man kein wirkliches Gebot ausübt, steige man nicht herunter.
כג ואי נמי ע"כ לא קאמר ר' יהושע התם שב ואל תעשה עדיף אלא
23 Oder aber: R.Jehošua͑ ist nur da der Ansicht, die Unterlassung sei zu bevorzugen, wo man kein direktes Verbot übertritt, hierbei aber,