Ketubot 117

Kapitel 117

א מזונות תחת מעשה ידיה ומעה כסף תחת מותר וכיון דלא קא יהיב לה מעה כסף מותר דידה הוי רב אדא בר אהבה סבר תקנו מזונות תחת מותר ומעה כסף תחת מעשה ידיה וכיון דקא יהיב לה מזוני מותר דידיה הוי
1 man habe die Ernährung für ihre Händearbeit und die Silbermaa͑ für den Überschuß angeordnet, und da er ihr die Silbermaa͑ nicht gibt, gehört der Überschuß ihr; R. Ada b. Ahaba ist der Ansicht, man habe die Ernährung für den Überschuß und die Silbermaa͑ für ihre Händearbeit angeordnet, und da er ihr Ernährung gibt, gehört der Überschuß ihm. –
ב במאי קמיפלגי מר סבר מידי דשכיח ממידי דשכיח ומר סבר מידי דקייץ ממידי דקייץ
2 Worin besteht ihr Streit? – Einer ist der Ansicht, das Beständigefür das Beständige, und einer ist der Ansicht, das Festgesetztefür das Festgesetzte.
ג מיתיבי תקנו מזונות תחת מעשה ידיה אימא תחת מותר מעשה ידיה
3 Man wandte ein: Sie haben ihre Ernährung für ihre Händearbeit angeordnet!? – Lies: für den Überschuß ihrer Händearbeit. –
ד תא שמע אם אינו נותן לה מעה כסף לצורכיה מעשה ידיה שלה אימא מותר מעשה ידיה שלה והא עלה קתני מה היא עושה לו משקל חמש סלעים שתי ביהודה
4 Komm und höre; Gibt er ihr nicht die Silbermaa͑ für ihre Bedürfnisse, so gehört ihre Händearbeit ihr!? – Lies: so gehört der Überschuß ihrer Händearbeit ihr. –
ה הכי קאמר מעשה ידיה כמה הוי דלידע מותר דידה כמה משקל חמש סלעים שתי ביהודה שהן עשר סלעים בגליל
5 Hierzu wird ja aber gelehrt: wieviel muß sie für ihn arbeiten? Das Gewicht von fünf Sela͑ Kettenfäden in Judäa!? – Er meint es wie folgt: wieviel beträgt ihre Händearbeit, um den Überschuß zu bemessen? Das Gewicht von fünf Sela͑ Kettenfäden in Judäa, gleich zehn Sela͑ in Galiläa.
ו אמר שמואל הלכה כרבי יוחנן הסנדלר
6 Šemuél sagte: Die Halakha ist wie R. Joḥanan der Schuster. –
ז ומי אמר שמואל הכי והתנן קונם שאני עושה לפיך אינו צריך להפר רבי עקיבא אומר יפר שמא תעדיף עליו יתר מן הראוי לו רבי יוחנן בן נורי אמר יפר שמא יגרשנה ותהא אסורה לחזור
7 Kann Šemuél dies denn gesagt haben, wir haben ja gelernt: [Sagte sie:] Qonam sei meine Arbeit für deinen Mund, so braucht er es nichtaufzunehmen; R. A͑qiba sagt, er müsse es aufheben, weil sie mehr betragen kann, als ihm zukommt. R. Joḥanan b. Nuri sagt, er müsse es aufheben, weil, wenn er sich von ihr scheiden läßt, sie nicht mehr zu ihm zurückkehrendarf.
ח ואמר שמואל הלכה כרבי יוחנן בן נורי כי אמר שמואל הלכה כרבי יוחנן בן נורי להעדפה
8 Hierzu sagte Šemuél, die Halakha sei wie R. Joḥananb. Nuri!? – Die Worte Šemuéls, die Halakha sei wie R. Joḥanan b. Nuri, beziehen sich auf die Mehrleistung. –
ט ולימא הלכה כרבי יוחנן בן נורי להעדפה אי נמי אין הלכה כתנא קמא אי נמי הלכה כרבי עקיבא
9 Sollte er doch gesagt haben, die Halakha sei wie R. Joḥanan b. Nuri inbetreff der Mehrleistung, oder: die Halakha sei nicht wie der erste Autor, oder: die Halakha sei wie R. A͑qiba!? –
י אלא אמר רב יוסף קונמות קאמרת שאני קונמות מתוך שאדם אוסר פירות חבירו עליו אדם מקדיש דבר שלא בא לעולם
10 Vielmehr, erwiderte R. Joseph, vom Qonamist nichts einzuwenden. Anders verhält es sich beim Qonam: da man Früchte eines anderen für sich [durch Qonam] verbotenmachen kann, kann man auch eine Sache, die noch nicht auf die Welt gekommen ist, [durch Qonam] weihen.
יא אמר ליה אביי בשלמא אדם אוסר פירות חבירו עליו שכן אדם אוסר פירותיו על חבירו יאסר דבר שלא בא לעולם על חבירו שכן אין אדם אוסר פירות חבירו על חבירו
11 Abajje sprach zu ihm: Allerdings kann man Früchte eines anderen für sich verboten machen, wie man auch seine Früchte für andereverboten machen kann, wieso aber soll man das, was noch nicht auf die Welt gekommen ist, für andere verboten machen können, wo man doch Früchte eines anderen nicht für andere verboten machenkann!?
יב אלא אמר רב הונא בריה דרב יהושע באומרת יקדשו ידי לעושיהם דידים איתנהו בעולם
12 Vielmehr, erklärte R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, wenn sie sagt: meine Hände sollen ihrem Schöpfer geweiht sein; denn die Hände sind bereits auf der Welt vorhanden. –
יג וכי קאמרה הכי מי מקדש' הא משעבדא ליה דאמרה לכי מיגרשה
13 Wieso sind sie, auch wenn sie so sagt, heilig, sie sind ja [ihrem Manne] verpflichtet!? – Wenn sie sagt: sobald ich geschieden bin. –
יד ומי איכא מידי דאילו השתא לא קדיש ולקמיה קדיש אמר רבי אלעאי אלמה לא אילו האומר לחבירו שדה זו שאני מוכר לך לכשאקחנה ממך תיקדש מי לא קדשה
14 Ist denn der Fall möglich, das etwas sofort nicht heilig wird, später aber heilig wird!? R. Ileáj erwiderte: Wieso nicht; ist denn, wenn jemand zu seinem Nächsten sagt: das Feld, das ich dir verkaufe, sei heilig, sobald ich es von dir zurückgekauft habe, dieses nicht heilig!?
טו מתקיף לה רבי ירמיה מי דמי התם בידו להקדישה הכא אין בידה לגרש את עצמה הא לא דמיא אלא לאומר לחבירו שדה זו שמכרתי לך לכשאקחנה ממך תיקדש דלא קדשה
15 R. Jirmeja wandte ein: Ist es denn gleich; hierbeiist es in seiner Hand, es zu heiligen, da aber ist es nicht in ihrer Hand, geschiedenzu werden!? Dies gleicht vielmehr dem Falle, wenn jemand zu seinem Nächsten sagt: das Feld, das ich dir verkauft habe, sei heilig, sobald ich es von dir zurückgekauft habe; es ist nicht heilig.
טז מתקיף לה רב פפא מי דמי התם גופא ופירות בידא דלוקח הכא גופה בידה הוא הא לא דמיא אלא לאומר לחבירו
16 R. Papa wandte ein: Ist es denn gleich; hierbei befinden sich die Sache und die Früchte im Besitze des Käufers, da aber befindet sich die Sachein ihrem Beisitze!? Dies gleicht vielmehr dem Falle, wenn jemand zu seinem Nächsten sagt: