Menachot 10

Kapitel 10

א האיר מזרח מתיר
1 mache das Erscheinen der Morgenröte es erlaubt.
ב והא דריש לקיש לאו בפירוש איתמר אלא מכללא איתמר דתנן אין מביאין מנחת בכורים ומנחת בהמה קודם לעומר (דבעינן ממשקה ישראל) ואם הביא פסול
2 Das, was Reš Laqiš gesagt hat, ist nicht ausdrücklich gelehrt, sondern aus einem Schlusse gefolgert worden. Wir haben gelernt: Man bringekeine Speisopfer, Erstlinge und Speisopfer zum Viehopfer vor der Schwingegarbe, denn [es heißt:] <i>von den Getränken Jisraéls</i>, hat man sie gebracht, so sind sie untauglich;
ג קודם לשתי הלחם לא יביא (משום דאיקרו בכורים) ואם הביא כשר
3 ferner darf man sie nicht vor den zwei Brotenbringen, weil sie Erstlinge genanntwerden, hat man sie gebracht, so sind sie tauglich.
ד ואמר רבי יצחק אמר ריש לקיש לא שנו אלא בארבעה עשר ובחמשה עשר אבל בששה עשר אם הביא כשר (וקשיא לי ליהוו כמחוסר זמן) אלמא קסבר האיר המזרח מתיר
4 Hierzusagte R. Jiçḥaq im Namen des Reš Laqiš: Dies gilt nur vom vierzehntenund vom fünfzehnten, hat man sie aber am sechzehnten gebracht, so sind sie tauglich. Demnach ist er der Ansicht, das Erscheinen der Morgenröte mache es erlaubt.
ה ורבא אמר מנחת העומר שקמצה שלא לשמה כשירה ושיריה נאכלין ואינה צריכה מנחת העומר אחרת להתירה שאין מחשבה מועלת אלא במי שראוי לעבודה ובדבר הראוי לעבודה ובמקום הראוי לעבודה
5 Raba aber sagte: Ist vom Speisopfer der Schwingegarbe der Haufe auf einen anderen Namen abgehoben worden, so ist es tauglich, das Zurückbleibende darf gegessen werden und es benötigt keines anderen Speisopfers zur Erlaubtmachung. Die Absicht ist nämlich von Wirkung nur bei dem, der für den Dienst tauglich ist, bei einer Sache, die für den Dienst tauglich ist, und an einer Stelle, die für den Dienst tauglich ist.
ו במי שראוי לעבודה לאפוקי כהן בעל מום ובדבר הראוי לעבודה לאפוקי מנחת העומר דלא חזיא דחדוש הוא ובמקום הראוי לעבודה לאפוקי נפגם המזבח:
6 Bei dem, der für den Dienst tauglich ist, dies schließt einen gebrechenbehafteten Priester aus; bei einer Sache, die für den Dienst tauglich ist, dies schließt das Speisopfer der Schwingegarbe aus, das untauglich ist, da es von neuem [Getreide]dargebrachtwird; an einer Stelle, die für den Dienst geeignet ist, dies schließt den Fall aus, wenn der Altar beschädigtist.
ז ת"ר כשהוא אומר (ויקרא א, ב) מן הבקר למטה שאין ת"ל אלא להוציא את הטרפה
7 Die Rabbanan lehrten: Es heißt unten:<i>von den Rindern</i>, und da dies überflüssig ist, so schließt es das Totverletzteaus.
ח והלא דין הוא ומה בעל מום שמותרת להדיוט אסורה לגבוה טריפה שאסורה להדיוט אין דין שאסורה לגבוה חלב ודם יוכיחו שאסורין להדיוט ומותרין לגבוה
8 Dies ist durch einen Schluß zu folgern: wenn das Fehlerbehaftete, das einem Gemeinen erlaubt ist, für Gottverboten ist, um wieviel mehr ist das Totverletzte, das einem Gemeinen verboten ist, für Gott verboten!? Talg und Blut beweisen [das Entgegengesetzte]: sie sind einem Gemeinen verboten, für Gott aber erlaubt.
ט מה לחלב ודם שכן באין מכלל היתר תאמר בטריפה שכולה אסורה ולא תהא מותרת לגבוה
9 Wohl gilt dies von Talg und Blut, weil sie von Erlaubtemherrühren, während das Totverletzte vollständig verboten ist, es sollte daher auch für Gott nicht erlaubt sein!?
י מליקה תוכיח שכולה איסור ואסורה להדיוט ומותרת לגבוה
10 Das Kopfabkneifenbeweist [das Entgegengesetzte]: es ist einem Gemeinen vollständig verboten, und dennoch für Gott erlaubt.
יא מה למליקה שכן קדושתה אוסרתה (בשעת קדושתה למזבח היא נאסרה להדיוט דהיינו מליקתה אבל קודם לכן לא נאסרה להדיוט) מה שאין כן בטריפה שאין קדושתה אוסרתה
11 Wohl gilt dies vom Kopfabkneifen, weil [das Tier] dadurch heilig wird, denn erst wenn es für den Altar heilig ist, beim Kopfabkneifen, wird es einem Gemeinen verboten, während es vorher nicht verboten war, was aber beim als Totverletztes Verbotenen nicht der Fallist!?
יב ואם השבתה כשהוא אומר מן הבקר למטה שאין ת"ל להוציא את הטריפה
12 Wenn du dagegen einwendest, so heißt es unten: <i>von den Rindern</i>, und da dies überflüssig ist, so schließt es das Totverletzte aus. –
יג מה אם השבתה (סי' רקיח מר אדא לשישי"ה)
13 Was heißt: wenn du dagegeneinwendest?
יד אמר רב משום דאיכא למימר מנחת העומר תוכיח שאסורה להדיוט ומותרת לגבוה מה למנחת העומר שכן מתרת חדש
14 Rabh erwiderte: Man könnteentgegnen, das Speisopfer der Schwingegarbe beweise [das Entgegengesetzte]: es ist einem Gemeinen verboten, für Gott aber erlaubt. – Wohl gilt dies vom Speisopfer der Schwingegarbe, weil es das neue [Getreide] erlaubtmacht!? –
טו בשביעית שביעית נמי שכן מתרת ספיחין בשביעית כר' עקיבא דאמר ספיחין אסורים בשביעית
15 Im Siebentjahre. – Auch im Siebentjahre macht es ja den Nachwuchs erlaubt!? – Nach R. A͑qiba, welcher sagt, der Nachwuchs sei im Siebentjahreverboten.
טז אמר ליה רב אחא בר אבא לרב אשי לרבי עקיבא נמי לפרוך מה למנחת העומר שכן מתרת חדש בחוצה לארץ
16 R. Aḥa b. Abba sprach zu R. Aši: Auch nach R. A͑qiba ist ja zu entgegnen: wohl gilt dies vom Speisopfer der Schwingegarbe, weil es das neue [Getreide] außerhalb des Landeserlaubt macht!?
יז ואפילו למ"ד חדש בחו"ל לאו דאורייתא שכן באה להתיר לאו שבתוכה
17 Und selbst nach demjenigen, welcher sagt, außerhalb des Landes sei das neue [Getreide] nicht nach der Tora [verboten, ist zu erwidern:] weil es das darin enthaltene Verbot aufhebt!?
יח א"ל רב אחא מדיפתי לרבינא א"ה טריפה נמי תקריב ותתיר לאו שבתוכה אלא פריך הכי מה למנחת העומר שכן מצותה בכך
18 R. Aḥa aus Diphte sprach zu Rabina: Demnach sollte auch das Totverletzte dargebracht werden und das darin enthaltene Verbot aufheben!? – Vielmehr erwidere man wie folgt: wohl gilt dies vom Speisopfer der Schwingegarbe, weil das Gebot auf diese Weisezu erfolgen hat.
יט ריש לקיש אמר משום דאיכא למימר מפטם הקטרת יוכיח שאסור להדיוט ומותר לגבוה מפטם גברא הוא
19 Reš Laqiš erklärte: Man könnte entgegnen, vom Zubereiter des Räucherwerkes sei [das Entgegengesetzte] zu beweisen: es ist einem Gemeinen verboten, für Gott aber erlaubt. – Der Zubereiter ist ja ein Mensch!? –
כ אלא פטום הקטרת יוכיח שאסור להדיוט ומותר לגבוה מה לפטום הקטרת שכן מצותו בכך
20 Vielmehr, von der Zubereitung des Räucherwerkes ist [das Entgegengesetzte] zu beweisen: es ist einem Gemeinen verboten, für Gott aber erlaubt. – Wohl gilt dies von der Zubereitung des Räucherwerkes, weil das Gebot auf diese Weise zu erfolgen hat!?
כא מר בריה דרבינא אמר משום דאיכא למימר שבת תוכיח שאסורה להדיוט ומותרת לגבוה
21 Mar, der Sohn Rabinas, erklärte: Man könnte entgegnen, vom Šabbath sei [das Entgegengesetzte] zu beweisen: an diesem ist esfür einen Gemeinen verboten, für Gott aber erlaubt. –
כב מה לשבת שכן הותרה מכללה אצל הדיוט במילה
22 Wohl gilt dies vom Šabbath, weil an diesem aus der Allgemeinheit heraus die Beschneidung auch einem Gemeinen erlaubt ist!? –
כג אטו מילה צורך הדיוט הוא מילה מצוה היא אלא מה לשבת שכן מצותה בכך
23 Die Beschneidung ist nicht Bedürfnis des Gemeinen, sie ist vielmehr ein Gebot. – Vielmehr, wohl gilt dies vom Šabbath, weil das Gebot auf diese Weiseerfolgt!?
כד רב אדא בר אבא אמר משום דאיכא למימר כלאים תוכיח שאסורין להדיוט ומותרין לגבוה
24 R. Ada b. Abba erklärte: Man könnte entgegnen, vom Mischgewebe sei [das Entgegengesetzte] zu beweisen: es ist einem Gemeinen verboten, für Gott aber erlaubt. –
כה מה לכלאים שכן הותרו מכללן אצל הדיוט בציצית אטו ציצית צורך הדיוט היא מצוה היא אלא
25 Wohl gilt dies vom Mischgewebe, weil es bei den Çiçithauch einem Gemeinen erlaubt ist!? – Die Çiçith sind ja nicht Bedürfnis des Gemeinen, sie sind ein Gebot. – Vielmehr,