Ketubot 37

Kapitel 37

א חזקה אין העדים חותמין על השטר אא"כ נעשה בגדול אלא אנוסין מ"ט
1 es gelte als feststehend, Zeugen unterschreiben eine Urkunde nur dann, wenn alles durch Erwachseneerfolgt, was aber ist sein Grund bei der Gezwungenheit?
ב אמר רב חסדא קסבר ר"מ עדים שאמרו להם חתמו שקר ואל תהרגו יהרגו ואל יחתמו שקר
2 R. Ḥisda erwiderte: R. Meír ist der Ansicht, daß, wenn Zeugen bei Todesandrohung aufgefordert werden, Falsches zu unterschreiben, sie sich eher töten lassen müssen, als Falschesunterschreiben.
ג אמר ליה רבא השתא אילו אתו לקמן לאמלוכי אמרינן להו זילו חתומו ולא תתקטלון דאמר מר אין לך דבר שעומד בפני פיקוח נפש אלא עבודת כוכבים וגלוי עריות ושפיכות דמים בלבד השתא דחתמו אמרינן להו אמאי חתמיתו
3 Raba sprach zu ihm: Wenn sie zu uns kommen und um Rat fragen, entscheiden wir ihnen, zu unterschreiben und sich nicht töten zu lassen, denn der Meister sagte, außer Götzendienst, Unzucht und Blutvergießen gehe nichtsüber die Lebenserhaltung, und wenn sie unterschrieben haben, sollten wir zu ihnen sagen: weshalb habt ihr unterschrieben!?
ד אלא טעמא דר"מ כדרב הונא אמר רב דא"ר הונא אמר רב מודה בשטר שכתבו אין צריך לקיימו
4 Vielmehr, der Grund R. Meírs ist nach einer Lehre R. Honas im Namen Rabbis zu erklären, denn R. Hona sagte im Namen Rabhs, ein Schuldschein, von dem [der Schuldner] zugibt, ihn geschrieben zu haben, brauche nicht beglaubigt zu werden.
ה גופא אמר רב הונא אמר רב מודה בשטר שכתבו אין צריך לקיימו א"ל רב נחמן גנובא גנובי למה לך אי סבירא לך כר"מ אימא הלכה כר"מ
5 Der Text. R. Hona sagte im Namen Rabhs: Wenn [der Schuldner] zugibt, den Schuldschein geschrieben zu haben, so braucht er nicht beglaubigt zu werden. R. Naḥman sprach zu ihm: Dieb, weshalb sagst du es verstohlen; bist du der Ansicht R. Meírs, so sage, die Halakha sei wie R. Meír!?
ו אמר ליה ומר היכי סבירא ליה אמר ליה כי אתו לקמן לדינא אמרינן להו זילו קיימו שטרייכו וחותו לדינא
6 Dieser entgegnete: Welcher Ansicht ist der Meister? Jener erwiderte: Wenn [Gläubiger] zu uns vor Gericht kommen, sprechen wir zu ihnen: Laßt [die Zeugenunterschriften] eurer Schuldscheine beglaubigen und kommt vor Gericht.
ז א"ר יהודה אמר רב האומר שטר אמנה הוא זה אינו נאמן
7 R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Wenn jemand sagt, dieser sei ein Vertrauensschuldschein, so ist er nicht glaubhaft. —
ח דקאמר מאן אילימא דקאמר לוה פשיטא כל כמיניה ואלא דקאמר מלוה תבוא עליו ברכה אלא דקאמרי עדים אי דכתב ידם יוצא ממקום אחר פשיטא דלא מהימני ואי דאין כתב ידם יוצא ממקום אחר אמאי לא מהימני
8 Wer sagt: wenn der Schuldner, so ist dies ja selbstverständlich, wieso sollte er glaubhaft sein, wenn der Gläubiger, so mag doch Segen über ihn kommen, und wenn die Zeugen, so ist es ja, wenn ihre Unterschrift anderweitig festgestellt ist, selbstverständlich, daß sie nicht glaubhaft sind, und ist ihre Unterschrift anderweitig nicht festgestellt, weshalb sind sie nicht glaubhaft!?
ט (סימן בא"ש) אמר רבא לעולם דקאמר לוה וכדרב הונא דא"ר הונא אמר רב מודה בשטר שכתבו אין צריך לקיימו
9 Raba erwiderte: Tatsächlich, wenn der Schuldner es sagt, und zwar nach R. Hona, denn R. Hona sagte im Namen Rabhs: Ein Schuldschein, von dem [der Schuldner] zugibt, ihn geschrieben zu haben, braucht nicht beglaubigtzu werden.
י אביי אמר לעולם דאמר מלוה וכגון שחב לאחרים וכדרבי נתן
10 Abajje erwiderte: Tatsächlich, wenn der Gläubiger es sagt, und zwar in dem Falle, wenn er dadurch andere schädigt. Dies nach R. Nathan,
יא דתניא רבי נתן אומר מנין לנושה בחבירו מנה וחבירו בחבירו מנין שמוציאין מזה ונותנין לזה תלמוד לומר (במדבר ה, ז) ונתן לאשר אשם לו
11 denn es wird gelehrt: R. Nathan sagte: Woher, daß, wenn jemand von seinem Nächsten und der Nächste von einem anderen eine Mine zu erhalten hat, man sie diesem abnehme und jenem gebe? Es heißt:<i>er gebe sie dem, dem die Schuld zukommt</i>.
יב רב אשי אמר לעולם דקאמרי עדים ודאין כתב ידם יוצא ממקום אחר ודקאמרת אמאי לא מהימני כדרב כהנא דא"ר כהנא אסור לו לאדם שישהה שטר אמנה בתוך ביתו משום שנאמר (איוב יא, יד) אל תשכן באהליך עולה
12 R. Aši erwiderte: Tatsächlich, wenn die Zeugen es sagen, und zwar in dem Falle, wenn ihre Unterschrift anderweitig nicht festgestellt ist; wenn du aber einwendest, wieso sie denn nicht glaubhaft sind, so ist dies nach R. Kahana [zu erklären], denn R. Kahana sagte, es sei verboten, einen Vertrauensschuldschein in seinem Hause zu halten, denn es heißt:<i>laß in deinem Zelte kein Unrecht wohnen</i>.