Nedarim 168

Kapitel 168

א וחכ"א קורא שם ואין צריך להפריש מאי לאו למ"ד ספקו טובל קסבר אית ליה טובת הנאה וכיון דאית ליה טובת הנאה לא מהניא
1 und die Weisen sagen, man müsse ihn bezeichnen, jedoch brauche man ihn nichtabzusondern. Der der Ansicht ist, wegen des Zweifels gelte [das Getreide] als unverzehntet, ist wohl auch der Ansicht, [der Eigentümer] habe Anspruch auf den Dank, und da er Anspruch auf den Dank hat, darf diese davon nichtgenießen,
ב ולמאן דאמר [אינו] קורא שם קסבר ספקו אינו טובל וכל שספקו אינו טובל לית ליה טובת הנאה ושרי ליה לאיתהנויי
2 und der der Ansicht ist, er brauche ihn nicht mit Namen zu bezeichnen, ist der Ansicht, wegen des Zweifels gelte es nicht als unverzehntet, und wenn es wegen des Zweifels nicht als unverzehntet gilt, hat [der Eigentümer] keinen Anspruch auf den Dank, somit darf sie auch davon genießen.
ג אמר ליה אביי דכ"ע ספקו טובל ור' אליעזר ורבנן בהא קמיפלגי רבי אליעזר סבר לא נחשדו עמי הארץ על מעשר עני כיון דאילו מפקר נכסיה והוי עני ושקל ליה הוא לית ליה פסידא
3 Abajje sprach zu ihm: Alle sind der Ansicht, es gelte wegen des Zweifels als unverzehntet, und der Streit zwischen R. Elie͑zer und den Rabbanan besteht in folgendem: R. Elie͑zer ist der Ansicht, die Leute aus dem gemeinen Volke sind hinsichtlich des Armenzehnten nicht verdächtig, denn jeder kann sein Vermögen preisgeben, Armer sein und ihn selber behalten, somit hat erkeinen Schaden,
ד ורבנן סברי נכסיה לא מפקר איניש דמירתת דלמא זכי בהו איניש אחרינא הלכך נחשדו
4 und die Rabbanan sind der Ansicht, man gebe sein Vermögen nicht preis, denn man fürchtet, andere könnten es sich aneignen; daher sind sie verdächtig.
ה רבא אומר כאן במעשר עני המתחלק בתוך הבית דכתיבא ביה נתינה (דברים כו, יב) ונתת ללוי לגר וגו' מש"ה אסור ליה לאיתהנויי
5 Raba erwiderte: Das eine gilt vom Armenzehnten, der im Hause verteiltwird, von dem es ‘geben’ heißt: <i>du sollst dem Leviten und dem Fremdling geben &amp;c.</i>, daher darf sie davon nicht genießen,
ו כאן במעשר עני המתחלק בתוך הגרנות כיון דכתיב ביה (דברים יד, כח) והנחת בשעריך שרי ליה לאיתהנויי
6 und das andere gilt vom Armenzehnten, der in den Tennen verteilt wird, von dem es heißt:<i>du sollst es in deinen Toren lassen</i>, daher darf sie davon genießen.
ז כהנים ולוים נהנין לי יטלו כו' אלמא טובת הנאה אינה ממון
7 D<small>ASS</small> P<small>RIESTER ODER</small> L<small>EVITEN VON MIR NICHT GENIESSEN, SO &amp;C. NEHMEN</small>. Demnach hat der Dankkeinen Geldwert,
ח אימא סיפא כהנים אלו ולוים אלו נהנין לי יטלו אחרים אבל להני לא אלמא טובת הנאה ממון
8 wie ist nun der Schlußsatz zu erklären: wenn aber: daß diese Priester oder diese Leviten von mir nichts genießen, so erhalten es andere; diese aber nicht, demnach hat der Dank Geldwert!?
ט אמר רב הושעיא לא קשיא הא רבי והא ר' יוסי ב"ר יהודה דתניא הגונב טבלו של חבירו ואכלו משלם לו דמי טבלו דברי רבי רבי יוסי בר"י אומר אינו משלם אלא דמי חולין שבו מאי לאו בהא קמיפלגי
9 R. Hoša͑ja erwiderte: Das ist kein Einwand; das eine nach Rabbi und das andere nach R. Jose b. R. Jehuda. Es wird nämlich gelehrt: Wer das Unverzehntete seines Nächsten gestohlen und gegessen hat, ersetze ihm den Wert seines Unverzehnteten – so Rabbi; R. Jose b. R. Jehuda sagt, er ersetze ihm nur das darin enthaltene Profane. Ihr Streit besteht wahrscheinlich in folgendem: