Ketubot 202

Kapitel 202

א בלאותיה קיימין
1 so büßt sie ihre noch vorhandenen abgetragenen Kleider nicht ein.
ב תני תנא קמיה דרב נחמן זינתה הפסידה בלאותיה קיימין א"ל אם היא זינתה כליה מי זנאי תני לא הפסידה בלאותיה קיימין
2 Ein Jünger lehrte vor R. Naḥman: Hat sie die Ehe gebrochen, so büßt sie ihre noch vorhandenen abgetragenen Kleider ein. Da sprach er zu ihm: Haben etwa, wenn sie die Ehe gebrochen hat, auch ihre Kleider die Ehe gebrochen!? Lies: so büßt sie ihre noch vorhandenen abgetragenen Kleider nicht ein.
ג אמר רבה בר בר חנה א"ר יוחנן זו דברי רבי מנחם סתימתאה אבל חכמים אומרים זינתה לא הפסידה בלאותיה קיימין:
3 Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans: Dies ist die Ansicht R. Menaḥiem des Anonymus; die Weisen aber sagen, wenn sie die Ehe gebrochen hat, büße sie ihre noch vorhandenen abgetragenen Kleider nicht ein.
ד אם מתחלה נשאה כו': אמר רב הונא אילונית אשה ואינה אשה אלמנה אשה גמורה
4 H<small>AT ER SIE VON VORNHEREIN GENOMMEN</small> &amp;<small>C</small>. R. Hona sagte: Die Sterile gilt zuweilen als Frau und zuweilen nicht als Frau, die Witwe gilt immer als Frau.
ה אילונית אשה ואינה אשה הכיר בה יש לה כתובה לא הכיר בה אין לה כתובה אלמנה אשה גמורה בין הכיר בה בין לא הכיר בה יש לה כתובה
5 Die Sterile gilt zuweilen als Frau und zuweilen nicht als Frau: wußte er es, so erhält sie die Morgengabe, wußte er es nicht, so erhält sie nicht die Morgengabe. Die Witwe gilt immer als Frau: einerlei ob er es wußte oder nicht wußte, erhält sie die Morgengabe.
ו ורב יהודה אומר אחת זו ואחת זו אשה ואינה אשה הכיר בה יש לה כתובה לא הכיר בה אין לה כתובה
6 R. Jehuda Sagte, die eine wie die andere gilt zuweilen als Frau und zuweilen nicht als Frau: wußte er es, so erhält sie die Morgengabe, wußte er es nicht, so erhält sie nicht die Morgengabe.
ז מיתיבי כנסה בחזקת שהיא כן ונמצאת שהיא כן יש לה כתובה הא סתמא אין לה כתובה
7 Man wandte ein: Wenn er sie als solchegenommen hat und sie als solche befunden wird, so erhält sie die Morgengabe. Demnach erhält sie, wenn es unbekanntwar, die Morgengabe nicht!? –
ח לא תימא הא סתמא אין לה כתובה אלא אימא כנסה בחזקת שאינה כן ונמצאת שהיא כן אין לה כתובה
8 Folgere nicht, wenn es unbekannt war, erhalte sie die Morgengabe nicht, sondern wie folgt: wenn er sie genommen hat in der Gewißheit, daß sie keine solche ist, und sie als solche befunden wird, so erhält sie die Morgengabe nicht. –
ט אבל סתמא מאי אית לה אדתני בחזקת שהיא כן ונמצאת שהיא כן יש לה כתובה לשמעינן סתמא וכ"ש הא
9 Weshalb lehrt er, wenn sie sie demnach erhält, falls es unbekannt war, sie erhalte die Morgengabe, falls er sie als solche [genommen] hat und sie als solche befunden wird, sollte er es doch von dem Falle lehren, wenn es unbekannt war, und um so mehr in jenem Falle!?
י ועוד תני כנסה בידוע ונמצאת בידוע יש לה כתובה כנסה סתם אין לה כתובה תיובתא דרב הונא
10 Ferner wird gelehrt: Wenn er sie als solche genommen hat, und sie als solche befunden wird, so erhält sie die Morgengabe, wenn aber unbekannt, so erhält sie die Morgengabe nicht. Dies ist eine Widerlegung R. Honas. –
יא רב הונא מתני' אטעיתיה הוא סבר מדקא מפליג באילונית ולא קמפליג באלמנה מכלל דאלמנה אפי' בסתמא נמי אית לה ולא היא כי קתני לה לאלמנה אפלוגתא דאילונית קאי:
11 R. Hona wurde durch unsere Mišna irregeführt. Er folgerte: da diese hinsichtlich einer Sterilen unterscheidet und hinsichtlich einer Witwe nicht unterscheidet, so erhalte sie die Witwe, auch wenn es unbekannt war. Dem ist aber nicht so; die Lehre von der Witwe bezieht sich auf die Unterscheidung bei der Sterilen.
יב <br><br><big><strong>הדרן עלך אלמנה ניזונת</strong></big><br><br>
12 
יג מתני׳ <big><strong>הנושא</strong></big> את האשה ופסקה עמו כדי שיזון את בתה חמש שנים חייב לזונה חמש שנים
13 <b>W</b>ENN <small>JEMAND EINE</small> F<small>RAU HEIRATET UND SIE MIT IHM VEREINBART, DASS ER IHRE</small> T<small>OCHTER</small> <small>FÜNF</small> J<small>AHRE ERNÄHRE, SO MUSS ER SIE FÜNF</small> J<small>AHRE ERNÄHREN.</small>
יד ניסת לאחר ופסקה עמו כדי שיזון את בתה חמש שנים חייב לזונה חמש שנים לא יאמר הראשון לכשתבא אצלי אזונה אלא מוליך לה מזונותיה למקום שאמה
14 V<small>ERHEIRATET SIE SICH</small> <small>MIT EINEM ANDEREN UND VEREINBART SIE AUCH MIT DIESEM, DASS ER IHRE</small> T<small>OCHTER FÜNF</small> J<small>AHRE ERNÄHRE, SO MUSS ER SIE</small> [<small>EBENFALLS</small>] <small>FÜNF</small> J<small>AHRE ERNÄHREN.</small> D<small>ER ERSTE KANN NICHT SAGEN, WENN SIE ZU IHM KOMMT, WOLLE ER SIE ERNÄHREN</small>, <small>VIELMEHR MUSS ER IHR IHREN</small> U<small>NTERHALT DAHIN BRINGEN, WO IHRE</small> M<small>UTTER IST.</small>
טו וכן לא יאמרו שניהם הרי אנו זנין אותה כאחד אלא אחד זנה ואחד נותן לה דמי מזונות
15 D<small>ESGLEICHEN KÖNNEN BEIDE NICHT SAGEN, SIE WOLLEN SIE GEMEINSAM ERNÄHREN, VIELMEHR MUSS EINER SIE ERNÄHREN UND EINER IHR DAS</small> G<small>ELD FÜR DEN</small> U<small>NTERHALT GEBEN</small>
טז ניסת הבעל נותן לה מזונות והן נותנין לה דמי מזונות מתו בנותיהן ניזונות מנכסים בני חורין והיא ניזונת מנכסים משועבדים מפני שהיא כבעלת חוב
16 . H<small>EIRATET</small> <small>SIE, SO GEBE IHR IHR</small> E<small>HEMANN</small> U<small>NTERHALT UND GEBEN JENE IHR DAS</small> G<small>ELD FÜR DEN</small> U<small>NTERHALT.</small> S<small>TERBEN JENE</small>, <small>SO SIND IHRE EIGENEN</small> T<small>ÖCHTER VON FREIEN</small> G<small>ÜTERN ZU ERNÄHREN, SIE ABER</small> [<small>AUCH</small>] <small>VON BELASTETEN</small> G<small>ÜTERN, WEIL SIE ALS</small> G<small>LÄUBIG ERIN</small> <small>GILT</small>.
יז הפקחים היו כותבים ע"מ שאזון את בתך חמש שנים כל זמן שאת עמי:
17 D<small>IE</small> V<small>ORSICHTIGEN PFLEGEN ZU SCHREIBEN: UNTER DER</small> B<small>EDINGUNG, DASS ICH DEINE</small> T<small>OCHTER FÜNF</small> J<small>AHRE ERNÄHRE, SOLANGE DU BEI MIR WEILST</small>.
יח <big><strong>גמ׳</strong></big> אתמר האומר לחבירו חייב אני לך מנה רבי יוחנן אמר חייב ור"ל אמר פטור
18 GEMARA. Es wurde gelehrt: wenn jemand zu seinem Nächsten sagte: ich schulde dir eine Mine, so ist er, wie R. Joḥanan sagt, schuldig, und wie Reš Laqiš sagt, frei. –
יט ה"ד אי דאמר להו אתם עדיי מ"ט דר"ל דקפטר אי דלא אמר להו אתם עדיי מ"ט דרבי יוחנן דקמחייב
19 In welchem Falle: sagte er zu ihnen: ihr seid meine Zeugen, weshalb ist er nach Reš Laqiš frei, und sagte er nicht: ihr seid meine Zeugen, weshalb ist er nach R. Joḥanan schuldig!? –
כ לעולם דלא קאמר להו אתם עדיי והכא במאי עסקינן דא"ל חייב אני לך מנה בשטר רבי יוחנן אמר חייב אלימא מילתא דשטרא כמאן דאמר להו אתם עדים דמי ר"ל אמר פטור לא אלימא מילתא דשטרא
20 Tatsächlich, wenn er nicht sagte: ihr seid meine Zeugen, nur wird hier von dem Falle gesprochen, wenn er zu ihm sagte: ich schulde dir eine Mine auf einen Schuldschein. R. Joḥanan sagt, er sei schuldig, denn der Schuldschein hat dieselbe Beweiskraft, wie wenn er gesagt hätte: ihr seid meine Zeugen; Reš Laqiš sagt, er sei frei, denn der Schuldschein hat keine Beweiskraft. –
כא תנן הנושא את האשה ופסקה עמו לזון את בתה חמש שנים חייב לזונה חמש שנים מאי לאו כי האי גוונא
21 Wir haben gelernt: Wenn jemand eine Frau heiratet und sie mit ihm vereinbart, daß er ihre Tochter fünf Jahre ernähre, so muß er sie fünf Jahre ernähren. Doch wohl in einem solchen Falle!? –