Menachot 111

Kapitel 111

א לרבות שעירי עבודת כוכבים לסמיכה
1 dies schließe die Ziegenböcke wegen Götzendienstes hinsichtlich des Stützens ein.
ב מתקיף לה רבינא תינח לרבי יהודה לרבי שמעון מאי איכא למימר
2 Rabina wandte ein: Erklärlich ist dies nach R. Jehuda, wie ist es aber nach R. Šimo͑nzu erklären!?
ג א"ל מר זוטרא בריה דרב מרי לרבינא לרבי יהודה נמי מאי דאיתרבי איתרבי מאי דלא איתרבי לא איתרבי
3 Mar Zuṭra, Sohn des R. Mari, sprach zu Rabina: Auch nach R. Jehuda erstreckt sich ja die Einbegreifung nur auf das, hinsichtlich dessen er einbegriffen ist, und nicht auf das, hinsichtlich dessen er nicht einbegriffenist.
ד וכי תימא אי לא מעטיה קרא הוה אמינא תיתי בבנין אב סמיכה גופה לישתוק קרא מיניה ותיתי בבנין אב אלא שעה מדורות לא ילפינן הכא נמי שעה מדורות לא ילפינן
4 Wolltest du erwidern, wenn die Schrift ihn nicht ausgeschlossen hätte, würde man ihn durch die Hauptnormeinbegriffen haben, so sollte demnach die Schrift auch hinsichtlich des Stützens geschwiegen haben, da auch dies durch die Hauptnormeinbegriffen ist!? Du mußt also sagen, man folgere nicht hinsichtlich eines Gesetzes pro praesentivon einem Gesetze für die Dauer, ebenso ist auch diesbezüglichzu erklären, man folgere nicht hinsichtlich eines Gesetzes pro praesenti von einem Gesetze für die Dauer. –
ה אלא אותו טעון צפון ואין השוחט עומד בצפון
5 Vielmehr, esin der Nordseite, nicht aber der Schlachtende in der Nordseite. –
ו מדרבי אחייה נפקא דתניא רבי אחייה אומר (ויקרא א, יא) ושחט אותו על ירך המזבח צפונה מה ת"ל
6 Dies ist ja aus einer Lehre R. Aḥijas zu entnehmen!? Es wird nämlich gelehrt: R. Aḥija sagte:<i>er schlachte es an der Seite des Altars, nördlich</i>; was lehrt dies?
ז לפי שמצינו במקבל שעומד בצפון ומקבל בצפון ואם עמד בדרום וקיבל בצפון פסול יכול אף זה כן ת"ל אותו אותו בצפון ולא השוחט צריך להיות עומד בצפון
7 Wir finden, daß der [das Blut] Aufnehmende in der Nordseite stehen und in der Nordseite [das Blut] aufnehmenmuß, und wenn er in der Südseite gestanden und es in der Nordseite aufgenommen hat, es untauglich ist; man könnte nun glauben, dies gelte auch hiervon, daher heißt es <i>es</i>, nur es in der Nordseite, nicht aber braucht der Schlachtende in der Nordseite zu stehen. –
ח אלא אותו בצפון ואין בן עוף בצפון סלקא דעתך אמינא ליתי בק"ו מבן צאן ומה בן צאן שלא קבע לו כהן קבע לו צפון בן עוף שקבע לו כהן אינו דין שנקבע לו צפון
8 Vielmehr, es in der Nordseite, nicht aber das Geflügelin der Nordseite. Man könnte nämlich glauben, es sei [ein Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere vom Schafe zu folgern: wenn beim Schafe, bei dem esnicht durch einen Priester erfolgenmuß, die Nordseite erforderlich ist, um wieviel mehr ist beim Geflügel, bei dem esdurch einen Priester erfolgen muß, die Nordseite erforderlich. –
ט מה לבן צאן שכן קבע לו כלי
9 Wohl beim Schafe, weil für dieses ein Geräterforderlich ist!? –
י אלא אותו בצפון ואין פסח בצפון פסח מדר"א בן יעקב נפקא
10 Vielmehr, es in der Nordseite, nicht aber das Pesaḥopfer in der Nordseite. – Hinsichtlich des Pesaḥopfers ist es ja aus einer Lehre des R. Elie͑zer b. Ja͑qob zu entnehmen!?
יא דתניא רבי אליעזר בן יעקב אומר יכול יהא הפסח טעון צפון ודין הוא ומה עולה שלא קבע לה זמן בשחיטתה קבע לה צפון פסח שקבע לו זמן לשחיטתו אינו דין שקבע לו צפון
11 Es wird nämlich gelehrt: R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagte: Man könnte glauben, beim Pesaḥopfer sei die Nordseite erforderlich, und zwar wäre dies durch einen Schluß zu folgern: wenn beim Brandopfer, für dessen Schlachtung keine Zeit festgesetzt ist, die Nordseite festgesetzt ist, um wieviel mehr ist beim Pesaḥopfer, für dessen Schlachtung eine Zeit festgesetzt ist, die Nordseite festgesetzt. –
יב מה לעולה שכן כליל
12 Wohl beim Brandopfer, weil es vollständig verbrannt wird. –
יג מחטאת מה לחטאת שכן מכפרת על חייבי כריתות
13 Vom Sündopfer. – Wohl beim Sündopfer, weil es den der Ausrottung Schuldigen Sühne schafft!? –
יד מאשם מה לאשם שכן קדשי קדשים מכולהו נמי שכן קדשי קדשים
14 Vom Schuldopfer. – Wohl beim Schuldopfer, weil es hochheilig ist!? Und wenn von allen zusammen, so sind sie ja alle hochheilig. –
טו אלא לעולם כדקאמרינן מעיקרא אותו בצפון ואין השוחט בצפון ודקא קשיא לך מדר' אחייה נפקא דר' אחייה לאו למעוטי שוחט בצפון הוא דאתא אלא הכי קאמר אין השוחט בצפון אבל מקבל בצפון
15 Vielmehr, tatsächlich, wie wir vorher erklärt haben, es in der Nordseite, nicht aber der Schlachtende in der Nordseite, wenn du aber einwendest, dies sei aus der Lehre R. Aḥijas zu entnehmen, so schließt dies nicht den Schlachtenden hinsichtlich der Nordseiteaus, vielmehr ist sie wie folgt zu verstehen: der Schlachtende braucht nicht in der Nordseite zu sein, wohl aber muß der [Blut]aufnehmende in der Nordseite sein. –
טז מקבל מלקח ולקח נפקא לקח ולקח לא משמע ליה:
16 Hinsichtlich des [Blut]aufnehmenden geht dies ja hervor aus [dem Worte]: <i>er nehme</i>!? – Die [Folgerung aus dem Worte] <i>er nehme</i> leuchtet ihm nicht ein.
יז וחייב על לישתה ועל עריכתה ועל אפייתה: אמר רב פפא אפאה לוקה שתים אחת על עריכתה ואחת על אפייתה והא אמרת מה אפייה מיוחדת שהיא מעשה יחידי וחייבין עליה בפני עצמה
17 M<small>AN IST SCHULDIG WEGEN DES</small> K<small>NETENS, DES</small> F<small>ORMENS UND DES</small> B<small>ACKENS</small>. R. Papa sagte: Hat jemand es gebacken, so ist er zweimal zu geißeln, einmal wegen des Formens und einmal wegen des Backens. – Du sagtest ja aber: wie das Backen eine gesonderte Tätigkeit ist, und man ist wegen dessen besonders schuldig!? –
יח לא קשיא הא דעריך הוא ואפה הוא הא דעריך חבריה ויהיב ליה ואפה
18 Das ist kein Einwand; eines, wenn er geformt und gebacken hat, und eines, wenn ein anderer geformt und er gebacken hat.
יט ת"ר בכור שאחזו דם מקיזין אותו את הדם במקום שאין עושין בו מום ואין מקיזין את הדם במקום שעושין בו מום דברי ר"מ
19 Die Rabbanan lehrten: Ist ein Erstgeborenesvon einem Blutandrang befallen worden, so darf man ihm an einer Stelle, wo man ihm keinen Leibesfehler beibringt, zur Ader lassen, nicht aber darf man ihm zur Ader lassen an einer Stelle, wo man ihm einen Leibesfehler beibringt – so R. Meír;
כ וחכ"א יקיז אף במקום שעושין בו מום ובלבד שלא ישחוט [על אותו מום] ר"ש אומר
20 die Weisen sagen, man dürfe ihm zur Ader lassen auch an einer Stelle, wo man ihm einen Leibesfehler beibringt, nur dürfe man es daraufhin nicht schlachten; R. Šimo͑n sagt,