Shabbat 212

Kapitel 212

א וצבי לגינה ולחצר ולביברין [חייב] רשב"ג אומר לא כל הביברין שוין זה הכלל מחוסר צידה פטור שאינו מחוסר צידה חייב:
1 ODER EIN R<small>EH IN EIN</small> H<small>AUS EINFÄNGT</small>, <small>SEI SCHULDIG</small>; <small>DIE</small> W<small>EISEN SAGEN</small>, <small>EINEN</small> V<small>OGEL IN EINEN</small> S<small>CHLAG</small>, <small>EIN</small> R<small>EH IN EIN</small> H<small>AUS</small>, <small>IN EINEN</small> H<small>OF ODER IN EIN</small> T<small>IERGEHEGE</small>. R. Š<small>IMO͑N B</small>. G<small>AMLIÉL SAGTE</small>: N<small>ICHT ALLE</small> T<small>IERGEHEGE SIND GLEICH</small>. D<small>IE</small> R<small>EGEL IST</small>: W<small>ENN NOCH EIN ABERMALIGES</small> F<small>ANGEN NÖTIG IST</small>, <small>IST MAN FREI</small>, <small>WENN EIN ABERMALIGES</small> F<small>ANGEN NICHT NÖTIG IST</small>, <small>IST MAN SCHULDIG</small>.
ב <big><strong>גמ׳</strong></big> תנן התם אין צדין דגים מן הביברין בי"ט ואין נותנין לפניהם מזונות אבל צדין חיה ועוף ונותנין לפניהם מזונות ורמינהו ביברין של חיות ושל עופות ושל דגים אין צדין מהם ביום טוב ואין נותנין לפניהם מזונות קשיא חיה אחיה קשיא עופות אעופות
2 GEMARA. Dort haben wir gelernt: Man darf am Feste keine Fische aus dem Gehege fangen, auch darf man ihnen kein Futter reichen; wohl aber darf man Wild und Geflügel fangen und ihnen Futter reichen. Und dem widersprechend wird gelehrt: Man darf am Feste kein Wild, kein Geflügel und keine Fische aus dem Gehege fangen, auch darf man ihnen kein Futter reichen. Es besteht also ein Widerspruch bezüglich des Wildes und bezüglich des Geflügels!?
ג בשלמא חיה אחיה לא קשיא הא רבי יהודה הא רבנן
3 Allerdings ist bezüglich des Wildes zu erklären, dies sei kein Widerspruch, denn das eine ist nach R. Jehuda und das andere nach den Rabbanan,
ד אלא עופות אעופות קשיא וכי תימא עופות אעופות נמי לא קשיא הא ביבר מקורה הא ביבר שאינו מקורה והא בית דמקורה הוא ובין לרבי יהודה ובין לרבנן צפור למגדל אין לבית לא
4 bezüglich des Geflügels aber besteht ja ein Widerspruch!? Wolltest du sagen, auch bezüglich des Geflügels bestehe kein Widerspruch, denn das eine gelte von einem Gehege mit Bedachung und das andere von einem Gehege ohne Bedachung, so hat ja auch ein Haus eine Bedachung, dennoch gilt dies sowohl nach R. Jehuda als auch nach den Rabbanan nur vom Einfangen eines Vogels in einen Schlag, nicht aber in ein Haus!?
ה אמר רבה בר רב הונא הכא בצפור דרור עסקינן לפי שאינה מקבלת מרות דתנא דבי ר' ישמעאל למה נקרא שמה צפור דרור מפני שדרה בבית כבשדה השתא דאתית להכי חיה אחיה נמי לא קשיא הא בביבר גדול הא בביבר קטן
5 Rabba b. R. Hona erwiderte: [Die Mišna] handelt von Waldvögeln, die sich nicht zähmen lassen. R. Jišma͑él lehrte: Er wird deshalb Waldvogel genannt, weil er sowohl im Hause als auch im Freien wohnt. – Da du nun darauf gekommen bist, so ist auch der Widerspruch bezüglich des Wildes zu erklären, denn das eine gilt von einem großen Gehege, und das andere von einem kleinen Gehege. –
ו היכי דמי ביבר גדול היכי דמי ביבר קטן אמר רב אשי כל היכא דרהיט בתריה ומטי לה בחד שיחייא ביבר קטן ואידך ביבר גדול אי נמי כל היכא דנפיל טולא דכתלים אהדדי ביבר קטן ואידך ביבר גדול ואי נמי כל היכא דליכא עוקצי עוקצי ביבר קטן ואידך ביבר גדול:
6 Welches heißt ein großes Gehege, und welches heißt ein kleines Gehege? R. Aši erwiderte: Wenn man [dem Tiere] nachläuft und es mit einem Satze erhascht, ist es ein kleines Gehege, sonst aber ist es ein großes Gehege. Oder aber, wenn der Schatten der einen Wand auf die andere fällt, ist es ein kleines Gehege, sonst ist es ein großes Gehege. Oder aber, wenn es keine Winkel [zum Entwischen] hat, ist es ein kleines Gehege, sonst ist es ein großes Gehege.
ז רשב"ג אומר וכו': אמר רב יוסף אמר רב יהודה אמר שמואל הלכה כרבן שמעון בן גמליאל אמר ליה אביי הלכה מכלל דפליגי א"ל מאי נפקא לך מינה א"ל גמרא גמור זמורתא תהא
7 R. Š<small>IMO͑N B</small>. G<small>AMLIEL SAGTE</small> &amp;<small>C</small>. R. Joseph sagte im Namen R. Jehudas im Namen Šemuéls: Die Halakha ist wie R. Šimo͑n b. Gamliél. Abajje sprach zu ihm: So ist die Halakha, streitet denn jemand dagegen? Jener entgegnete: Was kommt es darauf an? Dieser erwiderte: Eine Lehre vortragen nur als Singsang?
ח ת"ר הצד צבי סומא וישן חייב חיגר וזקן וחולה פטור א"ל אביי לרב יוסף מ"ש הני ומ"ש הני הני עבידי לרבויי הני לא עבידי לרבויי והתניא חולה חייב אמר רב ששת לא קשיא הא בחולה מחמת אישתא הא בחולה מחמת אובצנא
8 Die Rabbanan lehrten: Wer ein blindes oder schlafendes Reh fängt, ist schuldig; wer ein lahmes, altes oder krankes [fängt], ist frei. Abajje sprach zu R. Joseph: Womit sind diese anders als jene? – Jenen muß man auflauern, diesen braucht man nicht aufzulauern. – Es wird ja aber gelehrt, daß man wegen eines kranken schuldig sei!? R. Šešeth erwiderte: Das ist kein Widerspruch; dies, wenn es fieberkrank ist, jenes, wenn es aus Schwäche krank ist.
ט ת"ר הצד חגבין גזין צרעין ויתושין בשבת חייב דברי רבי מאיר וחכמים אומרים כל שבמינו ניצוד חייב וכל שאין במינו ניצוד פטור תניא אידך הצד חגבים בשעת הטל פטור בשעת השרב חייב אלעזר בן מהבאי אומר אם היו מקלחות ובאות פטור איבעיא להו אלעזר בן מהבאי ארישא קאי או אסיפא קאי ת"ש הצד חגבין בשעת הטל פטור בשעת השרב חייב אלעזר בן מהבאי אומר אפילו בשעת השרב אם היו מקלחות ובאות פטור:
9 Die Rabbanan lehrten: Wer am Šabbath Heuschrecken, wilde Bienen, oder Mücken fängt, ist schuldig – so R. Meír. Die Weisen sagen, wegen einer Art, die man sonst fängt, sei man schuldig, wegen einer Art, die man sonst nicht fängt, sei man frei. Ein Anderes lehrt: Wer bei Tauwetter Heuschrecken fängt, ist frei, wenn bei Sonnenwetter, so ist er schuldig. R. Elea͑zar b. Mehabaj sagte: Wenn sie in Schwärmen herankommen, so ist man frei. Sie fragten: Bezieht sich R. Elea͑zar b. Mehabaj auf den Anfangssatz, oder bezieht er sich auf den Schlußsatz? – Komm und höre: Wer bei Tauwetter Heuschrecken fängt, ist frei, wenn bei Sonnenwetter, so ist er schuldig; R. Elea͑zar b. Mehabaj sagt, wenn sie in Schwärmen kommen, sei man auch bei Sonnenwetter frei.
י <big><strong>מתני׳</strong></big> צבי שנכנס לבית ונעל אחד בפניו חייב נעלו שנים פטורין לא יכול אחד לנעול ונעלו שנים חייבין ור"ש פוטר:
10 <b>W</b><small>ENN EIN</small> R<small>EH IN EIN</small> H<small>AUS GERATEN IST UND MAN DIE</small> T<small>ÜR ABSCHLIESST</small>, <small>SO IST MAN SCHULDIG</small>; <small>SCHLIESSEN ZWEI DIE</small> T<small>ÜR AB</small>, <small>SO SIND SIE FREI</small>; <small>WENN EINER SIE NICHT ABSCHLIESSEN KANN</small>, <small>UND ZWEI SIE ABSGHLIESSEN</small>, <small>SO SIND SIE SCHULDIG UND NACH</small> R. Š<small>IMO͑N FREI</small>.
יא <big><strong>גמ׳</strong></big> א"ר ירמיה בר אבא אמר שמואל הצד ארי בשבת אינו חייב עד שיכניסנו לגורזקי שלו:
11 GEMARA. R. Jirmeja b. Abba sagte im Namen Šemuéls: Wer einen Löwen am Šabbath fängt, sei nicht eher schuldig, als bis er ihn in den Zwinger sperrt.
יב <big><strong>מתני׳</strong></big> ישב האחד על הפתח ולא מילאהו ישב השני ומילאהו השני חייב ישב הראשון על הפתח ומילאהו ובא השני וישב בצידו אף על פי שעמד הראשון והלך לו הראשון חייב והשני פטור הא למה זה דומה לנועל את ביתו לשומרו ונמצא צבי שמור בתוכו:
12 <b>W</b><small>ENN EINER SICH IN DIE</small> T<small>ÜRÖFFNUNG SETZT</small><small>UND SIE NICHT AUSFÜLLT</small>, <small>UND EIN ZWEITER SICH HINZUSETZT UND SIE AUSFÜLLT</small>, <small>SO IST DER ZWEITE SCHULDIG</small>. W<small>ENN EINER SICH IN DIE</small> T<small>ÜRÖFFNUNG SETZT UND SIE AUSFÜLLT</small>, <small>UND EIN ZWEITER SICH DANEBEN SETZT</small>, <small>SO IST DER ERSTE SCHULDIG UND DER ZWEITE FREI</small>, <small>SELBST WENN DER ERSTE AUFSTEHT UND FORTGEHT</small>. D<small>IES IST EBENSO</small>, <small>ALS WENN JEMAND SEIN</small> H<small>AUS ZUR</small> S<small>ICHERUNG ABSCHLIESSEN UND DADURCH EIN DARIN BEFINDLICHES</small> R<small>EH BEWACHT WERDEN WÜRDE</small>.