Sanhedrin 118

Kapitel 118

א והרי מילה שנאמרה לבני נח דכתיב (בראשית יז, ט) ואתה את בריתי תשמור ונשנית בסיני (ויקרא יב, ג) וביום השמיני ימול לישראל נאמרה ולא לבני נח
1 Aber die Beschneidung wurde ja den Noaḥiden anbefohlen, wie es heißt: <i>du aber sollst mein Bündnis halten</i>, und wurde am Sinaj wiederholt, wie es heißt: <i>und am achten Tage ist zu beschneiden</i>, dennoch ist sie nur den Jisraéliten und nicht den Noaḥiden auferlegt worden!? —
ב ההוא למישרי שבת הוא דאתא ביום ואפילו בשבת
2 Die [Wiederholung] besagt nur, daß sie auch am Šabbath erlaubt sei: <i>am Tage</i>, selbst am Šabbath. —
ג והרי פריה ורביה שנאמרה לבני נח דכתיב (בראשית ט, ז) ואתם פרו ורבו ונשנית בסיני (דברים ה, כו) לך אמור להם שובו לכם לאהליכם לישראל נאמרה ולא לבני נח
3 Aber die Fortpflanzung wurde ja den Noaḥiden anbefohlen, wie es heißt: <i>ihr aber seid fruchtbar und mehret euch</i>, und wurde auch am Sinaj wiederholt, wie es heißt: <i>geh sage ihnen: Kehret in eure Zelte zurück</i>, dennoch ist sie nur den Jisraéliten und nicht den Noaḥiden auferlegt worden!? —
ד ההוא לכל דבר שבמנין צריך מנין אחר להתירו הוא דאתא
4 Hierbei [war die Wiederholung deshalb nötig], weil alles, was durch einen Beschluß verboten wird, nur durch einen anderen Beschluß erlaubt werden kann. —
ה אי הכי כל חדא וחדא נמי נימא משום מילתא איתני
5 Demnach könnte man ja auch von jenen sagen, sie seien aus irgend einem Grunde wiederholt worden!? —
ו הכי קאמר אזהרה מיהדר ומיתנא בה למה לי
6 Er meint es wie folgt: die Wiederholung des Verbotes wäre nicht nötig. —
ז ואין לנו אלא גיד הנשה בלבד ואליבא דר' יהודה הני נמי לא איתני
7 «Wir kennen jedoch nur [das Verbot der] Spannader, nach R. Jehuda.» Auch jene sind ja nicht wiederholt worden!? —
ח הני איתני לשום מילתא בעלמא הא לא איתני כלל
8 Jene sind aus irgend einem Grunde wiederholt worden, dieses ist aber überhaupt nicht wiederholt worden.
ט אי בעית אימא מילה מעיקר' לאברהם הוא דקא מזהר ליה רחמנא ואתה את בריתי תשמור אתה וזרעך אחריך לדורותם אתה וזרעך אין איניש אחרינא לא
9 Wenn du willst, sage ich: die Beschneidung wurde auch von vornherein nur Abraham anbefohlen: <i>du aber sollst mein Bündnis halten, du und deine Nachkommen nach dir, nach ihren Geschlechtern</i>; nur du und deine Nachkommen, andere aber nicht. —
י אלא מעתה בני ישמעאל לחייבו (בראשית כא, יב) כי ביצחק יקרא לך זרע
10 Demnach sollten die Söhne Jišma͑éls dazu verpflichtet sein!? — <i>Denn nur die, die von Jiçḥaq stammen, werden als deine Nachkommen gelten</i>. —
יא בני עשו לחייבו ביצחק ולא כל יצחק
11 Sollten die Nachkommen E͑savs dazu verpflichtet sein!? — <i>Von Jiçḥaq</i>, nicht aber alle Nachkommen Jiçḥaqs.
יב מתקיף לה רב אושעיא אלא מעתה בני קטורה לא לחייבו האמר ר' יוסי בר אבין ואיתימא ר' יוסי בר חנינא (בראשית יז, יד) את בריתי הפר לרבות בני קטורה
12 R. Osa͑ja wandte ein: Demnach sollten die Söhne der Qeṭura von dieser Pflicht ausgeschlossen gewesen sein!? — R. Jose b. Abin, nach anderen R. Jose b. Ḥanina, erklärte ja: <i>Mein Bündnis hat er gebrochen</i>, dies schließt die Söhne der Qeṭura ein.
יג אמר רב יהודה אמר רב אדם הראשון לא הותר לו בשר לאכילה דכתיב (בראשית א, כט) לכם יהיה לאכלה ולכל חית הארץ ולא חית הארץ לכם
13 R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Adam dem Urmenschen war der Genuß des Fleisches nicht erlaubt worden, denn es heißt: <i>es diene für euch als Nahrung und für alle Tiere der Erde</i>, nicht aber die Tiere der Erde für euch;
יד וכשבאו בני נח התיר להם שנאמר (בראשית ט, ג) כירק עשב נתתי לכם את כל יכול לא יהא אבר מן החי נוהג בו ת"ל (בראשית ט, ד) אך בשר בנפשו דמו לא תאכלו יכול אף לשרצים ת"ל אך
14 als aber die Noaḥiden kamen, erlaubte er es ihnen, denn es heißt: <i>wie das grüne Kraut gebe ich euch alles</i>. Man könnte glauben, auch ein Glied von einem lebenden Tiere sei nicht verboten, so heißt es: <i>nur das Fleisch, das noch sein heben, sein Blut, in sich hat, dürft ihr nicht essen</i>. Man könnte glauben, dies gelte auch von den Kriechtieren, so heißt es: <i>nur</i>. —
טו ומאי תלמודא א"ר הונא דמו מי שדמו חלוק מבשרו יצאו שרצים שאין דמם חלוק מבשרם
15 Wieso ist dies erwiesen? R. Hona erwiderte: <i>Sein Blut</i>, nur Tiere, bei denen das Blut vom Fleische getrennt ist, ausgenommen sind Kriechtiere, bei denen das Blut nicht vom Fleische getrennt ist.
טז מיתיבי (בראשית א, כו) ורדו בדגת הים מאי לאו לאכילה לא למלאכה
16 Man wandte ein: <i>Herrscht über die Fische im Meere</i>; doch wohl hinsichtlich des Essens!? — Nein, hinsichtlich der Arbeit. —
יז ודגים בני מלאכה נינהו אין כדרחבה דבעי רחבה הנהיג בעיזא ושיבוטא מאי
17 Sind denn Fische zur Arbeit verwendbar? — Freilich, so fragte auch Reḥaba, wie es denn sei, wenn man eine Ziege und eine Meerbutte zusammen [einen Wagen] ziehen läßt. —
יח ת"ש (בראשית א, כו) ובעוף השמים מאי לאו לאכילה לא למלאכה
18 Komm und höre: <i>Und über die Vögel am Himmel</i>; doch wohl hinsichtlich des Essens!? — Nein, hinsichtlich der Arbeit. —
יט ועופות בני מלאכה נינהו אין כדבעי רבה בר רב הונא דש באווזין ותרנגולין לר' יוסי ברבי יהודה מאי
19 Sind denn Vögel zur Arbeit verwendbar!? — Freilich, so fragte auch Rabba b. R. Hona, wie es denn nach R. Jose b. Jehuda sei, wenn man mit Gänsen und Hühnern zusammen drischt. —
כ תא שמע (בראשית א, כח) ובכל חיה הרומשת על הארץ ההוא לאתויי נחש הוא דאתא
20 Komm und höre: <i>Und über alles Getier, das sich auf der Erde tummelt</i>!? — Dies bezieht sich auf die Schlange,
כא דתניא ר"ש בן מנסיא אומר חבל על שמש גדול שאבד מן העולם שאלמלא (לא) נתקלל נחש כל אחד ואחד מישראל היו מזדמנין לו שני נחשים טובים אחד משגרו לצפון ואחד משגרו לדרום להביא לו סנדלבונים טובים ואבנים טובות ומרגליות ולא עוד אלא שמפשילין רצועה תחת זנבו ומוציא בה עפר לגנתו ולחורבתו
21 denn es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Menasja sagte: Schade, daß ein so guter Diener der Welt verloren gegangen ist; wäre nämlich die Schlange nicht verflucht worden, so würden jedem Jisraéliten zwei gute Schlangen zur Verfügung gestanden haben; er würde eine nach Norden geschickt haben und eine nach Süden geschickt haben, um für ihn Sandarensen, Edelsteine und Perlen zu holen. Noch mehr, er würde ihr einen Gurt unter den Schwanz gebunden haben, und sie würde ihm Erde nach seinem Garten oder nach seiner Ruine getragen haben.
כב מיתיבי היה ר' יהודה בן תימא אומר אדם הראשון מיסב בגן עדן היה והיו מלאכי השרת צולין לו בשר ומסננין לו יין הציץ בו נחש וראה בכבודו ונתקנא בו התם בבשר היורד מן השמים
22 Man wandte ein: R. Jehuda b. Tema sagte: Adam der Urmensch saß im Edengarten, und die Dienstengel brieten für ihn Fleisch und kühlten für ihn Wein, und als die Schlange dies beobachtete und seine Herrlichkeit sah, beneidete sie ihn!? — Es war Fleisch, das ihm vom Himmel kam. —
כג מי איכא בשר היורד מן השמים אין כי הא דר"ש בן חלפתא הוה קאזיל באורחא פגעו בו הנך אריותא דהוו קא נהמי לאפיה אמר (תהלים קד, כא) הכפירים שואגים לטרף נחיתו ליה תרתי אטמתא חדא אכלוה וחדא שבקוה אייתיה ואתא לבי מדרשא בעי עלה דבר טמא הוא זה או דבר טהור א"ל אין דבר טמא יורד מן השמים
23 Gibt es denn Fleisch, das vom Himmel kommt? — Freilich, so befand sich einst R. Šimo͑n b. Ḥalaphta auf dem Wege, und zwei Löwen kamen brüllend auf ihn zu. Da sprach er: <i>Die jungen Löwen brüllen nach Fraß</i>. Hierauf fielen zwei Fleischstücke herab, das eine fraßen sie auf und das andere ließen sie zurück. Da nahm er es mit ins Lehrhaus und fragte, ob dies Unreines oder Reines sei. Man erwiderte ihm: Vom Himmel fällt nichts Unreines herab.
כד בעי מיניה ר' זירא מר' אבהו ירדה לו דמות חמור מהו א"ל יארוד נאלא הא אמרי ליה אין דבר טמא יורד מן השמים:
24 R. Zera fragte R. Abahu: Wie ist es, wenn einem etwas in der Gestalt eines Esels herabfällt? Dieser erwiderte: Unkender Drache, man erwiderte ihm ja, daß nichts Unreines vom Himmel herabfalle.
כה ר"ש אומר אף על הכישוף: מ"ט דר"ש דכתיב
25 «R. Šimo͑n sagt, auch die Zauberei.» Was ist der Grund R. Šimo͑ns? — Es heißt: