Sanhedrin 56

Kapitel 56

א גוילי בעו מיניה מהו שיעיד אדם באשת חורגו
1 und man fragte ihn, ob jemand für die Frau seines Stiefsohnes Zeuge sein könne. –
ב בסורא אמרי בעל כאשתו
2 In Sura sagten sie, der Mann gleiche seiner Frau;
ג בפומבדיתא אמרי אשה כבעלה דאמר רב הונא אמר רב (נחמן) מניין שהאשה כבעלה דכתיב (ויקרא יח, יד) ערות אחי אביך לא תגלה אל אשתו לא תקרב דודתך היא והלא אשת דודו היא מכלל דאשה כבעלה:
3 in Pumbeditha sagten sie, die Frau gleiche ihrem Manne. R. Hona sagte nämlich im Namen R. Naḥmans: Woher, daß die Frau ihrem Manne gleicht? Es heißt: <i>die Scham des Bruders deines Vaters darfst du nicht entblößen, seinem Weibe darfst du nicht nahen, sie ist deine Muhme;</i> sie ist ja eigentlich die Frau deines Oheims? Wahrscheinlich gleicht die Frau ihrem Manne.
ד ובעל אמו הוא ובנו וחתנו: בנו היינו אחיו
4 E<small>IN</small> M<small>ANN SEINER</small> M<small>UTTER, ER SELBER, SEIN</small> S<small>OHN UND SEIN</small> S<small>CHWIEGERSOHN.</small> Dessen Sohn ist ja sein Bruder!?
ה אמר רבי ירמיה לא נצרכא אלא לאחי האח
5 R. Jirmeja erwiderte: Dies bezieht sich auf den Bruder seines Bruders.
ו רב חסדא אכשר באחי האח אמרו ליה לא שמיע לך הא דר' ירמיה אמר להו לא שמיע לי כלומר לא סבירא לי
6 R. Ḥisda erklärte einst einen Bruder des Bruders als zulässig. Da sprachen sie zu ihm: Hast du denn die Erklärung R. Jirmejas nicht gehört? Er erwiderte: Ich habe es nicht gehört. Dies heißt: ich halte nichts davon. –
ז אי הכי היינו אחיו תנא אחיו מן האב וקתני אחיו מן האם
7 Demnach ist es ja sein Bruder!? – Er lehrt es von einem Bruder väterlicherseits und von einem Bruder mütterlicherseits.
ח אמר רב חסדא אבי חתן ואבי כלה מעידין זה ע"ז ולא דמו להדדי אלא כי אכלא לדנא
8 R. Ḥisda sagte: Der Vater des Ehemannes und der Vater der Ehefrau dürfen für einander Zeuge sein, sie gehören zu einander nur wie ein Deckel zum Fasse.
ט אמר רבה בר בר חנה מעיד אדם לאשתו ארוסה אמר רבינא לא אמרן אלא לאפוקי מינה אבל לעיולי לה לא מהימן
9 Rabha b. Bar Ḥana sagte: Man kann für seine Verlobte Zeuge sein. Rabina sprach: Nur wenn sie dadurch verliert, wenn sie aber dadurch gewinnt, ist er nicht glaubhaft.
י ולא היא לא שנא לאפוקי ולא שנא לעיולי לא מהימן
10 Dies ist aber nichts; er ist nicht glaubhaft, einerlei ob sie dadurch verliert oder gewinnt.
יא מאי דעתיך כדאמר ר' חייא בר אמי משמיה דעולא אשתו ארוסה לא אונן ולא מטמא לה וכן היא לא אוננת ולא מטמאה לו מתה אינו יורשה מת הוא גובה כתובתה
11 Du stützt dich wohl auf die Lehre des R. Ḥija b. Ami, die er im Namen U͑las lehrte: Er halte wegen seiner Verlobten keine Trauer noch verunreinige er sich an ihr, ebenso halte sie seinetwegen keine Trauer noch verunreinige sie sich an ihm; stirbt sie, so beerbt er sie nicht, stirbt er, so kann sie ihre Morgengabe einfordern.
יב התם בשארו תלה רחמנא אכתי לאו שארו היא הכא משום איקרובי דעתא הוא והא איקרבא דעתיה לגבה:
12 Da hat es aber der Allbarmherzige von der Verwandtschaft abhängig gemacht, während sie noch nicht seine Verwandte ist, hierbei aber hängt es von der Befangenheit ab, und befangen ist er ihr gegenüber wohl.
יג חורגו לבדו: ת"ר חורגו לבדו רבי יוסי אומר גיסו ותניא אידך גיסו לבדו ר' יהודה אומר חורגו
13 D<small>ER</small> S<small>TIEFSOHN, ER ALLEIN.</small> Die Rabbanan lehrten: Der Stiefsohn, er allein; R. Jose sagt: der Schwager. Ferner lehrt ein Anderes: Der Schwager, er allein; R. Jehuda sagt: der Stiefsohn. –
יד מאי קאמר אילימא הכי קאמר חורגו לבדו והוא הדין לגיסו ואתא ר' יוסי למימר גיסו לבדו והוא הדין לחורגו אלא מתני' דקתני גיסו הוא ובנו וחתנו מני לא ר' יהודה ולא ר' יוסי
14 Wie meint er es; wollte man sagen, er meine es wie folgt: der Stiefsohn allein und dasselbe gilt auch vom Schwager, und R. Jose sagt: der Schwager allein und dasselbe gilt auch vom Stiefsohne, wer ist demnach [der Autor] unserer Mišna, welche lehrt: der Schwager, er selber, sein Sohn und sein Schwiegersohn; weder R. Jehuda noch R. Jose!?
טו ואלא הכי קאמר חורגו לבדו אבל גיסו הוא ובנו וחתנו ואתא ר' יוסי למימר גיסו לבדו אבל חורגו הוא ובנו וחתנו
15 Wollte man sagen, er meine es wie folgt: der Stiefsohn allein, der Schwager aber, er selber, sein Sohn und sein Schwiegersohn, und hierzu sagt R. Jose: der Schwager allein, der Stiefsohn aber, er selber, sein Sohn und sein Schwiegersohn.
טז ואלא הא דתני ר' חייא שמונה אבות שהן עשרים וארבעה כמאן לא כר' יוסי ולא כר' יהודה
16 Nach wem lehrte demnach R. Ḥija: acht Väter, das sind also vierundzwanzig [Verwandte], weder nach R. Jose noch nach R. Jehuda!? –
יז אלא הכי קאמר חורגו לבדו אבל גיסו הוא ובנו וחתנו ואתא ר' יוסי למימר גיסו לבדו וכ"ש חורגו ומתני' ר' יהודה ברייתא ר' יוסי
17 Vielmehr, er meint es wie folgt: der Stiefsohn allein, der Schwager aber, er selber, sein Sohn und sein Schwiegersohn, und hierzu sagt R. Jose: der Schwager allein, und um so mehr der Stiefsohn allein. Somit vertritt unsere Mišna die Ansicht R. Jehudas und die Barajtha die des R. Jose.
יח אמר רב יהודה אמר שמואל הלכה כרבי יוסי
18 R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Die Halakha ist wie R. Jose.
יט ההיא מתנתא דהוי חתימי עלה תרי גיסי סבר רב יוסף לאכשורה דאמר רב יהודה אמר שמואל הלכה כר' יוסי
19 Einst wurde eine Schenkungsurkunde vorgelegt, auf der zwei Schwäger unterzeichnet waren. R. Joseph wollte sie als gültig erklären, denn R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls, die Halakha sei wie R. Jose.
כ אמר ליה אביי ממאי דרבי יוסי דמתניתין דמכשר בגיסו דילמא רבי יוסי דברייתא דפסיל בגיסו
20 Da sprach Abajje zu ihm: Woher, daß sich dies auf die Lehre R. Joses in unserer Mišna bezieht, nach der der Schwager [als Zeuge] zulässig ist, vielleicht bezieht sich dies auf die Lehre R. Joses in der Barajtha, nach der der Schwager unzulässig ist!? –
כא לא ס"ד דאמר שמואל כגון אנא ופנחס דהוינן אחי וגיסי אבל גיסי דעלמא שפיר דמי
21 Dies ist nicht anzunehmen, denn Šemuél sagte: beispielsweise ich und Pinḥas, die wir Brüder und Schwäger sind; ein gewöhnlicher Schwager ist also zulässig. –
כב ודילמא כגון אנא ופנחס משום דגיסו קאמר
22 Vielleicht meint er es: wie er und Pinḥas, weil er sein Schwager war!?
כג אמר ליה זיל קניה בעדי מסירה כר' אלעזר
23 Darauf sprach er zu ihm: Geh, eigne es durch die Zeugen, die bei der Übergabe anwesend waren, nach einer Lehre R. Elea͑zars. –
כד והאמר רבי אבא מודה רבי אלעזר במזויף מתוכו שהוא פסול א"ל זיל לא שבקי לי דאותביניה לך:
24 R. Abba sagte ja aber, R. Elea͑zar pflichte bei, daß, wenn [die Urkunde] an sich falsch ist, sie ungültig sei!? Da sprach er zu ihm: Geh, sie lassen mich nicht, es dir zuerkennen.
כה ר' יהודה אומר כו': א"ר תנחום א"ר טבלא אמר ר' ברונא אמר רב הלכה כרבי יהודה רבא אמר ר"נ אין הלכה כרבי יהודה וכן אמר רבה בר בר חנה אמר רבי יוחנן אין הלכה כר' יהודה
25 R. J<small>EHUDA SAGT</small> &amp;<small>C</small>. R. Tanḥum sagte im Namen R. Ṭablas im Namen R. Berunas im Namen Rabhs, die Halakha sei wie R. Jehuda; Raba sagte im Namen R. Naḥmans, die Halakha sei nicht wie R. Jehuda. Ebenso sagte Rabba b. Bar Ḥana im Namen R. Joḥanans, die Halakha sei nicht wie R. Jehuda.
כו איכא דמתני לה להא דרבה בר בר חנה אהא את זו דרש רבי יוסי הגלילי (דברים יז, ט) ובאת אל הכהנים הלוים ואל השופט אשר יהיה בימים ההם וכי תעלה על דעתך שאדם הולך אצל שופט שלא היה בימיו אלא זה שהיה קרוב ונתרחק
26 Manche beziehen die Worte des Rabba b. Bar Ḥana auf folgende Lehre: Dies trug R. Jose der Galiläer vor: <i>Du sollst zu den Leviten, den Priestern kommen, dem Richter, der zu dieser Zeit sein wird;</i> könnte es dir denn in den Sinn kommen, jemand werde zu einem Richter gehen, der nicht zu dieser Zeit ist? Vielmehr [schließt dies einen aus,] der verwandt war und entfremdet wurde.
כז אמר רבה בר בר חנה א"ר יוחנן הלכה כר' יוסי הגלילי
27 Und hierzu sagte Rabba b. Bar Ḥana im Namen R. Joḥanans, die Halakha sei wie R. Jose der Galiläer.
כח בני חמוה דמר עוקבא
28 Die Söhne des Schwiegervaters des Mar U͑qaba waren