Ketubot 204

Kapitel 204

א כי פליגי אליבא דרבי ישמעאל רבי יוחנן כרבי ישמעאל וריש לקיש עד כאן לא קאמר רבי ישמעאל התם אלא דשייך ליה לשיעבודא דאורייתא אבל הכא לא שייך שיעבודא דאורייתא
1 sie streiten nur über die Ansicht R. Jišma͑éls. R. Joḥanan ist entschieden der Ansicht R. Jišma͑éls, Reš Laqiš aber sagt, R. Jišma͑él vertrete seine Ansicht nur da, wo eine Haftung der Toravorliegt, hierbei aber liegt keine Haftung der Tora vor.
ב גופא אמר רב גידל אמר רב כמה אתה נותן לבנך כך וכך וכמה אתה נותן לבתך כך וכך עמדו וקידשו קנו הן הן הדברים הנקנים באמירה
2 Der Text. R. Gidel sagte im Namen Rabhs: [Wenn der eine sagte:] wieviel gibst du deinem Sohne, und [der andere ihm entgegnete:] so und so viel; und wieviel gibst du deiner Tochter? und [jener ihm erwiderte:] so und so viel, und darauf die Antrauung erfolgt ist, so ist es perfekt. Es sind dies Dinge, die durch Worte perfekt werden.
ג אמר רבא מסתברא מילתא דרב בבתו נערה דקא מטי הנאה לידיה אבל בוגרת דלא מטי הנאה לידיה לא
3 Raba sagte: Es ist einleuchtend, daß die Worte Rabhs sich auf eine minderjährige Tochter beziehen, wobei ihm ein Nutzenzufließt, nicht aber auf eine Mannbare, wobei ihm kein Nutzen zufließt,
ד והאלהים אמר רב אפילו בוגרת דאי לא תימא הכי אבי הבן מאי הנאה אתא לידיה אלא בההיא הנאה דקמיחתני אהדדי גמרי ומקני להדדי
4 aber bei Gott, Rabh sagte es auch von einer Mannbaren. Wollte man nicht so sagen: welcher Nutzen fließt ihmbei einem Sohne zu!? Vielmehr eignen sie es einander zu für die Befriedigung, daß sie sich mit einander verschwägern.
ה א"ל רבינא לרב אשי דברים הללו ניתנו ליכתב או לא ניתנו ליכתב א"ל לא ניתנו ליכתב
5 Rabina sprach zu R. Aši: Dürfen diese Worteniedergeschrieben werden oder dürfen sie nicht niedergeschriebenwerden? Dieser erwiderte: Sie dürfen nicht niedergeschrieben werden.
ו איתיביה הפקחין היו כותבין על מנת שאזון את בתך חמש שנים כל זמן שאת עמי מאי כותבין אומרים
6 Jener wandte gegen ihn ein: Die Vorsichtigen pflegen zu schreiben: unter der Bedingung, daß ich deine Tochter fünf Jahre ernähre, solange du bei mir weilst!? – Unter ‘schreiben’ ist sagen zu verstehen. –
ז וקרי ליה לאמירה כתיבה אין והתנן הכותב לאשתו דין ודברים אין לי בנכסייך ותני ר' חייא האומר לאשתו
7 Nennt man das Sagen ‘schreiben’!? – Freilich; wir haben ja auch gelernt: wenn jemand seiner Frau geschrieben hat: ich entsage mich des Rechtes und des Anspruches auf deine Güter, und R. Ḥija lehrte: wenn jemand zu seiner Frau gesagt hat. –
ח ת"ש אין כותבין שטרי אירוסין ונשואין אלא מדעת שניהם הא מדעת שניהם כותבין מאי לאו שטרי פסיקתא
8 Komm und höre: Man darf Verlobungs und Heiratsurkunden nur mit Zustimmung beider schreiben. Mit Zustimmung beider aber darf man sie schreiben; doch wohl Vereinbarungsurkunden!? –
ט לא שטרי אירוסין ממש כדרב פפא ורב שרביא דאיתמר כתבו לשמה ושלא מדעתה רבה ורבינא אמרי מקודשת רב פפא ורב שרביא אמרי אינה מקודשת
9 Nein, wirkliche Verlobungsurkunden. Dies nach R. Papa und R. Šerebja, denn es wurde gelehrt: Schrieb er sieauf ihren Namen ohne ihre Zustimmung, so ist sie ihm, wie Rabba und Rabina sagen, angetraut, und wie R. Papa und R. Šerebja sagen, nicht angetraut. –
י תא שמע מתו בנותיהן ניזונות מנכסים בני חורין והיא ניזונת מנכסים משועבדים מפני שהיא כבעלת חוב
10 Komm und höre: Sterben jene, so sind ihre eigenen Töchter von freien Gütern zu ernähren, sie aber [auch] von belasteten Gütern, weil sie als Gläubigerin gilt. –
יא הכא במאי עסקינן בשקנו מידו
11 Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn er es ihr zugeeignet hat. –
יב אי הכי בנות נמי בשקנו לזו ולא קנו לזו
12 Demnach sollte diesauch von den [eigenen] Töchtern gelten!? – Wenn er es jener zugeeignet hat, diesen aber nicht. –
יג ומאי פסקא איהי דהואי בשעת קנין מהני לה קנין בנות דלא הוו בשעת קנין לא מהני להו קנין
13 Wieso dies!? – Für jene, die bei der Zueignung vorhanden war, ist die Zueignung wirksam, für die eigenen Töchter, die bei der Zueignung nicht vorhanden waren, ist die Zueignung nicht wirksam. –
יד מי לא עסקינן דהואי בשעת קנין והיכי דמי כגון דגרשה ואהדרה
14 Es kann ja auch der Fall vorkommen, daß sie bei der Zueignung vorhanden waren, wenn er nämlich von ihr geschieden war und sie wieder genommenhat!? –
טו אלא איהי דליתא בתנאי ב"ד מהני לה קנין בנות דאיתנהו בתנאי ב"ד לא מהני להו קנין
15 Vielmehr, für jene, die in der Bestimmung des Gerichtesnicht einbegriffen ist, ist die Zueignung wirksam, für die eigenen Töchter, die in der Bestimmung des Gerichtes einbegriffen sind, ist die Zueignung nicht wirksam. –
טז מגרע גרעי אלא בנותיו היינו טעמא כיון דאיתנהו בתנאי ב"ד אימר צררי אתפסינהו:
16 Sollten sie deshalb im Nachteile sein!? – Vielmehr, bei den eigenen Töchtern ist folgendes zu berücksichtigen: da sie in der Bestimmung des Gerichtes einbegriffen sind, so kann er ihnen Sachen eingehändigt haben.
יז לא יאמר הראשון: אמר רב חסדא זאת אומרת בת אצל אמה
17 D<small>ER ERSTE KANN NICHT SAGEN</small> &amp;<small>C</small>. R. Ḥisda sagte: Dies besagt, daß die Tochter zur Mutter gehört. –
יח ממאי דבגדולה עסקינן דלמא בקטנה עסקינן ומשום מעשה שהיה
18 Woher, daß dies von einer Erwachsenen gilt, vielleicht von einer Minderjährigen, und zwar wegen jenes Ereignisses!?
יט דתניא מי שמת והניח בן קטן לאמו יורשי האב אומרים יהא גדל אצלנו ואמו אומרת יהא בני גדל אצלי מניחין אותו אצל אמו ואין מניחין אותו אצל ראוי ליורשו מעשה היה ושחטוהו ער"ה
19 Es wird nämlich gelehrt: Wenn jemand stirbt und ein kleines Kind hinterläßt, und die Erben des Vaters verlangen, daß es bei ihnen heranwachse, die Mutter aber verlangt, daß es bei ihr heranwachse, so lasse man es bei seiner Mutter und nicht bei denen, die es beerbenwürden. Einst ereignete sich ein solcher Fall, und sieschlachteten es am Vorabend des Pesaḥfestes ab. –
כ אם כן ליתני למקום שהיא
20 Wenn dem so wäre, so sollte er lehren: wo sieist,