Nazir 80

Kapitel 80

א אין קרבנו בדלות תאמר במצורע שקרבנו בדלות
1 daß es für sie keine Armenopfer gibt, während es für den Aussätzigen ein Armenopfergibt!?
ב אמר ליה רבא בר משרשיא לרבא האי תנא מעיקרא אמר ללמדו ממצורע אי אפשר שאין דנין קל מחמור להחמיר עליו והדר אמר נילף מדינא ומדינא נמי לא יליף
2 Raba b. Mešaršeja sprach zu Raba: Der Autor sagte zuerst, daß diesvom Aussätzigen nicht zu folgern sei, weil man nicht vom Schwereren auf das Leichtere erschwerend folgern könne, nachher aber sagt er, daß esdurch einen Schluß gefolgert werden sollte, und auch durch einen Schluß ist es nichtzu folgern!?
ג אמר ליה ההוא אליבא דרבנן הא אליבא דר' אליעזר דתנן ואינו חייב עד שילקטנו בתער ר' אליעזר אומר אפילו ליקטו במלקט וברהיטני חייב
3 Dieser erwiderte: Das einenach den Rabbanan und das andere nach R. Elie͑zer. Wir haben nämlich gelernt: Man istnur dann schuldig, wenn man ihn mit einem Schermesser abgenommen hat. R. Elie͑zer sagt, man sei schuldig, auch wenn man ihn mit einer Zange oder einer Feile abgenommen hat.
ד מאי טעמייהו דרבנן דתניא (ויקרא יד, ט) זקנו מה ת"ל לפי שנאמר (ויקרא כא, ה) ופאת זקנם לא יגלחו יכול אפילו מצורע כן ת"ל זקנו
4 Was ist der Grund der Rabbanan? Es wird gelehrt:<i>Seinen Bart,</i> was lehrtdies? Da es heißt:<i>Den Rand ihres Bartes sollen sie nicht abscheren,</i> so könnte man glauben, dies gelte auch vom Aussätzigen, so heißt es: <i>seinen Bart.</i> –
ה ומנלן דבתער דתניא ופאת זקנם לא יגלחו יכול אפילו גילחו במספרים יהא חייב ת"ל (ויקרא יט, כז) ולא תשחית
5 Woher, daß mit einem Schermesser? – Es wird gelehrt:<i>Den Rand</i> <i>ihres Bartes sollen sie nicht abscheren;</i> man könnte glauben, er sei schuldig, auch wenn er ihn mit einer Schere abgenommen hat, so heißt es: <i>nicht zerstören</i>.
ו יכול ליקטו במלקט וברהיטני יהא חייב ת"ל ופאת זקנם לא יגלחו הא כיצד איזהו גילוח שיש בו השחתה הוי אומר זה תער
6 Man könnte glauben, er sei schuldig, auch wenn er ihn mit einer Zange oder einer Feile abgenommen hat, so heißt es: <i>den Rand ihres Bartes sollen sie nicht abscheren.</i> Wie ist dies zu erklären? Ein Scheren, wobei eine Zerstörung erfolgt, mit einem Schermesser. –
ז ממאי דילמא לעולם אפילו ליקטו במלקט וברהיטני נמי מצוה קעביד והא קאתי לאשמועינן דאפילו בתער לא מיחייב עליה
7 Wieso dies, vielleicht übt er das Gebot aus, auch wenn er [den Bart] mit einer Zange oder einer Feile abnimmt, nur lehrt uns [die Schrift] folgendes: er ist nicht schuldig, wenn er es mit einem Schermessertut!? –
ח אמרי אי ס"ד כי עביד נמי במלקט וברהיטני שפיר דמי לישתוק קרא מיניה ואנא אמינא ומה גבי נזיר דאיסורא קא עביד אפ"ה מחייב הכא דמצוה לא כל שכן
8 Ich will dir sagen, wenn man sagen wollte, es sei auch mit einer Zange oder einer Feile zulässig, so sollte die Schrift darüber schweigenund man würde gefolgert haben: wenn ein Nazir, der dadurch ein Verbot begeht, schuldigist, um wieviel mehr gilt dieshierbei, wo ein Gebot ausgeübt wird.