Shabbat 262

Kapitel 262

א כל שעתא ושעתא זמניה הוא אלא אמר רב נחמן א"ר יצחק ואיתימא רב הונא בריה דרב יהושע הואיל ובידו להפקירן:
1 ist ja jede Zeit für sie die geeignete!? Vielmehr, sagte R. Naḥman im Namen R. Jiçḥaqs, und wie manche sagen, R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, weil er es in der Hand hat, sie preiszugeben.
ב אמר מר לולב וכל מכשיריו דוחין את השבת דברי ר"א מנא ליה לר"א הא אי מעומר ושתי הלחם שכן צורך גבוה אלא אמר קרא (ויקרא כג, ז) ביום ביום אפילו בשבת
2 Der Meister sagte: Der Feststrauß und all seine Erfordernisse verdrängen den Šabbath – so R. Elie͑zer. Woher folgert dies R. Elie͑zer; wenn von der Erstlingsgarbe und den zwei Broten, so werden ja diese für den Allerhöchsten verwendet!? – Vielmehr, die Schrift sagt: <i>am Tage,</i> am Tage, auch am Šabbath. –
ג ולמאי הלכתא אילימא לטלטול איצטריך קרא למישרי טלטול אלא למכשיריו
3 In welcher Hinsicht: wollte man sagen, hinsichtlich des Fortbewegens, so ist ja kein Schriftvers nötig, um das Fortbewegen zu erlauben!? – Vielmehr, hinsichtlich des hierzu Erforderlichen. –
ד ורבנן ההוא מיבעי ליה ביום ולא בלילה
4 Und die Rabbanan!? – Dies deutet darauf, daß es am Tage und nicht nachts geschehen müsse. –
ה ור"א ביום ולא בלילה מנא ליה נפקא ליה (ויקרא כג, מ) מושמחתם לפני ה' אלהיכם שבעת ימים ימים ולא לילות
5 Woher entnimmt R. Elie͑zer, daß nur am Tage und nicht nachts? – Dies folgert er aus [dem Verse:] <i>ihr sollt sieben Tage lang vor dem Herrn, eurem Gott, fröhlich sein,</i> Tage und nicht Nächte. –
ו ורבנן איצטריך ס"ד אמינא נילף שבעת ימים מסוכה מה להלן ימים ואפילו לילות אף כאן ימים ואפילו לילות קמ"ל
6 Und die Rabbanan!? – Auch [dieser Vers] ist nötig; man könnte glauben, man folgere durch [die Worte] <i>sieben Tage</i>von der Festhütte, wie diese Tage und Nächte, ebenso jene Tage und Nächte, so lehrt er uns. –
ז וליכתוב רחמנא בלולב וניתו הנך ונילפו מיניה משום דאיכא למיפרך מה ללולב שכן טעון ארבעה מינים:
7 Sollte es der Allbarmherzige vom Feststrauße gelehrt haben, von dem man es hinsichtlich jener folgern könnte!? – Man könnte einwenden: wohl der Feststrauß, der der vier Arten benötigt.
ח סוכה וכל מכשיריה דוחין את השבת דברי רבי אליעזר מנא ליה לר"א הא אי מעומר ושתי הלחם שכן צורך גבוה הוא אי מלולב שכן טעון ארבעה מינים
8 «Die Festhütte und all ihre Erfordernisse verdrängen den Šabbath – so R. Elie͑zer.» Woher folgert dies R. Elie͑zer: wenn von der Erstlingsgarbe und den zwei Broten, so werden diese ja für den Allerhöchsten verwendet!? Wenn vom Feststrauße, so benötigt dieser ja der vier Arten!? –
ט אלא גמר שבעת ימים מלולב מה להלן מכשיריו דוחין את השבת אף כאן נמי מכשיריו דוחין את השבת
9 Vielmehr, aus den Worten <i>sieben Tage,</i> die auch beim Feststrauße gebraucht werden; wie bei diesem seine Erfordernisse den Šabbath verdrängen, so verdrängen auch bei jener die Erfordernisse den Šabbath. –
י וליכתוב רחמנא בסוכה וניתי הנך וניגמור מיניה משום דאיכא למיפרך מה לסוכה שכן נוהגת בלילות כבימים:
10 Sollte es der Allbarmherzige von der Festhütte gelehrt haben, von der man es hinsichtlich jener folgern könnte!? – Man könnte einwenden: wohl die Festhütte, die nachts und tags Geltung hat.
יא מצה וכל מכשיריה דוחין את השבת דברי ר"א מנא ליה לר"א הא אי מעומר ושתי הלחם שכן צורך גבוה אי מלולב שכן טעון ארבעה מינים אי מסוכה שכן נוהגת בלילות כבימים
11 «Das Ungesäuerte und all seine Erfordernisse verdrängen den Šabbath – so R. Elie͑zer.» Woher folgert dies R. Elie͑zer: wenn von der Erstlingsgarbe und den zwei Broten, so werden diese ja für den Allerhöchsten verwendet!? Wenn vom Feststrauße, so benötigt dieser ja der vier Arten!? Wenn von der Festhütte, so hat diese ja nachts und tags Geltung!? –
יב אלא גמר חמשה עשר חמשה עשר מחג הסוכות מה להלן מכשיריה דוחין את השבת אף כאן מכשיריה דוחין את השבת
12 Vielmehr, er folgert dies aus [den Worten] <i>fünfzehn,</i> die auch beim Hüttenfeste gebraucht werden; wie da die Erfordernisse den Šabbath verdrängen, so verdrängen die Erfordernisse auch hierbei den Šabbath. –
יג וליכתוב רחמנא במצה וניתו הנך וליגמור מיניה משום דאיכא למיפרך מה למצה שכן נוהגת בנשים כבאנשים:
13 Sollte es der Allbarmherzige vom Ungesäuerten gelehrt haben, von dem man es auch hinsichtlich jener folgern könnte!? – Man könnte einwenden: wohl das Ungesäuerte, das für Frauen wie für Männer Geltung hat.
יד שופר וכל מכשיריו דוחין את השבת דברי ר"א מנא ליה לר"א הא אי מעומר ושתי הלחם שכן צורך גבוה אי מלולב שכן טעון ארבעה מינים אי מסוכה שכן נוהגת בלילות כבימים אי ממצה שכן נוהגת בנשים כבאנשים אלא אמר קרא (במדבר כט, א) יום תרועה יהיה לכם ביום אפילו בשבת
14 «Die Posaune und all ihre Erfordernisse verdrängen den Šabbath – so R. Elie͑zer.» Woher folgert dies R. Elie͑zer: wenn von der Erstlingsgarbe und den zwei Broten, so werden diese ja für den Allerhöchsten verwendet!? Wenn vom Feststrauße, so benötigt er ja der vier Arten!? Wenn von der Festhütte, so hat diese ja nachts und tags Geltung!? Wenn vom Ungesäuerten, so hat es ja für Frauen wie Männer Geltung!? – Vielmehr, die Schrift sagt: <i>als Tag des Lärmblasens soll er euch gelten,</i> auch am Šabbath.
טו ולמאי אילימא לתקיעה הא תנא דבי שמואל כל מלאכת עבודה לא תעשו יצתה תקיעת שופר ורדיית הפת שהיא חכמה ואינה מלאכה אלא למכשירין
15 In welcher Hinsicht: wollte man sagen, hinsichtlich des Blasens, so wurde ja in der Schule Šemuéls gelehrt: <i>Ihr sollt keinerlei Arbeit verrichten,</i> ausgenommen das Posaunenblasen und das Herausnehmen des Brotes, die Kunstfertigkeiten und keine Arbeiten sind!? – Vielmehr, hinsichtlich des hierzu Erforderlichen. –
טז ורבנן ההוא מיבעי ליה ביום ולא בלילה ור"א ביום ולא בלילה מנא ליה נפקא ליה (ויקרא כה, ט) מביום הכפורים תעבירו שופר בכל ארצכם וגמרי מהדדי
16 Und die Rabbanan!? – Dies deutet darauf, daß es am Tage und nicht nachts geschehen muß. – Woher entnimmt R. Elie͑zer, daß nur tags und nicht nachts!? – Dies folgert er aus [dem Verse:] <i>am Versöhnungstage sollt ihr in euerem ganzen Lande die Posaune erschallen lassen,</i> und man folgere vom einen auf das andere. –
יז וליכתוב רחמנא בשופר וליתו הנך וליגמרו מיניה מתקיעת שופר דראש השנה ליכא למיגמר שכן מכנסת זכרונות של ישראל לאביהן שבשמים מתקיעות [שופר] דיוה"כ ליכא למיגמרי דאמר מר תקעו ב"ד שופר נפטרו עבדים לבתיהם ושדות חוזרות לבעליהן:
17 Sollte es der Allbarmherzige von der Posaune gelehrt haben, von der man es hinsichtlich jener folgern könnte!? – Vom Posaunenblasen am Neujahrstage ist es nicht zu folgern, denn dieses bringt die Erinnerung an Jisraél vor ihren Vater im Himmel; vom Posaunenblasen am Versöhnungstage ist es ebenfalls nicht zu folgern, denn der Meister sagte, sobald der Gerichtshof in die Posaune stoßen ließ, wurden die Sklaven nach Hause entlassen, und Felder kehren in den Besitz ihrer [früheren] Eigentümer zurück.
יח (אמר מר) מילה וכל מכשיריה דוחין את השבת דברי רבי אליעזר מנא ליה לר"א הא אי מכולהו גמר כדאמרינן ועוד מה להנך
18 (Der Meister sagte:) Die Beschneidung und alle ihre Erfordernisse verdrängen den Šabbath – so R. Elie͑zer. Woher folgert dies R. Elie͑zer: wenn von jenen anderen, [so ist ja bei jeder einzuwenden,] wie wir bereits gesagt haben; ferner auch: