Nedarim 5

Kapitel 5

א אלא לאו דווקא זימנין מפרש ההוא דפתח ברישא זימנין ההוא דסליק מפרש ברישא ואיבעית אימא ידות איידי דאתיין מדרשא מפרש להון ברישא
1 Vielmehr, er nimmt es nicht genau; zuweilen zählt er zuerst auf, womit er beginnt, und zuweilen zählt er zuerst auf, womit er schließt. Wenn du aber willst, sage ich: die Ansätze zählt er deshalb zuerst auf, weil sie durch eine Schriftauslegung gefolgertwerden.
ב וליפתח הדין ברישא מיפתח פתח בכינויין דאורייתא ברישא והדר מפרש ידות דאתיין ליה מדרשא
2 Sollte er mit diesen auch beginnen!? – Er beginnt mit den Umschreibungen, weil sie aus der Tora sind, nachher aber zählt er die Ansätze [zuerst] auf, weil sie aus einer Schriftauslegung gefolgert werden. –
ג הניחא למאן דאמר כינויין לשון נכרים הן אלא למ''ד לשון שבדו להן חכמים להיות נודר בו מאי איכא למימר
3 Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, die Umschreibungen seien fremdsprachlicheAusdrücke, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, es seien von den Weisen ersonneneAusdrücke, deren man sich beim Geloben bediene!? –
ד מי קתני ידות ולאו חסורי קא מחסרת לה אקדים נמי ותני ידות כל ידות נדרים כנדרים וכל כינויי נדרים כנדרים ואלו הן ידות האומר לחבירו ואלו הן כינויין קונם קונח קונס
4 Er nennt ja die Ansätze überhaupt nicht, vielmehr mußt du [unsere Mišna] als lückenhaft [erklären], somit setze ‘Ansätze’ vor und lehre wie folgt: alle Ansätze von Gelübdeformeln gleichen den Gelübdeformeln und alle Umschreibungen von Gelübdeformeln gleichen den Gelübdeformeln. Folgende sind Ansätze: spricht jemand zu seinem Nächsten &c. Folgende sind Umschreibungen: Qonam, Qonaḥ, Qonas. –
ה וידות היכא כתיב (במדבר ו ב) איש כי יפליא לנדור נדר נזיר להזיר לה' ותניא נזיר להזיר לעשות כינויי נזירות כנזירות וידות נזירות כנזירות
5 Wo sind die Ansätze in der Schrift angedeutet? – [Es heißt:]<i>wenn jemand ein Nazirgelübde ausspricht, dem Herrn gesondert zu sein</i>, und hierzu wird gelehrt: <i>ein Nazirgelübde, gesondert zu sein</i>, dieszur Gleichstellung der Umschreibungen von ‘Nazir’ mit ‘Nazir’ und der Ansätze des Nazirgelübdes mit dem Nazirgelübde.
ו אין לי אלא בנזירות בנדרים מנין ת''ל איש כי יפליא לנדור נדר נזיר להזיר לה' מקיש נזירות לנדרים ונדרים לנזירות מה נזירות עשה בו ידות נזירות כנזירות אף נדרים עשה בהם ידות נדרים כנדרים
6 Ich weiß dies nur von den Nazirformeln, woher dies von den Gelübdeformeln? Es heißt: <i>wenn jemand ein Nazirgelübde ausspricht, dem Herrn gesondert zu sein</i>; er vergleicht das Nazirat mit dem Gelübde und das Gelübde mit dem Nazirat: wie beim Nazirat die Ansätze der Nazirformel der Naziratformel gleichen, ebenso gleichen beim Gelübde die Ansätze von Gelübdeformeln den Gelübdeformeln;
ז ומה נדרים עובר בבל יחל ובבל תאחר אף נזירות עובר בבל יחל ובבל תאחר ומה נדרים האב מיפר נדרי בתו ובעל מיפר נדרי אשתו אף נזירות האב מיפר נזירות בתו ובעל מיפר נזירות אשתו
7 und wie ferner beim Gelübde ein Verbot des Entweihens und des Versäumensbesteht, ebenso besteht beim Nazirat ein Verbot des Entweihens und des Versäumens; und wie ferner beim Gelübde der Vater das Gelübde seiner Tochter und der Ehemann das Gelübde seiner Frau aufhebenkann, ebenso kann beim Nazirat der Vater das Nazirat seiner Tochter und der Ehemann das Nazirat seiner Frau aufheben. –
ח מ''ש גבי נזירות דכתיב נזיר להזיר נדרים נמי הא כתיב לנדור נדר והיקישא למה לי
8 Beim Nazirat wohl deshalb, weil es heißt: <i>ein Nazirgelübde, gesondert</i> <i>zu sein</i>, und auch beim Gelübde heißt es ja:<i>ein Gelübde gelobt</i>; wozu die [Folgerung durch] Vergleichung!? –
ט אי כתב נדר לנדור כדכתב נזיר להזיר כדקאמרת לא צריך היקישא השתא דכתיב לנדור נדר דברה תורה כלשון בני אדם
9 Hieße es: <i>ein Gelübde zu geloben</i>, wie es auch heißt: <i>ein Nazirgelübde, abgesondert zu sein</i>, so würdest du recht haben, und die Vergleichung wäre nicht nötig, da es aber heißt: <i>ein Gelübde gelobt</i>, so gebraucht die Tora nur eine landläufige Redewendung. –
י הניחא למאן דאית ליה דברה תורה כלשון בני אדם אלא למאן דלית ליה דברה תורה כלשון בני אדם האי לנדור נדר מאי עביד ליה דריש ליה לעשות ידות נדרים כנדרים ומקיש נזירות לנדרים נזיר להזיר דריש ליה מלמד
10 Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, die Tora gebrauche eine landläufige Redewendung, wofür aber sind nach demjenigen, welcher sagt, die Tora gebrauche keine landläufigeRedewendung, [die Worte] <i>ein Gelübde gelobt</i> zu verwenden!? – Hieraus entnimmt er, daß die Ansätze von Gelübdeformeln den Gelübdeformeln gleichen; er vergleicht diesbezüglich das Nazirat mit dem Gelübde, und aus [den Worten] <i>ein Nazirgelübde, gesondert zu sein</i> entnimmt er,