Shabbat 184

Kapitel 184

א ואת"ל אנשי הוצל עושין כן בטלה דעתן אצל כל אדם:
1 wenn man aber auf die Leute von Huçal hinweist, die ja auf diese Weise verfahren, so bleibt ihre Gepflogenheit gegenüber der aller anderen Menschen unberücksichtigt.
ב <big><strong>מתני׳</strong></big> המתכוין להוציא לפניו ובא לו לאחריו פטור לאחריו ובא לו לפניו חייב באמת אמרו האשה החוגרת בסינר בין מלפניה ובין מלאחריה חייבת שכן ראוי להיות חוזר רבי יהודה אומר אף מקבלי פתקין:
2 <b>W</b><small>ENN JEMAND ETWAS VORN ZU TRAGEN BEABSICHTIGT UND ES SICH NACH HINTEN VERSCHIEBT, SO IST ER FREI; WENN HINTEN ZU TRAGEN UND ES SICH NACH VORN VERSCHIEBT, SO IST ER SCHULDIG</small>. I<small>N</small> W<small>IRKLICHKEIT SAGTEN SIE, DASS, WENN EINE</small> F<small>RAU [ETWAS] IM</small> S<small>CHURZE</small> [<small>TRÄGT</small>] <small>UND ES SICH NACH VORN ODER HINTEN VERSCHIEBT, SIE SCHULDIG SEI, WEIL ER SICH HERUMZUDREHEN PFLEGT</small>. R. J<small>EHUDA SAGT, AUCH</small> B<small>RIEFBOTEN</small>.
ג <big><strong>גמ׳</strong></big> מאי שנא לפניו ובא לו לאחריו דפטור דלא אתעביד מחשבתו לאחריו ובא לו לפניו נמי הא לא אתעביד מחשבתו א"ר אלעזר תברא מי ששנה זו לא שנה זו אמר רבא ומאי קושיא דילמא לפניו ובא לו לאחריו היינו טעמא דפטור דנתכוון לשמירה מעולה ועלתה בידו שמירה פחותה לאחריו ובא לו לפניו היינו טעמא דחייב דנתכוון לשמירה פחותה ועלתה בידו שמירה מעולה
3 GEMARA. Wenn er beabsichtigt hat, etwas vorn zu tragen und es sich nach hinten verschiebt, ist er wohl deshalb frei, weil seine Absicht nicht ausgeführt wurde, und auch wenn er etwas hinten zu tragen beabsichtigt hat und es sich nach vorn verschiebt, ist ja seine Absicht nicht ausgeführt worden!? R. Elea͑zar erwiderte: Geteilt [ist die Mišna]: wer das eine lehrte, lehrte das andere nicht. Raba erwiderte: Was ist dies für ein Einwand, vielleicht ist er, wenn er es vorn zu tragen beabsichtigt hat und es sich nach hinten verschiebt, deshalb frei, weil er eine gute Bewahrung beabsichtigt hat und ihm eine schlechte Bewahrung gelungen ist, und wenn hinten zu tragen und es sich nach vorn verschiebt, deshalb schuldig, weil er eine schlechte Bewahrung beabsichtigt hat und ihm eine gute Bewahrung gelungen ist!? –
ד אלא מאי קושיא דיוקא דמתני' קשיא המתכוין להוציא לפניו ובא לו לאחריו פטור הא לאחריו ובא לו לאחריו חייב אימא סיפא לאחריו ובא לו לפניו הוא דחייב הא לאחריו ובא לו לאחריו פטור א"ר אלעזר תברא מי ששנה זו לא שנה זו
4 Vielmehr, die Schlußfolgerungen, die man aus der Mišna folgern kann, widersprechen einander: Wenn jemand etwas vorn zu tragen beabsichtigt und es sich nach hinten verschiebt, so ist er frei; demnach ist er schuldig, wenn hinten zu tragen beabsichtigt und es sich hinten verschiebt; der Schlußsatz aber lautet: wenn hinten zu tragen und es sich nach vorn verschiebt, schuldig, wonach er frei ist, wenn hinten zu tragen und es sich hinten verschiebt!? R. Elea͑zar erwiderte: Geteilt, wer das eine lehrte, lehrte das andere nicht.
ה אמר רב אשי מאי קושיא דילמא לא מיבעיא קאמר לא מיבעיא לאחריו ובא לו לאחריו דחייב דאיתעבידא מחשבתו אלא אפילו לאחריו ובא לו לפניו איצטריכא ליה סלקא דעתך אמינא הואיל ולא איתעביד מחשבתו לא ליחייב קמ"ל דנתכוון לשמירה פחותה ועלתה בידו שמירה מעולה דחייב
5 R. Aši wandte ein: Was ist dies für ein Ein wand, vielleicht ist dieser Fall selbstverständlich: selbstverständlich ist er schuldig, wenn er es hinten zu tragen beabsichtigt hat und es sich nach hinten schiebt, da seine Absicht ausgeführt wurde, aber auch in dem Falle, wenn er es hinten zu tragen beabsichtigt hat und es sich nach vom verschiebt; man könnte glauben, er sei nicht schuldig, da seine Absicht nicht ausgeführt wurde, so lehrt er uns, daß er wohl schuldig ist, weil er nur eine schlechte Bewahrung beabsichtigt hat und ihm eine gute Bewahrung gelungen ist.
ו ולאחריו ובא לו לאחריו תנאי היא דתניא [המוציא מעות בפונדתו ופיה למעלה חייב פיה למטה רבי יהודה מחייב וחכמים פוטרין אמר להן ר' יהודה אי אתם מודים בלאחריו ובא לו לאחריו שהוא חייב ואמרו לו ואי אתה מודה כלאחר ידו ורגלו שהוא פטור
6 [Über den Fall,] wenn hinten [zu tragen] und es sich hinten verschiebt, streiten Tannaím. Es wird nämlich gelehrt: Wer Geld in einem Gürtelbeutel mit der Öffnung nach oben hinausbringt, ist schuldig, wenn mit der Öffnung nach unten, so ist er nach R. Jehuda schuldig und nach den Weisen frei. R. Jehuda sprach zu ihnen: Pflichtet ihr etwa nicht bei, daß er schuldig ist, wenn hinten zu tragen und es sich hinten verschiebt!? Diese sprachen zu ihm: Pflichtest du etwa nicht bei, daß man frei ist, wenn man etwas auf der Rückseite der Hand oder am Fuße hinausbringt!?
ז אמר ר' יהודה אני אמרתי דבר אחד והן אמרו דבר אחד אני לא מצאתי תשובה לדבריהם והן לא מצאו תשובה לדברי מדקאמר להו אי אתם מודין לאו מכלל דפטרי רבנן וליטעמיך דקאמרי ליה אי אתה מודה מכלל דמחייב רבי יהודה והתניא לאחר ידו ורגלו ד"ה פטור
7 Hierauf sprach R. Jehuda: Ich habe an sie eine Frage gerichtet und sie haben an mich eine Frage gerichtet; ich habe keine Erwiderung auf ihre Frage, und sie keine Erwiderung auf meine Frage. Wenn er nun zu ihnen gesagt hat: pflichtet ihr etwa nicht bei, so sind wohl die Rabbanan der Ansicht, er sei frei!? – Nach deiner Auffassung ist er ja, da sie zu ihm gesagt haben: pflichtest du etwa nicht bei, nach R. Jehuda schuldig, während gelehrt wird, daß man, wenn auf der Rückseite der Hand oder am Fuße, nach aller Ansicht frei sei!?
ח אלא לאחריו ובא לו לאחריו ד"ה חייב לאחר ידו ורגלו דברי הכל פטור כי פליגי בפונדתו ופיה למטה מר מדמי ליה לאחריו ובא לו לאחריו ומר מדמי ליה לאחר ידו ורגלו:
8 Vielmehr, wenn jemand etwas hinten zu tragen beabsichtigt und es sich hinten verschiebt, so ist er nach aller Ansicht schuldig, und wenn auf der Rückseite der Hand oder am Fuße, so ist er nach aller Ansicht frei, sie streiten nur über den Fall, wenn man etwas im Gürtelbeutel mit der Öffnung nach unten trägt; einer vergleicht dies mit dem Falle, wenn man hinten zu tragen beabsichtigt und es sich hinten verschiebt, und die anderen mit dem Falle, wenn auf der Rückseite der Hand oder am Fuße.
ט באמת אמרו האשה כו': [תנא כל באמת הלכה היא: רבי יהודה אומר אף מקבלי פתקין]: תנא) שכן לבלרי מלכות עושין כן
9 I<small>N</small> W<small>IRKLICHKEIT SAGTEN SIE, DASS, WENN EINE</small> F<small>RAU &amp;C</small>. Es wird gelehrt: Auf diese Weise tragen die königlichen Schreiber.
י <big><strong>מתני׳</strong></big> המוציא ככר לרשות הרבים חייב הוציאוהו שנים פטורין לא יכול אחד להוציאו והוציאוהו שנים חייבין ור' שמעון פוטר:
10 <b>W</b><small>ER EINEN</small> L<small>AIB</small> B<small>ROT AUF ÖFFENTLICHES</small> G<small>EBIET HINAUSBRINGT, IST SCHULDIG, HABEN ZWEI IHN HINAUSGEBRACHT, SO SIND SIE FREI; WENN EINER IHN NICHT HINAUSBRINGEN KANN, UND ZWEI IHN HINAUSBRINGEN, SO SIND SIE SCHULDIG, NACH</small> R. Š<small>IMO͑N FREI</small>.
יא <big><strong>גמ׳</strong></big> אמר רב יהודה אמר רב ואמרי לה אמר אביי ואמרי לה במתניתא תנא זה יכול וזה יכול רבי מאיר מחייב ור' יהודה ור' שמעון פוטרים זה אינו יכול וזה אינו יכול רבי יהודה ור' מאיר מחייבים ורבי שמעון פוטר זה יכול וזה אינו יכול דברי הכל חייב
11 GEMARA. R. Jehuda sagte im Namen Rabhs, nach anderen sagte es Abajje, und nach anderen wurde es in einer Barajtha gelehrt: Wenn einer [ihn hinaustragen] kann und der andere es kann, so sind sie nach R. Meír schuldig, und nach R. Jehuda und R. Šimo͑n frei; wenn einer es nicht kann und der andere es nicht kann, so sind sie nach R. Jehuda und R. Meír schuldig, und nach R. Šimo͑n frei; wenn einer es kann und der andere es nicht kann, so ist er nach aller Ansicht schuldig.
יב תניא נמי הכי המוציא ככר לרשות הרבים חייב הוציאו שנים רבי מאיר מחייב ורבי יהודה אומר אם לא יכול אחד להוציאו והוציאו שנים חייבין ואם לאו פטורים ורבי שמעון פוטר מנא הני מילי דתנו רבנן (ויקרא ד, כז) בעשותה העושה את כולה ולא העושה את מקצתה כיצד שנים שהיו אוחזין במלגז ולוגזין בכרכר ושובטין בקולמוס וכותבין בקנה והוציאו לרשות הרבים יכול יהו חייבין תלמוד לומר בעשותה העושה את כולה ולא העושה מקצתה
12 Ebenso wird auch gelehrt: Wenn jemand einen Laib Brot auf öffentliches Gebiet hinausbringt, so ist er schuldig; bringen ihn zwei hinaus, so sind sie nach R. Meír schuldig. R. Jehuda sagt, wenn einer ihn nicht hinausbringen kann und zwei ihn hinausbringen, so sind sie schuldig, sonst aber frei. N<small>ACH</small> R. Š<small>IMO͑N FREI</small>. Woher dies? – Die Rabbanan lehrten: <i>Und übertritt</i>, nur wenn man die ganze [Übertretung] ausübt, nicht aber, wenn man einen Teil derselben ausübt. Zum Beispiel: Man könnte glauben, daß, wenn zwei eine Heugabel halten und stochern, einen Spatel halten und die Fäden ausgleichen, ein Schreibrohr halten und schreiben, ein Rohr halten und es auf öffentliches Gebiet tragen, sie schuldig seien, so heißt es: <i>und übertritt,</i> nur wenn man die ganze [Übertretung] ausübt, nicht aber, wenn man einen Teil derselben ausübt.