Ketubot 220

Kapitel 220

א אבל לא מעיר לכרך ולא מכרך לעיר
1 JEDOCH NICHT AUS EINER M<small>ITTELSTADT NACH EINER</small> G<small>ROSSTADT ODER</small> <small>AUS EINER</small> G<small>ROSSTADT NACH EINER</small> M<small>ITTELSTADT.</small>
ב מוציאין מנוה הרעה לנוה היפה אבל לא מנוה היפה לנוה הרעה רשב"ג אומר אף לא מנוה רעה לנוה יפה מפני שהנוה היפה בודק:
2 M<small>AN KANN SIE ZWINGEN, MIT IHM AUS EINER SCHLECHTEN</small> W<small>OHNUNG NACH EINER SCHÖNEN ZU ZIEHEN, NICHT ABER AUS EINER SCHÖNEN</small> W<small>OHNUNG NACH EINER SCHLECHTEN</small>. R. Š<small>IMO͑N B.</small> G<small>AMLIÉL SAGT, AUCH NICHT AUS EINER SCHLECHTEN</small> W<small>OHNUNG NACH EINER SCHÖNEN, WEIL EINE SCHÖNE</small> W<small>OHNUNG AUFSPÜRT</small>.
ג <big><strong>גמ׳</strong></big> בשלמא מכרך לעיר דבכרך שכיחי כל מילי בעיר לא שכיחי כל מילי אלא מעיר לכרך מ"ט
3 GEMARA. Allerdings nicht aus einer Großstadt nach einer Mittelstadt, weil in einer Großstadt alles vorhanden ist, während in einer Mittelstadt nicht alles vorhanden ist, weshalb aber nicht aus einer Mittelstadt nach einer Großstadt? –
ד מסייע ליה לרבי יוסי בר חנינא דא"ר יוסי בר חנינא מנין שישיבת כרכים קשה שנאמר (נחמיה יא, ב) ויברכו העם לכל האנשים המתנדבים לשבת בירושלים:
4 Dies ist eine Stütze für R. Jose b. R. Ḥanina, denn R. Jose b. R. Ḥanina sagte: Woher, daß das Wohnen in den Großstädten schädlichist? Es heißt:<i>und das Volk segnete alle Leute, die sich freiwillig erboten, in Jerušalem zu wohnen.</i>
ה רשב"ג אומר כו': מאי בודק כדשמואל דאמר שמואל שינוי וסת תחלת חולי מעים כתוב בספר בן סירא (משלי טו, טו) כל ימי עני רעים והאיכא שבתות וימים טובים כדשמואל דאמר שמואל שינוי וסת תחלת חולי מעים
5 R. Š<small>IMO͑N B.</small> G<small>AMLIEL SAGT</small> &amp;<small>C</small>. Was heißt: aufspürt? – Dies nach Šemuél, denn Šemuél sagte: Die Änderung der Lebensweiseist der Leibschmerzen Ursprung. Im Buche des Ben Sira steht geschrieben:<i>Alle Tage des Armen sind schlecht.</i> Es gibt ja Šabbathe und Feiertage!? – Dies nach Šemuél, denn Šemuél sagte, die Änderung der Lebensweise sei der Leibschmerzen Ursprung.
ו בן סירא אומר אף לילות בשפל גגים גגו ובמרום הרים כרמו ממטר גגים לגגו ומעפר כרמו לכרמים:
6 Ben Sira sagt, auch’ die Nächte. Niedriger als alle Dächer ist sein Dach, auf den höchsten Bergen sein Weinberg. Anderer Dächer Regen [ergießt sich] auf sein Dach und seines Weinberges Erde [fällt] auf die Weinberge anderer.
ז <big><strong>מתני׳</strong></big> הכל מעלין לארץ ישראל ואין הכל מוציאין הכל מעלין לירושלים ואין הכל מוציאין אחד האנשים ואחד הנשים
7 <b>M</b><small>AN KANN JEDEN ZWINGEN, MIT IHM NACH DEM</small> J<small>ISRAÉLLANDE ZU ZIEHEN, NIEMAND ABER FORTZUZIEHEN; MAN KANN JEDEN ZWINGEN, MIT IHM NACH</small> J<small>ERUŠALEM ZU ZIEHEN, NIEMAND ABER FORTZUZIEHEN, EINERLEI, OB</small> M<small>ÄNNER ODER</small> F<small>RAUEN</small>.
ח נשא אשה בא"י וגרשה בארץ ישראל נותן לה ממעות ארץ ישראל נשא אשה בא"י וגרשה בקפוטקיא נותן לה ממעות ארץ ישראל נשא אשה בקפוטקיא וגרשה בארץ ישראל נותן לה ממעות ארץ ישראל רבן שמעון בן גמליאל אומר נותן לה ממעות קפוטקיא נשא אשה בקפוטקיא וגרשה בקפוטקיא נותן לה ממעות קפוטקיא:
8 W<small>ER EINE</small> F<small>RAU IM</small> J<small>ISRAÉLLANDE GEHEIRATET HAT UND SICH VON IHR IM</small> J<small>ISRAÉLLANDE SCHEIDEN LÄSST, ZAHLE IHR</small> [<small>DIE</small> M<small>ORGENGABE</small>] <small>IN JISRAÉLLÄNDISCHEM</small> G<small>ELDE AUS</small>: W<small>ER EINE</small> F<small>RAU IM</small> J<small>ISRAÉLLANDE GEHEIRATET HAT UND SICH VON IHR IN</small> K<small>APPADOKIEN SCHEIDEN LÄSST, ZAHLE SIE IHR IN JISRAÉLLÄNDISCHEM</small> G<small>ELDE AUS; WER EINE</small> F<small>RAU IN</small> K<small>APPADOKIEN GEHEIRATET HAT UND SICH VON IHR IM</small> J<small>ISRAÉLLANDE SCHEIDEN LÄSST, ZAHLE SIE IHR IN JISRAÉLLÄNDISCHEM</small> G<small>ELDE AUS</small>; R. Š<small>IMO͑N B</small>. G<small>AMLIÉL SAGT, ER ZAHLE SIE IHR IN KAPPADOKISCHEM</small> G<small>ELDE AUS; WER EINE</small> F<small>RAU IN</small> K<small>APPADOKIEN GEHEIRATET HAT UND SICH VON IHR IN</small> K<small>APPADOKIEN SCHEIDEN LÄSST, ZAHLE SIE IHR IN KAPPADOKISCHEM</small> G<small>ELDE AUS</small>.
ט <big><strong>גמ׳</strong></big> הכל מעלין לאתויי מאי לאתויי עבדים
9 GEMARA. Was schließen [die Worte] ‘Man kann jeden zwingen’ ein? – Sie schließen Sklavenein. –
י ולמאן דתני עבדים בהדיא לאתויי מאי לאתויי מנוה היפה לנוה הרעה
10 Was schließen sie nach demjenigen ein, der in unserer Mišna ‘Sklaven’ ausdrücklichlehrt? – Dies schließt [den Umzug] aus einer schönen Wohnung nach einer schlechten ein. –
יא ואין הכל מוציאין לאתויי מאי לאתויי עבד שברח מחוצה לארץ לארץ דאמרינן ליה זבניה הכא וזיל משום ישיבת ארץ ישראל
11 Was schließen [die Worte] ‘niemand aber fortzuziehen’ ein? – Sie schließen einen aus dem Auslande nach dem Jisraéllande entflohenen Sklaven ein; man spreche [zu seinem Herrn:] verkaufe ihn hier und gehe. Dies wegen der Besiedelung des Jisraéllandes. –
יב הכל מעלין לירושלים לאתויי מאי לאתויי מנוה היפה לנוה הרעה
12 Was schließen [die Worte] ‘man kann jeden &amp;c. nach Jerušalem zu ziehen’ ein? – Sie schließen [den Umzug] aus einer schonen Wohnung nach einer schlechten ein. –
יג ואין הכל מוציאין לאתויי מאי לאתויי אפי' מנוה הרעה לנוה היפה ואיידי דתנא רישא אין מוציאין תנא סיפא נמי אין מוציאין:
13 ‘Niemand aber fortzuziehen’, auch nicht aus einer schlechten Wohnung nach einer schönen. Und da er im Anfangsatze ‘niemand aber fortzuziehen’ lehrt, lehrt er auch im Schlußsatze ‘niemand aber fortzuziehen’.
יד ת"ר הוא אומר לעלות והיא אומרת שלא לעלות כופין אותה לעלות ואם לאו תצא בלא כתובה היא אומרת לעלות והוא אומר שלא לעלות כופין אותו לעלות ואם לאו יוציא ויתן כתובה
14 Die Rabbanan lehrten: Wenn er hinziehenwill und sie nicht hinziehen will, so zwinge man sie mitzuziehen, sonst ist sie ohne Morgengabe zu entlassen; wenn sie hinziehen will und er nicht hinziehen will, so zwinge man ihn mitzuziehen, sonst entlasse er sie und zahle ihr die Morgengabe aus.
טו היא אומרת לצאת והוא אומר שלא לצאת כופין אותה שלא לצאת ואם לאו תצא בלא כתובה הוא אומר לצאת והיא אומרת שלא לצאת כופין אותו שלא לצאת ואם לאו יוציא ויתן כתובה:
15 Wenn sie fortziehen will und er nicht fortziehen will, so zwinge man sie zu bleiben, sonst ist sie ohne Morgengabe zu entlassen: wenn er fortziehen will und sie nicht fortziehen will, so zwinge man ihn zu bleiben, sonst entlasse er sie und zahle ihr die Morgengabe aus.
טז נשא אשה כו': הא גופא קשיא
16 W<small>ER EINE</small> F<small>RAU</small> &amp;<small>C. GEHEIRATET HAT.</small> Dies widerspricht sich ja selbst:
יז קתני נשא אשה בארץ ישראל וגרשה בקפוטקיא נותן לה ממעות ארץ ישראל אלמא בתר שיעבודא אזלינן אימא סיפא נשא אשה בקפוטקיא וגרשה בארץ ישראל נותן לה ממעות ארץ ישראל אלמא בתר גוביינא אזלינן
17 zuerst lehrt er, wer eine Frau im Jisraéllande geheiratet hat und sich von ihr in Kappadokien scheiden läßt, zahle ihr in jisraélländischem Gelde, wonach man sich nach [dem Orte] der Verpflichtung richte, dagegen lehrt er im Schlußsatze, wer eine Frau in Kappadokien geheiratet hat und sich von ihr im Jisraéllande scheiden läßt, zahle ihr in jisraélländischem Gelde, wonach man sich nach dem der Einforderung richte!?
יח אמר רבה מקולי כתובה שנו כאן קסבר כתובה דרבנן:
18 Rabba erwiderte: Hier wird eine von den Erleichterungen bei der Morgengabegelehrt, denn er ist der Ansicht, die Morgengabe sei rabbanitisch.
יט רבן שמעון בן גמליאל אומר נותן לה ממעות קפוטקיא: קסבר כתובה דאורייתא
19 R. Š<small>IMO͑N B.</small> G<small>AMLIÉL SAGT, ER ZAHLE SIE IHR IN KAPPADOKISCHEM</small> G<small>ELDE AUS.</small> Er ist der Ansicht, die Morgengabe sei [eine Institution] der Tora.
כ תנו רבנן המוציא שטר חוב על חבירו כתוב בו בבל מגבהו ממעות בבל כתוב בו ארץ ישראל מגבהו ממעות ארץ ישראל כתוב בו סתם הוציאו בבבל מגבהו ממעות בבל הוציאו בארץ ישראל מגבהו ממעות ארץ ישראל כתוב בו כסף סתם מה שירצה לוה מגבהו מה שאין כן בכתובה
20 Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand einen Schuldschein auf seinen Nächsten vorlegt, der in Babylonien datiert ist, so lasse er ihn babylonisches Geld einfordern; ist er im Jisraéllande datiert, so lasse er ihn jisraélländisches Geld einfordern. Ist kein Ort genannt, so lasse er ihn, wenn er ihn in Babylonien vorlegt, babylonisches Geld, und wenn im Jisraéllande, jisraélländisches Geld einfordern. Heißt es darin nur ‘Silber stücke’, so lasse der Schuldner ihn einfordern, was ihmbeliebt Dies ist aber bei der Morgengabe nicht der Fall. –
כא אהייא אמר רב משרשיא ארישא לאפוקי מדרשב"ג דאמר כתובה דאורייתא:
21 Worauf bezieht sich dies? R. Mešaršeja erwiderte: Auf den ersten Fall, zur Ausschließung der Ansicht des R. Šimo͑n b. Gamliél, welcher sagt, die Morgengabe sei [eine Institution] der Tora.
כב כתוב בו כסף סתם מה שירצה לוה מגבהו ואימא נסכא א"ר אלעזר דכתיב ביה מטבע ואימא פריטי אמר רב פפא פריטי דכספא לא עבדי אינשי
22 «Heißt es darin nur ‘Silberstücke’, so lasse der Schuldner ihn einfordern, was ihm beliebt.» Vielleicht ein Stück [Silber]!? R. Elea͑zar erwiderte: Wenn es darin ‘Münze’ heißt. – Vielleicht Scheidemünze!? R. Papa erwiderte: Die Leute lassen nicht Scheidemünze aus Silber herstellen.
כג ת"ר לעולם ידור אדם בא"י אפי' בעיר שרובה עובדי כוכבים ואל ידור בחו"ל ואפילו בעיר שרובה ישראל שכל הדר בארץ ישראל דומה כמי שיש לו אלוה וכל הדר בחוצה לארץ דומה כמי שאין לו אלוה שנא' (ויקרא כה, לח) לתת לכם את ארץ כנען להיות לכם לאלהים
23 Die Rabbanan lehrten: Man wohne stets im Jisraéllande, selbst in einer Stadt, die in der Mehrzahl aus Nichtjuden besteht, und wohne nicht außerhalb des Landes, selbst in einer Stadt, die in der Mehrzahl aus Jisraéliten besteht. Wer nämlich im Jisraéllande wohnt, dem ist es so, als habe er einen Gott, und wer außerhalb des Landes wohnt, dem ist es so, als habe er keinen Gott. Es heißt:<i>euch das Land Kenaa͑n zu geben, euch ein Gott zu sein;</i>
כד וכל שאינו דר בארץ אין לו אלוה אלא לומר לך כל הדר בחו"ל כאילו עובד עבודת כוכבים וכן בדוד הוא אומר (שמואל א כו, יט) כי גרשוני היום מהסתפח בנחלת ה' לאמר לך עבוד אלהים אחרים וכי מי אמר לו לדוד לך עבוד אלהים אחרים אלא לומר לך כל הדר בחו"ל כאילו עובד עבודת כוכבים
24 hat denn, wer nicht im Lande wohnt, keinen Gott? Vielmehr, besagt dies, wenn jemand außerhalb des Landes wohnt, sei es ebenso, als würde er Götzen dienen. Desgleichen heißt es von David:<i>weil sie mich heute vertrieben, daß ich mich nicht anschließen darf dem Erbteile des Herrn, und sprechen: geh, diene fremden Göttern.</i> Wer forderte David auf, fremden Göttern zu dienen? Vielmehr, besagt dies, wenn jemand außerhalb des Landes wohnt, sei es ebenso, als würde er Götzen dienen.
כה ר' זירא הוה קמשתמיט מיניה דרב יהודה דבעא למיסק לארץ ישראל דאמר רב יהודה כל העולה מבבל לארץ ישראל עובר בעשה שנאמר
25 R. Zera wich R. Jehuda aus, weil er nach dem Jisraéllande hinaufziehen wollte, und R. Jehuda sagte, wer aus Babylonien nach dem Jisraéllande hinaufzieht, übertrete ein Gebot, denn es heißt: