Menachot 30

Kapitel 30

א שזרע כרמו של חבירו סמדר ובא מעשה לפני חכמים ואסרו את הזרעים והתירו את הגפנים ואמאי לימא קל וחומר הוא ומה האוסר אינו נאסר הבא לאסור ולא אסר אינו דין שלא יתאסר
1 Sämereien in einem fremden Weinbergemit unreifen Weinstöcken, und als die Sache vor die Weisen kam, verboten sie die Sämereien und erlaubten die Weinstöcke. Weshalb denn, man sollte ja [einen Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere folgern: wenn das, was verbotenmacht, nicht verboten wird, um wieviel weniger sollte das, was nur verboten machen sollte und nicht verboten gemachthat, verbotensein!? –
ב הכי השתא התם קנבוס ולוף אסרה תורה (דתנן היתה שדהו זרועה קנבוס ולוף לא יהא זורע על גביהם שהן עושות לשלש שנים) שאר זרעים מדרבנן הוא דאסירי האי דעביד איסורא קנסוה רבנן האי דלא עביד איסורא לא קנסוה רבנן אבל הכא לימא ק"ו
2 Was soll dies: da hat die Tora Hanf und Lauchverboten, (denn wir haben gelernt, wenn sein Feld mit Hanf und Lauch bebaut ist, dürfe man da keine Sämereien säen, weil diese noch nach drei Jahren wachsen,) und andere Sämereien sind nur rabbanitisch verboten, daher haben die Rabbanan nur denjenigen gemaßregelt, der das Verbot begangen hat, nicht aber denjenigen, der das Verbot nicht begangenhat, hierbei aber ist ja [ein Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere zu folgern.
ג ואיכא דמתני לה אכבשים בעא מיניה רבי אלעזר מרב השוחט את הכבשים לאכול כזית מהן ומלחמן מהו
3 Manche beziehen dies auf den Fall von den Lämmern: R. Elea͑zar fragte Rabh: Wie ist es, wenn man die Lämmer schlachtet [in der Absicht], eine Olive von diesen und von den Broten zu essen?
ד לאיפגולי כבשים לא קא מיבעיא לי השתא כולו מלחם לא מפגלי מהן ומלחמן מיבעיא כי קא מיבעיא לי לאיפגולי לחם מי מצטרפי כבשים לאיפגולי ללחם או לא
4 Fraglich ist es mir nicht, ob die Lämmer verwerflich werden, denn, wenn sie durch [eine Olive] vom Brote allein nicht verwerflich werden, so werden sie es um so weniger durch [eine Olive] von diesen und vom Brote; fraglich ist es mir nur, ob das Brot verwerflich wird: werden die Lämmer zur Verwerflichmachung des Brotes vereinigt oder nicht? Dieser erwiderte: Auch in diesem Falle ist das Brot verwerflich und die Lämmer nicht verwerflich. –
ה א"ל אף בזו הלחם מפוגל והכבשים אינן מפוגלין ואמאי לימא ק"ו ומה המפגל אינו מתפגל הבא לפגל ולא פיגל אינו דין שלא יתפגל
5 Weshalb denn, es ist ja [ein Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere zu folgern: wenn das, was verwerflich macht, nicht verwerflich wird, um wieviel weniger wird das, was nur verwerflich machen sollte und nicht verwerflich macht, verwerflich!? –
ו ומי אמרינן ק"ו כי האי גונא והתניא מעשה באחד שזרע כרמו של חבירו סמדר וכו' ואמאי לימא ק"ו מה האוסר אינו נאסר הבא לאסור ולא אסר אינו דין שלא יתאסר
6 Wird denn [ein Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere dieser Art gefolgert, es wird ja gelehrt: Einst säete jemand Sämereien in einem fremden Weinberge mit unreifen Weinstöcken &c. Weshalb denn, man sollte ja [einen Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere folgern: wenn das, was verboten macht, nicht verboten wird, um wieviel weniger sollte das, was nur verboten machen sollte und nicht verboten gemacht hat, verboten sein!? –
ז הכי השתא התם קנבוס ולוף אסרה תורה שאר זרעים מדרבנן הוא דאסירי האי דעבד איסורא קנסוה רבנן דלא עבד איסורא לא קנסוה רבנן אבל הכא לימא ק"ו
7 Was soll dies: da hat die Tora Hanf und Lauch verboten, und andere Sämereien sind nur rabbanitisch verboten, daher haben die Rabbanan nur denjenigen gemaßregelt, der das Verbot begangen hat, nicht aber denjenigen, der das Verbot nicht begangen hat, hierbei aber ist ja [ein Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere zu folgern.
ח מאן דמתני לה אתודה כל שכן אכבשים ומאן דמתני לה אכבשים כבשים הוא דהוזקקו זה לזה לתנופה אבל תודה דלא הוזקקה זה לזה בתנופה לא
8 Nach demjenigen, der es auf das Dankopfer bezieht, gilt diesum so mehr von den Lämmern, und nach demjenigen, der es auf die Lämmer bezieht, gilt dies nur von diesen, da sie beim Schwingen von einander abhängigsind, nicht aber vom Dankopfer, wobei sie beim Schwingen von einander nicht abhängig sind.
ט רבי אבא זוטי בעי לה הכי בעא מיניה ר' אלעזר מרב השוחט את הכבש לאכול כזית מחבירו למחר מהו חבירו כבש משמע ולא מפגל או דלמא לחם משמע ומפגל ליה
9 Raba der Kleine lehrte diese Frage wie folgt: R. Elea͑zar fragte Rabh: Wie ist es, wenn man ein Lamm schlachtet [in der Absicht], vom anderen eine Olive am folgenden Tage zu essen: ist unter ‘anderen’ das [andere] Lamm zu verstehen, und es istnicht verwerflich, oder ist darunter das Brot zu verstehen, und es ist verwerflich?
י אמר ליה תניתוה שחט אחד מן הכבשים לאכול ממנו למחר הוא פיגול וחבירו כשר לאכול מחבירו למחר שניהם כשרים אלמא חבירו כבש משמע דלמא דפריש ואמר חבירו כבש:
10 Dieser erwiderte: Ihr habt es gelernt: Hat man eines der Lämmer geschlachtet [in der Absicht], davon am folgenden Tage zu essen, so ist dieses verwerflich und das andere tauglich; wenn aber, am folgenden Tage vom anderen zu essen, so sind beide tauglich. Demnach ist unter ‘anderen’ das [andere] Lamm zu verstehen. – Vielleicht nur dann, wenn man ausdrücklich gesagt hat: vom anderen Lamme.
יא <big><strong>מתני׳</strong></big> הזבח מפגל את הנסכים משקדשו בכלי דברי ר"מ הנסכים אינן מפגלים את הזבח כיצד השוחט את הזבח לאכול ממנו למחר הוא ונסכיו מפוגלין להקריב נסכיו למחר הנסכים מפוגלין הזבח אינו מפוגל:
11 <b>D</b><small>AS</small> S<small>CHLACHTOPFER MACHT DAS</small> G<small>USSOPFER VERWERFLICH, SOBALD E DURCH DAS</small> G<small>EFÄSS GEHEILIGT WORDEN</small><small>IST – SO</small> R. M<small>EÍR; DAS</small> G<small>USSOPFER ABER MACHT DAS</small> S<small>CHLACHTOPFER NICHT VERWERFLICH</small>. Z<small>UM</small> B<small>EISPIEL: SCHLACHTET MAN DAS</small> S<small>CHLACHTOPFER</small> [<small>IN DER</small> A<small>BSICHT</small>], <small>DAVON AM FOLGENDEN</small> T<small>AGE ZU ESSEN, SO IST ES SAMT DEM</small> G<small>USSOPFER VERWERFLICH; WENN ABER, DAS</small> G<small>USSOPFER AM FOLGENDEN</small> T<small>AGE DARZUBRINGEN, SO IST DAS</small> G<small>USSOPFER VERWERFLICH, NICHT ABER IST DAS</small> S<small>CHLACHTOPFER VERWERFLICH</small>.
יב <big><strong>גמ׳</strong></big> ת"ר נסכי בהמה חייבין עליהן משום פיגול מפני שדם הזבח מתירן לקרב דברי ר"מ
12 GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Beim Vieh-Gußopferist man wegen Verwerflichem schuldig, weil es durch das Blut des Schlachtopfers zur Darbringung erlaubt wird – so R. Meír.
יג אמרו לו לר"מ והלא אדם מביא זבחו היום ונסכיו עד י' ימים אמר להן אף אני לא אמרתי אלא בבאין עם הזבח א"ל אפשר לשנותו לזבח אחר
13 Sie sprachen zu R. Meír: Jemand kann ja sein Schlachtopfer heute und sein Gußopfer nach zehn Tagen bringen. Dieser erwiderte: Ich spreche auch nur von dem Falle, wenn es mit dem Schlachtopfer zusammen dargebracht wird. – Man kann es ja für ein anderes Schlachtopferverwenden!?
יד אמר רבא קסבר ר"מ הוקבעו בשחיטה כלחמי תודה
14 Raba erwiderte: R. Meír ist der Ansicht, es werde gleich den Broten des Dankopfers durch das Schlachten bestimmt.
טו ת"ר לוג שמן של מצורע חייבין עליו משום פיגול מפני שדם אשם מתירו לבהונות דברי רבי מאיר אמרו לו לרבי מאיר והלא אדם מביא אשמו היום ולוגו מיכן ועד י' ימים
15 Die Rabbanan lehrten: Beim Log Öl des Aussätzigenist man wegen Verwerflichem schuldig, weil es durch das Blut des Schlachtopfers für die Daumentauglich wird – so R. Meír. Sie sprachen zu R. Meír: Jemand kann ja sein Schuldopfer heute und sein Log [Öl] nach zehn Tagen bringen.
טז אמר להן אף אני לא אמרתי אלא בבא עם האשם [א"ל] אפשר לשנותו לאשם אחר אמר רבא קסבר רבי מאיר הוקבעו בשחיטה כלחמי תודה:
16 Er erwiderte ihnen: Ich spreche auch nur von dem Falle, wenn es mit dem Schuldopfer zusammen gebracht wird. – Man kann es ja für ein anderes Schuldopfer verwenden!? Raba erwiderte: R. Meír ist der Ansicht, es werde gleich den Broten des Dankopfers durch das Schlachten bestimmt.