Gittin 97

Kapitel 97

א הכא במאי עסקינן כגון שהיתה עידית דניזק כזיבורית דמזיק רבי ישמעאל סבר בדניזק שיימינן ור"ע סבר בדמזיק שיימינן
1 hier wird von dem Falle gesprochen, wenn das Gute des Geschädigten dem Schlechten des Schädigers gleicht; R. Jišma͑él ist der Ansicht, die Zahlung erfolge mit dem [Guten] des Geschädigten, und R. A͑qiba ist der Ansicht, mit dem des Schädigers. –
ב מ"ט דרבי ישמעאל נאמרה (שמות כב, ה) שדה למטה ונאמרה (שמות כב, ד) שדה למעלה מה שדה האמורה למעלה דניזק אף שדה האמורה למטה דניזק
2 Was ist der Grund R. Jišma͑éls? – Unten heißt es <i>Feld</i> und oben heißt es <i>Feld</i>, wie oben unter <i>Feld</i> das des Geschädigten zu verstehen ist, ebenso ist unten unter <i>Feld</i> das des Geschädigten zu verstehen.
ג ור"ע סבר מיטב שדהו ישלם דהאיך דקא משלם
3 R. A͑qiba aber erklärt: <i>Das beste seines Feldes soll er bezahlen,</i> dessen, der bezahlt. –
ד ור' ישמעאל אהני גז"ש ואהני קרא אהני גז"ש לכדאמרן אהני קרא דאי אית ליה למזיק עידית וזיבורית וזיבורית דידיה לא שויא כעידית דניזק דמשלם ליה ממיטב
4 Und R. Jišma͑él!? – Man berücksichtige die Wortanalogie und man berücksichtige den Schriftvers. Man berücksichtige die Wortanalogie, wie wir erklärt haben; man berücksichtige den Schriftvers, in dem Falle, wenn der Schädiger Gutes und Schlechtes besitzt, und sein Schlechtes nicht soviel wert ist, wie das Gute des Geschädigten; er muß ihm dann mit [seinem] Guten bezahlen.
ה רע"א לא בא הכתוב אלא לגבות לניזקין מן העידית וק"ו להקדש
5 «R. Aqiba sagt, die Schrift will damit nur sagen, daß Schädigungen mit Gutem zu bezahlen seien, und um so mehr gilt dies beim Heiligen.»
ו מאי ק"ו להקדש אילימא דנגחיה תורא דידן לתורא דהקדש (שמות כא, לה) שור רעהו אמר רחמנא ולא שור של הקדש
6 Was heißt: und um so mehr gilt dies beim Heiligen? Wollte man sagen, wenn ein uns gehörendes Rind ein dem Heiligtume gehörendes Rind niedergestoßen hat, so sagt ja der Allbarmherzige: <i>das Rind seines Nächsten,</i> nicht aber das Rind des Heiligtums.
ז אלא לאומר הרי עלי מנה לבדק הבית דאתי גזבר ושקיל מעידית
7 Und wollte man sagen, wenn jemand eine Mine für den Tempelreparaturfonds gelobt hat, daß nämlich der Schatzmeister kommen und vom Guten einfordern könne,
ח לא יהא אלא בעל חוב ובעל חוב דינו בבינונית וכ"ת קסבר ר"ע בעל חוב שקיל בעידית כניזקין איכא למיפרך מה לבעל חוב שכן יפה כחו בניזקין תאמר בהקדש שכן הורע כחו בניזקין
8 so kann ja dieser nicht mehr sein als ein Gläubiger, und ein Gläubiger erhält vom Mittelmäßigen. Wolltest du erwidern, R. A͑qiba sei der Ansicht, auch jeder andere Gläubiger erhalte gleich dem Geschädigten vom Guten, so ist zu entgegnen: wohl jeder andere Gläubiger, weil er auch bei Schädigungen im Vorteil ist, während das Heiligtum bei Schädigungen im Nachteil ist!? –
ט לעולם דנגחיה תורא דידן לתורא דהקדש ור"ע סבר לה כר"ש בן מנסיא דתניא ר"ש בן מנסיא אומר שור של הקדש שנגח לשור של הדיוט פטור ושל הדיוט שנגח לשור של הקדש בין תם ובין מועד משלם נזק שלם
9 Tatsächlich, wenn ein uns gehörendes Rind ein dem Heiligtume gehörendes Rind nieder gestoßen hat, und R. A͑qiba ist der Ansicht des R. Šimo͑n b. Menasja. Es wird nämlich gelehrt: R. Šimo͑n b. Menasja sagte: Wenn das Rind des Heiligtumes das Rind eines Gemeinen niedergestoßen hat, so ist es ersatzfrei, und wenn das Rind eines Gemeinen das Rind des Heiligtumes niedergestoßen hat, so muß er sowohl gewarnt als auch ungewarnt den ganzen Schaden ersetzen. –
י אי הכי ממאי דבעידית דניזק כזיבורית דמזיק פליגי דלמא דכ"ע בדניזק שיימינן והכא בפלוגתא דר"ש בן מנסיא ורבנן קמיפלגי
10 Woher weißt du demnach, daß sie über den Fall streiten, wenn das Gute des Geschädigten dem Schlechten des Schädigers gleicht, vielleicht sind beide der Ansicht, daß mit dem [Guten] des Geschädigten zu zahlen sei, und sie führen den Streit des R. Šimo͑n b. Menasja und der Rabbanan:
יא דר"ע סבר לה כר"ש בן מנסיא ור' ישמעאל סבר לה כרבנן
11 R. A͑qiba ist der Ansicht des R. Šimo͑n b. Menasja und R. Jišma͑él ist der Ansicht der Rabbanan!? –
יב א"כ מאי לא בא הכתוב ועוד מאי ק"ו להקדש ועוד הא אמר רב אשי
12 Wieso hieße es demnach: die Schrift will damit nur!? Und wieso hieße es ferner: und um so mehr beim Heiligen!? Und ferner sagte R. Aši,