Kiddushin 42

Kapitel 42

א ההוא לקובעו חובה ואפי' לרבי יהושע
1 Dies deutet, daß es Pflicht sei, selbst nach R. Jehošua͑.
ב ת"ש מה ת"ל (ויקרא כה, מח) יגאלנו יגאלנו יגאלנו ג' פעמים לרבות כל הגאולות שנגאלות כסדר הזה מאי לאו בתי ערי חומה ועבד עברי הנמכר לישראל לא בתי חצרים ושדה אחוזה בתי חצרים בהדיא כתיב בהו (ויקרא כה, לא) על שדה הארץ יחשב אמר רב נחמן בר יצחק לקרוב קרוב קודם:
2 – Komm und höre: Es heißt dreimal <i>löse ihn ein</i>, um alle Einlösungen einzuschließen, daß sie in dieser Reihenfolge zu erfolgen haben. Doch wohl Häuser in einer ummauerten Stadt und den an einen Jisraéliten verkauften hebräischen Sklaven. – Nein, Häuser in Freistädten und Erbbesitzfelder. – Von Häusern in Freistädten heißt es ja ausdrücklich: <i>zum Felde des Landes rechne man es</i>!? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Dies lehrt, daß der Nächstverwandte vorgehe.
ג והנרצע נקנה ברציעה: דכתיב (שמות כא, ו) ורצע אדוניו את אזנו במרצע וגו':
3 D<small>ER</small> A<small>NGEBOHRTE WIRD DURCH DAS</small> A<small>NBOHREN ANGEEIGNET</small>. Denn es heißt: <i>und der Herr bohre sein Ohr mit einem Pfriemen &amp;c.</i>
ד וקונה את עצמו ביובל ובמיתת האדון: דכתיב ועבדו ולא את הבן ולא את הבת לעולם לעולמו של יובל
4 U<small>ND EIGNET SICH SELBST AN DURCH DAS</small> J<small>OBELJAHR UND DURCH DEN</small> T<small>OD DES</small> H<small>ERRN</small>. Denn es heißt: <i>und er diene ihm</i>, nicht aber dem Sohne noch der Tochter; <i>ewig</i>, bis zur Ewigkeit des Jobelzyklus.
ה תנו רבנן מרצע אין לי אלא מרצע מנין לרבות הסול והסירא והמחט והמקדח והמכתב ת"ל (דברים טו, יז) ולקחת לרבות כל דבר שנקח ביד דברי ר' יוסי בר' יהודה
5 Die Rabbanan lehrten: <i>Pfriemen</i>, ich weiß dies vom Pfriemen, woher, daß auch Stachel, Dorn, Nadel, Bohrer und Griffel einbegriffen sind? Es heißt: <i>du sollst nehmen</i>, dies schließt alles ein, was mit der Hand genommen werden kann – so R. Jose b. R. Jehuda.
ו רבי אומר מה מרצע מיוחד של מתכת אף כל של מתכת ד"א המרצע להביא המרצע הגדול
6 Rabbi sagte: <i>Pfriemen</i>, wie ein Pfriemen aus Metall ist, ebenso auch alles andere, was aus Metall ist. Eine andere Auslegung: <i>Den Pfriemen</i>, dies deutet auf den großen Pfriemen.
ז אמר רבי אלעזר יודן בריבי היה דורש כשהן רוצעים אין רוצעים אלא במילתא וחכ"א אין עבד עברי כהן נרצע מפני שנעשה בעל מום וא"ת במילתא הם רוצעים היאך עבד עברי כהן יעשה בעל מום הא אין נרצע אלא בגובה של אזן במאי קמיפלגי
7 R. Elea͑zar sagte: Jodan Berabbi trug vor: Beim Bohren durchsteche man das Läppchen. Die Weisen sprachen: Ein hebräischer Sklave, der Priester ist, wird nicht angebohrt, weil er dadurch gebrechenbehaftet wird; wieso wird, wenn du sagst, man durchsteche das Läppchen, ein Sklave, der Priester ist, dadurch gebrechen behaftet!? Vielmehr durchsteche man den Oberteil des Ohres. – Worm besteht ihr Streit? –
ח דרבי דריש כללי ופרטי ולקחת כלל מרצע פרט באזנו ובדלת חזר וכלל כלל ופרט וכלל אי אתה דן אלא כעין הפרט מה הפרט מפורש של מתכת אף כל של מתכת
8 Rabbi wendet hierbei [die Regel von der] Generalisierung und Spezialisierung an: <i>nimm</i>, generell, <i>Pfriemen</i>, speziell, <i>durch sein Ohr in die Tür</i>, wiederum generell, und wenn auf eine Generalisierung eine Spezialisierung und wiederum eine Generalisierung folgt, so richte man sich nach dem Speziellen; wie das Spezielle aus Metall ist, ebenso alles andere aus Metall.
ט ר' יוסי דריש ריבויי ומיעוטי ולקחת ריבה מרצע מיעט באזנו ובדלת חזר וריבה ריבה ומיעט וריבה ריבה הכל
9 R. Jose b. R. Jehuda wendet hierbei [die Regel von der] Einschließung und Ausschließung an: <i>nimm</i>, einschließend, <i>Pfriemen</i>, ausschließend, <i>durch sein Ohr in die Tür</i>, wiederum einschließend, und wenn auf eine Einschließung eine Ausschließung und wiederum eine Einschließung folgt, so ist alles einbegriffen.
י מאי רבי רבי כל מילי מאי מיעט מיעט סם
10 Einbegriffen ist jeder Gegenstand, und ausgeschlossen ist eine Salbe.
יא אמר מר המרצע להביא מרצע הגדול מאי משמע כדאמר רבא (בראשית לב, לג) הירך המיומנת שבירך ה"נ המרצע מיוחד שבמרצעין:
11 Der Meister sagte: <i>Den Pfriemen</i>, dies deutet auf den großen Pfriemen. Wieso geht dies hieraus hervor? – Wie Raba erklärt hat: <i>die Hüfte</i>, die rechte der Hüften, ebenso auch hierbei: <i>den Pfriemen</i>, den ausgezeichneten unter den Pfriemen.
יב א"ר אלעזר יודן בריבי היה דורש כשהן רוצעין אין רוצעין אלא במילתא וחכ"א אין עבד עברי כהן נרצע מפני שנעשה בעל מום ויעשה בעל מום אמר רבה בר רב שילא אמר קרא (ויקרא כה, מא) ושב אל משפחתו למוחזק שבמשפחתו
12 «R. Elea͑zar sagte: Jodan Berabbi trug vor: Beim Anbohren durchsteche man das Läppchen. Die Weisen sprachen: Ein hebräischer Sklave, der Priester ist, wird nicht angebohrt, weil er dadurch gebrechenbehaftet wird.» Mag er doch gebrechenbehaftet werden!? Rabba b. R. Šila erwiderte: Die Schrift sagt: <i>er kehre zu seiner Familie zurück</i>, im Zustande seiner Familie.
יג איבעיא להו עבד עברי כהן מהו שימסור לו רבו שפחה כנענית חידוש הוא לא שנא כהנים ול"ש ישראל
13 Sie fragten: Darf der Herr einem hebräischen Sklaven, der Priester ist, eine kenaa͑nitische Sklavin geben? Ist hierbei, da dies ein Novum ist, zwischen Priestern und Jisraéliten nicht zu unterscheiden,
יד או דילמא שאני כהנים הואיל וריבה בהן הכתוב מצות יתירות רב אמר מותר ושמואל אמר אסור
14 oder aber ist es bei Priestern anders, da die Schrift ihnen mehr Gebote auferlegt hat? Rabh sagt, es sei erlaubt, und Šemuél sagt, es sei verboten.
טו א"ל רב נחמן לרב ענן כי הויתו בי מר שמואל באיסקומדרי איטלליתו מ"ט לא תימרו לי' מהא וחכ"א אין עבד עברי כהן נרצע מפני שנעשה בעל מום
15 R. Naḥman sprach zu R. A͑nan: Als ihr bei Mar Šemuél wart, habt ihr euch wohl mit Spielmarken befaßt; weshalb habt ihr ihm nicht folgendes vorgehalten: Die Weisen sagten: Ein hebräischer Sklave, der Priester ist, wird nicht angebohrt, weil er dadurch gebrechenbehaftet wird.
טז וא"ת אין רבו מוסר לו שפחה כנענית תיפוק לי דבעינא (שמות כא, ה) אהבתי את אדוני את אשתי ואת בני וליכא תו לא מידי
16 Wenn man sagen wollte, der Herr dürfe ihm keine kenaanitische Sklavin geben, so sollte dies schon aus dem Grunde erfolgen, weil es heißt: <i>ich liebe meinen Herrn, meine Frau und meine Kinder</i>, was bei diesem nicht der Fall ist!? Weiter nichts darüber.
יז איבעיא להו כהן מהו ביפת תואר חידוש הוא לא שנא כהן ולא שנא ישראל או דילמא שאני כהנים הואיל וריבה בהן מצות יתרות רב אמר מותר ושמואל אמר אסור
17 Sie fragten: Ist einem Priester eine Schöne erlaubt? Ist hierbei, da dies ein Novum ist, zwischen Priestern und Jisraéliten nicht zu unterscheiden, oder aber ist es bei Priestern anders, da ihnen mehr Gebote auferlegt sind. Rabh sagt, sie sei ihm erlaubt, und Šemuél sagt, sie sei ihm verboten.
יח בביאה ראשונה דכ"ע לא פליגי דשרי דלא דברה תורה אלא כנגד יצר הרע
18 Hinsichtlich der ersten Beiwohnung stimmen alle überein, daß sie ihm erlaubt sei, denn die Tora hat hierbei nur den bösen Trieb berücksichtigt,
יט כי פליגי בביאה שניה רב אמר מותר ושמואל אמר אסור רב אמר מותר הואיל ואישתריא אישתרי ושמואל אמר אסור דהא הויא לה גיורת וגיורת לכהן לא חזיא
19 sie streiten nur über die folgende Beiwohnung. Rabh sagt, sie sei ihm erlaubt, und Šemuél sagt, sie sei ihm verboten. Rabh sagt, sie sei ihm erlaubt, denn da dies einmal erlaubt worden ist, ist es auch ihm erlaubt; Šemuél sagt, sie sei ihm verboten, da sie als Proselytin gilt und die Proselytin für Priester untauglich ist.
כ א"ד בביאה שניה כ"ע לא פליגי דאסירא דהויא לה גיורת כי פליגי בביאה ראשונה רב אמר מותר דהא לא דברה תורה אלא כנגד יצר הרע ושמואל אמר אסור כל היכא דקרינא ביה (דברים כא, יב) והבאתה אל תוך ביתך קרינא ביה וראית בשביה כל היכא דלא קרינא ביה והבאתה אל תוך ביתך לא קרינא ביה וראית בשביה
20 Manche lesen: Hinsichtlich der folgenden Beiwohnung stimmen alle überein, daß sie ihm verboten sei, denn sie gilt als Proselytin, sie streiten nur über die erste Beiwohnung. Rabh sagt, sie sei ihm erlaubt, da die Tora hierbei nur den bösen Trieb berücksichtigt hat; Šemuél sagt, sie sei ihm verboten, denn da, wo [die Worte:] <i>bring sie in dein Haus</i>, befolgt werden können, gelten auch [die Worte:] <i>und du unter den Gefangenen siehst</i>, und da, wo [die Worte:] <i>bring sie in dein Haus</i>, nicht befolgt werden können, gelten auch nicht [die Worte:] <i>und du unter den Gefangenen siehst.</i>
כא ת"ר וראית בשביה בשעת שביה אשת ואפילו אשת איש יפת תואר לא דברה תורה אלא כנגד יצר הרע מוטב שיאכלו ישראל בשר
21 Die Rabbanan lehrten: <i>Und du unter den Gefangenen siehst</i>, bei der Gefangennahme; <i>ein Weib</i>, selbst ein Eheweib; <i>von schöner Gestalt</i>, die Tora hat nur den bösen Trieb berücksichtigt; lieber mögen die Jisraéliten Fleisch von geschlachteten Siechlingen essen,