Sukkah 61

Kapitel 61

א הושענא מעיקרא נמי לאסא הושענא קרו ליה
1 und jetzt ist es eine Hoša͑na!? — Die Myrte wird auch vorher Hoša͑na genannt.
ב ת"ר סוכה גזולה והמסכך ברשות הרבים ר' אליעזר פוסל וחכמים מכשירין
2 Die Rabbanan lehrten: Eine geraubte oder eine auf öffentlichem Gebiete errichtete Festhütte ist nach R. Elie͑zer untauglich und nach den Weisen tauglich.
ג אמר רב נחמן מחלוקת בשתוקף את חבירו והוציאו מסוכתו ורבי אליעזר לטעמיה דאמר אין אדם יוצא ידי חובתו בסוכתו של חבירו אי קרקע נגזלת סוכה גזולה היא ואי נמי קרקע אינה נגזלת סוכה שאולה היא
3 R. Naḥman sagte: Der Streit besteht nur über den Fall, wenn jemand seinen Nächsten packt und ihn aus seiner Festhütte hinauswirft. R. Elie͑zer vertritt hierbei seine Ansicht, daß man seiner Pflicht nicht mit der Festhütte seines Nächsten genüge, somit ist diese, wenn ein Grundstück nicht geraubt werden kann, eine geborgte Festhütte, und wenn ein Grundstück geraubt werden kann, eine geraubte Festhütte.
ד ורבנן לטעמייהו דאמרי אדם יוצא ידי חובתו בסוכתו של חבירו וקרקע אינה נגזלת וסוכה שאולה היא
4 Auch die Rabbanan vertreten ihre Ansicht, daß man seiner Pflicht mit der Festhütte seines Nächsten genüge, und da ein Grundstück nicht geraubt werden kann, so ist sie eine geborgte Festhütte.
ה אבל גזל עצים וסיכך בהן דברי הכל אין לו אלא דמי עצים
5 Hat jemand aber Holz geraubt und daraus eine Festhütte gemacht, so stimmen alle überein, daß jener nur den Holzwert zu beanspruchen hat. —
ו ממאי
6 Woher dies? —
ז מדקתני דומיא דרשות הרבים מה רשות הרבים קרקע לאו דידיה הוא סוכה נמי לאו קרקע דידיה הוא
7 Weil er von dieser gleichlautend wie von der auf öffentlichem Gebiete errichteten [Festhütte] lehrt; wie bei der auf öffentlichem Gebiete errichteten der Boden nicht ihm gehört, ebenso die [geraubte] Festhütte, wenn [der Boden] nicht ihm gehört.
ח ההיא סבתא דאתאי לקמיה דרב נחמן אמרה ליה ריש גלותא וכולהו רבנן דבי ריש גלותא בסוכה גזולה הוו יתבי צווחה ולא אשגח בה רב נחמן אמרה ליה איתתא דהוה ליה לאבוהא תלת מאה ותמני סרי עבדי צווחא קמייכו ולא אשגחיתו בה אמר להו רב נחמן פעיתא היא דא ואין לה אלא דמי עצים בלבד
8 Einst kam eine Frau zu R. Naḥman und klagte vor ihm: Der Exilarch und alle Rabbanan sitzen in einer geraubten Festhütte. Sie schrie, aber R. Naḥman beachtete sie nicht. Hierauf sprach sie zu ihm: Eine Frau, deren Ahn dreihundert und achtzehn Sklaven hatte, klagt vor euch, und ihr beachtet sie nicht! Da sprach R. Naḥman zu ihnen: Diese ist nur eine Schreierin; sie hat nur den Holzwert zu beanspruchen.
ט אמר רבינא האי כשורא דמטללתא דגזולה עבדי ליה רבנן תקנתא משום תקנת מריש
9 Rabina sagte: Beim geraubten und zur Festhütte verwandten Klotze haben die Rabbanan die Balken-Verordnung gelten lassen. –
י פשיטא מאי שנא מעצים מהו דתימא עצים שכיחי אבל האי לא שכיחא אימא לא קמ"ל
10 Selbstverständlich, womit ist ein solcher anders als anderes Holz!? – Man könnte glauben, bei diesem nicht, weil Holz immer zu haben ist, dieser aber nicht, so lehrt er uns.
יא הני מילי בגו שבעה אבל לבתר שבעה הדר בעיניה ואי חברו בטינא ואפילו לאחר שבעה נמי יהיב ליה דמי
11 Dies jedoch nur während der sieben [Festtage], nach den sieben [Festtagen] ist er in natura zurückzugeben. Hat man ihn aber mit Mörtel befestigt, so braucht man auch nach den sieben [Festtagen] nur den Wert zu ersetzen.
יב תנא יבש פסול רבי יהודה מכשיר אמר רבא מחלוקת בלולב דרבנן סברי מקשינן לולב לאתרוג מה אתרוג בעי הדר אף לולב בעי הדר ור' יהודה סבר לא מקשינן לולב לאתרוג אבל באתרוג דברי הכל הדר בעינן
12 Es wird gelehrt: Der verdorrte ist untauglich, nach R. Jehuda aber tauglich. Raba sprach: Der Streit besteht nur über den Palmenzweig, die Rabbanan sind nämlich der Ansicht, man vergleiche den Palmenzweig mit dem Etrog, wie der Etrog ‘prächtig’ sein muß, ebenso muß auch der Palmenzweig ‘prächtig’ sein, und R. Jehuda ist der Ansicht, man vergleiche nicht den Palmenzweig mit dem Etrog; vom Etrog aber stimmen alle überein, er müsse ‘prächtig’ sein. –
יג ובלולב לא בעי ר' יהודה הדר והתנן רבי יהודה אומר יאגדנו מלמעלה מ"ט לאו משום דבעי הדר
13 Braucht denn nach R. Jehuda der Palmenzweig nicht ‘prächtig’ zu sein, wir haben ja gelernt, R. Jehuda sagt, man binde ihn jedoch oben zusammen; doch wohl, weil er prächtig sein muß!? –
יד לא כדקתני טעמא רבי יהודה אומר משום ר' טרפון כפות תמרים כפות ואם היה פרוד יכפתנו
14 Nein, aus dem [weiter] gelehrten Grunde: R. Jehuda sagte im Namen R. Tryphons: <i>Palmenzweige</i>, sie müssen zusammen sein; sind sie lose, so binde man sie zusammen. –
טו ולא בעי הדר והתנן אין אוגדין את הלולב אלא במינו דברי רבי יהודה מאי טעמא לאו משום דבעי הדר
15 Braucht er denn nach ihm nicht ‘prächtig’ zu sein, wir haben ja gelernt: Man binde den Feststrauß nur mit Gleichartigem zusammen – so R. Jehuda. Doch wohl, weil er ‘prächtig’ sein muß!? –
טז לא דהא אמר רבא אפילו בסיב ואפילו בעיקרא דדיקלא [ואלא] מאי טעמא דרבי יהודה התם דקא סבר לולב צריך אגד ואי מייתי מינא אחרינא הוה להו חמשה מינין
16 Nein, Raba sagte ja, auch mit Bast und auch mit Rinde der Palme. – Was ist da der Grund R. Jehudas? – Er ist der Ansicht, der Feststrauß bedürfe des Zusammenbindens, und wenn man dazu eine andere Art verwendet, so sind es fünf Arten. –
יז ובאתרוג מי בעי רבי יהודה הדר והתניא ארבעת מינין שבלולב כשם שאין פוחתין מהן כך אין מוסיפין עליהן לא מצא אתרוג לא יביא לא פריש ולא רמון ולא דבר אחר כמושין כשרין יבשין פסולין ר' יהודה אומר אף יבשין
17 Braucht denn nach R. Jehuda der Etrog ‘prächtig’ zu sein, es wird ja gelehrt: Wie man die vier Arten der Festpalme nicht mindern darf, ebenso darf man zu diesen nichts hinzufügen. Hat man keinen Etrog bekommen, so darf man nicht statt dessen eine Quitte, einen Granatapfel oder sonst etwas anderes nehmen. Verwelkte sind tauglich, verdorrte sind untauglich. R. Jehuda sagt, auch verdorrte.
יח וא"ר יהודה מעשה
18 R. Jehuda sprach: Einst