Menachot 85

Kapitel 85

א בן ארבעים יום ותרי לה בגווייהו מאורתא ועד לצפרא איפרד חזותיה פסולה לא איפרד חזותיה כשרה
1 und vierzigtägigen Urin und lasse es darin von morgens bis abends weichen; wird die Farbe zerstört, so ist es untauglich, wenn aber nicht, so ist es tauglich.
ב ורב אדא קמיה דרבא משמיה דרב עוירא אמר מייתי חמירא ארכסא דשערי ואפיא לה בגוויה אישתנאי למעליותא כשרה לגריעותא פסולה וסימניך שינוי שקר שינוי אמת
2 Ferner sagte R. Ada vor Raba im Namen R. A͑viras: Man hole harten Gerstensauerteig und backe es darin; wird die Farbe besser, so ist es tauglich, wenn aber schlechter, so ist es untauglich. Als Merkzeichen diene dir: falsche Änderung und wahre Änderung. –
ג מאי אין לה בדיקה נמי דקאמר אטעימה
3 Das, was er sagt, es gebe dafür keine Untersuchung, bezieht sich auf die Probe.
ד מר ממשכי אייתי תכלתא בשני רב אחאי בדקוה בדרב יצחק בריה דרב יהודה ואיפרד חזותיה בדרב אדא ואישתנאי למעליותא
4 Einst holte Mar aus Moski zur Zeit R. Aḥajs Purpurfäden und untersuchte sie mit dem Mittel R. Jiçḥaqs, des Sohnes R. Jehudas, und die Farbe wurde zerstört, und darauf mit dem Mittel R. Adas, und sie wurde besser.
ה סבר למיפסלה אמר להו רב אחאי אלא הא לא תכילתא היא ולא קלא אילן היא אלא שמע מינה שמועתא אהדדי איתמר
5 Sie wollten sie als untauglich erklären, da sprach R. Aḥaj zu ihnen: Dies ist ja weder Purpurblau noch Imitation. Es ist vielmehr anzunehmen, daß beide Mittel zusammen gehören;
ו היכא דבדקנא בדרב יצחק בריה דרב יהודה לא איפרד חזותיה כשרה איפרד חזותיה בדקינן לה בדרב אדא בחמירא ארכסא אישתני למעליותא כשרה לגריעותא פסולה שלחו מתם שמועתא אהדדי איתמר
6 wenn man es mit dem Mittel R. Jiçḥaqs, des Sohnes R. Jehudas, untersucht hat, und die Farbe nicht zerstört worden ist, so ist es tauglich, ist aber die Farbe zerstört worden, so untersuche man mit dem Mittel des R. Ada, mit vertrocknetem Sauerteig; wird die Farbe besser, so ist es tauglich, wenn aber schlechter, so ist es untauglich. Von dortließen sie sagen, beide Mittel gehören zusammen.
ז רבי מני דייק וזבין כחומרי מתניתא א"ל ההוא סבא הכי עבוד קמאי דקמך ואצלח עיסקייהו
7 R. Mani war beim Kaufen vorsichtig, gemäß der Erschwerung der obigen Lehre; da sprach ein Greis zu ihm: So verfuhren die Alten, die vor dir waren, und sie hatten Glück in ihrem Handel.
ח ת"ר הלוקח טלית מצוייצת מן השוק מישראל הרי היא בחזקתה מן העובד כוכבים מן התגר כשרה מן ההדיוט פסולה
8 Die Rabbanan lehrten: Kauft jemand auf dem Markte von einem Jisraéliten ein mit Çiçith versehenes Gewand, so bleibt es in seinem Zustande, wenn aber von einem Nichtjuden, so ist es, wenn von einem Händler, tauglich, und wenn von einem Privaten, untauglich,
ט ואע"פ שאמרו אין אדם רשאי למכור טלית מצוייצת לעובד כוכבים עד שיתיר ציציותיה
9 trotzdem sie gesagt haben, man dürfe kein mit Çiçith versehenes Gewand an einen Nichtjuden verkaufen, es sei denn, daß man die Çiçith entfernt. –
י מאי טעמא הכא תרגימו משום זונה רב יהודה אמר שמא יתלוה עמו בדרך ויהרגנו
10 Aus welchem Grunde? – Hier erklärten sie, wegen einer Hure; R. Jehuda erklärte, er könnte sich jemandem auf der Reise anschließenund ihn ermorden.
יא רב יהודה רמי תכילתא לפרזומא דאינשי ביתיה ומברך כל צפרא להתעטף בציצית
11 R. Jehuda knüpfte Çiçith ein in die Schürze seiner Hausfrau, auch sprach er jeden Morgen den Segen: ‘Sich in die Çiçith zu hüllen’. –
יב מדרמי קסבר מצות עשה שלא הזמן גרמא הוא אמאי מברך כל צפרא וצפרא
12 Wenn ereinknüpfte, so war er ja der Ansicht, es sei ein von der Zeit nicht abhängigesGebot, wieso sprach er demnach jeden Morgenden Segen!? –
יג כרבי דתניא תפילין כל זמן שמניחן מברך עליהן דברי רבי
13 Dies nach Rabbi, denn es wird gelehrt: Über die Tephillin spreche man den Segen, so oft man sie anlegt – so Rabbi. –
יד אי הכי כל שעתא נמי רב יהודה איניש צניעא הוה ולא שרי ליה לגלימיה כוליה יומא ומאי שנא מצפרא כי משני מכסות לילה לכסות יום
14 Demnach sollte dies auch von jeder anderen Stundegelten!? – R. Jehuda war ein keuscher Mann und legte den ganzen Tag das Gewand nicht ab. – Weshalb gerade morgens? – Beim Wechseln des Nachtgewandes auf ein Taggewand.
טו ת"ר הכל חייבין בציצית כהנים לוים וישראלים גרים נשים ועבדים ר"ש פוטר בנשים מפני שמצות עשה שהזמן גרמא הוא וכל מצות עשה שהזמן גרמא נשים פטורות
15 Die Rabbanan lehrten: Alle sind zu den Çiçith verpflichtet, Priester, Leviten, Jisraéliten, Proselyten, Frauen und Sklaven; nach R. Šimo͑n sind Frauen befreit, weil es ein von der Zeit abhängiges Gebot ist, und Frauen von einem von der Zeit abhängigen Gebote befreit sind.
טז אמר מר הכל חייבין בציצית כהנים לוים וישראלים פשיטא דאי כהנים לוים וישראלים פטירי מאן ליחייב
16 Der Meister sagte: Alle sind zu den Çiçith verpflichtet, Priester, Leviten, Jisraéliten. Selbstverständlich, wenn Priester, Leviten und Jisraéliten frei wären, wer denn sollte verpflichtet sein!? –
יז כהנים איצטריכא ליה ס"ד אמינא הואיל וכתיב (דברים כב, יא) לא תלבש שעטנז צמר ופשתים יחדיו גדילים תעשה לך מאן דלא אישתרי כלאים לגביה בלבישה הוא דמיחייב בציצית הני כהנים הואיל ואישתרי כלאים לגבייהו לא ליחייבו
17 Dies ist wegen der Priester nötig. Es heißt:<i>du sollst kein Mischgewebe tragen, Wolle und Flachs zusammen. Quasten sollst du dir machen</i>; man könnte nun glauben, dem das Tragen von Mischgewebe verboten ist, sei zu den Çiçith verpflichtet, Priester aber, denen das Tragen von Mischgewebeerlaubt ist, seien nicht verpflichtet, so lehrt er uns.
יח קמ"ל נהי דאישתרי בעידן עבודה בלא עידן עבודה לא אישתרי
18 Dies ist ihnen zwar beim Tempeldienste erlaubt worden, außerhalb des Tempeldienstes aber ist es ihnen nicht erlaubt worden.
יט ר"ש פוטר בנשים מאי טעמא דר"ש דתניא (במדבר טו, לט) וראיתם אותו פרט לכסות לילה
19 «Nach R. Šimo͑n sind Frauen befreit.» Was ist der Grund R. Šimo͑ns? – Es wird gelehrt:<i>Ihr sollt es sehen</i>, ausgenommen ist das Nachtgewand.
כ אתה אומר פרט לכסות לילה או אינו אלא פרט לכסות סומא כשהוא אומר (דברים כב, יב) אשר תכסה בה הרי כסות סומא אמור הא מה אני מקיים וראיתם אותו פרט לכסות לילה
20 Du sagst, ausgenommen ist das Nachtgewand, vielleicht ist dem nicht so, sondern: ausgenommen ist das Gewand eines Blinden? Wenn es heißt:<i>womit du dich zudeckst</i>, so wird ja auch vom Gewände eines Blinden gesprochen, somit schließen [die Worte] <i>ihr sollt es sehen</i> das Nachtgewand aus.
כא ומה ראית לרבות כסות סומא ולהוציא כסות לילה מרבה אני כסות סומא שישנה בראיה אצל אחרים ומוציא אני כסות לילה שאינה בראיה אצל אחרים
21 Was veranlaßt dich, das Gewand eines Blinden einzuschließen und das Nachtgewand auszuschließen? Ich schließe das Gewand eines Blinden ein, weil es von anderen gesehen wird, und ich schließe das Nachtgewand aus, weil es auch von anderen nicht gesehen wird. –
כב ורבנן
22 Wofür verwenden die Rabbanan