Horayot 8

Kapitel 8

א בעי רב יוסף אין חרישה בשבת מהו מי אמרי' כיון דקא מודו בכולהו מלתא כביטול מקצת וקיום מקצת דמי או דלמא כיון דקא עקריין ליה לחרישה כל עיקר כעקירת גוף דמי
1 R. Joseph fragte: Wie ist es, [wenn es entschieden hat,] das Pflügen am Šabbath sei nicht verboten; heißt dies, da es das Bestehen des ganzen Gesetzes zugibt, eine teilweise Aufhebung und teilweise Erhaltung, oder heißt dies, da es das Verbot des Pflügens vollständig aufhebt, eine Aufhebung des ganzen Gesetzes? –
ב ת"ש יש נדה בתורה אבל הבא על שומרת יום כנגד יום פטור ואמאי הא עקריין לשומרת יום כנגד יום כל עיקר
2 Komm und höre: Das Gesetz von der Menstruierenden befinde sich zwar in der Tora, wer aber eine ihren Reinheitstag abwartende Frau beschläft, sei frei. Weshalb denn, es hat ja das Gesetz von der ihren Reinheitstag abwartenden Frau vollständig aufgehoben!? –
ג אמר לך רב יוסף שומרת יום דקאמרין כדשנין
3 R. Joseph kann den Fall von der ihren Reinheitstag abwartenden Frau ebenso erklären, wie oben erklärt worden ist. –
ד ת"ש יש שבת בתורה אבל המוציא מרה"י לרה"ר פטור ואמאי הא עקריין להוצאה כל עיקר
4 Komm und höre: Das Gesetz vom Šabbath befinde sich zwar in der Tora, wer aber aus Privatgebiet nach öffentlichem Gebiete trägt, sei frei. Weshalb denn, es hat ja das Gesetz vom Hinaustragen vollständig aufgehoben!? –
ה התם נמי כדשנין
5 Dies ist ebenfalls so zu erklären, wie oben erklärt worden ist. –
ו ת"ש יש עבודת כוכבים בתורה אבל המשתחוה פטור ואמאי והא עקריין להשתחויה כל עיקר
6 Komm und höre: Das Gesetz vom Götzendienste befinde sich zwar in der Tora, wer aber sich nur niederwirft, sei frei. Weshalb denn, es hat ja das Gesetz vom Sichniederwerfen vollständig aufgehoben!? –
ז אמרי השתחויה נמי כדשנין
7 Ich will dir sagen, das Sichniederwerfen ist ebenfalls so zu erklären, wie bereits erklärt worden ist.
ח בעי ר' זירא אין שבת בשביעית מהו במאי טעו בהדין קרא (שמות לד, כא) בחריש ובקציר תשבות בזמן דאיכא חרישה איכא שבת ובזמן דליכא חרישה ליכא שבת
8 R. Zera fragte: Wie ist es, [wenn es entschieden hat,] im Siebentjähre finde die Šabbathfeier nicht statt? – Worin soll es sich geirrt haben? – In folgendem Schriftverse:<i>während der Zeit des Pflügens und der Ernte sollst du ruhen;</i> wenn es ein Pflügen gibt, so gibt es eine Šabbathfeier, und wenn es kein Pflügen gibt, gibt es auch keine Šabbathfeier.
ט מי אמרינן כיון דמקיימין לה בשאר שני שבוע כביטול מקצת וקיום מקצת דמי או דלמא כיון דקא עקריין ליה בשביעית כעקירת הגוף דמי
9 Heißt dies, da sie den Šabbath für die übrigen Jahre des Septenniums aufrecht erhalten, eine teilweise Aufhebung und teilweise Erhaltung, oder heißt dies, da es ihn im Siebentjahre vollständig aufgehoben hat, eine Aufhebung des ganzen Gesetzes?
י אמר רבינא ת"ש נביא שנתנבא לעקור דבר מדברי תורה חייב לביטול מקצת ולקיום מקצת רבי שמעון אומר פטור ובעבודת כוכבים אפילו אמר היום עובדה ולמחר בטלה חייב שמע מינה אין שבת בשביעית כביטול מקצת וקיום מקצת דמי שמע מינה:
10 Rabina erwiderte: Komm und höre: Wenn ein Prophet prophetisch auffordert, ein Gesetz der Tora aufzuheben, so ist er schuldig, wenn aber, es teilweise aufrecht zu erhalten und teilweise aufzuheben, so ist er, wie R. Šimo͑n sagt, frei. Beim Götzendienst aber ist er, selbst wenn er sagt, daß man ihm heute diene und ihn morgenabschaffe, schuldig. Hieraus ist also zu entnehmen, daß die Entscheidung, die Šabbathfeier habe im Siebentjahre keine Geltung, als teilweise Aufhebung und teilweise Erhaltung gelte. Schließe hieraus.
יא <big><strong>מתני׳</strong></big> הורו ב"ד וידע אחד מהן שטעו ואמר להן טועין אתם או שלא היה מופלא של ב"ד שם או שהיה אחד מהן גר או ממזר או נתין או זקן שלא ראוי לבנים ה"ז פטור
11 <b>W</b><small>ENN DAS</small> G<small>ERICHT EINE</small> E<small>NTSCHEIDUNG GETROFFEN HAT UND EINER VON IHNEN, DER WUSSTE, DASS ES SICH GEIRRT HAT, ZU IHNEN SAGT, DASS SIE SICH IRREN, ODER WENN DER</small> G<small>ERICHTSVORSITZENDE</small><small>NICHT ANWESEND WAR, ODER WENN EINER VON IHNEN EIN</small> P<small>ROSELYT IST, EIN</small> H<small>URENKIND, EIN</small> N<small>ATHIN ODER EIN</small> G<small>REIS, DER KEINE</small> K<small>INDER MEHR ZEUGEN KANN, SO SIND SIE FREI, </small>
יב שנאמ' כאן עדה ונאמר להלן עדה מה עדה האמורה להלן כולן ראוין להוראה אף עדה האמורה כאן עד שיהיו כולן ראוין להוראה:
12 DENN HIERBEI<small>HEISST ES</small> <i>Gemeinde</i> <small>UND DORT</small><small>HEISST ES</small> <i>Gemeinde,</i> <small>WIE DORT EINE GEMEINDE ZU VERSTEHEN IST, DEREN SÄMTLICHE</small> M<small>ITGLIEDER ZUR</small> E<small>NTSCHEIDUNG GEEIGNET SIND, EBENSO IST AUCH HIER EINE</small> G<small>EMEINDE ZU VERSTEHEN, DEREN SÄMTLICHE</small> M<small>ITGLIEDER ZUR</small> E<small>NTSCHEIDUNG GEEIGNET SIND</small>.
יג <big><strong>גמ׳</strong></big> או שלא היה מופלא של ב"ד שם מנלן אמר רב ששת וכן תנא דבי רבי ישמעאל מפני מה אמרו הורו בדבר שהצדוקין מודין בו פטורין מפני שהיה להם ללמוד ולא למדו לא היה מופלא של ב"ד שם נמי פטורין מפני שהיה להם ללמוד ולא למדו:
13 GEMARA. O<small>DER WENN DER</small> G<small>ERICHTSVORSITZENDE NICHT ANWESEND WAR.</small> Woher dies? R. Šešeth erwiderte, und ebenso wurde es in der Schule R. Jišma͑éls gelehrt: Wenn sie sich in einer Sache geirrt haben, der die Saduzäer beipflichten, sind sie aus dem Grund frei, weil sie lernen sollten und dies nicht getan haben, ebenso sind sie frei, auch wenn der Gerichtsvorsitzende nicht anwesend war, weil sie lernen sollten und dies nicht getan haben.
יד נאמר שם עדה ונאמר כאן עדה עד שיהו כולן ראוין להוראה: והתם מנלן דאמר רב חסדא אמר קרא (במדבר יא, טז) והתיצבו שם עמך עמך בדומין לך
14 D<small>ORT HEISST ES</small> <i>Gemeinde</i> <small>UND HIER HEISST ES</small> <i>Gemeinde</i> &amp;<small>C</small>. <small>SÄMTLICHE</small> M<small>ITGLIEDER ZUR</small> E<small>NTSCHEIDUNG GEEIGNET SIND.</small> Woher dies dort? R. Ḥisda erwiderte: Die Schrift sagt:<i>sie sollen sich mit dir aufstellen;</i> mit dir, die dir gleichen. –
טו ואימא עמך לשכינה אלא אמר ר"נ בר יצחק אמר קרא ונשאו אתך אתך בדומין לך:
15 Vielleicht nur da, wegen der Göttlichkeit!? Vielmehr, erklärte R. Naḥman, Sohn des R. Jiçḥaq, die Schrift sagt:<i>sie werden mit dir tragen,</i> mit dir, die dir gleichen.
טז <big><strong>מתני׳</strong></big> הורו ב"ד שוגגין ועשו כל הקהל שוגגין מביאין פר מזידין ועשו שוגגין מביאין כשבה ושעירה שוגגין ועשו מזידין הרי אלו פטורין:
16 <b>W</b><small>ENN DAS</small> G<small>ERICHT VERSEHENTLICH EINE</small> E<small>NTSCHEIDUNG GETROFFEN HAT UND DAS GANZE</small> V<small>OLK VERSEHENTLICH DANACH GEHANDELT HAT, SO BRINGEN SIE</small><small>EINEN</small> F<small>ARREN DAR, WENN VORSÄTZLICH</small>, <small>UND</small> [<small>DAS</small> V<small>OLK</small>] <small>VERSEHENTLICH DANACH GEHANDELT HAT, SO BRINGEN SIE EIN</small> S<small>CHAF ODER EINE</small> Z<small>IEGE DAR, WENN VERSEHENTLICH UND</small> [<small>DAS</small> V<small>OLK</small>] <small>DANACH VORSÄTZLICH GEHANDELT HAT, SO SIND SIE FREI.</small>
יז <big><strong>גמ׳</strong></big> שוגגין ועשו מזידין הרי אלו פטורין הא שוגג דומיא דמזיד חייב והיכי דמי שהורו בית דין שחלב מותר ונתחלף לו בשומן ואכלו
17 GEMARA. W<small>ENN VERSEHENTLICH UND</small> [<small>DAS</small> V<small>OLK</small>] <small>DANACH VORSÄTZLICH GEHANDELT HAT, SO SIND SIE FREI.</small> Demnach sind sie schuldig bei einem Versehen, das der Vorsätzlichkeit gleicht, wenn nämlich das Gericht entschieden hat, Talg sei erlaubt, und einem Fett mit Talg verwechselt worden ist und er es gegessen hat,
יח לימא תפשוט הא דבעי רמי בר חמא אמר לך משום דתנא רישא מזידין ועשו שוגגין תנא סיפא שוגגין ועשו מזידין:
18 somit ist ja hieraus die Frage des Rami b. Ḥamazu entscheiden!? – Er kann dir erwidern: da er im Anfangsatze lehrt: wenn vorsätzlich und [das Volk] danach versehentlich gehandelt hat, so lehrt er im Schlußsatze: wenn versehentlich und [das Volk] danach vorsätzlich gehandelt hat.
יט <big><strong>מתני׳</strong></big> הורו ב"ד ועשו כל הקהל או רובן על פיהן מביאין פר ובעבודת כוכבים מביאין פר ושעיר דברי ר"מ ר' יהודה אומר י"ב שבטים מביאין י"ב פרים ובעבודת כוכבים מביאין י"ב פרים ושנים עשר שעירים
19 <b>W</b><small>ENN DAS</small> G<small>ERICHT EINE</small> E<small>NTSCHEIDUNG GETROFFEN UND DAS GANZE</small> V<small>OLK ODER DIE</small> M<small>EHRHEIT DESSELBEN DANACH GEHANDELT HAT, SO BRINGEN SIE</small><small>EINEN</small> F<small>ARREN DAR, UND WENN ES SICH UM</small> G<small>ÖTZENDIENST HANDELT, SO BRINGEN SIE EINEN</small> F<small>ARREN UND EINEN</small> Z<small>IEGENBOCK DAR – SO</small> R. M<small>EI͑R.</small> R. J<small>EHUDA SAGT, DIE ZWÖLF</small> S<small>TÄMME</small><small>BRINGEN ZWÖLF</small> F<small>ARREN DAR, UND WEGEN</small><small>DES</small> G<small>ÖTZENDIENSTES ZWÖLF</small> F<small>ARREN UND ZWÖLF</small> Z<small>IEGENBÖCKE.</small>