Temurah 60

Kapitel 60

א מנא הא מילתא דאמור רבנן אין זנות לבהמות א"ל לא נישמוט קרא לכתוב אתנן זונה וכלב
1 Woher das, was die Rabbanan gesagt haben, bei Tieren gebe es keine Hurerei? Dieser erwiderte: Die Schrift sollte doch nicht geteilt, sondern geschrieben haben: Gabe einer Hure und eines Hundes.
ב תניא נמי הכי מנין לאתנן כלב ומחיר זונה שמותרין שנאמר ב' ולא ד' ולדותיהן מותרין שנאמר גם שניהם הם ולא ולדותיהן
2 Desgleichen wird gelehrt: Die Hundegabe und der Hurenpreis sind erlaubt, denn es heißt: <i>beide</i>, und nicht vier. IhreJungen sind erlaubt, denn es heißt <i>auch beide</i>, sie und nicht ihre Jungen.
ג אמר רבא ולד הנרבעת אסורה היא וולדה נרבעו נוגחת אסורה היא וולדה נגחו
3 Raba sagte: Das Junge eines zur Bestialität verwandten Tieres ist verboten, denn es und sein Junges sind beschlafen worden, das eines stößigen ist verboten, denn es und sein Junges haben gestoßen.
ד ולד מוקצה ונעבד מותר מ"ט לאימיה אקציה לאימיה פלחי לה א"ד ולד מוקצה ונעבד אסור מאי טעמא דניחא ליה בניפחיה
4 Das Junge eines [für den Götzendienst] abgesonderten und angebeteten ist erlaubt, denn nur die Mutter ist abgesondert worden, nur die Mutter ist angebetet worden. Manche sagen, auch das Junge des abgesonderten und angebeteten sei verboten, denn hierbei ist der Körperumfang erwünscht.
ה אמר רב אחדבוי בר אמי אמר רב המקדש בפרש שור הנסקל מקודשת בפרש עגלי ע"ז אינה מקודשת מאי טעמא אי בעית אימא קרא ואי בעית אימא סברא
5 R. Aḥadboj b. Ami sagte im Namen des R. Šešeth: Wenn jemand die Antrauungvollzieht mit dem Miste eines zu steinigenden Rindes, so ist [die Frau] ihm angetraut, wenn aber mit dem Miste von Götzenkälbern, so ist sie ihm nicht angetraut. – Aus welchem Grunde? –
ו אי בעית אימא סברא ניחא ליה גבי ע"ז בניפחיה גבי שור הנסקל לא ניחא ליה בניפחיה
6 Wenn du willst, [erkläre ich dies durch] einen Schriftvers, und wenn du willst, durch einen Vernunftgrund. Wenn du willst, durch einen Vernunftgrund, denn beim Götzendienste ist der Körperumfang erwünscht, beim zu steinigenden Rinde aber ist nicht der Körperumfang erwünscht.
ז אי בעית אימא קרא גבי עבודת כוכבי' כתיב (דברים ז, כו) והיית חרם כמוהו כל שאתה מהיה ממנו הרי הוא כמוהו גבי שור הנסקל כתיב (שמות כא, כח) לא יאכל את בשרו בשרו אסור פרשו מותר
7 Wenn du willst, durch einen Schriftvers; beim Götzendienste heißt es:<i>und du gleich ihm dem Banne verfällst</i>, was von ihm kommt, gleicht ihm; beim zu steinigenden Rinde aber heißt es:<i>sein Fleisch soll nicht gegessen werden</i>, nur sein Fleisch ist verboten, sein Mist aber ist erlaubt.
ח <big><strong>מתני׳</strong></big> נתן לה מעות הרי אלו מותרין יינות ושמנים וסלתות וכל דבר שכיוצא בו קרב על גבי המזבח אסור נתן לה מוקדשין הרי אלו מותרין
8 <b>H</b><small>AT ER IHR</small> G<small>ELD GEGEBEN, SO IST ES ERLAUBT, WENN ABER</small> Wein, Ö<small>L</small>, M<small>EHL ODER SONST ETWAS, DESSEN</small> A<small>RT AUF DEM</small> A<small>LTAR DARGEBRACHT WIRD, SO IST ES VERBOTEN</small>. H<small>AT ER IHR</small> O<small>PFERTIERE GEGEBEN, SO SIND SIE ERLAUBT, </small>
ט עופות הרי אלו אסורין שהיה בדין מה אם המוקדשין שהמום פוסל בהן אין אתנן ומחיר חל עליהן עוף שאין המום פוסל בו אינו דין שלא יהא אתנן ומחיר חל עליו תלמוד לומר (דברים כג, יט) לכל נדר להביא את העוף
9 WENN [<small>PROFANES</small>] G<small>EFLÜGEL, SO IST ES VERBOTEN</small>. E<small>IGENTLICH SOLLTE MAN EINEN</small> S<small>CHLUSS FOLGERN: WENN AUF</small> O<small>PFERTIERE, DIE DURCH EINEN</small> L<small>EIBESFEHLER UNTAUGLICH WERDEN</small>, [<small>DAS</small> V<small>ERBOT</small>] <small>DER</small> H<small>URENGABE UND DES</small> H<small>UNDEPREISES SICH NICHT ERSTRECKT, UM WIEVIEL WENIGER SOLLTE SICH</small> [<small>DAS</small> V<small>ERBOT</small>] <small>DER</small> H<small>URENGABE UND DES</small> H<small>UNDEPREISES AUF DAS</small> G<small>EFLÜGEL ERSTRECKEN, DAS DURCH EINEN</small> L<small>EIBESFEHLER NICHT UNTAUGLICH WIRD</small>. A<small>BER ES HEISST</small>:<i>für jedes Gelübde</i>, <small>UND DIES SCHLIESST DAS</small> G<small>EFLÜGEL EIN</small>.
י כל האסורין לגבי מזבח ולדותיהן מותרין רבי אליעזר אמר ולד טרפה לא יקרב על גבי המזבח רבי חנינא בן אנטיגנוס אומר כשירה שינקה מן הטרפה פסולה מעל גבי המזבח כל הקדשים שנעשו טרפה אין פודין אותן שאין פודין את הקדשים להאכילן לכלבים
10 V<small>ON ALLEN, DIE FÜR DEN</small> A<small>LTAR VERBOTEN SIND, SIND DIE</small> J<small>UNGEN ERLAUBT</small>. R. E<small>LIE͑ZER SAGT, DAS</small> J<small>UNGE DES</small> T<small>OTVERLETZTEN DÜRFE AUF DEM</small> A<small>LTAR NICHT DARGEBRACHT WERDEN</small>. R. Ḥ<small>ANINA B</small>. A<small>NTIGONOS SAGT, WENN EIN TAUGLICHES VON EINEM</small> T<small>OTVERLETZTEN GESOGEN HAT, SEI ES FÜR DEN</small> A<small>LTAR UNTAUGLICH</small>. A<small>LLE</small> O<small>PFERTIERE, DIE TOTVERLETZT WURDEN, DÜRFEN NICHT AUSGELÖST WERDEN, WEIL MAN NICHT</small> O<small>PFER AUSLÖSEN DARF, UM SIE DEN</small> H<small>UNDEN ZUM</small> F<small>RESSEN ZU GEBEN</small>.
יא <big><strong>גמ׳</strong></big> ת"ר נתן לה חיטין ועשאתן סולת זיתים ועשאתן שמן ענבים ועשאתן יין תני חדא אסורים ותניא אידך מותרין אמר רב יוסף תני גוריון דמן אספורק ב"ש אוסרין וב"ה מתירין
11 GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Wenn er ihr Weizen gegeben und sie daraus Feinmehl gemacht hat, Oliven und sie daraus Öl gemacht hat, Trauben und sie daraus Wein gemacht hat, so sind sie, wie Eines lehrt, verboten, und wie ein Anderes lehrt, erlaubt. R. Joseph sagte: Gorjon aus Asporaq lehrte, nach der Schule Šammajs verboten und nach der Schule Hillels erlaubt.
יב ב"ה סברי הם ולא ולדותיהן הם ולא שינוייהן
12 Die Schule Hillels ist der Ansicht, <i>sie</i>, nicht aber ihre Jungen, <i>sie</i>, nicht aber ihre Umgestaltungen;
יג ב"ש סברי הם ולא ולדותיהן גם לרבות שינוייהן ולב"ה הכתיב גם גם לב"ה קשה
13 und die Schule Šammajs ist der Ansicht, <i>sie</i>, nicht aber ihre Jungen, <i>auch</i>, dies schließt ihre Umgestaltungen ein. – Wie erklärt die Schule Hillels das <i>auch</i>!? – Das <i>auch</i> bleibt nach der Schule Hillels unerklärt.
יד ת"ר (דברים כג, יט) בית ה' אלהיך פרט לפרה שאין באה לבית דברי רבי אלעזר וחכמים אומרים לרבות את הריקועין
14 Die Rabbanan lehrten:<i>in das Haus des Herrn, deines Gottes</i>, ausgenommen die [rote] Kuh, die nicht ins Hauskommt – so R. Elea͑zar; die Weisen sagen, dies schließe die Altarplattenein. –
טו מאן חכמים אמר רב חסדא רבי יוסי בר' יהודה היא דתניא נתן לה זהב רבי יוסי בר יהודה אומר אין עושין ריקועין אפי' אחורי בית הכפרת
15 Wer sind die Weisen? R. Ḥisda erwiderte: Es ist R. Jose b. R. Jehuda, denn es wird gelehrt: Gab er ihr Gold, so darf man, wie R. Jose b. R. Jehuda sagt, daraus keine Altarplatten machen, nicht einmal hinter dem Allerheiligsten.
טז נתן לה מוקדשין הרי אלו מותרין כו'
16 H<small>AT EH IHR</small> O<small>PFERTIERE GEGEBEN, SO SIND SIE ERLAUBT &amp;C</small>.
יז ויהיו מוקדשין אתנן ומחיר חל עליהן מקל וחומר ומה עופות שאין המום פוסל בהן אתנן ומחיר חל עליהן מוקדשים שהמום פוסל בהן אינו דין שאתנן ומחיר חל עליהן תלמוד לומר לכל נדר להוציא את הנדור
17 Sollte doch [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere gefolgert werden, daß [das Verbot] der Hurengabe und des Hundepreises sich auf Opfertiere erstrecke: wenn [das Verbot] der Hurengabe und des Hundepreises sich auf das Geflügel erstreckt, das durch einen Leibesfehler nicht untauglich wird, um wieviel mehr erstreckt sich [das Verbot] der Hurengabe und des Hundepreises auf Opfertiere, die durch einen Leibesfehler untauglich werden. Aber es heißt: <i>für jedes Gelübde</i>, und dies schließt das Gelobteaus. –
יח טעמא דמעטינהו קרא הא לא מעטינהו קרא הוה אמינא כי יהיב לה מוקדשין חל עליהן אתנן ומחיר והא לאו ממונא הוא
18 Nur weil die Schrift sie ausgeschlossen hat, hätte sie aber die Schrift nicht ausgeschlossen, so würde man gesagt haben, wenn er ihr Opfertiere gegeben hat, erstrecke sich darauf [das Verbot] der Hurengabe und des Hundepreises; aber es ist ja nicht sein Eigentum!?
יט אמר רב הושעיא בממנה על פסחו ורבי היא דתניא (שמות יב, ד) ואם ימעט הבית מהיות משה
19 R. Hoša͑ja erwiderte: Wenn er sie an seinem Pesaḥopfer beteiligt hat, und zwar nach Rabbi, denn es wird gelehrt:<i>Wenn aber zu wenige sind im Hause für ein Lamm</i>,
כ החייהו משה מכדי אכילה ולא מכדי מקח
20 man lasse ihn sich vom Lamme ernähren; was er zum Essen braucht, nicht aber, was er zum Handel braucht.
כא רבי אומר אף מכדי מקח שאם אין לו ממנה אחרים עמו על פסחו ועל חגיגתו ומעותיו חולין שע"מ כן הקדישו ישראל פסחיהן
21 Rabbi sagt, auch was er zum Handel braucht. Wenn er nichts hat, so beteilige er andere an seinem Pesaḥlamme und an seinem Festopfer, und der Erlös ist profan, denn unter dieser Voraussetzung heiligen die Jisraéliten ihre Pesaḥopfer.
כב כל האסורים לגבי מזבח וכו' אמר רב כל האסורים לגבי מזבח ולדותיהן מותרים ותני עלה ורבי אליעזר אוסר
22 V<small>ON ALLEN, DIE FÜR DEN</small> A<small>LTAR VERBOTEN SIND &amp;C</small>. Der Meister sagte: Von allen, die für den Altar verboten sind, sind die Jungen erlaubt. Und hierzu wird gelehrt: R. Elie͑zer aber verbietet sie.
כג אמר רב הונא בר חיננא אמר רב נחמן מחלוקת שעיברו ולבסוף נרבעו דרבי אליעזר סבר עובר ירך אמו הוא ורבנן סברי לאו ירך אמו הוא אבל נרבעו ולבסוף עיברו דברי הכל מותרין
23 R. Hona b. Ḥanena sagte im Namen des R. Naḥman: Der Streit besteht nur über den Fall, wenn es trächtig war und nachher beschlafen worden ist, denn R. Elie͑zer ist der Ansicht, die Geburt sei ein Glied der Mutter, und die Rabbanan sind der Ansicht, sie sei nicht Glied der Mutter; wenn es aber beschlafen worden ist und nachher trächtig wurde, sind sie alle der Ansicht, daß [das Junge] erlaubt ist.
כד רבא אמר מחלוקת כשנרבעו ולבסוף עיברו דרבי אליעזר סבר זה וזה גורם אסור ורבנן סברי זה וזה גורם מותר
24 Raba sagte: Der Streit besteht nur über den Fall, wenn es beschlafen worden ist und nachher trächtig wurde, denn R. Elie͑zer ist der Ansicht, was beideveranlassen, sei verboten, und die Rabbanan sind der Ansicht, was beide veranlassen, sei erlaubt;
כה אבל עיברו ולבסוף נרבעו דברי הכל אסורין ורבא לטעמיה דאמר רבא ולד נרבעת אסורה היא וולדה נרבעו ולד נוגחת אסור היא וולדה נגחו
25 wenn es aber trächtig war und nachher beschlafen worden ist, sind alle der Ansicht, daß [das Junge] verboten sei. Raba vertritt hierbei seine Ansicht, denn Raba sagte, das Junge eines zur Bestialität verwandten sei verboten, denn es und sein Junges sind beschlafen worden, und das Junge eines stößigen sei verboten, denn es und sein Junges haben gestoßen.
כו לישנא אחרינא אמרי לה אמר רב הונא בר חיננא אמר רב נחמן מחלוקת שנרבעו כשהן מוקדשין דר"א סבר ביזוי מילתא ורבנן סברי לא אבל נרבעו כשהן חולין הואיל ואשתנו דברי הכל מותרין
26 Manche lehren es in einer anderen Fassung. R. Hona b. Ḥenana sagte im Namen des R. Naḥman: Der Streit besteht nur über den Fall, wenn es beschlafen worden ist nachdem es bereits geheiligt war, denn R. Elie͑zer ist der Ansicht, es sei verächtlich, und die Rabbanan sind nicht dieser Ansicht; wenn es aber beschlafen worden ist, als es noch profan war, sind alle der Ansicht, da damit eine Änderungeingetreten ist, sei [das Junge] erlaubt.
כז רבא אמר רב נחמן מחלוקת כשנרבעו כשהן חולין דרבי אליעזר סבר ביזוי מילתא ורבנן סברי הואיל ואשתנו מותרין אבל נרבעו כשהן מוקדשין דברי הכל אסורין
27 Raba aber sagte im Namen des R. Naḥman: Der Streit besteht nur über den Fall, wenn es beschlafen worden ist, als es noch profan war, denn R. Elie͑zer ist der Ansicht, es sei verächtlich, und die Rabbanan sind der Ansicht, da damit eine Änderung eingetreten ist, sei [das Junge] erlaubt; wenn es aber beschlafen worden ist nachdem es bereits geheiligt war, sind alle der Ansicht, daß es verboten ist.