Sanhedrin 112

Kapitel 112

א רבי חנניה בן (גמלא) אומר אף על הדם מן החי רבי חידקא אומר אף על הסירוס רבי שמעון אומר אף על הכישוף
1 R. Ḥananja b. Gaml[iél] sagt, auch das Blut von einem lebenden Tiere [sei ihnen verboten worden]. R. Ḥidqa sagt, auch die Kastration, R. Šimo͑n sagt, auch die Zauberei.
ב רבי יוסי אומר כל האמור בפרשת כישוף בן נח מוזהר עליו (דברים יח, י) לא ימצא בך מעביר בנו ובתו באש קוסם קסמים מעונן ומנחש ומכשף וחובר חבר ושואל אוב וידעוני ודורש אל המתים וגו' ובגלל התועבות האלה ה' אלהיך מוריש אותם מפניך ולא ענש אלא אם כן הזהיר
2 R. Jose sagt, alles, wovon im Abschnitte von der Zauberei gesprochen wird, sei den Noaḥiden verboten: <i>Es soll sich unter euch niemand finden, der seinen Sohn oder seine Tochter durchs Feuer gehen läßt, niemand, der Wahrsagerei oder Zeichendeuterei oder geheime Künste oder Zauberei treibt, auch niemand, der Bannungen vornimmt oder einen Totenbeschwörer oder einen Wahrsagegeist befragt oder sich an die Toten wendet</i>; und ohne Warnung gibt es ja keine Strafe.
ג רבי אלעזר אומר אף על הכלאים מותרין בני נח ללבוש כלאים ולזרוע כלאים ואין אסורין אלא בהרבעת בהמה ובהרכבת האילן
3 R. Elea͑zar sagt, auch die Mischung; die Noaḥiden dürfen Gemischtes tragen und Gemischtes säen, verboten ist ihnen nur die Kreuzung von Tieren und das Propfen von Bäumen. —
ד מנהני מילי אמר ר' יוחנן דאמר קרא (בראשית ב, טז) ויצו ה' אלהים על האדם לאמר מכל עץ הגן אכול תאכל
4 Woher dies? R. Joḥanan erwiderte: Die Schrift sagt:<i>und Gott, der Herr, gebot dem Menschen also: Von allen Bäumen des Gartens kannst du essen. </i>
ה ויצו אלו הדינין וכן הוא אומר (בראשית יח, יט) כי ידעתיו למען אשר יצוה את בניו וגו'
5 Gebot, dies deutet auf die Rechtspflege, wie es heißt:<i>denn ich habe ihn erkoren, damit er gebiete seinen Kindern &amp;c. </i>
ו ה' זו ברכת השם וכן הוא אומר (ויקרא כד, טז) ונוקב שם ה' מות יומת אלהים זו עבודת כוכבים וכן הוא אומר (שמות כ, ב) לא יהיה לך אלהים אחרים על האדם זו שפיכות דמים וכן הוא אומר (בראשית ט, ו) שופך דם האדם וגו'
6 Der Herr, dies deutet auf die Lästerung des Gottesnamens, denn so heißt es: <i>wer den Namen des Herrn lästert, soll getötet werden. Gott</i>, dies deutet auf den Götzendienst, denn es heißt: <i>du sollst keinen anderen Gott haben. Dem Menschen</i>, dies deutet auf das Blutvergießen, denn es heißt:<i>wer Menschenblut vergießt &amp;c. </i>
ז לאמר זו גילוי עריות וכן הוא אומר (ירמיהו ג, א) לאמר הן ישלח איש את אשתו והלכה מאתו והיתה לאיש אחר מכל עץ הגן ולא גזל אכל תאכל ולא אבר מן החי
7 Also, dies deutet auf die Unzucht, denn es heißt: <i>also: wenn einer sein Weib entläßt und sie von ihm fortgeht und einen anderen heiratet. Von allen Bäumen des Gartens</i>, aber keinen Raub; <i>kannst du essen</i>, nicht aber ein Glied von einem lebenden Tiere.
ח כי אתא רבי יצחק תני איפכא ויצו זו עבודת כוכבים אלהים זו דינין
8 Als R. Jiçḥaq kam, lehrte er es entgegengesetzt: <i>Es gebot</i>, dies deutet auf den Götzendienst; <i>Gott</i>, dies deutet auf die Rechtspflege. —
ט בשלמא אלהים זו דינין דכתיב (שמות כב, ז) ונקרב בעל הבית אל האלהים אלא ויצו זו ע"ז מאי משמע
9 Allerdings deutet <i>Gott</i> auf die Rechtspflege, denn es heißt: <i>so soll der Hauseigentümer vor Gott</i> <i>hintreten</i>, wieso aber deutet [das Wort] <i>gebot</i> auf den Götzendienst?
י רב חסדא ורב יצחק בר אבדימי חד אמר (שמות לב, ח) סרו מהר מן הדרך אשר צויתים עשו להם וגו' וחד אמר (הושע ה, יב) עשוק אפרים רצוץ משפט כי הואיל הלך אחרי צו
10 R. Ḥisda und R. Jiçḥaq b. Evdämi [erklärten es]. Einer erklärte, aus: <i>gar schnell sind sie vom Wege abgewichen, den ich ihnen geboten habe; sie fertigten sich &amp;c</i>. Und einer erklärte, aus: <i>beraubt ist Ephrajim, zertreten durch das Strafgericht, denn er folgte dem Schmutze</i>. —
יא מאי בינייהו איכא בינייהו עכו"ם שעשה ע"ז ולא השתחוה לה למאן דאמר עשו משעת עשייה מיחייב למאן דאמר כי הואיל הלך עד דאזיל בתרה ופלח לה
11 Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? — Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen, wenn ein Nichtjude einen Götzen gefertigt und ihn nicht verehrt hat. Nach dem, der es aus [dem Verse vom] fertigen entnimmt, ist er strafbar, sobald er ihn fertigt, und nach dem, der es aus [dem Verse vom] folgen entnimmt, ist er erst dann strafbar, wenn er ihm folgt und ihn verehrt.
יב אמר רבא ומי איכא למאן דאמר עכו"ם שעשאה ע"ז ולא השתחוה לה חייב והתניא בעכו"ם דברים שבית דין של ישראל ממיתין עליהן בן נח מוזהר עליהן אין בית דין של ישראל ממיתין עליהן אין בן נח מוזהר עליהן למעוטי מאי לאו למעוטי עכו"ם שעשה ע"ז ולא השתחוה לה
12 Raba entgegnete: Gibt es denn jemand, der der Ansicht wäre, wenn ein Nichtjude einen Götzen gefertigt, ohne ihn verehrt zu haben, sei er strafbar, vom Götzendienste wird ja gelehrt, Handlungen, derentwegen ein jisraélitisches Gericht hinrichtet, seien einem Noaḥiden verboten, und derentwegen ein jisraélitisches Gericht nicht hinrichtet; seien einem Noaḥiden nicht verboten; dies schließt ja wahrscheinlich den Fall aus, wenn ein Nichtjude einen Götzen gefertigt und ihn nicht verehrt hat!?
יג אמר רב פפא לא למעוטי גיפוף ונישוק
13 R. Papa erwiderte: Nein: dies schließt das Umarmen und Küssen aus. —
יד גיפוף ונישוק דמאי אילימא כדרכה בר קטלא הוא אלא למעוטי שלא כדרכה
14 Welches Umarmen und Küssen: ist dies die Art [der Verehrung], so ist er ja hinzurichten!? — Vielmehr, wenn dies nicht die Art [der Verehrung] ist.
טו דינין בני נח איפקוד והתניא עשר מצות נצטוו ישראל במרה שבע שקיבלו עליהן בני נח והוסיפו עליהן דינין ושבת וכיבוד אב ואם
15 Ist denn die Rechtspflege den Noaḥiden geboten worden, es wird ja gelehrt: Zehn Gesetze sind den Jisraéliten in Mara auferlegt worden; sieben, die die Noaḥiden bereits auf sich genommen hatten, und zu diesen hinzugefügt wurden: die Rechtspflege, das Šabbathgesetz und die Ehrung von Vater und Mutter.
טז דינין דכתיב (שמות טו, כה) שם שם לו חוק ומשפט שבת וכיבוד אב ואם דכתיב (דברים ה, יא) כאשר צוך ה' אלהיך ואמר רב יהודה כאשר צוך במרה
16 Die Rechtspflege, denn es heißt: <i>dort gab er ihm Gesetz und Recht</i>. Das Šabbathgesetz und die Ehrung von Vater und Mutter, denn es heißt: <i>wie dir der Herr, dein Gott, geboten hat</i>, und R. Jehuda erklärte: wie er dir in Mara geboten hat!?
יז אמר רב נחמן אמר רבה בר אבוה לא נצרכה אלא לעדה ועדים והתראה
17 R. Naḥman erwiderte im Namen des Rabba b. Abuha: Dies bezieht sich auf [Gerichts]kollegium, Zeugen und Warnung. —
יח אי הכי מאי והוסיפו עליהן דינין
18 Wieso heißt es demnach, zu diesen wurde die ‘Rechtspflege’ hinzugefügt!?
יט אלא אמר רבא לא נצרכה אלא לדיני קנסות אכתי והוסיפו בדינין מיבעי ליה
19 Vielmehr, erklärte Raba, dies bezieht sich auf die Rechtspflege bei Geldbußen. — Aber immerhin müßte es ja heißen: zu der Rechtspflege wurde noch hinzugefügt!?
כ אלא אמר רב אחא בר יעקב לא נצרכה אלא להושיב בית דין בכל פלך ופלך ובכל עיר ועיר והא בני נח לא איפקוד והתניא כשם שנצטוו ישראל להושיב בתי דינין בכל פלך ופלך ובכל עיר ועיר כך נצטוו בני נח להושיב בתי דינין בכל פלך ופלך ובכל עיר ועיר
20 Vielmehr, erklärte R. Aḥa b. Ja͑qob, dies besagt, daß in jedem Bezirke und in jeder Stadt Gerichte eingesetzt werden müssen. — War dies denn den Noaḥiden nicht geboten worden, es wird ja gelehrt: Wie es den Jisraéliten geboten worden ist, in jedem Bezirke und in jeder Stadt Gerichte einzusetzen, ebenso war es den Noaḥiden geboten worden, in jedem Bezirke und in jeder Stadt Gerichte einzusetzen!?
כא אלא אמר רבא האי תנא תנא דבי מנשה הוא דמפיק ד"ך ועייל ס"ך
21 Vielmehr, erklärte Raba, jener Autor ist der Autor aus der Schule Menašes, der Rechtspflege und Gotteslästerung fortläßt und Kastration und Mischung mitzählt.
כב דתנא דבי מנשה שבע מצות נצטוו בני נח ע"ז וגילוי עריות ושפיכות דמים גזל ואבר מן החי סירוס וכלאים
22 In der Schule Menašes wurde nämlich gelehrt: Sieben Gesetze wurden den Noaḥiden auferlegt: [das Verbot] des Götzendienstes, der Unzucht, des Blutvergießens, des Raubes, des Genusses eines Gliedes von einem lebenden Tiere, der Kastration und der Mischung.
כג רבי יהודה אומר אדם הראשון לא נצטווה אלא על ע"ז בלבד שנאמר ויצו ה' אלהים על האדם רבי יהודה בן בתירה אומר אף על ברכת השם ויש אומרים אף על הדינים
23 R. Jehuda sagt, dem ersten Menschen sei nur der Götzendienst verboten worden, denn es heißt: <i>da gebot Gott, der Herr, dem Menschen</i>. R. Jehuda b. Bethera sagt, auch die Gotteslästerung; andere sagen, auch die Rechtspflege [sei ihm geboten worden].
כד כמאן אזלא הא דאמר רב יהודה אמר רב אלהים אני לא תקללוני אלהים אני לא תמירוני אלהים אני יהא מוראי עליכם כמאן כיש אומרים
24 Nach wessen Ansicht erklärte R. Jehuda im Namen Rabhs: ich bin Gott, ihr sollt mich nicht lästern; ich bin Gott, ihr sollt mich nicht vertauschen; ich bin Gott, meine Furcht sei über euch: nach wessen? Nach der anderen. —
כה תנא דבי מנשה אי דריש ויצו אפילו הנך נמי אי לא דריש ויצו הני מנא ליה
25 Verwendet der Autor aus der Schule Menašes [das Wort] <i>gebot</i> zur Forschung, so sollten auch jene einbegriffen sein, und verwendet er es nicht zur Forschung, woher weiß er es von diesen!? —
כו לעולם לא דריש ויצו הני כל חדא וחדא באפי נפשיה כתיבא ע"ז וגילוי עריות
26 Tatsächlich verwendet er es nicht zur Forschung, bezüglich dieser aber sind besondere Schriftverse vorhanden. Götzendienst und Unzucht,