Gittin 45

Kapitel 45

א והוא שהיה גדול עומד על גביו
1 Dies nur, wenn ein Erwachsener neben ihm steht.
ב א"ל רב נחמן אלא מעתה עובד כוכבים וישראל עומד על גביו הכי נמי דכשר וכי תימא ה"נ והתניא עובד כוכבים פסול עובד כוכבים לדעתיה דנפשיה עבד
2 R. Naḥman sprach zu ihm: Demnach ist auch ein Nichtjude zulässig, wenn ein Jisraélit neben ihm steht!? Wolltest du sagen, dem sei auch so, so wird ja gelehrt, daß ein Nichtjude unzulässig sei. – Ein Nichtjude handelt nach seinem eigenen Willen.
ג הדר אמר רב נחמן לאו מילתא היא דאמרי דמדקא פסיל ליה לעובד כוכבים לענין הבאה מכלל דלענין כתיבה כשר
3 Später sagte R. Naḥman: Das, was ich gesagt habe, ist nichts; wenn ein Nichtjude zur Überbringung unzulässig ist, so ist er wahrscheinlich auch zum Schreiben zulässig. –
ד והתניא עובד כוכבים פסול ההיא ר"א היא דאמר עדי מסירה כרתי ובעינן כתיבה לשמה והא ודאי עובד כוכבים אדעתיה דנפשיה קעביד
4 Es wird ja aber gelehrt, ein Nichtjude sei unzulässig!? – Dies nach R. Elea͑zar, welcher sagt, die Trennung erfolge durch die Zeugen der Übergabe, wonach das Schreiben auf ihren Namen erfolgen muß, während ein Nichtjude entschieden nach seinem eigenen Willen handelt.
ה אמר רב נחמן אומר היה ר"מ אפי' מצאו באשפה חתמו ונתנו לה כשר
5 R. Naḥman sagte: R. Meír ist der Ansicht, daß er, selbst wenn er ihn auf einem Misthaufen gefunden, unterzeichnen ließ und ihr gegeben hat, gültig sei.
ו איתיביה רבא לרב נחמן (דברים כד, א) וכתב לה לשמה מאי לאו כתיבת הגט לא חתימת עדים
6 Raba wandte gegen R. Naḥman ein: <i>Er schreibe ihr</i>, auf ihren Namen. Dies bezieht sich wohl auf das Schreiben des ganzen Scheidebriefes!? – Nein, auf die Unterschrift der Zeugen.
ז איתיביה רבא כל גט שנכתב שלא לשום אשה פסול אימא שנחתם שלא לשום אשה פסול
7 Raba wandte ferner gegen ihn ein: Jeder Scheidebrief, der nicht auf den Namen der Frau geschrieben ist, ist ungültig!? – Lies: der nicht auf den Namen der Frau unterzeichnet ist.
ח איתיביה כשהוא כותבו כאילו כותבו לשמה מאי לאו כשהוא כותבו לתורף לשמה כאילו כותבו לטופס לשמה
8 Er wandte ferner gegen ihn ein: Wenn er ihn schreibt, so ist es ebenso, als würde er ihn [vollständig] auf ihren Namen schreiben. Dies ist wohl wie folgt zu verstehen: wenn er den Tenor auf ihren Namen schreibt, so ist es ebenso als würde er auch das Formular auf ihren Namen schreiben!? –
ט לא כשהוא חותמו לשמה כאילו כותבו לשמה ואיבעית אימא הני מתני' מני ר"א היא דאמר עדי מסירה כרתי
9 Nein, wenn er ihn auf ihren Namen unterzeichnet, so ist es ebenso als würde er ihn auf ihren Namen schreiben. Wenn du aber willst, sage ich: diese Lehren vertreten die Ansicht R. Elea͑zars, welcher sagt, die Trennung erfolge durch die Zeugen der Übergabe.
י ורב יהודה אמר שמואל והוא ששייר מקום התורף וכן א"ר חגא משמיה דעולא והוא ששייר מקום התורף ור"א היא
10 R. Jehuda aber sagte im Namen Šemuéls: Dies nur dann, wenn er den Raum für den Tenor zurückläßt. Ebenso erklärte auch R. Ḥaga im Namen U͑las, wenn er den Raum für den Tenor zurückläßt. nach R. Elea͑zar.
יא ורבי זריקא אמר רבי יוחנן אינה תורה מאי אינה תורה אמר רבי אבא כאן הודיעך שאין כח לשמה ור"מ היא דאמר עדי חתימה כרתי
11 R. Zeriqa sagte im Namen R. Joḥanans: Dies ist keine Tora. – Was heißt dies ist keine Tora? R. Abba erwiderte: Damit bekundeten sie dir, daß [das Schreiben] auf ihren Namen nicht wesentlich sei; nach R. Meír, welcher sagt, die Trennung erfolge durch die Zeugen der Unterschrift. –
יב והאמר רבה בר בר חנה אמר רבי יוחנן ר"א היא אמוראי נינהו ואליבא דר' יוחנן:
12 Rabba b. Bar Ḥana sagte ja aber im Namen R. Joḥanans, daß hier die Ansicht R. Elea͑zars vertreten sei!? – Amoraím streiten über die Ansicht R. Joḥanans.
יג <big><strong>מתני׳</strong></big> הכל כשרין להביא את הגט חוץ מחרש שוטה וקטן וסומא ועובד כוכבים
13 <b>J</b><small>EDER IST ZUR</small> Ü<small>BERBRINGUNG DES</small> S<small>CIIEIDEBRIEFES ZULÄSSIG, AUSGENOMMEN EIN</small> T<small>AUBER, EIN</small> B<small>LÖDER, EIN</small> M<small>INDERJÄHRIGER, EIN</small> B<small>LINDER UND EIN</small> N<small>ICHTJUDE</small>.
יד קיבל הקטן והגדיל חרש ונתפקח סומא ונתפתח שוטה ונשתפה עובד כוכבים ונתגייר פסול
14 W<small>ENN EIN</small> M<small>INDERJÄHRIGER IHN IN</small> E<small>MPFANG GENOMMEN HAT UND</small> <small> GROSSJÄHRIG GEWORDEN IST, EIN</small> T<small>AUBER UND HÖREND GEWORDEN IST, EIN</small> B<small>LINDER UND SEHEND GEWORDEN IST, EIN</small> B<small>LÖDER UND VERNÜNTTIG GEWORDEN IST, EIN</small> N<small>ICHTJUDE UND SICH BEKEHRT HAT, SO IST ER UNGÜLTIG</small>.
טו אבל פקח ונתחרש וחזר ונתפקח פתוח ונסתמא וחזר ונתפתח שפוי ונשתטה וחזר ונשתפה כשר זה הכלל כל שתחילתו וסופו בדעת כשר:
15 W<small>ENN ABER EIN</small> H<small>ÖRENDER TAUB GEWORDEN UND WIEDER HÖREND GEWORDEN IST, EIN</small> S<small>EHENDER BUND GEWORDEN UND WIEDER SEHEND GEWORDEN IST, EIN</small> V<small>ERNÜNFTIGER BLÖD GEWORDEN UND WIEDER VERNÜNFTIG GEWORDEN IST, SO IST ER GÜLTIG</small>. D<small>IE</small> R<small>EGEL IST: SIND</small> B<small>EGINN UND</small> S<small>CHLUSS</small> <small>DURCH EINEN</small> V<small>ERNÜNFTIGEN ERFOLGT, SO IST ER GÜLTIG</small>.
טז <big><strong>גמ׳</strong></big> בשלמא חרש. שוטה וקטן דלאו בני דיעה נינהו עובד כוכבים נמי דלאו בר היתירא הוא אלא סומא אמאי לא אמר רב ששת לפי שאינו יודע ממי נוטלו ולמי נותנו
16 GEMARA. Einleuchtend ist dies von einem Tauben, einem Blöden und einem Minderjährigen, da sie keine Vernunft haben, ebenso auch von einem Nichtjuden, da ihm die Lizenz fehlt, weshalb aber kein Blinder? R. Šešeth erwiderte: Weil er nicht weiß, von wem er ihn erhält und wem er ihn gibt.
יז מתקיף לה רב יוסף היאך סומא מותר באשתו היאך בני אדם מותרים בנשותיהם בלילה אלא בטביעות עינא דקלא הכא נמי בטביעות עינא דקלא
17 R. Joseph wandte ein: Wieso ist demnach einem Blinden seine Frau erlaubt, und wieso ist jedem anderen Menschen seine Frau nachts erlaubt!? Doch wohl durch Kenntnis der Stimme, ebenso auch hierbei durch Kenntnis der Stimme!?
יח אלא א"ר יוסף הכא בחוצה לארץ עסקינן דבעי למימר בפני נכתב ובפני נחתם ולא מצי למימר
18 Vielmehr, erwiderte R. Joseph, wird hier von Scheidebriefen aus dem Auslande gesprochen, wobei er sagen muß: er ist vor mir geschrieben und vor mir unterzeichnet worden, und dieser kann es nicht.
יט א"ל אביי אלא מעתה פתוח ונסתמא דמצי אמר הכי נמי דכשר והא קתני פתוח ונסתמא וחזר ונתפתח כשר חזר ונתפתח אין לא חזר ונתפתח לא
19 Abajje sprach zu ihm: Demnach müßte ein Sehender, der blind geworden ist, der dies sagen kann, zulässig sein, und doch lehrt er, daß, wenn ein Sehender [ihn in Empfang genommen hat] und blind geworden und wieder sehend geworden ist, er gültig sei, wonach dies nur von dem Falle gilt, wenn er wieder sehend geworden ist, nicht aber, wenn er nicht wieder sehend geworden ist!? –
כ ה"ה דאף על גב דלא חזר ונתפתח ואיידי דקתני שפוי ונשתטה וחזר ונשתפה טעמא דחזר ונשתפה הא לא חזר ונשתפה לא תנא נמי פתוח ונסתמא וחזר ונתפתח
20 Dies gilt auch von dem Falle, wenn er nicht wieder sehend geworden ist, da er aber den Fall lehrt, wenn ein Vernünftiger blöd geworden und wieder vernünftig geworden ist, von dem dies nur dann gilt, wenn er wieder vernünftig geworden ist, sonst aber nicht, so lehrt er auch den Fall, wenn ein Sehender blind geworden und wieder sehend geworden ist.
כא אמר רב אשי דיקא נמי דקתני זה הכלל כל שתחילתו וסופו בדעת כשר ולא קתני כל שתחילתו וסופו בכשרות כשר ש"מ
21 R. Aši sagte: Dies ist auch zu beweisen, denn er lehrt: Die Regel ist: sind Beginn und Schluß durch einen Vernünftigen erfolgt, so ist er gültig; er lehrt aber nicht: sind Beginn und Schluß durch einen Zulässigen erfolgt, so ist er gültig. Schließe hieraus.
כב בעו מיניה מרבי אמי עבד מהו שיעשה שליח לקבל גט אשה מיד בעלה אמר להו מדקא פסיל ליה לעובד כוכבים
22 Man fragte R. Ami: Ist ein Sklave als Vertreter zum Empfange eines Scheidebriefes aus der Hand des Ehemannes zulässig? Er erwiderte ihnen: Da [die Mišna] einen Nichtjuden als unzulässig erklärt,