Sanhedrin 114

Kapitel 114

א נהרג עליו
1 so wird er dieserhalb hingerichtet.
ב אשכח ר' יעקב בר אחא דהוה כתיב בספר אגדתא דבי רב בן נח נהרג בדיין א' ובעד אחד שלא בהתראה מפי איש ולא מפי אשה ואפילו קרוב משום רבי ישמעאל אמרו אף על העוברין
2 R. Ja͑qob b. Aḥa fand geschrieben in einem Agadabuch aus der Schule Rabhs: Ein Noaḥide ist hinzurichten durch einen Richter, durch einen Zeugen, und ohne vorherige Warnung; durch einen Mann und nicht durch eine Frau, jedoch auch durch einen Verwandten. Im Namen R. Jišma͑éls sagten sie, auch wegen ungeborener Kinder. —
ג מנהני מילי אמר רב יהודה דאמר קרא (בראשית ט, ה) אך את דמכם לנפשותיכם אדרוש אפילו בדיין אחד
3 Woher dies? R. Jehuda erwiderte: Die Schrift sagt: <i>das Blut eures Lebens werde ich fordern</i>, selbst durch einen Richter;
ד (בראשית ט, ה) מיד כל חיה אפילו שלא בהתראה (בראשית ט, ה) אדרשנו ומיד האדם אפילו בעד אחד (בראשית ט, ה) מיד איש ולא מיד אשה אחיו אפילו קרוב
4 <i>von jedem Tiere</i>, auch ohne vorherige Warnung; <i>werde ich fordern, und von jedem Menschen</i>, selbst durch einen Zeugen; <i>von einem jeden Manne</i>, nicht aber von einer Frau; <i>seines Bruders</i>, selbst durch einen Verwandten. —
ה משום רבי ישמעאל אמרו אף על העוברין מאי טעמיה דרבי ישמעאל דכתיב (בראשית ט, ו) שופך דם האדם באדם דמו ישפך איזהו אדם שהוא באדם הוי אומר זה עובר שבמעי אמו
5 «Im Namen R. Jišma͑éls sagten sie, auch wegen ungeborener Kinder.» Was ist der Grund R. Jišma͑éls? — Es heißt: <i>wer das Blut eines Menschen im Menschen vergießt, dessen Blut soll vergossen werden</i>; welcher Mensch befindet sich in einem Menschen? Ein Kind im Leibe seiner Mutter.
ו ותנא קמא תנא דבי מנשה הוא דאמר כל מיתה האמורה לבני נח אינו אלא חנק ושדי ליה האי באדם אסיפיה דקרא ודרוש ביה הכי באדם דמו ישפך איזהו שפיכות דמים של אדם שהוא בגופו של אדם הוי אומר זה חנק
6 Der erste Autor aber ist der aus der Schule Menašes, welcher sagt, daß überall, wo hinsichtlich der Noaḥiden von der Todesstrafe gesprochen wird, es die Erdrosselung sei. Er verbindet nämlich [die Worte] <i>im Menschen</i> mit dem Schlüsse des Verses und liest wie folgt; <i>im Menschen soll sein Blut vergossen werden</i>, und die Erdrosselung ist ein Blutvergießen, bei der das Blut im Menschen zurückbleibt.
ז מתיב רב המנונא ואשה לא מפקדה והכתיב (בראשית יח, יט) כי ידעתיו למען אשר יצוה וגו'
7 R. Hamnuna wandte ein: Ist denn [die Rechtspflege den noaḥidischen] Frauen nicht auferlegt worden, es heißt ja: <i>denn ich habe ihn erkoren, damit er gebiete &amp;c</i>.!?
ח הוא מותיב לה והוא מפרק לה בניו לדין ביתו לצדקה
8 Er erhob diesen Einwand und er selber erklärte es auch: seinen Söhnen als Pflicht, seiner Frau aber als gute Handlung.
ט אמר ליה רב אויא סבא לרב פפא אימא בת נח שהרגה לא תיהרג מיד איש ולא מיד אשה כתיב אמר ליה הכי אמר רב יהודה שופך דם האדם מכל מקום
9 R. Ivja der Greis sprach zu R. Papa: Eine Noaḥidin, die einen Mord begeht, sollte nicht hingerichtet werden, denn es heißt: <i>von einem Manne</i>, nicht aber von einer Frau!? Dieser erwiderte: So erklärte R. Jehuda: <i>wer Menschenblut vergießt</i>, in jedem Falle. —
י אימא בת נח שזינתה לא תיהרג דכתיב (בראשית ב, כד) על כן יעזב איש ולא אשה א"ל הכי אמר רב יהודה (בראשית ב, כד) והיו לבשר אחד הדר ערבינהו קרא
10 Eine hurende Noaḥidin sollte nicht hingerichtet werden, denn es heißt: <i>daher verlasse jeder Mann &amp;c.</i>, nicht aber eine Frau!? Dieser erwiderte: So erklärte R. Jehuda: <i>daß sie zu einem Leibe werden</i>, die Schrift hat sie somit wieder vereinigt.
יא ת"ר איש מה תלמוד לומר (ויקרא יח, ו) איש איש לרבות את הכותים שמוזהרין על העריות כישראל
11 Die Rabbanan lehrten: <i>Jeder</i>, wozu heißt es: <i>jeder Mann</i>? Dies schließt die Nichtjuden ein, daß ihnen, gleich den Jisraéliten, die Unzucht verboten ist. —
יב והא מהכא נפקא מהתם נפקא לאמר זה גילוי עריות
12 Ist dies denn hieraus zu entnehmen, dies wird ja aus folgendem entnommen: <i>also</i>, dies deutet auf [das Verbot der] Unzucht!? —
יג התם בעריות דידהו והכא בעריות דידן דקתני סיפא בא על עריות ישראל נידון בדיני ישראל
13 Dies deutet auf [unsere] Unzucht mit ihren [Frauen], jenes auf ihre Unzucht mit unseren. Im Schlußsatze wird nämlich gelehrt, daß er, wenn er mit einer Jisraélitin Unzucht getrieben hat, nach jisraélitischem Rechte abgeurteilt werde. —
יד למאי הלכתא אמר רב נחמן אמר רבה בר אבוה לא נצרכה אלא לעדה ועדים והתראה
14 In welcher Hinsicht? R. Naḥman erwiderte im Namen des Rabba b. Abuha: Dies besagt, daß dann Gerichtskollegium, Zeugen und vorherige Warnung erforderlich sind. —
טו מגרע גרע
15 Also eine Erleichterung!?
טז אלא א"ר יוחנן לא נצרכה אלא לנערה המאורסה דלדידהו לית להו דדיינינן להו בדינא דידן
16 Vielmehr, erklärte R. Joḥanan, dies bezieht sich auf die Unzucht mit einer Verlobten, die bei ihnen nicht als solche gilt; in diesem Falle wird er nach unserem Rechte abgeurteilt,
יז אבל אשת איש בדינא דידהו דיינינן להו והתניא בא על נערה המאורסה נידון בסקילה על אשת איש נידון בחנק ואי בדינא דידהו סייף הוא
17 während er bei einer Ehefrau nach ihrem Rechte abgeurteilt wird. — Es wird ja aber gelehrt, daß er, wenn er eine Verlobte beschläft, durch Steinigung, und wenn eine Verheiratete, durch Erdrosselung hingerichtet werde, und nach ihrem Rechte müßte er ja durch das Schwert hingerichtet werden!?
יח אמר רב נחמן בר יצחק מאי אשת איש דקתני כגון שנכנסה לחופה ולא נבעלה דלדידהו לית להו דיינינן להו בדינא דידן
18 R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Unter ‘Verheiratete’, von der hier gesprochen wird, ist eine zu verstehen, bei der nur die Antrauung und nicht die Begattung vollzogen worden ist; eine solche gilt bei ihnen nicht [als verheiratet], daher wird er nach unserem Rechte abgeurteilt.
יט דתני ר' חנינא בעולת בעל יש להן נכנסה לחופה ולא נבעלה אין להן
19 R. Ḥanina lehrte nämlich, bei ihnen gelte [eine Frau] nach der Begattung als Ehefrau, nicht aber nach der Antrauung ohne Begattung.
כ תניא כוותיה דר' יוחנן כל ערוה שב"ד של ישראל ממיתין עליה בן נח מוזהר עליה אין ב"ד של ישראל ממיתין עליה אין בן נח מוזהר עליה דברי רבי מאיר וחכמים אומרים הרבה עריות יש שאין בית דין של ישראל ממיתין עליהן ובן נח מוזהר עליהן
20 Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit R. Joḥanan: Eine Unzucht, derentwegen ein jisraélitisches Gericht hinrichten läßt, ist einem Noaḥiden verboten, und derentwegen ein jisraélitisches Gericht nicht hinrichten läßt, ist einem Noaḥiden nicht verboten — so R. Meír. Die Weisen sagen, es gebe viele Fälle von Unzucht, derentwegen ein jisraélitisches Gericht nicht hinrichten läßt, und die dennoch einem Noaḥiden verboten sind.
כא בא על עריות ישראל נידון בדיני ישראל בא על עריות בן נח נידון בדיני בן נח ואנו אין לנו אלא נערה המאורסה בלבד
21 Trieb er Unzucht mit einer Jisraélitin, so wird er nach jisraélitischem Rechte abgeurteilt, trieb er Unzucht mit einer Noaḥidin, so wird er nach noaḥidischem Rechte abgeurteilt; wir haben nur den einen Fall von der Verlobten. — Sollte er doch mitzählen den Fall, wenn an einer Frau die Antrauung, aber nicht die Begattung vollzogen worden ist!? —
כב ונחשוב נמי נכנסה לחופה ולא נבעלה האי תנא תנא דבי מנשה הוא דאמר כל מיתה האמורה לבני נח אינו אלא חנק אידי ואידי חנק הוא
22 Dieser Autor ist der Autor der Schule Menašes, welcher sagt, daß überall, wo hinsichtlich der Noaḥiden von der Todesstrafe gesprochen wird, es die Erdrosselung sei, somit ist es in beiden Fällen die Erdrosselung. —
כג וסבר רבי מאיר כל ערוה שבית דין של ישראל ממיתין עליה בן נח מוזהר עליה והא תניא גר
23 Ist R. Meír denn der Ansicht, die Unzucht, derentwegen das jisraélitische Gericht hinrichten läßt, sei einem Noaḥiden verboten, es wird ja gelehrt: Bei einem Proselyten,