Sukkah 87

Kapitel 87

א אמרי לדידהו נמי לא דחי ואלא קשיא הני תרתי דתנא חדא כל העם מוליכין את לולביהן להר הבית ותני' אידך לבית הכנסת ומתרצינן כאן בזמן שבית המקדש קיים כאן בזמן שאין בית המקדש קיים
1 Ich will dir sagen, auch bei ihnen wurde er nicht verdrängt. – Dem widersprechen ja folgende beide Lehren!? Eines lehrt, das ganze Volk brachte den Feststrauß nach dem Tempelberge, und ein Anderes lehrt, nach dem Bethause, und wir erklärten: das Eine in der Zeit, als der Tempel noch bestanden hat, und das Andere in der Zeit, als der Tempel nicht mehr bestanden hat. –
ב לא אידי ואידי בזמן שבית המקדש קיים ולא קשיא כאן במקדש כאן בגבולין
2 Nein, beide in der Zeit, als der Tempel noch bestanden hat, dennoch widersprechen sie einander nicht. Denn das eine spricht vom Tempel und das Andere von der Provinz.
ג א"ל אביי לרבא מאי שנא לולב דעבדינן ליה שבעה זכר למקדש ומאי שנא ערבה דלא עבדינן לה שבעה זכר למקדש א"ל הואיל ואדם יוצא ידי חובתו בערבה שבלולב א"ל ההוא משום לולב הוא דקא עביד ליה וכי תימא דקא מגבה ליה והדר מגבה ליה והא מעשים בכל יום דלא קא עבדינן הכי
3 Abajje sprach zu Rabba: Weshalb wird der Feststrauß zur Erinnerung an den Tempel an sieben [Tagen genommen], die Bachweide aber nicht zur Erinnerung an den Tempel an sieben [Tagen genommen]? Dieser erwiderte: Weil man schon mit der Bachweide im Feststrauße seiner Pflicht genügt. Jener entgegnete: Diese gehört ja zum Feststrauße!? Wolltest du aber erwidern, man hebe sie einmal hoch, dann hebe man sie wiederum hoch, so ist es ja (tägliche) Tatsache, daß wir dies nicht tun!?
ד אמר רב זביד משמיה דרבא לולב דאורייתא עבדינן שבעה זכר למקדש ערבה דרבנן לא עבדינן לה שבעה זכר למקדש
4 R. Zebid erwiderte im Namen Rabas: Der Feststrauß ist ein Gebot der Tora, daher nehmen wir ihn zur Erinnerung an den Tempel an sieben [Tagen], die Bachweide ist nur rabbanitisch, daher nehmen wir sie nicht zur Erinnerung an den Tempel an den sieben [Tagen]. –
ה למאן אילימא לאבא שאול האמר (ויקרא כג, מ) ערבי נחל כתיב שתים אחת ללולב ואחת למקדש אי לרבנן הלכתא גמירי לה דא"ר אסי א"ר יוחנן משום ר' נחוניא איש בקעת בית חורתן עשר נטיעות ערבה וניסוך המים הלכה למשה מסיני
5 Nach wessen Ansicht: wollte man sagen, nach Abba Šaúl, so sagt er ja, es heiße <i>Bachweiden</i>, zwei, eine für den Feststrauß und eine für [die Prozession im] Tempel, und wenn nach der der Rabbanan, so ist es ja eine überlieferte Halakha!? R. Asi sagte nämlich im Namen R. Joḥanans im Namen des R. Neḥunja aus dem Tale Beth Ḥivartan: Die [Lehren von den] zehn Setzlingen, der Bachweide und [der Prozession] des Wassergießens sind Moše am Sinaj überlieferte Halakoth.
ו אלא אמר רב זביד משמיה דרבא לולב דאית ליה עיקר מה"ת בגבולין עבדינן ליה שבעה זכר למקדש ערבה דלית לה עיקר מן התורה בגבולין לא עבדינן שבעה זכר למקדש
6 Vielmehr, erklärte R. Zebid im Namen Rabas, den Feststrauß, der auch für die Provinz seinen Ursprung in der Tora hat, nehmen wir zur Erinnerung an den Tempel an sieben [Tagen], die Bachweide aber, die für die Provinz keinen Ursprung in der Tora hat, nehmen wir nicht zur Erinnerung an den Tempel an sieben [Tagen].
ז אמר ר"ל כהנים בעלי מומין נכנסין בין האולם ולמזבח כדי לצאת בערבה א"ל ר' יוחנן מי אמרה מי אמרה הא איהו אמר דא"ר אסי א"ר יוחנן משום ר' נחוניא איש בקעת בית חורתן עשר נטיעות ערבה וניסוך המים הלכה למשה מסיני
7 Reš Laqiš sagte: Auch gebrechenbehaftete Priester drängten sich zwischen Vorhalle und Altar, um ihrer Pflicht der Bachweide zu genügen. R. Joḥanan sprach zu ihm: Wer sagt dies? – Wer dies sagte, er selbst sagte es ja, denn R. Asi sagte im Namen R. Joḥanans im Namen des R. Neḥunja aus dem Tale Beth Ḥivartan, die [Lehren von den] zehn Setzlingen, der Bachweide und [der Prozession] des Wassergießens seien Moše am Sinaj überlieferte Halakhoth!? –
ח אלא מי אמרה בנטילה דלמא בזקיפה מי אמרה בבעלי מומין דלמא בתמימים
8 Vielmehr, wer sagte, daß man sie nehme, vielleicht stelle man sie nur auf; wer sagte, auch gebrechenbehaftete, vielleicht gebrechenfreie!?
ט אתמר ר' יוחנן ור' יהושע בן לוי חד אמר ערבה יסוד נביאים וחד אמר (ערבה) מנהג נביאים תסתיים דר' יוחנן הוא דאמר יסוד נביאים דא"ר אבהו א"ר יוחנן ערבה יסוד נביאים הוא תסתיים
9 Es wurde gelehrt: R. Joḥanan und R. Jehošua͑ b. Levi [streiten]; einer sagt, die Bachweide sei eine Institution der Propheten, und einer sagt, die Bachweide sei ein Brauch der Propheten. Es ist zu beweisen, daß R. Joḥanan es ist, welcher sagt, sie sei eine Institution der Propheten. R. Abahu sagte nämlich im Namen R. Joḥanans, die Bachweide sei eine Institution der Propheten. Schließe hieraus.
י א"ל ר' זירא לר' אבהו מי א"ר יוחנן הכי והא"ר יוחנן משום ר' נחוניא איש בקעת בית חורתן עשר נטיעות ערבה וניסוך המים הלכה למשה מסיני (דניאל ד, טז) אשתומם כשעה חדא ואמר שכחום וחזרו ויסדום
10 R. Zera sprach zu R. Abahu: Kann R. Joḥanan dies denn gesagt haben, R. Joḥanan sagte ja im Namen des R. Neḥunja aus dem Tale Beth Ḥivartan, die [Lehren von den] zehn Setzlingen, der Bachweide und [der Prozession] des Wassergießens seien Moše am Sinaj überlieferte Halakhoth!? Eine Weile war er bestürzt, dann erwiderte er: Man hatte es vergessen, und sie ordneten es wieder an. –
יא ומי א"ר יוחנן הכי והא"ר יוחנן דלכון אמרי דלהון היא ל"ק
11 Kann R. Joḥanan dies denn gesagt haben, er sagte ja: Die eurigen sagen, sie sei ihre!? – Das ist kein Einwand;