Sanhedrin 30

Kapitel 30

א אימא לקטלא הוא דאתא א"כ ליכתוב וגם בעליו ולישתוק
1 So sollte es heißen: auch der Eigentümer, und weiter nichts. –
ב אי כתב רחמנא הכי הוה אמינא בסקילה בסקילה ס"ד קטל איהו בסייף ממונו בסקילה
2 Wenn der Allbarmherzige so geschrieben hätte, so würde man glauben, ebenfalls durch Steinigung. – Wieso sollte dies durch Steinigung erfolgen: tötet er selbst, so ist er durch das Schwert [hinzurichten], und wenn sein Eigentum, sollte es durch Steinigung erfolgen!? –
ג ודילמא האי דכתב רחמנא יומת לאקולי עילויה לאפוקי מסייף לחנק הניחא למאן דאמר חנק חמור אלא למאן דאמר חנק קיל מאי איכא למימר
3 Vielleicht gebraucht der Allbarmherzige [den Ausdruck] ‘töten’ zur Erleichterung, daß er nämlich nicht durch das Schwert, sondern durch Erdrosselung [getötet werde]!? Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, die Erdrosselung sei eine schwerere [Todesart], wie ist es aber nach demjenigen, welcher sagt, die Erdrosselung sei eine leichtere!? –
ד לא ס"ד דכתיב (שמות כא, ל) אם כופר יושת עליו ואי ס"ד בר קטלא הוא והכתיב (במדבר לה, לא) לא תקחו כופר לנפש רוצח
4 Dies ist nicht einleuchtend; es heißt: <i>wenn ihm Lösegeld auferlegt wird</i>, und wenn man sagen wollte, er sei zu töten, so heißt es ja: <i>ihr sollt kein Lösegeld für das Leben des Mörders annehmen</i>!? –
ה אדרבה משום היא גופה קטל איהו לא תיסגי ליה בממונא אלא בקטלא קטל שורו ליפרוק נפשיה בממונא אלא אמר חזקיה וכן תנא דבי חזקיה אמר קרא (במדבר לה, כא) מות יומת המכה רוצח הוא על רציחתו אתה הורגו ואי אתה הורגו על רציחת שורו
5 Im Gegenteil, eben deshalb: tötet er selber, so reicht kein [Löse]geld, vielmehr werde er hingerichtet, tötet sein Ochs, so kann er sich durch Geld auslösen. Vielmehr, erklärte Ḥizqija, und ebenso wurde es in der Schule Ḥizqijas gelehrt: Die Schrift sagt: <i>der geschlagen hat, soll getötet werden, er ist ein Mörder</i>; wegen seines Mordes sollst du ihn töten, nicht aber darfst du ihn töten wegen des Mordes seines Ochsen.
ו איבעיא להו שור סיני בכמה מי גמר שעה מדורות או לא תא שמע דתני רמי בר יחזקאל (שמות יט, יג) אם בהמה אם איש לא יחיה מה איש בכ"ג אף בהמה בכ"ג:
6 Sie fragten: Durch wieviel [Richter] wurde ein Ochs am Sinaj [abgeurteilt]: erfolgte es da ebenso wie bei der späteren Aburteilung oder nicht!? – Komm und höre: Rami b. Jeḥezqel lehrte: <i>ob Tier oder Mensch soll nicht leben bleiben</i>; wie ein Mensch durch dreiundzwanzig [Richter], ebenso ein Tier durch dreiundzwanzig.
ז הארי והזאב כו': אמר ר"ל והוא שהמיתו אבל לא המיתו לא אלמא קסבר יש להן תרבות ויש להן בעלים רבי יוחנן אמר אע"פ שלא המיתו אלמא קסבר אין להם תרבות ואין להם בעלים
7 D<small>ER</small> L<small>ÖWE, DER</small> W<small>OLF &amp;C</small>. Reš Laqiš sagte, dies nur, wenn sie jemand getötet haben, nicht aber, wenn sie keinen getötet haben; er ist also der Ansicht, sie seien dressierbar und haben Eigentümer.
ח תנן רבי אליעזר אומר כל הקודם להורגן זכה בשלמא לר' יוחנן למאי זכה זכה לעורן אלא לר"ל למאי זכה כיון שהמיתו שוינהו רבנן כמאן דגמר דינייהו ואיסורי הנאה נינהו
8 R. Joḥanan sagte, selbst wenn sie nicht getötet haben; er ist also der Ansicht, sie seien nicht dressierbar und haben keine Eigentümer. – Wir haben gelernt: R. Elie͑zer sagt, wer sie zuerst tötet, habe ein Verdienst. Einleuchtend ist dies nach R. Joḥanan, denn er hat insofern ein Verdienst, indem er das Fell eignet, wieso aber hat er nach Reš Laqiš ein Verdienst, sobald sie jemand getötet haben, gelten sie ja als abgeurteilt und ihre Nutznießung ist verboten!? –
ט מאי זכה זכה לשמים תניא כוותיה דר"ל אחד שור שהמית ואחד בהמה וחיה שהמיתו בכ"ג ר' אליעזר אומר שור שהמית בעשרים ושלשה ושאר בהמה וחיה שהמיתו כל הקודם להורגן זכה בהן לשמים:
9 Unter ‘Verdienst’ ist ein himmlisches Verdienst zu verstehen. Übereinstimmend mit Reš Laqiš wird gelehrt: Einerlei ob ein Ochs jemand getötet hat, oder sonst ein Vieh oder ein Wild jemand getötet hat, sie werden durch dreiundzwanzig [Richter abgeurteilt.] R. Elie͑zer sagt, wenn ein Ochs jemand getötet hat, werde er durch dreiundzwanzig [Richter abgeurteilt], wenn sonst ein Vieh oder ein Wild jemand getötet hat, so hat, wer sie zuerst tötet, ein himmlisches Verdienst.
י ר"ע אומר כו': ר"ע היינו ת"ק איכא בינייהו נחש:
10 R. A͑<small>QIBA SAGT &amp;C</small>. R. A͑qiba sagt ja dasselbe was der erste Autor!? – Sie streiten über die Schlange.
יא אין דנין כו': האי שבט דחטא במאי אילימא שבט שחלל את השבת אימר דפליג רחמנא בין יחידים למרובין לענין עבודת כוכבים בשאר מצות מי פליג אלא בשבט שהודח
11 M<small>AN RICHTE &amp;C</small>. Welche Sünde soll der Stamm begangen haben: wollte man sagen, wenn ein Stamm den Šabbath entweiht hat, so hat ja der Allbarmherzige zwischen einem einzelnen und einer Mehrheit nur beim Götzendienste unterschieden, hat er es etwa auch bei anderen Gesetzen!? – Vielmehr, wenn ein Stamm abtrünnig wird. –
יב למימרא דבדינא דרבים דיינינן ליה כמאן לא כרבי יאשיה ולא כרבי יונתן דתניא עד כמה עושין עיר הנדחת מי' ועד ק' דברי רבי יאשיה רבי יונתן אומר מק' ועד רובו של שבט
12 Demnach wird ein Stamm wie eine Mehrheit gerichtet; wessen Ansicht ist hier vertreten: weder die des R. Jošija noch die des R. Jonathan!? Es wird nämlich gelehrt: Wieviel Personen muß die abtrünnige Stadt haben? Zehn bis hundert – so R. Jošija; R. Jonathan sagt, von hundert bis zur größeren Hälfte eines Stammes.
יג ואפילו ר' יונתן לא קאמר אלא רובו אבל כולו לא אמר רב מתנה הכא
13 Und auch R. Jonathan sagt dies ja nur von der größeren Hälfte, nicht aber vom ganzen!? R. Mathna erwiderte: Hier